Path:
Remarks Kapitel IV

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

«) Diese wird allmählich immer farbloser, wenn sich auch noch lange die stärker omd. beeinflußten Formen zeigen. Ich gebrauche mit Bedacht hier das umfassendere Wort, denn gelegentliche Formen scheinen weiter nach Osten hin zu weisen, lausitzisch-schlesisch. ") Ein Cantzley und Titel büchlin. Darinnen gelernt wird, wie man Sendebrlefe, förmlich schreiben . . sol. Frangk ist zeitweise Lehrer der Prinzen in Berlin. Die 2. Auflage ist 1538 seinen ehemaligen Schülern, dem Kurfürsien Joachim 11. und Hans v. Küsirin, gewidmet. 2?) Der Straußberger Prediger Chr. Pudor prägt in seiner in „Cöln a. d. Spree" erschienenen Grammatik „Der Teutschen Sprache Grundrichtigkeit und Zierlichkeit" 1672 seinen märkischen Schülern ein: „Die Meißner haben vor andern Nationen den Preis der zierlichen Mundart, dahero man ihre Worte, weil sie rein und deutlich, sicherlich gebrauchen darf". — Berckenmeyer, Vermehrter Curieuser Antiquarius (3. Auflage 1711 S. 44): (Leipzig) „ist berühmt wegen Zierlichkeit der Teutschen Sprache, sintemahl man allhier, zu Hall und Dresden das schönste Teutsch redet". Derartige Zitate stehen zahlreich zur Verfügung. Freilich richtet sich der Preis auch im ganzen wohl mehr auf den Ausdruck, die Wortwahl, als die Lautform, s. n. Anm. 28. 2°) Zahlreich sind die Stimmen aus allen Teilen Norddeutschlands (wie Süddeutschlands) im 17. und 18. Jahrhundert. Vgl. Anm. 20. Büchner bemerkt 1640: Es werden auch viel Sachen insgemein in Meißen, Leipzig und Halla geredet, die man als die besten nicht ausgeben kann (Krause, Der Fruchtbringenden Gesellschaft Erzschrein, S. 236 A). Gerade die Unfähigkeit der Sachsen, d/t, b/p zu scheiden, wird besonders tadelnd bemerkt und ihr gegenüber die norddeutsche deutliche Aussprache gerühmt. So auch noch von Biester, Berlin. Mon. 1, 189 ff., 1783, gegen Adelungs Lob des Obersächsischen. Biester weist auch aus die unangenehme sächsische Intonation. 2") Rektor des Kölnischen Gymnasiums, gestorben 1695. Seine „Grundsätze der deutschen Sprache" 1690 waren die verbreitetsie Grammatik der Zeit. Die 3. Auflage 1723 wurde durch Frisch, Rektor des Grauen Klosters, in außerordentlich interessanter Weise verbessert. 2") Wie stark der Anteil des pd. Wortschatzes (auch heute noch ist er nicht gering, s. Kap. V) im 17. Jahrhundert war, dafür kann man wohl als Beispiel die Gedichte des Kölner Kammergerichtsadvokaten und fruchtbaren Gelegenheitsdichters Peucker („Wolklingende lustige Paucke") aus der Mitte des 17. Jahrhunderts heranziehen. Peucker war geborner Schlesier, die pd. Ausdrücke sind ihm also nicht von Hause aus eigen, er muß sie in Berlin erworben haben. Ich meine etwa: halbachter, (noch heute im märkischen Niederdeutsch) die Zwischen, Mahlzeit morgens oder nachmittags. 1652: „Ihr lieben Pferde zieht, Seid doch etwas bemüht! Ihr sollt euch wieder dicke fressen. Solange wir halbachter essen!" (stoppen stopfen Anm. 44), Kiepe, Koste Hochzeit, Kindelbier, die mülcke Kuh. Ein Weib von jungen Jahren, die recht qua blich um die Brust (doch ist quablich auch md.) P. gibt für eines seiner Lieder auch ein plattdeutsches Lied als Singweise an, das doch also damals auch noch in Berlin
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.