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Volume Nr. 7

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1891 (Public Domain)

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Centralblatt der Bauverwaltung 
14. Februar 1891. 
Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiche Sachsen“, auf Kosten 
der Königlichen Staatsregierung herausgegeben vom Königlich Säch 
sischen Alterthumsvereine, bearbeitet von Professor Dr. R, Steche, 
das 12. Heft: Amtshauptmannschaft Zwickau und das 13. und 14. Heft: 
Amtshauptmannschaften Glauchau und Bochlitz. c) Von dem Werke 
„Die Kunst- und Alterthums-Denkmale im Königreich Württem 
berg im Auftrag des Königlichen Ministeriums des Kirchen- und 
Schulwesens bearbeitet von Dr. E. Paulus“, sind erschienen die 
1. bis 13. Lieferung, d) Von dem Werke „Die Kunstdenkmäler des 
Grofsherzogthuzns Baden, beschreibende Statistik, im Aufträge des 
Grofsherzoglichen Ministeriums der Justiz, des Cultus und des Unter 
richts und in Verbindung mit dem Baudirector und Professor 
Dr. Durm und dem Geheimen Hofrath Dr. Wagner, herausgegebeu 
von Dr. Kraus“ ist veröffentlicht der 2. Band, Kreis Villigen 3 ). 
e) Von dem Werke „Kunstdenkmäler im Grofsherzogthum Hessen, 
Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Archi 
tektur-Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schlufs des 
18. Jahrhunderts“ ist erschienen: Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen, 
vom Geheimen Baurath und Professor H. Wagner, f) Grofsherzog 
thum Sachsen-Weimar, Herzogtümer Sachsen - Meiningen- 
Hildburghausen, Sachsen - Altenburg, Sachsen - Coburg- 
Gotha, Fürstentümer Schwarzburg-Rudolstadt, Reufs ältere 
und Reufs jüngere Linie. Von dem im Aufträge der Regierungen 
dieser Staaten von Professor Dr. Lehfeldt bearbeiteten Werk „Bau- 
und Kunstdenkmäler Thüringens“ sind erschienen: Heft 6 Herzog 
tum Sachsen-Meiningen, Amtsgerichtsbezirk Saalfeld 4 ) und Heft 7 
Herzogthum Sachsen-Meiningen, Amtsgerichtsbezirke Kranichfeld und 
Camburg. g) Von dem Werke „Kunst* und Altertum in Elsafs- 
Lothringen, beschreibende Statistik“, ist die 3. Abteilung des 
3. Bandes (Lothringen) erschienen. Das Werk hat vorläufig damit 
seinen Abschlufs gefunden, — Aufserdem ist zu beachten das Werk 
des Königlich Württembcrgiechen ordentlichen Professors der katholi 
schen Theologie, Dr. Keppler in Tübingen „Württembergs kirch 
liche Kunstalterthümer“. 
Eine neue Schienenform. Im Öctoherheft des Jahrganges 1889 
der Zeitschrift „Stahl und Eisen“ ist ein Gedanke des Herrn 
R. M. Daelen über eine neue Schienenform veröffentlicht, der m. E. 
eine Erwähnung im Centralblatt der Bauverwaltung verdient: Herr 
Daelen, als Anhänger des „Systems Sandberg,“ hat für die seiner 
Arbeit beigegebene Erläuterungs-Zeichnung die Ausmessungen der 
Goliath - Schiene beibehalten. Nachstehend ist die von Daelen 
empfohlene Querschnittsform wiedergegeben mit thunlichster Bei 
behaltung der Abmessungen einer der schwereren jetzt üblichen 
deutschen Breitfufsschienen (ehemaliges Berg. Mark. Profil, Elsafs- 
Lothr. Nr. XI), mit dem Gewicht 36,9 kg/m, der Höhe 131 mm, Ge 
samtstegdicke 14 mm. Diese Form ist geeignet für Schrauben-Be- 
festigung und weicht nur hinsichtlich der Verlaschung wesentlich von 
dem Gebräuchlichen ab. Sie ist eigentlich eine Wiederholung der 
alten Form der Brückschiene; jedoch hat die Art der Walzung, die 
jetzt Daelen vorschlägt, auf Brückschienen aus Schweifseisen nicht 
angewandt werden kön 
nen; sie ist erst durch 
das Bessemerverfahren 
möglich geworden. Im 
Walzverfahren liegt also 
die Neuheit der in Rede 
stehenden Eisenbahn- 
Schienenform. Daelen 
will nämlich sein e Schiene 
zunächst als Flacheisen 
aus dem Block heraus 
walzen und durch Um 
biegen aus der flachen in die endgültige Form überführen. Hierbei 
erhalten, wie Daelen sagt, alle Theile vorwiegend senkrechten 
Druck bei geringem Unterschiede der Umfangsgeschwindigkeit der 
Walzen, sodafs eine möglichst gleichmäfsige Streckung entsteht, 
welche bekanntlich eine der vornehmsten Bedingungen für die Er 
zielung hoher Festigkeit bei der Verarbeitung von Flufseisen und 
Stahl bildet. 
Diese Worte dürften der Beachtung aller derjenigen zu empfehlen 
sein, die mit dem Entwerfen von Schienenquerschuitten und Vertrags 
bedingungen zn thun haben. Nicht allein durch die chemische Zu 
sammensetzung des Stahles, sondern auch durch die Verarbeitungs 
3) Vgl. Centralbl. d. Bauverwaltung 1891, S. 35. 
4) a. a. O. Jahrg. 1890, S. 161. 
weise wird hohe Festigkeit erreicht. Ferner sagt Daelen: Es kommt 
hinzu, dafs die Annahme einer erheblich stärkeren Abnahme zulässig 
ist (als beim Walzen der Breitfufsschienen), sodafs die Schiene in 
einer geringeren Anzahl Kaliber gewalzt, also im wärmeren Zustande 
fertig wird; aber auch abgesehen hiervon ist bei dieser Form des 
Fufses (wo die Fufskante in einem geringeren Abstande Hegt vom 
Steg als beim breitfüfsigen Querschnitt der Fall) die Entstehung von 
Rissen (in der Fufskante) ganz ausgeschlossen. 
Die Anwendung des Daelenechen Walzverfahrens mufs dringend 
empfohlen werden. Gegen die in der dem fraglichen Aufsatze bei 
gegebenen Zeichnung dargestellte Anordnung der Lasche, der Unter 
stützung des Stofses, der Befestigung der Schiene auf der Schwelle 
und gegen die Form der Unterlagsplatte, der Schwelle usw. sind 
freilich wesentliche Bedenken zu erheben, die erst behoben werden 
müssen, ehe die neue Schienenform auf Einführung und Verbreitung 
rechnen kann. Der Kaiserl. Maschinen-Ingenieur a. D, 
v. Baggesen. 
Bi'icherschau. 
Die Blitzgefahr. Nr. 2. Einflufs der Gas- und Wasserleitungen 
auf die Blitzgefahr. Herausgegeben im Aufträge des Elektrotechni 
schen Vereins von Friedrich Neesen. Berlin, Julius Springer. 
München, R. Oldenbourg. 1891. 43 S. in 8° mit Abbild. 
Dieses Heft bildet die Fortsetzung der im Jahre 1886 erschie 
nenen Abhandlung, welche Mittheilungen und Rathschläge über die 
Anlage von Blitzableitern für Gebäude enthält (vgl. Jahrg. 1886 d. 
Bl., S. 204 und 212), und darf als hervorgegangen aus den leider 
ergebnislosen Verhandlungen betrachtet werden, welche zwischen 
Vertretern des elektrotechnischen Vereins, des Verbandes Deutscher 
Gas- und Wasserfachmänner und des Verbandes Deutscher Archi 
tekten und Ingenieure, von letzterem angeregt, im Laufe deB vorigen 
Jahres stattgefunden haben. Das Werkchen enthält ein sehr 
schätzenswerthes statistisches Material von stattgehabten Blitz 
schlägen und bedeutet zweifellos einen Schritt vorwärts auf dem 
Wege der endgültigen Lösung der Frage des Anschlusses der Ge 
bäude-Blitzableiter an die Gas- und Wasserrohre. Um in den Besitz 
des einschlägigen Materials zu gelangen, hatte der elektrotechnische 
Verein seinerzeit einen Aufruf erlassen, man möge ihm in Frage 
kommende Fälle mittheilen. Daraufhin sind 128 Blitzschläge zur 
Kenntnifs des Vereins gelangt, welche von dem Herrn Bearbeiter 
folgendermafsen in fünf Gruppen zerlegt worden sind: 
Tabelle I. Blitzschläge, bei welchen Gas- und Wasserleitung 
getroffen sind, aber keine Blitableiter vorhanden waren, 63 Fälle; 
Tabelle II. Absprung der Blitzentladung vom Blitzableiter auf 
Gas- oder Wasserleitung, 41 Fälle; 
Tabelle III. Blitzschläge in Blitzableiter, welche an Gas- oder 
Wasserleitung angeschlossen sind, 8 Fälle; 
Tabelle IV. Absprung vom Blitzableiter in andere Leiter als 
GaB- oder Wasserleitung, 8 Fälle; 
Tabelle V. Weitere Blitzschläge, welche durch die Einsendungen 
zur Kenntnifs des Unterausschusses gelangt Bind. 
Die Tabellen enthalten die Zeitangabe des Blitzschlages, die 
Ortsangabe, den Weg, welchen der Blitzschlag genommen, den ange- 
riebteten Schaden, sowie die Quellenangabe und schliefsen sich somit 
eng an die Darstellung an, welche wir im Jahrgang 1888 dieses Blattes 
auf Seite 326 ff. gegeben haben. Es folgt eine ausführliche, quellen- 
mäfsige Darstellung der wichtigsten vorerwähnten Blitzschläge. Den 
Schlufs bilden Folgerungen, welche sich aus dem Verlaufe der Blitz 
schläge, dem angerichteten Schaden usw. ergeben. Für die Bear 
beitung der vom Verbände Deutscher Architekten und Ingenieure 
geplanten Denkschrift über die Frage des Anschlusses der Ge 
bäude-Blitzableiter an die Gas- und Wasserrohren wird das Büchlein 
von grofsem Werthe sein. Pbg. 
Versuche über die Widerstandsfähigkeit ebener Platten. Von 
C. Bach, Professor des Maschinen-Ingenieurwesens an der König 
lich technischen Hochschule Stuttgart. Berlin 1891. Jul. Springer. 
104 Seiten in 8» mit Abbildungen im Text. Preis 2,60 Ji. 
Das als Abdruck aus der Zeitschrift des Vereins Deutscher 
Ingenieure erschienene Schriftchen enthält eine ausführliche Be 
schreibung der Versuchseinrichtungen sowie der Ergebnisse, zu 
welchen der Verfasser bei der Belastung ebener Platten durch 
Flüssigkeitsdrnck und durch Einzelkräfte gelangt ist. Die allgemeine 
Bedeutung dieser Versuche wurde schon in der Besprechung von 
Bachs „Elnsticität und Festigkeit“ auf 8. 63 d. Jahrg. erörtert. Wir 
können uns deshalb hier umsomehr mit einem Hinweis auf die vor 
liegende Veröffentlichung begnügen, als eine auszugsweise Wieder 
gabe des Inhaltes nicht viel Nutzen gewähren würde. Die Leser, 
welche Bich für den Gegenstand interessiren, werden am besten die 
nicht allzu umfangreiche Schrift selbst zur Hand nehmen. — Z. — 
Verlag vöd ■Wilhelm Ernst fc Sohn, Berlin. Für die Redaction des nichtamtlichen Theiles verantwortlich: Otto Sarrazin, Berlin. Druck von J.Kerskes, Berlin.
	        
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