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IV. Das Werden des "Berlinischen"

Full text: Berlinisch / Lasch, Agathe (Public Domain)

(gar zu gut) i72i,jehen, Abjang, vorjangenlahr", Fr. ll. bevorzugt umgekehrt, vielleicht durch ftz. Orthographieeinfiuß, 3 für j, er geht gelegentlich mit dem „Geger" auf die „Gacht", hat „gegaget" und sein gewöhnliches „höger" sieht für „HKjer" höher. Am Wortende, auch hier erkennen wir die Berliner, wird ck geschrieben, auch schon bei Friedrich I. „außschlach, einzuch, Braunschwelch"; Fr. 11. „hertzoch, so ftuch ich ihm. Zeuch, Zuchwinde" (K, ßk, oft bei Fr. W. 1., sind dagegen Formen der md. Orthographie). Auch die uns geläufige Aussprache „Marcht" (Markt) bezeugt Frs. 11. Schreibung für seine Zeit. Sie stammt aus dem ObersHchsischen. -Ken in der Diminutivendung s. 0.: „Fritzquen". Berlinisch cl, hd. t: Fr. Wilh. I. hält gewisse Leute „vor schelm, Hundesfötter, Ignoranten, Benhasen (Bönhasen), Dachdiebe (Tagediebe), unnütze Brohtftesser" 1716. „wie wlerts aber mit die Kur.Mer(kische) Manufa(ctur) siehn, wenn die Gerlitzer dücher wieder wohlveill werden?" 1721. „Bedrigers, bedrigerey. Dochter, deuer, daghe, drage, duhe (tue), dusi" (tust) und vieles andere mehr. Wichtig ist wieder Friedrichs 11. falsche Schreibung: den Namen Drop schreibt er, gewöhnt umzusetzen, einige Male Trop. Natürlich finden wir auch 0 für ei, 0 für au gelegentlich: Fr. I. hat sich in der Pesizeit 1709 gewöhnt,„alle abendt tobaczu rochen". Fr. 11. hat in Rheinsberg „obsiböhme" angepflanzt; „anjetzo bin ich mit dem nachsetzen der Böhme . . beschäftiget" teilt er dem Vater mit. Wenn diese Schreibung nicht allzu häufig ist, so erklärt sich das wohl daraus, daß man auch im Französischen gesprochenes 0 durch au bezeichnete. In Namen, Fremdwörtern wechseln o/au daher willkürlich Girau (Giro), Naßau, Naßo. — Nach nieder, deutscher Art sprach man den Vokal vor rä (im Auslaut rt) noch lang, daher die häufigen Schreibungen „fohrt, wohrt, ohrt", fort, Wort, Ort. — Zum Schluß dieser Aufzählung ein paar Einzelformen: „Meggen" schreibt Fr. W. I., „Mäggen" ein Zeitgenosse, d. i. decken Mädchen. Bei anderen findet man „Pilse" Pilze (vgl. heutiges „Krense" Kränze), „wörtliche", „leiten" läuten. Entrundung (S. 49) findet sich bei Fr. W. I . häufiger (s. oben Benhasen), charakteristisch besonders in Namen.
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