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Volume Nr. 37

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1891 (Public Domain)

Centralblatt der Banverwaltung. 
12. September 1891. 
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Ifc- 87—4-108 -*K«4«-Wr- B4 - 
der Anlage einer Untergrundberieselung durch die völlige Ausnutzung 
der in den Abwässern vorhandenen Pflanzennährstoffe häufig in er 
freulichem Mafse eingebracht werden und dafs, abgesehen von diesem 
Nutzen, bei Parkanlagen, in Blumen- und Gemüsegärten selbst da 
ein üppiger Pflanzenwuchs erzeugt wird, wo dieser früher nur dürftig 
fortkam. 
Vorrichtung zur Herstellung eines genauen Schlusses der Drehbrücke hei Camp-Carnin. 
Die Brücke über den Peenestrom bei Camp-Carnin der Bahn 
strecke Ducherow-Swinemünde ist in den Jahx-en 1874—76 erbaut. 
Sie hat fünf Oeffnungen von je 58 m Lichtweite und zwei mit einer 
Drehbrücke versehene Oeffnungen von je 16,70 m Licht 
weite. Die beiden 3,10 m von einander entfernt liegen 
den Hauptträger der Drehbrücke sind Blechträger von 
43,90 m Blechlänge; ihre Höhe beträgt 1,95 m über dem 
Drehpfeiler und 0,86 m über den Endauflagern, Jeder 
derselben stützt sich bei eingeschwenkter Lage auf drei 
feste Auflager. Die auf dem Drehpfeiler und dem einen 
Endpfeiler befindlichen Auflager bestehen aus glatt ge 
hobelten Gufsplatten, während die Auflager für den 
kürzeren durch Gewichte beschwerten Arm der Dreh 
brücke in Form von Pendeln ausgeführt sind, welche 
von der Brückenbahn aus bewegt werden können. Die 
zwischen den Hauptträgern in 0,94 m Entfernung an 
geordneten Querträger werden durch 0,40 m hohe Blech- 
Verbindung bei x. 
jenigen der festen Brücke bis zu 25 mm verschoben liegen. Nach 
mittags tritt eine umgekehrte Krümmung der Drehbrücke durch 
stärkere Erwärmung des nordwestlichen Trägers ein; da jedoch 
letzterer durch den Bohlenbelag der an dieser Seite an 
gebrachten Lauf brücke theilweise beschattet wird, so 
ist die Krümmung sowie auch die Abweichung in der 
Schienenlage nie so beträchtlich wie morgens. Zur Her 
stellung eines genauen Schlusses ist nun an dem mitt 
leren der drei vorderen Querträger folgende Vorrichtung 
angebracht worden. 
An zwei am nordwestlichen Träger befestigte Eck 
eisen sind ein Paar 250 mm hohe, 158 mm breite Laschen 
angenietet, zwischen denen sich eine nach senkrechter 
Richtung drehbare Falle bewegt. In dieser Falle 
steckt eine 760 mm lange, mit rechteckigem Schrauben 
gewinde versehene Spindel von 60 mm Durchmesser, 
deren anderes Ende in einem Bügel c endigt und vor 
dem Zurückziehen aus demselben durch eine aufge 
schraubte Mutter mit vorgestecktem Keil gesichert ist. 
Dieser Bügel nimmt mittels eines Bolzens die Laschen 
der zur Verankerung angebrachten Schiene auf und 
ist um seine wagerechte Achse drehbar. In etwa 
600 mm Entfernung vom Ilauptträger der Drehbrücke 
befindet sich auf der Welle eine Knarre, in der Zeich 
nung mit a bezeichnet. In einem aus zwei Flaeheisen 
Verbindung bei a. 
balken gebildet und tragen 
unmittelbar die Schienen. 
Der auf der einen Seite 
des Ueberbaues befindliche 
Fufsweg ruht auf Consolen, 
welche durch ein C-Eisen verbunden sind, das 
gleichzeitig zur Befestigung des Geländers dient. 
Bei Inbetriebnahme der Bahn stellte es sich 
heraus, dafs die Drehbrücke vormittags bei Son 
nenschein schlecht 
zu schjiefsen war; 
sie mufste dann 
mittels Flaschenzu 
ges und Hebebäu 
men in die rich 
tige Lage hineinge 
zwängt werden, wo 
zu häufig unverhält- 
nifsmäfsig lange 
Zeit gebraucht wur 
de. Die Ursache 
des schwierigen 
Schliefsens liegt in 
den ungleichen Aus 
dehnungen der Trä 
ger durch unglei 
che Erwärmung. 
Morgens wird näm 
lich der südöstliche 
Blechträger bei kla 
rem Wetter von der 
Sonne beschienen, 
während der nord 
westliche Träger 
gröfstentheils be 
schattet bleibt. In 
folge der ungleichen Ausdehnung der Träger nimmt die Drehbrücke, 
und damit auch das Schienengeleis, eine schwach gekrümmte Form 
an, sodafs, wenn an dem einen Ende der richtige Zusammenschlufs 
der Schienen auf der Drehbrücke und der festen Brücke erreicht 
ist, an dem anderen Ende die Schienen der Drehbrücke gegen die 
Verbindung bei c. 
zusammengesetzten, sich nach unten bauchig 
erweiternden Gehäuse, das in zwei sich auf der 
Spindel lose drehende Augen von 115 mm 
Durchmesser aus 
läuft, bewegt sich 
der Riegel x in 
einer Buchse, Un 
ter diesem liegt ein 
drehbarer Doppel- 
Sperrkegel. Beide 
besitzen Schneiden, 
die in der Mittel 
stellunggenau über 
einander stehen. In 
dem Hohlraum des 
Riegels x befindet 
sich eine Feder, 
die 10 mm tief in 
das obere Stück 
greift. Zwischen 
den beiden Augen 
des Gehäuses sitzt 
ein Zahnrad auf 
der Welle fest. 
Durch Eindrücken 
des Doppel - Sperr 
kegels in das Zahn 
rad auf der einen 
oder der anderen 
Seite drückt der 
Riegel oberhalb auf den ersteren und hält denselben in der ent 
gegengesetzten Richtung in dem Zahnrade fest, wobei dann durch 
Bewegen der Knarre nach der Seite, wo der Riegel in das Zahn 
rad greift, die Welle gedreht wird. 
Der Theil b ist zur Lagerung der Knarrwelle angebracht und 
luffiuL 
Verbindung bei b. 
JUTnnrrt 
Querschnitt der Brücke und Seitenansicht der VerschlufsVorrichtung.
	        
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