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VI. Grammatik des Berlinischen

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

ck fällt durch Dissimilation in „nönnick, äännick", noch nicht, doch nicht; durch Assimilation: „seh dö,mä" sieh doch mal; „naSchule" neben „nach". Die Endungen -ig und -lich (-lö, »Ild) sind in der Aussprache zusammengefallen, „zuchich, ulkich, jefeMch". In Inlautsiellung -ije, auch -lije: „ene zuchije Ecke", „ullije" und „ulkje, dreck(i)je". „So'n putziget Aktenstück" (1848). Daneben jung wohl auch -lche, -liche. Vgl. 835. tz 24. s, s, 1. Nach norddeutscher Art scheidet Berlin stimmloses 8 und stimmhaftes s. Das stimmlose 8, geschrieben 88, 6, im Auslaut auch 8, entspricht verschobenem t (§ 19): „Wasser" nd. „water", „jroße" (nd. „grote"). Stimmhaft ist das alte germ. (hd. wie nd.) s in norddeutscher Aussprache: „suchen, sasen, sitzen, best" (böse), „lesen". Im Auslaut sind alle 8, die alten wie die hd. verschobenen, stimmlos: „Haus, aus" (nd. „hus, ut"). 2. Wie 3 in gewissen Fällen > F (8 23, 5), so wandelt sich 88 nach kurzem Vokal (u) in einigen Wörtern der Volkssprache > s*): „nüseln < nusseln" u. a., „düsel" (S. 197), danach „duslich"; „schuslich", (Schussel) „Fusel < Fussel", „fuslich". Eine in ihrer Wirkung ähnliche Erscheinung ist für die Aussprache von Kränze, Schwänze berlinisch „Krense, Schwense", bekannt, 8 20, 6 (dagegen Wanze, wo 8 stimmlos blieb > Wan§e), § 24, 8. 3. Aber auch das anlautende hd. 2, d. i. tB, wird in manchen Wörtern ohne den explosiven Einsatzlaut gehört, wie öfter im Hd. der ursprünglich niederdeutschen Gebiete (6ü, 6en zu, zehn"), wohl zu erklären, weil ein anlautendes 2, t8 dem Nd. fehlte. Auch in mnd. Zeit werden hd. Wörter, die mit 2 beginnen mit scharfem 8 aufgenommen. Kurprinz Karl Emil schreibt um 1665 „seit" Zeit, Fr. I. „angesündt" angezündet, was vielleicht mit dieser Aus, spräche zusammenhängt. 4. meinswejen: Die hd. Entwicklung war „meinen wegen" > „meinentwegen" > mein(e)twegen. 8 ist als gewöhnliches *) Die meisten dieser Wörter lassen sich auch aus anderen Gegenden Nords deutschlands mit s belegen. ") Brandenburg: „ßu, beßalen, ßitterone (Zitrone) ßiejarnmacher, ßjjorigen" usw.
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