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Volume Nr. 32

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1889 (Public Domain)

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Centralblatt der Bauverwaltung. 10. August 1889. 
bau, der die grofsen Krankensäle nebst den zugehörigen Tageräumen 
und offenen Hallen umfafst, und einem nach dem Lehrgebäude zu 
liegenden Eckbau, in welchem die Nebenräume der Krankenabthei 
lungen liegen. Die Saalhauten haben, wie das Lehrgebäude, ein 
Kellergeschofs und zwei Stockwerke, 
für die Eckbauten dagegen ist ein 
Stockwerk mehr, und zwar zum 
Unterbringen der Schlafräume für 
das Wärterpersonal, vorgesehen. 
Die Fufsböden des Erdgeschosses 
und des ersten Stockwerks liegen 
überall in gleicher Hohe. Im Keller 
geschofs der Krankenblock-Eckbauten 
befinden sich je 3 Zimmer für tob 
süchtige Kranke mit den zugehörigen 
Nebenräumen, in dem des Lehr 
gebäudes die Wohnung des Pfört 
ners. Im übrigen wird das Keller 
geschofs von einigen Wirthschafts- 
gelassen und den Räumen für die 
Heizanlage eingenommen. In den 
Tageräumen sollen die nicht bett 
lägerigen Kranken ihre Mahlzeiten 
einnehmen, und es sind deshalb 
diese Räume mit den im Keller ge 
legenen Anrichtestuben durch Aufzüge 
in Verbindung gebracht. Die Her 
stellung der Speisen erfolgt in einem 
für den Koch- und Waschbetrieb 
der gesamten klinischen Anstalten 
bestimmten Wirthschaftsgebäude. 
Die Höhe des Kellergeschosses 
beträgt einschliefslich der Decken 
Wölbungen 3,50 m, die des Erd 
geschosses 4,80 m. Das erste Stock 
werk des Lehrgebäudes sowie der 
Saalbauten in den Krankenblöcken ist gleichfalls 4,80 m hoch, während 
die Höhe des ersten Stockwerks der mehrerwähnten Eckbauten auf 
4 m und die der Verbindungshalle auf 3,20 m eingeschränkt worden 
Die äufsere Architektur entspricht derjenigen der bereits in Aus 
führung begriffenen anderen klinischen Neubauten. Abgesehen von 
den bogenförmigen Verbindungshallen, welche Holzcementdächer er 
halten, sollen alle übrigen Bautheile mit Schieferdächern versehen 
werden. Die Räume der Krankenblöcke 
werden eingewölbt, desgleichen die 
Flure, Treppen, die Poliklinik und der 
Hörsaal des Lehrgebäudes, im übrigen 
kommen Balkendecken zur Anwendung. 
Die Flure des Erdgeschosses und 
ersten Stockwerks erhalten Beläge 
aus Thonplatten, die Bäder Terrazzo 
böden, die grofsen Krankensäle und 
Tageräume, sowie die Wohnräume des 
Kellers eichene, in heifsem Asphalt 
verlegte Riemenböden; die übrigen 
Räume endlich sollen mit gewöhn 
licher Dielung versehen werden. Die 
äufseren und inneren Treppen werden 
aus Granit hergestcllt. Für die 
Kranken-, Wohn- und Arbeitszimmer 
kommen Doppelfenster, für die Flure, 
Treppenhäuser und Keller einfache 
Fenster zur Ausführung. Die Wände 
aller Krankenzimmer werden mit 
Stuck abgeglättet und mit Oclfarbe 
gestrichen. Die Beheizung und Lüftung 
der neuen medicinischen Klinik er 
folgt ebenso wie bei den anderen 
Kliniken durch warme Luft in Ver 
bindung mit Kachel- oder eisernen 
Regulir-Füllöfen. Das Gebäude wird 
mit einer Gasleitung sowie mit Lei 
tungen für kaltes und warmes Wasser 
ausgestattet werden. 
Die Baukosten werden voraussicht 
lich 482 000 Mark betragen; dazu treten die Kosten der inneren Aus 
stattung mit 67 500 Mark. Abgesehen von letzteren ergeben sich die 
Kosten für das Cubikmeter umbauten Raumes zu rund 18 Mark. 
Abb. 1. Querschnitt nach (7—2). 
A,bb. 2. Gruudrifs. 
Medicinische Klinik für die Universität in. Breslau. 
sind. Das zweite Stockwerk der Krankenblöcke ist 3,10 m hoch. 
Der Kellerfufsboden liegt durchschnittlich in gleicher Höhe mit 
dem .zwischen deu klinischen Gebäuden verbleibenden Garten, 
während die Uferstrafse eine um 2,80 m höhere Lage erhält. 
Die Grundrifsskizzen wurden im Ministerium der öffentlichen 
Arbeiten angefertigt, während die Bearbeitung des Ausführungs-Ent 
wurfes dem mit der Oberleitung der klinischen Neubauten beauftragten 
Landbauinspector Waldhausen übertragen wurde, dem zur Hülfe-
	        
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