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Volume Nr. 101

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Ausgabe 1915 (Public Domain)

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Nr. 101. 
Zentralblatt der Bauverwaltung. 
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Abb. 3a, 
Achse absetzbaren Reiterwasserwage ist zu empfehlen, wenn auch 
nicht so starke Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Beobach 
tungspunkten Vorkommen werden, daß sie nicht entbehrt werden 
könnte. Die Vergrößerung des Fernrohres ist — gute Zielpunkte, auf 
die wir nachher noch zu sprechen kommen werden, vorausgesetzt —■ 
bei einer größten Entfernung von 200 m mit 28-fach, hei einer. Ent 
fernung von 800 m mit 40-fach vollständig ausreichend. 
Der Hauptunterschied dieses 
Gerätes gegen das von Bachmann 
beschriebene ist die starke Kippbar- 
keit des Fernrohres, die eine für die 
Beobachtung sehr vorteilhafte, von 
der Bachmannseben abweichende 
Anordnung der Beobachtungs 
punkte gestattet. Verfasser hatte 
Gelegenheit, den Unterschied durch 
eigene Beobachtungen an einer 
älteren Sperre (nicht der der Abb. 1) 
festzustellen. Zwei Landbeobach 
tungspfeiler und zwei zugehörige 
Mauerpunkte lagen dabei ziemlich 
in gleicher Höhe, da mit einem Ni- 
veliiergerät beobachtet wurde. Da 
bei ging, wie sich auch aus Abb. 1 
für die Punkte a und b eigibt, die 
Ziellinie auf etwa Vs ihrer Länge 
Uber den Mauerkörper hinweg oder 
dicht an ihm vorbei, so daß sich 
bei Sonnenbestrahlung unmittelbar 
über der Steinmasse ein so starkes 
Luftzittern bemerkbar machte, daß 
von einer zuverlässigen Beobach 
tung nicht die Rede sein konnte. Da 
trat ein Ereignis ein, das zu 
einer Änderung zwang. Die Auf 
sichtsbehörde verlangte (es handelte 
sich um eine Trinkwassersperre) 
einen hohen Zaun durch die Mitte 
der Mauerkrone für die ganze Länge 
der Mauer, um den öffentlichen 
Verkehr von der wasserseitigen 
Hälfte der Mauerkrone abzusperren. 
Wenn nun auch dafür gesorgt 
wurde, daß die Ziellinie zwischen 
den Pfeilern des Zaunes hindurch 
ging, so kamen doch zu den schon 
genannten Nachteilen beim An 
zielen noch weitere hinzu, die 
eine Beobachtung fast unmöglich 
machten, nämlich erstens der, daß 
die Ziellinie an zwei Stellen schräg 
durch die engen Drahtmaschen des 
Gitters ging, und dann der, daß 
nun auch die bestrahlten Stein- 
mörtel-(Beton-) Pfeiler des Zaunes 
für sich ein Luftzittern veranlagten. 
Es wurden darum seitlich in den 
Uferhängen zwei neue Beobachtungs 
pfeiler für ein Gerät*mit stark kipp 
barem Fernrohr errichtet in solcher 
Höhe, daß die Ziellinie, schräg 
von oben kommend, den Zaun nicht berührt. (Über das Einrichter] 
der neuen Beobachtungspfeiler genau in die Gerade der ersten Pfeiler 
wird nachher noch ein kurzes Wort gesagt werden.) Die danach vor- 
genommenen Beobachtungen sind bedeutend zuverlässiger, da die 
Ziellinie so hoch, besonders nach dem jenseitigen Uferpunkt, über 
den Mauerkörper hinwegführt, daß das Luftzittern bedeutend ge 
ringer ist. (Schluß folgt.) 
Die Baukunst im Kriegsgebiet 
Taten, nicht Worte überzeugen, und die Leistung ist es, die letzten 
Endes das Urteil der Geschichte bestimmt. Deutschland, das von 
seinen Gegnern in verleumderischer Absicht der Barbarei geziehen 
wurde, stellt solchen Anklagen den Beweis der Tat entgegen. Wo 
immer fremde Gebiete von deutschen Truppen besetzt worden sind, 
da begann alsbald die ordnende Friedensarbeit deutscher Verwaltungs 
behörden. Gesetz und Recht wurde wiederhergestellt, Handel und 
Wandel erneuert und, wo immer es die Umstände gestatteten, die 
Pflege von Kunst und Wissenschaft gefördert. Und bedürfte es noch 
eines weiteren Zeugnisses dafür, daß sich Deutschland der Pflichten 
eines Kulturvolkes im höchsten Maße bewußt ist, so genügt es, auf 
das lebhafte Interesse hinzuweisen, das die Bau- und Kunstdenkmäler 
in den besetzten Gebieten allenthalben erweckt haben. Ihrer Pflege 
und Erhaltung wird von den verwaltenden Behörden die größte 
Aufmerksamkeit zugewendet, und zahlreiche Veröffentlichungen und 
Zeitschriftenaufsätze von Fachleuten und Kunstgelehrten deuten dar 
auf hin, welch hoher Grad von Teilnahme für diese Dinge in den 
weitesten Kreisen vorausgesetzt wird und in der Tat auch vor 
handen ist. 
Aus der großen Reihe dieser Veröffentlichungen seien hier einige 
hervorgehoben und der besonderen Aufmerksamkeit der Leser emp 
fohlen. Die belgischen Baudenkmäler behandelt Eugen Lüthgen in 
einem kleinen Bande, der im Insel-Verlag iu Leipzig erschienen ist. 
Auf 96 Bildtafeln wird hier ein Überblick über die großen Leistungen 
einer Baukunst gegeben, die, von dem eigenartigen ftchöpferwillen 
eines künstlerisch stark begabten Volkes getragen, dennoch infolge 
übermächtiger fremder Einflüsse fast nie zu selbständiger Entwicklung 
gelangt ist. Wie Belgiens Fluren wiederholt in der Geschichte der 
Schauplatz heftiger Kämpfe gewesen sind, so spiegelt sich in seiner 
Kunst der Kampf zweier verschiedener Rassen, das Gegenspiel ger 
manischen und romanischen Geistes. In geistreicher Weise hat der 
Herausgeber in einer über die geschichtliche Entwicklung gut unter 
richtenden Einleitung den Einfluß dieser Rassenzwiespältigkeit ge 
schildert, deren Wirkungen durch die herrschenden Glaubensgegensätze
	        
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