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Volume Nr. 103

Full text : Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Ausgabe 1914 (Public Domain)

Nr.  103.

Zentralblatt  der  Bauverwaltung.

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Abb.  2.  Lösung  des  Erdreichs  für  die  Pumpen

Billige  Staudämme  werden  beim  Bau  der
Wasserleitung  von  Los  Angeles  in  Kalifornien  (1912
d.  Bl,  S.  208)  von  W.  Mulholland  mit  dem  Wasserspülverfahren
  ausgeführt  (vgl.  Engineering  Record  vom
11.  Juni  1914.  S.  46).  Auf  dem  verschiedenartigen
Verhalten  von  Sand  lind  Ton  bei  der  Ablagerung
im  fließenden  Wasser  beruht  der  Erfolg  des  zur
Herstellung  von  fünf  Dämmen  angewandten  Verfahrens. ­
  Das  durch  den  Wasserstrahl  gelöste  Erdreich ­
  wird  durch  Kreiselpumpen  in  einen  künstlich
hei-gestellten  seichten  Teich  gefördert,  der  die  Fläche
der  Sohle  des  zu  errichtenden  Dammes  einnimmt  und
.von  niedrigen  Erddämmen  umschlossen  ist.  von
denen  zwei  gleichlaufend  die  beiden  Böschungsfüße
des  künftigen  Staudammes  bilden,  während  zwei
Querdäinme  in  angemessenem  Abstand  die  jeweilige
Arbeitsfläche  begrenzen  (s.  Abb.  1  u.  2).  Das  eingespülte
  Erdreich  soll  sich  so  ablagern,  daß  in  der
.Mitte  ein  wasserdichter  Tonkern  entsteht,  während
an  beiden  Außenseiten  der  Sand  sich  schichtet.
Zu  diesem  Zweck  wird  der  von  den  Dämmen  umschlossene ­
  Teich  so  gehalten,  daß  an  den  Seitenrändern ­
  entlang  die  Pumpenrohre  münden,  die  die
Spülmasse  ausgießen,  und  in  der  Mittellinie  Überlauföffnungen ­
  das  abfließende  Wasser  aufnehmen
und  durch  Rohre  nach,  außen  führen.  Der  Wasserspiegel ­
  des  Teiches  hat  somit,  ein  leichtes  Gefälle
nach  der  Mitte  hin,  und  das  dort  fast  klar  abfließende
Wasser  sichtet  die  mitgeführten  gröberen  und  feineren
Bestandteile  in  dem  gewünschten  Sinne.  Durch
zweckentsprechende  Verlegung  der  Zu-  und  Abflnßleitungen
  und  Aufhöhen  der  kleinen  Grenzdämme
wird  für  angemessenes  und  gleichmäßiges  Anwachsen ­
  des  Dammkörpers  gesorgt.
Der  Damm  für  den  Fernando-Behälter,  40  km
von  der  Stadt  Los  Angeles,  wird  in  dieser  Weise
erbaut  und  war  im  Juni  d.  J.  zu  zwei  Dritteln
vollendet.  Er  wird  44  in  hoch,  in  der  Krone  518  m
lang  und  enthält  1  500  000  cbm  Erdreich,  die  bis  auf
4  bis  6  vH.  für  die  Außendämme  ausschließlich  durch
Wasser  bewegt  wurden.  Die  Masse  enthielt  etwa
20  vH.  Ton  und  Schlick,  die  größte  Förderweite
betrug  900  m.  die  Förderhöhe  konnte  bis  24  m
getrieben  werden,  fand  aber  wirtschaftlich  bei
15  m  eine  angemessene  Grenze,  so  daß  die
Höhe  von  42  m  in  vier  Stufen  geteilt  wurde.  Die
Spüler  zur  Lösung  des  Bodens  hatten  5  cm  weite
Mundstücke  an  io  cm  weiten  Rohren.  Die  Kreiselpumpen  erzeugten ­
  1,1  bis  1,25  kg/qcm  Spannung.  Jedes  Förderrohr  von
35  cm  Weite  brachte  mit  einer  Wassermenge  von  0.34  cbm/Sek.
etwa  10  vH.  oder  3000  cbm  feste  Masse  innerhalb  24  Stunden  zum
Bau.  Die  Pumpen  werden  von  Motoren  von  2200  Volt  bei  600  Umdrehungen ­
  je  Minute  betrieben;  ihre  Läufräder  von  Manganstahl  haben
eine  Dauer  von  3  Monaten.  Die  Leitungsrohre,  die  Gelenkmuffen
haben,  überdauern  den  Durchgang  von  375  000  cbm  Erdreich  und
kosten  in  Los  Angeles  6,80  Mark  für  1  m.  der  Strom  6,3  Pf.  für
1  Kilowattstunde.  Der  Gesamtpreis  für  1  cbm  des  fertigen  Dammkörpers
  hat  nur  39,2  Pf.  für  1  cbm  erreicht.  Die  Ablagerung  der
durchlässigen  Sandmassen  in  der  Nahe  der  Ausfluß  stellen  ist  stets
nach  wenigen  Minuten  begehbar,  während  in  der  Mitte,  wo  eine
Wassertiefe  von  höchstens  40  bis  60  cm  gelullten  wird,  die  tonige
Masse  längere  Zeit  bis  auf  große  Tiefe  weich  und  nachgiebig  bleibt.
Der  Damm  erhält  Böschungen  von  1:2y,,  die  wasserseitige  ist  bis
zur  halben  Höhe  gepflastert  und  darüber  mit  Beton  zum  Schutz  gegen
Wellenschlag  gedeckt.  Nur  sehr  geringe  Undichtigkeiten  zeigten  sich
vereinzelt  an  den  Dämmen  an  der  Ecke  des  Staubeckens.  Zur  unschädlichen ­
  Abführung  des  Sickerwassers  wurden  an  diesen  Punkten
Sickerrohre  eingelegt.  E.
Wildbachverbammgen  und  Flußkorrektlonen  in  der  Schweiz.
Gelegentlich  der  schweizerischen  Landesausstellung  in  Zürich  1883
verfaßte  der  damalige  eidg.  Oberbauinspektor  v  Salis  eine  Schrift:
„Das  Schweiz  Wasserbau  wesen:  Organisation,  Leistungen  und  Bausysteme“, ­
  in  welcher  die  Korrektionen  und  Verbauungen  grundsätzlich ­
  besprochen  wurden,  ln  den  Jahren  1890  und  1892  fand  diese
Veröffentlichung  eine  Fortsetzung  in  zwei  Heften,  betitelt:  ..Die  Wildbachverbauung ­
  in  der  Schweiz“.  Eine  vor  kurzem  (Mai  1914)  erschienene ­
  dritte  Schrift*)  bezweckt  nun  die  bisher  bei  den  Wildbachverbauungen
  in  der  Schweiz  gemachten  neueren  Erfahrungen,  gute
*)  Wildbachverbauungen  und  Flußkorrektionen  in  der
Schweiz.  Nach  ausgeführten  Werken,  im  Aufträge  des  eidg.  Dopart  ewie

  schlechte,  weiteren  Kreisen  zugänglich  zu  machen  und  zugleich
für  Entwurf  und  Ausführung  neuer  Arbeiten  eine  gewisse  Anleitung
zu  geben.  Das  mit  einer  Fülle  vorzüglicher  Karten  und  Zeichnungen
versehene  Buch  enthält  eine  von  dem  jetzigen  eidg.  Oberbauinspektor
v.  Morlat  verfaßte  Einleitung,  sodann  die  Beschreibung  einer  größeren
Anzahl  von  Ausführungen,  ferner  eine  Abhandlung  über  Sicherungsarbeiten
  in  Rutschungen  und  endlich  eine  Kostenzusammenstellung
der  vom  Bunde  bis  Ende  1913  mit  Beiträgen  unterstützten  Verbauungs-
  und  Korrektionsarbeiten.  In  einer  zeichnerischen  Darstellung ­
  sind  die  in  den  Jahren  1863  bis  1913  ausbezahlten  Bundesbeiträge ­
  nachgewiesen.  Aus  der  Kostenzusammenstellung  geht  hervor,
daß  bis  Ende  des  Baujahres  1913  in  der  Schweiz  für  die  bezeichneten
  Arbeiten  rund  170000  000  Mark  ausgegeben  wurden,  davon
110  Millionen  für  Flußkorrektionen,  45  Millionen  für  Bachverbauungen
und  der  Rest  von  25  Millionen  für  Entwässerungen,  Arbeiten  an  Seen
und  Umbau  von  Brücken.  Schon  hieraus  geht  hervor,  daß  eine
Menge  von  Erfahrungen  auf  den  verschiedensten  Gebieten  der  Wildbachverbauungen ­
  und  Korrektionen  nichtschiffbarer  Flüsse  gesammelt
wurden,  deren  Kenntnis  auch  für  deutsche  Verhältnisse  von  großem
Wert  ist  Sehr  zu  begrüßen  wäre  es,  wenn  Herr  Oberbauinspektor
v.  Morlat,  der  langjährige  hochverdiente  oberste  Wasserbaubeamte  der
Schweiz,  sich  entschließen  möchte,  einen  kurzen  Auszug  des  Buches,
insbesondere  die  in  der  Einleitung  zusammengefaßten  allgemeinen
Erfahrungen,  in  einer  deutschen  Zeitschrift  zu  veröffentlichen.  Sy.
HolzzerstÖrende  MTiekenlarvon.  Die  nur  im  Salzwasser  lebenden
Holzzerstörer,  die  unseren  Wasserbauhölzern  an  der  Küste  gefährlich
werden,  namentlich  der  Bohrwurm  und  die  Bohrassel,  sind  unseren
Wasserbaubeamten  seit  langer  Zeit  wohlbekannt.  Das  Süßwasser,  in
dein  diese  Holzzerstörer  nicht  gedeihen  können,  wurde  bisher  als
treffliches  Holzschutzmittel  angesehen,  wenigstens  wenn  die  Hölzer
ständig  unter  Wasser  bleiben,  und  Funde  aus  vorgeschichtlicher  Zeit,
ments  des  Innern  dargestellt  und  besprochen  vom  eidg.  Oberbauinspektorat.
  Drittes  Heft  1914.
            
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