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im Frieden zu St. Germain seine Eroberungen in Pommern an die Schweden
wieder abtreten. Da sprach er in hohem Zorn: „Olim ex ossibus nostris
ultor evadet!“
Sein Kriegsruhm war indeß i-tzt fest begründet und erscholl weithin.
Selbst zur See hatte sein Admiral 8Zaule mit einer kleinen Kriegsflotte,
die ihm ihren Ursprung verdankte, Vortheile erkämpft und an der Küste von
Guinea eine brandenburgische Kolonie etablirt. Cin Negerhäuptling kam
von dort, dem Kurfürsten in Berlin seine Huldigung darzubringen, und eine
Moskowitische (Gesandtschaft erschien hier mit vielem Tomp zu gleichem Zweck.
Daran mochte unsere gute Stadt wohl ihre Freude haben, die freilich dem
Kurfürsten zur Führung seiner Kriege schwere Steuern und Abgaben hatte
zahlen müssen. Für diese, und mit des übrigen Landes Hülfe hatte der
Kurfürst nach und nach ein kleines stehendes Heer gebildet; den abgedankien
Söldnern aber oab er Strecken des verwüsteten Landes zur Bewirthschaftung,
schenkte ihnen + 3/3 zum Häuserbau, Saatkorn und auf mehrere Jahre Abgabenfreiheit
und machte "9 aus diesen unbeschäftigten Leuten, die früher nur
Raub und VBlünderung getrieben, ansässige Kossäthen uud Bauern.
Verlin ud Kölln haben sich der Fürsorge des Großen Kurfürsten sonst
in hohem Maße zu erfreuen gehabt und es ist unter ihm viel Verwüstetes
hergestellt, viel "teues gebaut worden, Zuerst mußte -r sein Schloß ausbessern,
das sehr zerfallen war; auch haben unter ihm. die Baumeister Smidt
und Nehring den Theil neu aufgeführt, ver am Wasser zwischen dem
Erkerschloß der Herzogin und dem hohen Bau am Durchgang nach der
Spree liegt.
Im Jahre 1658 ließ er Berlin und Kölln zu einer Festung machen.
indem er “ie alten Mauern und Gräben, so weit es möglich war, in regelmäßige
Fortififationswerke verwandeln ließ. Zur Stadt Kölln aber fügte
er, um “ ? “stung kunstaerecht herzustellen, den Stadtiheil Neu-Kölln und
ven Weryer linzu. Auf letzterem hatten his dahin nur wenig Wohnhäuser,
eine 'F<neidemübtie und ein kurfürstlihes Neithaus gestanden, das 1648
zum 7 %[ 6* "stürzt war. Aus den Trümmern wurde die alte Werdersche
Kirc“ >? "tt und an der Stelle der jezigen Münze ein Nathhaus für
den € tadtth? 1 "Terdor »ybaut, ver seinen eigenen Magistrat bekam. Hier
wurde auch - n neues Thor, das Leipziger, am Ende dor alten Leipzigerstraße,
angelect. 8 stand da, wo jetzt das Haus der Dewerbeschule sich
befindet. Auch in Mitten der Stadt ward manches Gebäude errichtet und
der Mühlendamm mit Häusern überbaut, in deren Erdgeschoß unter Bogenlauben
Läven etablirt wurden. Ueberdies sorgte der Kurfürst zuerst für Erleuchtung
der Straßen am Abend und befahl die Hinwegnahme ver Schweinekoben
von denselben. Außerhalb der Stadt wurde 'der Thiergarten, der
sonst bis an die alte Hundebrücke ging, abgeholzt und von vor zweiten Gemahlin
des Kurfürsten die neue Auslage, später Dorotheenstadt, mit der
Lindenallee, angelegt.