Path:
V. Zum Wortschatz

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

nur als Umgangssprache gefaßt ist, zu gründe gelegt *). Er behandelt u. a. etwa Abendbrot (anderwärts: Abendessen, Nacht, essen, Nachtmahl, Abendmahl). Buletten (: Frika(n)dellen, Bratklops, Briselett u. a. m.). Dicke Milch (: Dickmilch, saure Milch, geronnene, gestandene, gebrochene, gestockte Milch, Setzmilch, Schlicker, Schlabbermilch, Schlotter, Schluderer u. a. m.). Einen Unterschied, ob der Vorgang natürlich oder künstlich gefördert ist, der mancherorts im Namen gemacht wird kennt Berlin auch nicht. Ebenso faßt man in Berlin auch in Pflaume (Flaume) die Pflaumen und Zwetschen anderer Gegenden zusammen "). G ä n se kle i n ( : Gänsegekröse, -geschnirr, -geschnader, -Pfeffer, -geschlächt. Gansjung usw.). Besinge, Blaubeeren ( : Heidel-, Bickbeeren, Schwarzbeeren, Molbeeren, Taubeeren usw.). Mohrrüben und Schoten (: Wurzeln, Möhren, gelbe Rüben; Erbsen, grüne, junge Erbsen, Pahlerbsen, Zuckererbsen usw.). Napfkuchen (Puffer, Bundkuchen, Aschkuchen, Topfluchen, Form-, Rührkuchen, Babe, Gugelhupf). Pfannkuchen (Berliner, d. i. Berliner Pfannkuchen, Ochsenauge, Apfelkuchen, Krapfen). Scheuer-, Schauerlappen und Schrubber (Feul, Feudel, Aufnehmer; Leuwagen). Handfeger und Müllschippe (Handbesen; Kehrschaufel, Schmutzschaufel, Müllschaufel, Kehrblech). Schippe (Schaufel, Spaten, Escher usw.). Strippe, s. S. 211 (Bindfaden, Schnur, Spagat, Kordel). Rolle (Mangel). Blaken (schwätzen, rußen, rauchen). Kaufmann (Krämer, Spezereiwarenhändler, Kolonialwarenhändler usw.). Ladentisch (Toonbank, Theke, Trese). Schlafbursche (Bettgeher, Schlafgänger, Schlafsieller). Schlittern, schliddern (glandern, kascheln, glitschen, glinsen, schorren, schurren, schleisiern, Mindern, schlickern, schusseln, ruscheln, schleifen, schliffern) u. a. m. — Auch für die „Schrebergärten" anderer Städte hat B. sein eigenes Wort „Laubenkolonie". *) In sehr vielen Fallen geht Berlin primär oder sekundär, ursprünglich empfangend oder in jüngerer Zeit gebend, mit dem Mitteldeutschen gleich. ") Auffällig ist es überhaupt, daß bei der scharfen Einstellung des Berliners vielfach nur eine Bezeichnung ausreicht, wo andere Gegenden scheiden, z. B. Licht und Kerze, vielfach Fuß und Bein (hier spielen gesellschaftliche Rücksichten mit), Schuh und Stiefel, Hacken und Absatz bzw. Ferse.
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.