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VI. Grammatik des Berlinischen

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

wie „Widder" aus dem Obs. aufgenommen (nd..- „vele, wedder") und als hochdeutsch geschützt*). L. Doppellonsonanz schützt kurzen Vokal in geschlossener Silbe, bzw. kürzt langen Vokal: „Wüst" (Heynatz), aber mhd. nuoBt, Schmutz. — Kurz ist, wie im vulgären Norddeutsch, auch der Vokal l in der 2., 3. Pers. Präs. vor Doppelkonsonanz: „kricht" kriegt, auch „jipt", „lisi", doch sind dies keine alten berlinischen Formen, 5 33. Kurzer Vokal in „Dinstach" Dienstag bestand zu recht, da das Wort auf „Dingsdach, Dingesdach" zurückgeht. — „virte" vierte ist aufgegeben; dagegen „virzehn, virzig", 14, 40. — „dis" s. § 32, 3. c. In der Schriftsprache haben alle offnen (vokalisch auslauten, den) Silben langen Vokal: „geben, lesen" usw., außer vor cd, Bck : „Tasche". Auch für das Berl. ist diese Verteilung zu erwarten. In geschlossener Silbe: Wäf-ser, röteten. Doch bestehen hier Aus, nahmen, die freilich nur scheinbar sind, hervorgerufen durch jüngere Entwicklungen oder Angleichungen, übrigens nicht nur lokaler Natur: „Dusel < Dussel, miheln < muscheln, Bu^e" (Lehnwort) usw. s. z 23, 5: 24, 2. O. Die Quantität der Vokale vor den Gruppen rä, rt, m, im ist jetzt, doch erst im taufe des 19. Ihd., im ganzen nach hochsprachlicher Art geregelt. Aufgegeben ist, außer für e vor rä und z. T. für a, die früher übliche Länge vor (niederd.) rä, m (Kap. 111, 84), in der die nd. und die omd. Aussprache vielfach übereinstimmten: „wahrm, ahrt, wohrte, antwohrt, ohrt, fohrt" sind z. B. Formen, wie sie Fr. 1., Fr. Wilh. !., Fr. 11. schrieben und sprachen. Heynatz noch findet sie 1771 „plattdeutsch klingend, aber in Berlin sehr ge, wohnlich". Jetzt ist die länge im ganzen aufdie in der Hochsprache") üblichen Wörter zurückgedrängt: nöttt Wort; selbst jebüktHtaN Geburtstag usw. Dagegen c"*) vor rä : „Pferd (feat), Herd, Erde, werdenf); auch „der, er"; aber „fertig (fslttiä), Berme" usw. *) Diese Wörter sind von den Städten aus auch wieder in das Pd. der Mark gedrungen und werden, weil sie von der Hochsprache abweichen, jetzt dort als pd. ausgefaßt. ") Allerdings hat die Hochsprache hier auch nicht ganz einheitlich geregelt. "*) Älter 5 s. z 7. ärde Erde usw. f) In „werden" ist die Dehnung jung. Heynatz sprach Kürze, wie wir heute noch „Werder" kurz sprechen.
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