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Volume Nr. 19

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1891 (Public Domain)

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Centralblatt der Bauverwaltung. 
Herausgegeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten. 
XI. Jahrgang. Berlin, 9. Jffai 1891. 
Erscheint jeden Sonnabend, — Bed&ction; SW. Zimmerstrafse 7”• — Geschiftsttlle und Anaahme der Anzeigen: W. Wilholrnstrctfse DO. — Bezugspreis: Vierteljährlich 3 Mark. 
Einschllefslich Antrages, Post- oder Strcifbaadzusendnng 3,75 Mark; desgl. für das Ausland 4,30 Mark. 
INHALT; Amtlich««; Pcrsonal-NnchricbtüO. — Nichtamtliches: Staatseiseubaliii auf der Westküste von Sumatra (Sclilufs). — Festigkeit der Baustoffe, die Tragfähigkeit des 
Baugrundes und die Belastung der Bauwerke. — Akustische Verhältnisse einiger römischen Kirchen. — Deutschlands Verbrauch aa Eisen und die Bedeutung des 
basischen Klulsmetall». — Vermischtes: Preishewerhung zur Gewinnung von Entwürfen zu „Urania-Säulen*-, — Technische Hochschule in Berliu-Charlottenburg. 
— Urofshcrzogliche technische Hochschule in Darmstadt. — Schiffahitsverkehr auf der canalisirfen Maiustrccke zwischen Maiuz und Frankfurt a. M. — Auffindung 
der Nordlinie ohne Compafs. — Unsere Hünengräber. — Polizei-Verordnung über die bauliche Anlage und innere Einrichtung von Theatern usw. — Nutzbarmachung 
der Niagarafälle, — Preis des Aluminiums. — Bücherschan. 
Amtliche Mittheilungen. 
Preußen. 
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht, den 
Docenten an dev Königlichen technischen Hochschule in Berlin, Dr. 
Otto Witt, zum etatsmäßigen Professor zu ernennen. 
Der bisherige Königl. Regierungs-Baumeister Karl Krüger in 
Oppeln ist als Königl. Meliorations-Bauinspector für den Regierungs 
bezirk Oppeln angestellt worden. 
Den bisherigen Königl. Regierungs-Baumeistern Richard Linde 
mann in Berlin und Friedrich Langhoff in Itzehoe ist die nach 
gesuchte Entlassung aus dem Staatsdienst ertheilt worden. 
Der Baurath Scheibke (Maschinenbaufach), ständiger Hülfs- 
arbeiter bei dem Königlichen Eisenbahn-Betriebs-Amte in Allenstein, 
ist gestorben. 
Bayern. 
Dem technischen Consulenten und Mitgliede des Aufsichtsrathes 
der Maschinenbau-Actiengesellschaft in Nürnberg, Heinrich Gerber 
in München, wurde der Titel eines Königl. Ober-Baurathes verliehen. 
Baden. 
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Sich Gnädigst 
bewogen gefunden, den Forstrath Professor Karl Schuberg an der 
technischen Hochschule in Karlsruhe zum Oberforstrath, die Ober- 
ingenieure Karl Möglich, Bahnbauinspector in Karlsruhe, und 
Julius Stüber, Vorstand der Wasser- und Strafsenbauinspection 
in Öffenburg, Professor Dr. Otto Warth an der technischen Hoch 
schule in Karlsruhe und den evangelischen Kirchenbauinapector Her 
mann Behaghel in Heidelberg zu Bauräthen, die Bahnbauinspec 
toren Eduard Gockel in Heidelberg, Otto Hof in Offenburg und 
Julius Schweinfuith in Waldshut, den Maschineninspector Heinrich 
Kuttruff in Heidelberg, sowie den Ceutralingpector Ludwig Becker 
bei der Oberdirection des Wasser- und Strafsenbaues zu Ober 
ingenieuren, den Ingenieur I. Klasse Karl Friederich in Karlsruhe 
zum Bezirksingenieur, die Culturingenieure Ernst Kist in Konstanz, 
Theodor Walliser in Thiengeu und Fr, Lück in Mosbach zu Cultur- 
inspectoren zu ernennen, sowie ferner den Professoren Dr. Ernst 
Schröder, Baurath Fr. Engesser und Herrn. Krabbes an dertechn. 
Hochschule in Karlsruhe, den Bauräthen Adolf Williard, Vorstand 
des Erzbischöflichen Bauamts in Karlsruhe und Hermann Stolz 
bei der Oberdirection des Wasßer- und Strafsenbaues, den Ober 
ingenieuren Franz Mattes in Mosbach, Wilhelm Aicham in Frei 
burg, August Baumberger in Heidelberg und Gustav Dunzinger 
in Offenburg, dem Baurath Adolf Wasmer bei der Generaldirection 
der Staatseisenbahnen, dem Bezirksbauinspector Franz Schäfer in 
Emmendingen und dem Bahnbauinspector Oberingenieur Lorenz 
Hübsch in Freiburg das Ritterkreuz I. Klasse Höchstihres Ordens 
vom Zähringer Löwen und dem Obergeometer Dr. Mas Doll an der 
technischen Hochschule in Karlsruhe das Ritterkreuz II. Klasse 
Höchstihres Ordens vom Zähringer Löwen zu verleihen. 
Elsafg- Lothringen, 
Der Regierungs-Baumeister Graner in Strafsburg ist zum tech 
nischen Assistenten der Wasserbauverwaltung ernannt worden. 
[Alle Rechte Vorbehalten.] 
Nichtamtlicher Theil, 
Redacteure: Otto Sarrazin und Oskar Hofsfeld. 
Staatseisenhahn auf der Westküste von Sumatra. 
(Schlufs.) 
Betriebsmittel. Locomotiven und Wagen haben in der Mitte 
liegende, selbstkuppelnde Zug- und Stoßvorriehtungen mit zwei seit 
lichen Nothketten. Für den Betrieb auf gewöhnlicher Bahn sind 
Tenderlocomotiven mit zwei bezw. drei gekuppelten Achsen und 
vorderer Laufachse in Bisselgestell vorgesehen. Erstere haben 19,5, 
letztere 34 Tonnen Dienstgewicht; davon entfalllen auf die Treib- 
und Kuppelachsen .15 bezw. 27 Tonnen. Die Locomotiven sind mit 
der Luftdruckbremse in bekannter Anordnung und mit gewöhnlicher 
Klotzbremse ausgerüstet. Letztere wirkt auf Trieb- und Kuppel- 
räder und kann sowohl von Hand mittels Sehraubenspindel, als auch 
durch Dampfdruck bedient werden. Sechs solcher Maschinen von 
19,5 Tonnen Gewicht sind seit 1887, und 1888 für Bauzwecke im 
Dienst; zwei weitere und sechs Locomotiven von 34 Tonnen sind 
bestellt. 
Bei der Wahl der Locomotiven für die gemischte Reibungs- 
und Zahnstangenbahn konnten nur solche Bauarten in Betracht 
kommen, welche in Bezug auf Bedienung keine höheren Anforde 
rungen an das Personal stellten als gewöhnliche Locomotiven. Das 
gesamte Maschinenpersonal besteht hier fast ausschließlich aus 
Eingeborenen und Chinesen; Europäer sind nur in geringer Anzahl 
als Führer angestellt, und zwar nur soweit, als dies zur Ausbildung 
derselben zu Maschinenaufsehern, Meistern in den Reparaturwerk 
stätten usw. erforderlich ist. Die Anforderungen, welche an solches 
Personal gestellt werden dürfen, können natürlich nicht im entfern 
testen so hoch sein wie in Europa, America und anderen entwickelten 
Ländern. Deshalb konnte au die Verwendung von Locomotiven mit 
getrennten Maschinen für Reibungs- und Zahnradbetrieb nicht ge 
dacht werden, und waren allein die einfachen Locomotiven mit fester 
Kupplung zwischen Zahnrad und Reibungsrädem zu empfehlen. 
Locomotiven dieser Bauart sind seit 10 Jahren und länger, z. B. in 
Friedrichssegen a./Lahn, zur Zufriedenheit der betreffenden Ver 
waltungen in Betrieb, und mau war nicht zweifelhaft, daß solche 
Maschinen auch den hier zu stellenden Anforderungen genügen 
würden. In diesen Erwartungen ist man nicht getäuscht worden. 
Vier Maschinen dieser Art sind seit einem Jahre beim Bau der 
Strecke von Kajutanam nach Padang-Pandjang und weiter in Dienst 
und haben den hohen Anforderungen, welche besonders in letzter 
Zeit an ihre Leistungsfähigkeit gestellt werden mußten, unter höchst 
ungünstigen Verhältnissen durchaus genügt. Die Locomotiven sind 
Tendermaschinen mit Zahnradübersetzung; sie haben eine Zahntrieb 
achse (Kurbelachse), Hauptzahnradachse, 2 Kuppelachsen und hintere 
Laufachse mit radial einstellbaren Lagern. An Bremseiurichtungen 
sind vorhanden: 
1. die Luftdruckbremse; 
2. eine Bandbremse, welche auf die außenliegenden Kurbel- 
scheiben der Triebachse wirkt und von Hand mittels Schrauben 
spindel bedient wird; 
3. eine Reserve-Zahnradbremse auf der vorderen Kuppelachse; 
dieselbe kann von Hand bedient und durch IXampfkraft be 
trieben werden. 
Das volle Dienstgewicht der Locomotiven beträgt 26,25 Tonnen; 
davon entfallen auf die beiden Knppelachsen 19,2 Tonnen. 
Die Radreifen sind für alle Maschinen die gleichen, sodaß die 
abgelaufenen Reifen der Zahnxadmaschinen bei den gewöhnlichen 
Tendermaschinen weiter verwendet werden können; dieselben werden 
nicht warm aufgezogen, sondern kalt aufgeprefst. Der Durchmesser
	        
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