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Volume Nr. 10

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1891 (Public Domain)

Centralblatt der Bauverwalfcung. 
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»Fi 10. 
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Ferner ist früher erörtert, dafs zwischen den ringsum laufenden 
Stofsfugen der einzelnen Ringe, welche auf die Länge der vortreten 
den Flansche offen sind, Cementgufs eingebracht wird, während 
die nach der Längenrichtung des Tunnels verlaufenden Lagerfugen 
durch Holzemlagen in ganzer Tiefe gedichtet werden. 
Zum Einbringen der einzelnen Platten wird ein nnter der Leitung 
des Ingenieurs W. Moir entworfener, höchst sinnreich eingerichteter 
Laufkrahn angewendet, wie er in den dem „Engineering and Building 
Record“ entnommenen Abb. 1, 2 und 3 genauer dargestellt ist. Um 
die Platten besser handhaben zu können, sind in deren Mitten, wie 
in den Abb. 1 und 2 angegeben, besondere Oesen angegossen. In 
den Abb. 1 und 2, in denen der Fahrkrahn im Quer- und Längen 
oder rückwärts. In Abb. 1 ist der Greifer in angehobenem, in Abb. 2 
in gesenktem Zustande dargestellt. Durch Drehen der Welle B 
mittels der Kettentrommel G ist man nun imstande, den Greifer 
beliebig nach rechts oder links schwingen zu lassen. Zu dem Ende 
wird mittels des einen Stellhebels bei L das Ventil bei K geöffnet 
und hierdurch Druckwasser in einen der Cylinder F und Fi ein 
gelassen. Hierdurch wird die eine der Kettenrollen F oder F\ vor-* 
getrieben, die andere zurückgezogen. Mittels des zweiten, bei L an 
geordneten Hebels wird Druckwasser in den Cylinder N geführt und 
hierdurch der Greifer gehoben oder gesenkt. Die von den Ven 
tilen K und Ki nach den Druckwassercylindern führenden Röhren 
leitungen sind in Abb. 1 nnd 3 gezeigt, die ZuführungsleituDgen 
«chnitt des Tunnels gesehen bezw. durchschnitten dargestellt ist, sind 
die einzelnen Tunnelringe punktirt angedeutet, während in Abb. 1 
zwei seitliche Platten, welche mittels angeschraubter Ausleger S S 
den Krahn tragen, und in den Abb. 1 und 2 eine am Boden liegende 
Platte T, welche hochgehoben nnd dum seitlich versetzt werden soll, 
genauer dargeßtellt sind. Abb. 3 zeigt den Fahrkrahn im Grundrifs. 
Die eigentliche Hebevorrichtung ist mit drei schmiedeeisernen 
Trägem 0 (Abb. 1, 2 und 3) fest verbunden, welche von vier in vor 
gelegten gufseisemen Kopfstücken F gelagerten Rollen getragen wer 
den. Dnrch die Träger ist genau in der Längenachse des Tunnels 
eine nach rechts oder links drehbare Welle B hindurchgeführt, 
welche zwischen den hinteren Trägem eine Kettentrommel (7, und vor 
dem vorderen Träger einen langen aber engen Drnckwassercylinder N 
trägt, mit dessen Kolben M ein gitterartig aasgebildeter Greifer A 
verbanden ist. Der Greifer gleitet auf einem mit dem Kolben N 
fest verbundenen Rahmen B in der Richtung dieses Kolbens vor- 
nach den Ventilen sowie die Ablafsröhrcn des 
Verbrauchswassers sind dagegen der Deutlichkeit 
wegen in den Abbildungen fortgelassen. Die 
Thetle J der Leitung, welche der Bewegung des 
Armes A folgen müssen, sind biegsame Gurapi- 
schläuche von 3,2 cm Durchmesser, welche »t 
Stahldraht umsponnen sind. Der Drnck in dük 
Röhren beträgt 70 kg/qcm. 
Der Arbeitsvorgang ist folgender: Soll die 
Platte T in Abb. 1 u. 2 gehoben werden, so wird 
der Arm A durch Oeffnen des Ventils K\ mittels 
des Druckwassercylinders N gesenkt; die an der 
Platte befindliche Oese wird mit der unteren 
Schere des Greifers verschraubt, sodann der 
Arm A samt Platte angehoben. Dann wird, 
wenn die Platte an der rechten Seite der 
Abb. 1 befestigt werden soll, vermittelst des 
Ventils Druckwasser in den Cylinder G gelassen, die Trommel C 
hierdurch der Uhrzeigerrichtung entgegengesetzt gedreht. Der Grei 
fer A schwingt in gleichem SinDe. Dann wird vermittelst des Cy- 
linders N die Platte in die Tunnelleibung vorgeschoben und an 
der vorhergehenden Platte sowie dem fertigen letzten Tunnelring 
verschraubt. Die Verschraubung mit A wird gelöst und A sodann 
zurückgezogen. Der Ausschlag des Armes A beträgt nach jeder 
Seite etwas über einen halben Kreis. 
Die Kolben haben solche Abmessungen erhalten, dafs sie der 
zu leistenden Arbeit vollkommen gewachsen sind, doch kann der 
Krahn nicht gebraucht werden, um ungenau passende Platten ge 
waltsam in ihre Lage zu zwängen, da er bei zu grofsen Anstren 
gungen brechen oder die bereits eingefügten Platten verschoben 
würden. Die Leistungen des Krahnes werden als sehr zufrieden 
stellende bezeichnet mit dem Hinzufügen, dafs der Arbeitsfort 
schritt nichts zu wünschen übrig lasse. Km. 
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