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XVI. "Elias war ein Mensch gleich wie wir"

Volltext : Adolf Stoecker / Braun, Max (Public Domain)

256 „Elias war ein Mensch, gleich wie wir.“

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ihn über sich selbst erhebt, und hier wie dort ist der Glaube,
dies tiefste Thema der Weltgeschichte, auch der Gegen⸗
stand der höchsten Kunst. ...“
Als die Aufführung des Parsifal, die man für immer
dem Bayreuther Festspielhause vorbehalten wollte, auch
in Amerika geplant wurde, hatte er mit Freiherrn Hans
von Wolzogen einen Briefwechsel. Beide wünschten eine
Verhinderung des Planes. „Gleich heute habe ich nach
Neuyork geschrieben. .. . Es würde mir eine große Freude
sein, Bayreuth in dieser Sache zu dienen, wo auch meine
Ueberzeugung ganz auf Ihrer Seite ist.“ ...
Einige Wochen später muß er bedauern, nicht bessere
Nachricht aus Amerika bekommen zu haben; in seinen
Freundeskreisen hat man dort wohl „guten Willen und
Verständnis, aber keinen Erfolg.“ ... „Es ist dort wie
hier. Das Judentum mit seinem Mangel an verecundia
(heiliger Scheu) — wie Schopenhauer sagt — zerstört
überall die pistas (Frömmigkeit) und damit die Pietät.
.... Amerika ist das Land des Geldgewinnens; alles
Geistige ist elementar. Aber es wird Sie doch freuen, eine
so kräftige Stimme für Ihre Sache zu vernehmen.“ —

Alle Gedankenarbeit aber und alles innere Erleben
seines empfänglichen Geistes drängten Stoecker bald zur
Tat. ...„Ueber seinen breiten Backenknochen“ — schreibt
Professor Seeberg — „erhob sich wie eine gewölbte Kuppel
die breite Stirn. Es war nicht die spitzbogenartig empor—
strebende Stirn des Denkers, sondern die kuppelartige
Stirn des Willensmenschen, die, wie zum Wider—
stand bereit, leicht vortritt.“
In einer Geschichte, die Stoecker von Bismarck er—
zählt, charakterisiert er unbewußt sich selbst. Er plauderte
öfter mit Bosse am Regierungstisch des Parlamentes. Da
sagte ihm eines Tages der Minister: „Wir saßen gestern
im Staatsministerium, Bismarck war nicht da; wir sprachen
über wichtige Vorlagen, der eine sagte dies, der andere
            
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