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Volume Nr. 27

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1891 (Public Domain)

Sr. 27. 
Gentralblatt der Bauverwaltung. 
261 
•drucken des Werkes- getreu nacbgebildeten Holzschnitten wenigstens 
diejenigen beiden Plane zu bieten, welche u. E. besonderen Anspruch 
haben, aus der Fülle des überaus werthvollen Stoffes herausgehoben 
au werden. 
Auf die Baugeschichte des Körners sowohl wie auf das Aus 
schreiben, dessen Wortlaut sich übrigens im Eingänge des aus zwei 
Druckseiten und zwölf grofsen Lichtdrucktafeln bestehenden Werkes 
wiedergegeben findet, hier noch einmal des näheren einzugehen, sind 
wir durch die Worte v, Essenweins überhoben, auf die wir in dieser 
Beziehung verweisen dürfen. Wiederholt sei nur, dafs es die aus 
gesprochene Absicht der städtischen Behörden war, durch den Wett 
bewerb, zu welchem die acht auf dem Titel genannten hervorragenden 
Künstler eingeladen waren, die Frage zur Entscheidung zu bringen, 
„wie weit 44 , um mit v. Essenwein zu reden, „überhaupt der Wunsch, 
eine würdige Front zu erhalten, mit dem Rechte des geschichtlich 
•Gewordenen sich vertrage, dann, wie weit es angehe, die Aufgabe, 
welche ja doch eine architektonische ist, der Malerei ausschliefslich 
oder theilweise zu übertragen.“ 
Der Entwurf von M. Meckel und Maler P. Becker in Frank- 
pfohlen worden war, bewegte sich dem geschichtlichem Bestände 
gegenüber am freisten und stand, was die Heranziehung der Malerei 
betrifft,, etwa in der Mitte der in den verschiedenen, durchweg vor 
trefflichen Arbeiten zu Tage getretenen Anschauungen. Wir müssen 
uns leider versagen ihn abzubilden, verweisen bezüglich seiner viel 
mehr auf das Werk selbst und geben dafür in Abb, 1 nur den aus 
ihm durch Umarbeitung entstandenen und zur Ausführung bestimmten 
Entwurf als denjenigen, welcher nunmehr das Interesse am meisten 
in Anspruch nimmt. Er unterscheidet sich von jener ersten Arbeit 
nicht unwesentlich und, wie wir gleich von vornherein bekennen 
müssen, leider nicht zu seinem Vortheile. Gerade in den beiden 
Hauptpunkten, welche den Vorzug des ersten Entwurfes ausmachten 
und ihm wohl zum Siege verholfen haben, ist Abschwächung oder 
Verzicht eingetreten. Die Veränderungen des Baubestandes — vor 
nehmlich Umgestaltung der Fenstergruppe des Römersaales und 
Hinzufügung eines Eikers zum Hause Löwenstein —, auf denen der 
Reiz der Compositiou zum guten Theile mit beruhte, sind aufgegeben, 
und die Mitwirkung der Malerei ist soweit zurückgedrängt worden, 
dafs der Entwurf jetzt ganz derjenigen Gruppe zuzuzählen ist, welche 
Künstlerische Ausgestaltung der Dreigiebelfront des Römergebäudes in Frankfurt a. ÜVE. 
Abb. 2. Entwurf von Professor K, Schäfer in Berlin. 
Holzstich v. 0. Ebel, Berlin. 
furt a./M,, welcher von den Schiedsrichtern zur Ausführung em- 
Frankfurt a./M. — Neher u. v. Kauffmann in Frankfurt a./M. — 
K. Schäfer in Berlin. — H. Th. Schmidt in Frankfurt a./M. — Gabriel 
:Seidl in München. — II, Wiethase in Köln. Frankfurt a./M. 1890. 
Heinrich Keller. 2 Seiten Text u. 12 Lichtdrucke in Folio. Preis 12 Jt. 
unter fast vollständigem Verzicht auf die vergängliche Bemalung 
sich für Herstellung der Front lediglich in gotbiseher Steinarchitektur 
ausgesprochen hat. Es scheint also, als hätten, im Gegensätze zum 
Gutachten des Schiedsgerichtes, in der Stadtverwaltung die Anhänger 
der durch diese Gruppe vertretenen Auffassung die Oberhand ge-
	        
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