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.Zentralblatt der Bauverwaltung.
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und Gleis6 (zu Abb. 12),
bezw, 4,8 m Gleise 5/6
und 5,88 m Gleise 6 7
(zu Abb, 13).
Die Entscheidung
darüber, ob die Vorteile
der Neigung 1:7 die
Vorzüge der Neigung
1:6 aufwiegen können,
wird erst nach eingehender
Prüfung zu treffen
sein. (Schluß folgt.)
Vermischtes.
In dem Wettbewerb für Entwürfe zu einem Werbeaushang
(Plakat) für die Deutsche Gewerbesclian in München 1922 (S. 200
u. 224 d. Bl.) waren 1118 Bewerbungsarbeiten eingereicht worden.
Der Beurteilungsausscbuß hat die vier Preise von 6000, 4000. 3000 und
2000 Mark zuerkannt: MaxEeohle in München, Ernst Heigenmoser
in München, Willi Wolf in München und Friedrich Kühn in Elberfeld;
weitere acht Entwürfe wurden mit Preisen zu je 1500 Mark
ausgezeichnet.
Eine Kuiistiuesse in Frankfurt a. M, ist für die Zeit vom 18. September
bis 9. Oktober d. J. geplant. Zu diesem Zweck sind die sämtlichen
unteren Räume des Römers dem Kunsthändel in einer nach
Ständen geordneten Ausstellung überlassen, während in den oberen
Räumen, im Kaiser- und KurfürstenBaal eine Ausstellung mittelalterlieber
Kunst geboten wird. Die Ausstellung in den oberen Räumen
umfaßt in der Hauptsache farbige Nachzeichnungen nach mittelalterlichen
Wandgemälden aus den deutschen Denkmälerarchiven, ferner
deutsche primitive Bildteppiche, Paramente und Tafelgemälde, auch
Plastik und Kunstgewerbe.
Für die Frankfurter Herbstmesse, die vom 25. «September bis
1. Oktober d. J. stattfindet, ist das vorläufige Verzeichnis der Aussteller
erschienen. Das lieft enthält die alphabetisch geordneten
Firmennamen der bis zum 1. August zugelassenen Aussteller nach
den 30 "Warengruppen geordnet. Ein Vorwort in deutscher, englischer
und französischer Sprache gibt dem Einkäufer über alles Wissenswerte
Auskunft.
Die Eutslchnngszelt der Westseite des Halberstädter Domes.
Bei der Erstürmung Haiberstadts durch Heinrich den Löwen 1172
geht die gesamte Stadt in Flammen auf. Auch der Dom verbrennt.
Der Erzbischof Wiohmaim von Magdeburg schreibt nach Mainz wie
folgt r 1 2 * )
„W. der heiligen Magdeburger Kirche Erzbischof und Domherr
der einstigen Halberstädter Kirohe, welche schon nicht mehr ist,
weil sie acb! zu Asche gemacht ist, dem Kapitel der Mainzer
Kirche ewiges Heil in dem Herrn!
Über das schauerliche und unerhörte Verbrechen, welches der
Herzog von Sachsen gegen Gott und die Halberstädter Kirche begangen
hat, durch Trauer und Schmerz verzehrt, bitten wir Euch,
daß Ihr Euch der Betrübten erbarmt und Euch als Mauer entgegenstellt
für das Haus Israel und stehet in dem Kampfe des Herrn,
Weil der Herzog die Stadt Halberstadt von Grund aus zerstörte, hat
er dag Münster des hl. Stephan und alle Münster und Kirchen
durch Feuer einge&schert, edle Domherrn und ehrenwerte junge
Schüler und mehr als 500 Menschen beiderlei Geschlechts, welche
schon gefunden worden sind, außer denen, die unter den Trümmern
der Häuser und unter der Asche bis jetzt noch verborgen sind, hat
er in den Münstern verbrannt“ usf.
Daß sich selbst das reiche Halberstadt nur schwer von dieser
Verwüstung erholt hat, dürfte klar sein. Daß aber die Wiederherstellung
der Holzdecken des Domes nicht bis 1220 gedauert hat,
dürfte, selbst wenn nicht eine Reihe von Urkunden vorhanden wäre,
welche die Benutzung des Domes bis dahin dartun, ebenfalls selbstverständlich
sein. Wenn also erst zum 16. August 1220 die Petersberger
Chronik von einer feierlichen Einweihung berichtet, so darf
man sieb an dem heutigen Dom nach Bauteilen von 1220 umsehen.
Sie schreibt:
..Der Halberstädter Dom wird am Tage, welcher der Himmelfahrt
der Gottesgehärerin folgt, geweiht durch die Bischöfe Friedrich
von Halberstadt, Siegfried von Hildesheim, Konrad von Minden, den
von Havelberg und Christian von Preußen, im 44. Jahr, nachdem er
vom Herzog Heinrich verbrannt worden ist.“
Diese Weihung galt einem lange schon wiederhergesteliten Dom.
') Schmidt, Urkundenbuch des Hochstiftes Halberstadt. Leipzig
1883. Teil 1, S. 257 u. f.
2 ) Mouumenta Germ. hist. Ser. XXUI. Hannover 1874. (Chronjcon
montis Sereni.) S, 198.
Denn vom Bischof Gardulf wird 1195 berichtet, als er sich zur Teilnahme
am Kreuzzug verpflichtet:-)
„Deswegen wurde er, während er sich selbst mit ruhmvollem
Aufwande aDgeschickt batte, die Kirche des hl. Stephan zu weihen,
die nach der schrecklichen Vernichtung der Stadt noob nicht wiedergeweiht
worden ist, wegen seines drängenden Gelübdes auf den geheimen
Ratschluß Gottes hin, an diesem Wunsch behindert.“
Ersichtlich waren die abgebrannten Decken und Dächer seit 1179
baldigst hergestellt worden und der Dom wieder im Gebrauch.
Der Nachfolger, Bischof Konrad (1205 bis 1209), scheint dann
diese alte romanische Kirche überwölbt zu haben. Die Halberstädter
Chronik berichtet von ihm:
„Dieser Bischof förderte das auch und bewirkte getreulich, daß
die Kirche des hl. Stephan, welche ungestalt, roh und verachtet war,
sowohl vergrößert wie auch durch ein Gewölbe auf das
geziemendste geziert wurde.“' (et ampliata et testudine decentissima
est ornata.)
Wo haben wir die Vergrößerung zu suchen? Ersichtlich im Westen.
Dort springt der jetzige Dom weit über den am Kreuzgang liegenden
Saal hervor, und zwar gerade um das neue Turmpaar. Unter diesem
Bischof Konrad hat man die Westtürme wahrscheinlich begonnen
(s. a. 1896 d. Bl., S. 425; Zeitschrift für Bauwesen 1884, S. 439, Bl. 72;
Denkmalpflege 1912, S. 89).
Aber dort stand ja noch 1227 der uralte Westchor, wirft mau
seit einiger Zeit ein. Die Türme sind also viel später entstanden.
Dieser Einwand beruht auf einer Anzahl Übersetzungsfehlern. Es
hat yor 1227 nie einen Westebor zu ebener Erde im Halberstädter
Dom gegeben. Aus folgenden Gründen:
In dem so eingehenden Bericht der Gesta Episcoporum Halberstadensium
4 ) über die Einweihung des Halberstädter Domes im
Jahre 992 in Gegenwart des jungen Kaisers Ottos III. heißt es:
„1. Üonsecravit autem domnus Hildewardus maius altare
sancte et individue Trlnitati primoque suo militi Stephano ... 7. Ad
occidentem ecclesie in altioris chori medio consecravit altare Hugo
Cidensis episcopus in honore martirum Sixti et Felicissimi et Agapiti
et Januarii ... 10. Supremum altare dedicavit Wilegisus
Moguntine sedis arehiepiscopus in honore sanctorum archangelorum
Mychahelis, Gabrielis, Rapbahelis . . .“
Döring übersetzte wie folgt: 5 )
„Hildewart weihte den größeren (!) Altar und somit die ganze
Kirche der Dreieinigkeit und dem b. Stephanus ... Im Westen
der Kirche, in der Mitte des hohen (!) Chores weihte Hugo von Zeitz
einen Altar zu Ehren der hh. Märtyrer Sixtus, Felicissimus, Agapitus
und Januarius . . . Den Hochaltar (!) weihte WiUegis von Mainz zu
Ehren des h. Michael, Gabriel, Raphael und aller Übrigen Engel . . .“
Auf dieser nicht richtigen Übersetzung haben Dörings Schüler
eine noch irrigere Domgeschichte aufgebaut.
Die Übersetzung lautet aber;
„1. Es hat aber der Herr Hildewardden Hochaltar der heiligen und
ungeteilten Dreieinigkeit und ihrem ersten Streiter Stephan geweiht . . .
", Nach Westen der Kirche in der Mitte des oberen Chores hat
Hugo, der Bischof von Zeitz, den Altar zur Ehre der Märtyrer Sixtus
und Felicissimus und Agapitus und Januarius geweiht ... 10. Den
obersten Altar hat Wilegis, des Mainzer Sitzes Erzbischof, zur
Ehre der heiligen Erzengel Michael, Gabriel, Rafael geweiht. . .
Es gab eben im westlichen Turmbau — wahrscheinlich über dem
Eingang — einen oberen Chor und darüber noch höher gelegen
einen obersten Altar der heiligen Erzengel, wie dies im frühen
Mittelalter Sitte war.
In ganz ähnlicher Weise verhält es sich mit der Übersetzung der
3 ) Chronicön Halberstadenae bei Leibnitz. Ser. Brunsv. illustr.
Bd. II. Hannover 1710. S. 139.
4 ) Monumenta Germaniae hist. Scr. XXIII. Hannover 1874,
S. 85 u. f.
•) Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler
der Kreise Halberstadt Land und Stadt. Halle 1902. S. 228.