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V. Zum Wortschatz

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

Diese tautformen künden, sei es in der einfachen Wiedergabe des Gesprochenen, sei es in der falschen Umsetzung „pfeldt, Geger", die den Fehler macht, indem sie ihn vermeiden will, durchaus das typische Berlinisch, das wir auch nach Syntax und Wortschatz erkennen. Wir wählen einige charakteristische Präpositionen: „man k" Fr. II.: „Sollten sich manck den Unteroffizieren welche so hervortun daß sie sich sehr disiinguiren ..." Er wirft dem quacksalbernden Fredersdorf oor: „Lachmann brauchst« Darmank und werweis wie viehl andere Dotters". — Daneben „vor")" in der Bedeutung für und vor: „Ich bedanke mihr ganz unterthänigsi vohr die Ranklisie." „Ich bedanke mihr . . vohr das geldt . .. oohr die Flügelmäner." Wenn Fr. I. schreibt, „14 Tage führ das Begrebnüß", so spüren wir wieder aus der falschen Umsetzung, wie er gesprochen hat. Weitere Beispiele zu den Präposition und ihrer Rektion s. Kap. VI. Nur die Konj.„ehr" ehe, sei noch als gut berlinisch hier angeschlossen: „E. Ch. D. komme Ich zu sagen, daß mihr die Zeit lank wirdt, ehr die Krohn-Princes anhero komt", 1706 Fr. I.; „eher ich nach Stralsund marschieret bin" Fr. W. 1., 1732; Fr. 11. befiehlt 1748 in einer Marginalnote, etwas müsse erledigt sein, „ehr A. nach Berlin lömt". Als das Schiboleth des Berlinischen gilt „mir" im Dativ und Akkusativ. Es ist die bei Fr. W. I. und Fr. 11. vorherrschende Form. (Zur Geschichte und Erklärung s. Kap. VI 832): „Berichte meinen allergnädigsien Vahter ... das der Baron von Feit von Barett**) hier gekommen und mihr einen Brif vom jungen Margraven mit bracht wohrselbsi er mihr zum gefater bei die Dochter bat, da meine Schwester mit nidergekommen" „ frage meinen allergnädigsien Vahter allerunterthänigsi an, wie ich mihr dabei zu verhalten habe" usw. (Friedrich II.) Daß „mir" bei Friedrich überwiegt, ist um so auffallender, als ja die Schriftsprache der Zeit den Wechsel von „mir" und „mich" durchaus be, herrscht, als ferner das Streben, das schriftsprachliche „mich" einzusetzen, sonst, wie bei Fr. I. z. T. der Fall, oft gerade falsche „mich" häuft. Übrigens beobachtet man auch bei Fr.W. I. „mir" ") Die Wortform ist hd. (nd.vör), der Gebranch war md. wie nd. der gleiche, s. Kap. VI z 38. ") Baireuth.
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