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VI. Grammatik des Berlinischen

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

Ist daraus der Schluß zu ziehen, daß im 18. Ihd. die heimische Aussprache noch nachklang ? lagen beide Aussprachen, y und n lange nebeneinander?*) 2. M.'den > (d)N! s. § 16, 4. — Besonders bedeutsam ist die Auslautsassimilation m > n. Sie hat Flexion und Syntax aufs stärkste beeinflußt: „dem > den (> n)", „seinem > sein, „mit sein König", „zu mein contentement" (F. W. I.), wem > wen. Siehe hierüber ausführlich Kap. 111 8 16 und VI 828. Auch sonst sind Assimilationen von -u- und -m- häufig: 6ma einmal, Ik kamma äet nick äeyky (kann mir) u. dgl. m. Zum Nebeneinander pimplig: pieprig s. 3. 3. n. (s. die Bemerkung unter 2: -n < -m im Auslaut). Eine für die Wortbildung wichtige, natürlich nicht ursprünglich berlinische oder auf Berlin beschränkte Erscheinung ist das Nebeneinander von Formen mit und ohne Nasal. Hauptsächlich handelt es sich um Wörter, die den Klang wiedergeben; sie sind vielfach in der Bedeutung differenziert: „piepen" und „pimpeln; pieprig" und „pimplig; patschen" und „pantschen; Matsch" halbfiüssiger Schmutz und „Mantsch, manschen, mantschen" feuchte, flüssige und halbfiüssige Stoffe durcheinanderwühlen, mischen. Vgl. Kap. V, S. 205. — Eine andere Bildung (S. 134) liegt in „enM" vor. Schon erwähnt (§ 16) sind die Fälle, in denen die Mittelsilbe -ti-, -tu- in Fremdwörtern durch ein besser gelegenes tsnersetzt ist: „profentieren, Posentue". „nee" nein ist die alte nd. Form. Flexion. 1. Nomen. §28. Zur Kasusbildung. Vgl. hierzu Kap. 111 8 16. In allen volkstümlichen Formen ist die Flexion gegenüber der konservativeren Hochsprache zersetzt. Daß Berlin keine Ausnahme macht, ist bekannt. *) „Tobak Spinder" (Spinner, Wöch. Frag, und Anzeigungsnachr. 1739) steht zwar wie eine umgekehrte Schreibung aus, d. h. wie der Fehler eines Mannes, der gewöhnt ist, gesprochenes -n (n)> in -nä- umzusetzen (fing: finden) und hier falsch umsetzt. Man könnte aber auch an Fälle wle Donderstach (§ 20, Z) denken.
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