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Band Nr. 2

Volltext: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Ausgabe 1931 (Public Domain)

TAFEL Jl. 
Lärmquelle 
Lärm- 
Stärke 
(Neper) 
Berlin, Potsdamer Platz * 
8,75 
Berlin, am Bahnhof Friedrichstraße 
8,05 
Berlin, Ecke Friedrichstraße und Leipziger Straße . . 
6,9 
Dresden, Postplatz 
8,1 
Berlin, im Kaffee Vaterland (in Pause) . . ■ . 
7,5 
Zittau, starker Mittelstadtverkehr ........ 
6,2 
Glockengeläute, 3 Gl., nahe am Turm ...... 
5,9 
Nahe an einem Sägewerk ........... 
5,7 
errechnet sich die Energiedurchlässigkeit mit Benutzung der 
Worte nach Tafel 1 2U 
D ™ 40* 0,000001 + 15 0,0000063 - 0.0001345, 
die Minderimgazahl nadi (9) zu 
90 
M™ 1,15 ■ iog.o ^vS, =5 - 6895 Neper ‘ 
Dies würde den Anforderungen nicht ganz genügen, obwohl 
von einer Belästigung durch den Schall keine Rede mehr sein, 
kann. Eine Verbesserung kann erzielt werden durch Vergröße 
rung der Schallschluckung S oder durch Verminderung der 
Energiedurchlässigkeit oder durch beides zugleich. S läßt sich leicht 
auf 60 Sab, erhöhen. Dadurch wirdM auf 6,216 Neper gebracht 
Der jetzt eindringende Straßenlärm wäre fast unhörbar, und der 
Schallschutz würde für ein Büro vollkommen genügen, wenn 
der Straßenlärm sogar 8 Neper überschreiten würde. Eine 
weitere Vergrößerung des Schallschutzes kann bewirkt werden, 
wenn man durch besondere Verkleidung der Mauer ihr d^ auf 
0,0000007 bringt und die Doppelfenster besonders gut dichtet. 
Dann wird M — 7,269 Neper. Gegenwärtig würde gar kein 
Lärm in den Raum eindringen, bei Steigerung des Verkehrs 
nur sehr wenig. 
Würde man in diesem Raume ein Fenster von 1 m* ganz 
öffnen, so fallt M von 7,269 auf 2,045 Neper und beim öeffnen 
aller Fenster auf rund 0,7 Neper. 
Ein Nebenraum, in dem durch Schreibmaschinen usw. Lärm 
von 4,2 Neper erzeugt wird, sei durch eine 1 Stein starke Wand 
von 52,5 m a , d = 0,000005, getrennt; Verbindung ist hergesiellt 
durch eine einfache Hotztür von 2,5 m*. M errechnet sich, wenn 
die SchulUchluckung 60 Sab. beträgt, zu 4,41 Neper, so daß also 
völlige Dämpfung besteht. 
Die wenigen Beispiele dürften zeigen, daß die Schalltedmik 
in der Lage ist, die in dem medizinischen „Merkblatt“ erwartete, 
Hilfe zu gewähren, und zwar nicht nur, wenn es sich darum 
handelt, vorhandene Räume umzugestalten, sondern auch beim 
Entwurf neuer Gebäude. Am bedeutungsvollsten ist aber, daß 
der Baumeister seine Maßnahmen nicht mehr auf bloße Ver 
mutungen und Annahmen hin zu treffen braucht, sondern daß 
er sic auf sichere Berechnungen gründen kann. 
DEUTSCHE FORSCHUNGSGESELLSCHAFT FÜR BODENMECHANIK. 
Ain 17; Dezember 1930 hielt clie Deutsche Forschungsgesell- 
sdiaft für Bodenmechanik (Debego) ihre 4. Mitglieder-Versamm 
lung ab (vergl. über die 3. Mitgl.-Vers. 1930 d. BL, S. 395). In 
der nichtöffentlichen geschäftlichen Sitzung wurde ein kurzer 
Zwischenbericht über die bisherige Tätigkeit des Arbeitsausschusses 
iin laufenden Geschäftsjahr gegeben. Aus dem Bericht war zu ent 
nehmen, daß der Vorstand und der Arbeitsausschuß der Debego 
im Sommer eine Reise nach Schweden unternommen haben, um 
die von der Geotechnischen Kommission der schwedischen Staats 
bahnen angestellten Untersuchungen von Tonböden*) und die 
von ihr durchgeführten Maßnahmen zur Beseitigung und Ver 
hinderung von Rutschungen bei Bahndämmen an Ort und Stelle 
kennenzulernen. Des weiteren sind im Institut der Gesellschaft 
Untersuchungen über die Kompressibilität von Sandschüttuiigcn 
bei Grimdwasserentziehung, Untersuchungen über die physi 
kalischen Eigenschaften verschiedener Tonböden "(darunter solcher 
uns einigen Häfen Javas und Sumatras) sowie dynamische 
Untersuchungen des Baugrundes durchgeführt, Uebcv die Er 
gebnisse dieser Untersuchungen soll im Frühjahr ein Sammellicft 
herausgegeben werden. 
Ueber die dynamischen Untersuchungen des Baugrundes hielt 
tun Nachmittag Geheimer Regieningsrat Professor Dr.-Ing. e. li. 
Hertwig einen öffentlichen Vortrag: Wie man bei der Unter 
suchung der Metalle mit großem Erfolg allmählich von rein 
statischen Prüfungen (z. B. einfacher Zugversuch) zu dynamischen 
Prüfungen (Dauerversuche) übergegangen sei, so auch beim 
Baugrund. Durch die dynamischen Prüfungen ließe sich ein 
viel größerer Bereich des Bodens erfassen, als bei einer statischen 
Belastung; zudem sei es möglich, die Zahl der physikalischen 
Kennziffern eines Bodens zu vermehren, und endlich seien die 
dynamischen Versuche einfacher, schneller und billiger durchzu- 
führen als die statischen Versuche. Der Vortragende führte 
zunächst den von der Debego zu den Versuchen benutzten 
Apparat (Erschtitterungsmaschme) im Lichtbild vor und er 
läuterte kurz seine Wirkungsweise: Durch vier rotierende 
Exzentergewichte von zusammen 30 kg und von 0 bis 70 mm 
einstellbarer Exzentrizität werde eine nach einer Sinuskurve 
verlaufende Stoßkraft auf den Boden ausgeUbt, die bei der, vor 
handenen Maschine bis zu etwa 1000 kg augenblicklichem Größt 
wert gesteigert werden könne, Während eines Versuches wer 
den die Mßschinenleisturig, die Umdrehungszahl der Exzenter 
und mittels eines Vibögräphen die Amplituden der Schwingun 
gen des Bodens unmittelbar neben der Maschine Sowie endlich 
die Eiflseökung der Maschine selbst int den Boden gemessen. 
Durch ein mit Quedcsllber jgefülltes Gefäß könne man auf ein 
fache Weise den Wirkungsbereich; der Maschine feststellen. Die 
*) VergU Zeitschrift füt Bauwesen, Jahrff. 22® u, 256. 
ersten drei Größen genügten, um bereits zwei wichtige Kon 
stanten des Bodens, die Bettungsziffer und die Dämpfung, zu 
erhalten, sofern man, was in erster Annäherung zulässig sei, 
die Maschine als schwingenden Massenpunkt auf elastischer 
Unterlage betrachte. Die bei verschiedenen Bodenarten, Sand, 
Lehm, Ton, angenommenen Leistungs- und Amplitudenkurven 
in Abhängigkeit von der Exzenterdrehzahl zeigten gute Ueber- 
üinstimmungen mit den auf Grund der Theorie des Massen 
punktes auf elastischer Unterlage erredineten Kurven und waren 
für die einzelnen Bodenarten deutlich voneinander zu unter 
scheiden. Wichtigen Aufschluß über die Dichte des Bodens geben 
die Setzlingen der Maschine, die das 80-, ja lOOfache der Setzung 
einer statischen Belastung gleich dem Höchstwert der dyna 
mischen Belastung betragen. Die Verteilung de# bei stoßweiser 
Beanspruchung auftretenden Setzungen im Innern eines l>e- 
grenzten Sandkörpers sowie der Einfluß der Kornzusammen 
setzung des Sandes auf diese Setzungen seien eingehend im 
Laboratorium der Gesellschaft erforscht: Man habe eine Stahl 
kugel von bestimmtem Gewicht aus ebenfalls bestimmter Höhe 
auf eine in einem Gefäß befindliche Sandmasse von bekannter 
Kornznsammensetzung fallen lassen und die Setzungen im 
Innern mittels einer Art Gmndpegri gemessen. Diese ver 
hältnismäßig einfachen Yersnche haben interessante Ergebnisse 
gezeitigt und die mit der Erschütteruugsmasdline im Gelände 
gewonnenen Ergebnisse durchaus bestätigt. Manche Punkte seien 
bislang jedoch noch nicht geklärt. Es sei daher erforderlich, 
noch weitere möglichst zahlreidie Versuche auf verschiedensten 
Bodenarten durchzuführen. 
Uebergehend zur praktischen Anwendung des dynamischen 
Verfahrens, zeigte der Vortragende, wie sich z. B, die beim Bau 
der Untergrundbahnen häufig auftretenden Gebäudesthäden 
durch die bei den Versuchen mit der Ersdiütterungsmaschine ge 
machten Beobachtungen erklären lassen und welche Abhßf- 
inaßnahmen von Nutzen wären. Ferner werde es wohl möglich 
sein, den Baugrund, sei es für Maschinenfundamente, sei es für 
Straßenbauten, durch, entsprechend gebaute Erschiiittertmgs- 
maschinen vor Errichtung der geplanten Anlagen soweit 
zusammenzurütteln, daß wesentliche Setzungen im Betriebe 
später vermieden werden. Auch für Rämftmrbeiten ergeben sich 
Nutzanwendungen, 
Abschließend wurde berichtet, wie des dynamische TJnter- 
sudmngsverfahren bereits m einem bestimmten Fall Anhalts 
punkte für die Beurteilung der Dichte, und Standfestigkeit von 
Erddämmen gegeben habe, die nach zwei verschiedenen Ver 
fahren hergestelit waren. — An den Vortrag schloß sich eilte 
lebhafte Aussprache, dje, wie der zahlreidie Öewwh, ; foft dem 
großen Interesse zeugte, das die Vom Vortragenden behandelten 
Untersuchungen in der Fachwelt finden. Fr.
	        
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