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Volume Nr. 104

Full text : Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Ausgabe 1921 (Public Domain)

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Zentralblatt  der  Bauverwaltung.

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untere  Robrverteilung  und  ist  als  Schwerkraft-Warmwasserheizung
ausgebildet;  es  sind  jedoch  alle  Vorkehrungen  getroffen,  daß  sie  später
bei  Errichtung  der  Erweiterungsbauten  in  eine  Pumpenheizung  umgewandelt ­
  werden  kann.  Dann  soll  auoh  die  Dampfheizung  im  alten
Gebäude  in  eine  Warmwasserheizung  mit  mechanischem  Umtrieb  des
Wassers  umgebaut  werden.
Als  Heizkörper  wurden  gußeiserne  Radiatoren  in  glatter  Ausführung ­
  eingebaut,  die  sämtlich  unterhalb  der  Fenster  oder  an  den
Außenwänden  Aufstellung  gefunden  haben.  Die  Erwärmung  der
Räume  ist  eine  sehr  gleichmäßige  und  von  den  arbeitenden  Beamten
sehr  geschätzt.  Endlich  sei  noch  erwähnt,  daß  die  von  der  Firma
Rietschel  u.  Henneberg  mustergültig  ausgefübrte  Heizanlage  noch
eine  Warmwasserversorgung  erhalten  konnte,  bei  welcher  das  warme
Wasser  sowohl  von  der  Heizanlage  aus,  als  auch  im  Sommer  durch
einen  besonderen  kleinen  Rundkessel  erzeugt  werden  kann.
Das  Gelingen  des  in  schwerer  Zeit  durchgeführten  Werkes  ist

außer  den  Architekten  Baurat  Rud.  Schilling,  dem  Mitbegründer  der
Firma  Schilling  u.  Gräbner,  und  dessen  Sohn  Dr.  Otto  Schilling,
Privatdozent  an  der  Technischen  Hochschule,  sowie  Gräbsers  ältestem
Sohne,  Erwin  Gräbner,  der  sicheren  und  willenskräftigen  Mitwirkung
des  Präsidenten  der  sächsischen  Volkskammer,  Julius  Fräßdorf,  zu
danken,  der  als  Vorsitzender  des  Vorstandes  der  Landesversicberungsanstalt
  besonderen  Einfluß  auf  das  Bauvorhaben  hatte  und  bei  strenger
Beobachtung  der  wirtschaftlichen  Gesichtspunkte  dem  künstlerischen
Schaffen  der  Architekten  volles  Verständnis  entgegenbrachte.
Neben  dem  Monumentalbau  der  Deutschen  Bücherei  in  Leipzig
(erbaut  1014  bis  1916)  handelt  es  sich  bei  dem  Bau  derLandesversicherung
in  Dresden  um  den  größten  in  Sachsen  innerhalb  der  Kriegs-  und
Nachkriegszeit  ausgefübrten  Bau,  dessen  technische  und  künstlerische
Ausführung  den  entwerfenden  Architekten  wie  den  bauausführenden
Firmen  zur  vollen  Ehre  gereicht.
ö-  h.  Karl  Schmidt,  Geheimer  Baurat.

Vermischtes

Bekanntmachung.
Unter  Beziehung  auf  §  27,  Absatz  7  der  Prüfungsvorschriften  vom
13.  November  1912  werden  die  Regierungsbaumeister,  die  im  Jahre
1916  die  Staatsprüfung  bestanden  haben,  sowie  die  Regierungsbauführer, ­
  die  in  dieser  Zeit  die  häusliche  Probearbeit  eingereicht,  nachher
die  Staatsprüfung  jedoch  nicht  bestanden  haben  oder  in  die  Prüfung
nicht  eingetreten  sind,  aufgefordert,  die  Rückgabe  ihrer  für  die
Prüfung  eingereichten  Zeichnungen  nebst  Mappen  und  Erläuterungsberichten
  usw.  zu  beantragen.  Die  Probearbeiten,  deren  Rückgabe
bis  zum  1.  April  1922  nicht  beantragt  worden  ist,  werden  zur  Vernichtung ­
  veräußert  werden.
'  In  dem  schriftlich  an  uns  zu  richtenden  Anträge  sind  auch  die
Vornamen  und  bei  den  Antragstellern,  die  die  Staatsprüfung  bestanden
haben,  Tag,  Monat  und  Jahr  des  Prüfungszeugnisses  anzugeben.  Die
Rückgabe  wird  entweder  an  den  Verfasser  der  Probearbeit  oder  an
dessen  Bevollmächtigten  erfolgen;  auch  kann  die  kostenpflichtige
Rücksendung  durch  die  Post  beantragt  werden.
Berlin,  den  8.  Deaember  1921.
Technisches  Ober-Prüfungsamt.
Uber.
Einen  Wettbewerb  für  Vorentwürfe  zur  künstlerischen  Ausgestaltung ­
  des  Äußeren  eines  Kraftwerkes  auf  dem  Werftgelände
der  Aktiengesellschaft  „Weser“  in  Bremen  schreibt  diese  Gesellschaft
unter  Bremer  Architekten  mit  Frist  bis  zum  16.  Januar  1922  aus,
doch  sollen  auswärtige  Architekten  nicht  ausgeschlossen  sein,  sofern
sie  sich  an  diese  Frist  zu  halten  vermögen;  für  diesen  Fall  müßte
der  14.  Januar  1922  als  letzter  Poststempel  eiogehalten  werden.  Es
sind  vier  Preise  vorgesehen  von  20000,  18  000,  15  000  und  10  000  Mark
sowie  Ankäufe  in  Höhe  von  ]e  7500  Mark.  Bedingungen  und  Unterlagen ­
  sind  vom  Hausverwalter  Wolf  am  Gewerbemuseum  in  Bremen
(Kaiserstraße  20/22)  für  20  Mark  zu  erhalten.
Zum  Wettbewerb  Ausnutzung  der  Wasserkräfte  im  Schluchseegebiet ­
  i.  Baden  (S.  538  u.  611  d.  Bi.)  hat  das  Baden  werk  sowohl  die
Preissumme  wie  den  für  den  Ankauf  von  Entwürfen  ausgesetzten
Betrag  auf  das  Doppelte  erhöht.  Eine  Fristverlängerung  ist  jedocli
nur  bis  zum  1.  März  1922  zugestanden  worden,  weil  der  größte  Wert
darauf  gelegt  wird,  mit  den  Bauarbeiteu  uoch  im  Laufe  des  Jahres
1922  zu  beginnen.
Die  Biegnngsachse.  Auf  Seite  501  u.  f.  des  gegenwärtigen  Jahrganges ­
  wird  in  sehr  bemerkenswerter  Weise  nachgewiesen,  daß  ein
gerader  Träger  mit  überall  gleichem  Querschnitt  nur  dann  drehungslos
auf  Plegung  beansprucht  wird,  wenn  alle  auf  ihn  einwirkenden  Lasten
durch  eine  ganz  bestimmte,  mit  der  Stabachse  gleichlaufende,  aber
nicht  notwendig  zusammenfällende  Achse  gehen  (vergl.  auch  meine
dieselbe  Frage  —  nur  weniger  allgemein  —  behandelnde  Mitteilung
auf  S.  202  d.  BL).  Der  Vorschlag;  diese  Achse  Biegungdachse  zu  nennen,
ist  aber  nicht  gut  annehmbar,  weil  die  Bezeichnung  in  der  Festigkeitslehre ­
  längst  für  eine  andere  Linie  gebraucht  wird,  nämlich  die  rechtwinklig ­
  zur  Biegungsebene  stehende  Sehwerpunktacbse  des  Stabquerschnitts. ­
  Diese  wird  zwar  manchmal  auch  neutrale  oder  Nullachse ­
  genannt,  was  jedoch  im  allgemeinen  (d.  h.  bei  Vorhandensein
von  Längskräften)  nicht  richtig  ist,  weil  Biegungsachse  und  Nullachse
nur'  bei  reiner  Biegung  zusammenfaüen.  Der  Name  ßiegungsachse
ist  also  schon  vergeben.  Zimmermann.
Bautechnische  Vorträge  und  Übungen  werden  Von  dem  „Technischen ­
  Vorlesungswesen  Großberlin“  wieder  wie  in  den  Voijabren  in
den  Abendstunden  während  der  Monate  Januar  bis  März  1922,  beginnend ­
  am  9.  Januar  1922,  veranstaltet  Behandelt  werden  in  sechs
Vortragsreihen  zu  je  12  Abendvorträgen  bestimmte  Gebiete  der  Statik,

der  Festigkeitslehre  und  des  Eisenbetonbaues.  Kosten  jeder  Vortragsreihe ­
  100  Mark.  Nähere  Auskunft  erteilt  Oberlehrer  C.  Ke  raten,
Berlin  W  35,  Magdeburger  Straße  24.
Zu  den  Mitteilungen  über  Altes  und  Neues  aus  dem  Kölner
Rathaus  (S.  594  d.  Bl.)  und  über  den  Neubau  für  die  Stadtverordneten ­
  in  Köln  (S.  609  d.  BL)  ist  noch  nachzutragen,  daß  die  beschriebenen ­
  Arbeiten  im  Kölner  Ratbaus  und  im  „Spanischen  Bau“  nach  Entwürfen ­
  und  unter  Leitung  des  Baurats  Hubert  Ritter  in  Köln  ausgeführt ­
  sind.
Bttcherschau.
Jahrbuch  der  Hafenbautechnischen  Gesellschaft.  Dritter  Band
1920.  ’  Hamburg  1921.  Boysen  u.  Maascb.  Vf  u.  327  S.  in  Lexikon-Format
  mit  zahlreichen  Abbildungen  u.  Kartenbeilagen.  Geh.  80  JU
geb.  100  Jt.
Seitdem  mit  dem  Beginn  des  Weltkrieges  die  internationalen
Schiffahrtkongresse  der  Auflösung  verfallen  sind,  zeigte  das  Facbschrifttum
  des  Wasserbauingenieurs  eine  fühlbare  Lücke.  Waren
doch  damit  auch  die  wertvollen  Druckwerke  und  Verhandlungsberichte ­
  verschwunden,  die  der  ständige  internationale  Verband  der
Schilfabrtkongresse  über  die  wichtigsten  Ingenieurbauten  der  ganzen
Welt  fortlaufend  herausgab.  Um  so  erfreulicher  ist  es,  daß  rein  aus
privater  Initiative  hervorgegangene  Körperschaften  wie  die  Hafenbautechnische ­
  Gesellschaft  keine  Mühe  und  Kosten  scheuen,  diese
Lücke  wenigstens  für  das  eigene  Vaterland  auszufüllen.  Daß  sie  es
auf  ihrem  Sondergebiet  mit  vollem  Erfolge  tut,  bestätigt  der  jetzt
vorliegende  dritte  Band  1920  des  Jahrbuchs  der v  Gesellschaft.  Schon
der  zweite  Band  1919  hatte  einen  reichen  Inhalt  und  umfaßte
300  Seiten  in  Lexikon-Format;  er  wird  durch  den  dritten  Baud  mit
327  Seiten  und  mehreren  farbigen  Tafelbeigaben  noch  übertroffen.
Der  Inhalt  gliedert  sich  in  zwei  Teile.  Der  erste  ist  den  geschäftlichen ­
  Mitteilungen  gewidmet  und  bringt  die  Vorträge  und  Berichte
über  die  Besichtigungen  auf  der  zweiten  Hauptversammlung,  September ­
  1920  in  Hamburg  (vgl.  den  Bericht  im  Jahrg.  1920  d.  Bl.,
S.  517).  Der  zweite  Teil  umfaßt  eine  Reihe  von  sieben  selbständigen
Aufsätzen.  Loewer-Hamburg  und  Kayser-Darmstadt  schildern  die
Hebung  Ser  „Gneisenau“  aus  dem  Fahrwasser  der  Schelde  bei  Antwerpen ­
  während  des  Krieges.  Die  „Gneisenau“  lag  bekanntlich  auf
der  Seite,  ist  durchs  Drehung  aufgerichtet  und  dann  ausgepumpt.
Aus  der  Feder  des  leider  so  früh  verstorbenen  Böhmlers-Mannheiin
stammt  die  Beschreibung  der  von  Grün  u.  Bilfinger  ausgefuhrten
Hafenankige  von  Dual*  in  Kamerun.  Das  theoretische  Gebiet  wird
durch  Wey  in  Bergheim  a.  d.  Erft  vertreten,  der  über  die
Energie  der  Tiefsee-  uud  Seichtwasser-Meereswellen  als  Grundlage
zur  Berechnung  von  Molen  schreibt.  Es  folgt  ein  Beitrag  von  Scbeck-Fürstenwalde
  a.  d.  Spree  über  die  Formen  der  Spundwandeisen,  als
Einführung  in  das  Anwendungsgebiet  der  eisernen  Spundwände.
Oberingenieur  Schiebeier-Berlin  behandelt  die  elektrischen  Ausrüstungen ­
  der  Uebezeuge  in  Ha£enanlagen  und  Dipl.  Ing.  Heymann-Berlin
  die  elektrischen  Antriebe  von  Hafenbauwerken,  wie  Schleusenaulagen ­
  und  beweglichen  Brücken.  Den'  Schluß  bildet  eine  Abhandlung ­
  über  die  deutschen  Seehafentarife  und  ihre  Aufhebung  von
Prof.  v.  Beckerath-Rostock.
Dem  rührigen  Sclirittleitungsausschuß,  an  seiner  Spitze  dem  Öberbaudirektor
  ®i>3ng.  Wendemuth  in  Hamburg,  gebührt  ganz  besonderer
Dank  für  das  Geschenk  dieser  Jahrbücher  au  unser  Bauingenieur-Schrifttum.
  In  vornehmster  Ausstattung  und  hervorragend  gutem
Druck  wird  das  Jahrbuch  einen  Ehrenplatz  unter  den  neueren  Fachschriften ­
  behaupten  und  sein  gediegener  Inhalt  dem  deutschen  Aufstieg ­
  zustatten  kommen.  B.

Ende  des  Jahrgangs  1921.
V  erlag  von  Wilhelm  Ernst*  Sohn,  Berlin,  —  Für  den  nichtamtlichen  Teil  ■verantwortlich:  R.  Bergius,  Berlin.  —  Druck  der  Buchdruokerei  Gebrüder  Ernst,  Berlin.

Nr.  104.
            
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