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Volume Nr. 27A

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung (Public Domain) Issue 1889 (Public Domain)

Kr. 27A- 
Centralblatt der Bauverwaltung. 
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[MULT: Mehtkuttlehei: Die Inventarisation der geschichtlichen Kunstdenk- 
TOaleT. — Regeln iüi den Ban von Schlhcömölfcn mitVelgroIseT Städte. — Die Be-, 
wegungsgesetze des Fallschirmes. — Vermischtes; Abgeordneten-Versammlung 
des Verbandes deutscher Architekten- und Ingenieur- Vereine. — Preisbewerbnng für 
den Entwurf einer katholischen Kirche in Düsseldorf-Flingern. — Stadtbauraths 
stelle in Frankfurt a. M. 
Die Inventarisation der geschichtlichen Kunstdenkmäler, 
über deren Stand zuletzt in der Nummer 1ÖA. des vorigen Jahr 
ganges d. Bl. Seite 171 eine Uebersicht gegeben wurde, hat in 
zwischen folgenden Fortgang genommen. Im Laufe des Jahres 1888 
sind im Druck erschienen: 
A. Aus dem Königreich Preufsen: a) von den „Bau- und 
Kunstdenkmälern der Provinz Westprenfsen“, mit Abbildungen, 
herausgegeben von der Provinz und bearbeitet vom Regierungs-Bau 
meister Heise: Heft 5, umfassend den Kreis Kulm, und Heft 6, 
Kreis Thora, mit Ausnahme der Stadt Thora. Das siebente Heft, die 
Denkmäler der Stadt Thora enthaltend, wird bald zur Ausgabe ge 
langen. Von dem Werke des Landbauinspectors Steinbrecht: 
»Die Baukunst des Deutschen Kitterordens in Preufsen“ ist inzwischen 
der zweite Theil: „Preufsen zur Zeit der Landmeister“ veröffent 
licht.*) b) von den „Baudenkmälern der Provinz Pommern“, mit 
Abbildungen, herausgegeben von der Gesellschaft für Pommersche 
Geschichte und Alterthumskunde, bearbeitet vom Stadtbaurath 
v. Haselberg, und zwar von dom ersten, den Regierungs-Bezirk 
Stralsund umfassenden Theile: Heft 8, enthaltend die Baudenkmäler 
des Kreises Grimmen.**) Weitere Veröffentlichungen stehen bevor, 
c) von dem „Verzeichnils der Kunstdenkmäler der Provinz Schlesien“, 
hörausgegeben vom der Provinz und bearbeitet vom Regierungs-Bau 
meister Lutsch, und zwar vou dem zweiten, die Landkreise des 
Regierungs-Bezirks Breslau umfassenden Bande: Lieferung 2, ent 
haltend die Denkmäler des Fürstenthums Schweidnitz, Lieferung 3 
mit den Denkmälern von Brieg und Breslau, und Lieferung 4 (Schlufs) 
mit Oels, Wohlau und Glogau sowie den Herrschaften Trachen- 
berg und Militsch. Der zweite Band ist damit abgeschlossen, und 
die Vollendung des gesamten Werkes, einschliefslich der Druck 
legung, ist im Frühjahr 1892 zu erwarten, d) von den „Bau- und 
Kunstdenkmälern der Provinz Schleswig-Holstein, mit Ausnahme 
des Kreises, vormaligen Herzogthums Lauenburg“, mH Abbildungen, 
herausgegeben von der Provinz und bearbeitet vom Oberlehrer, Pro 
fessor Dr Haupt: Lieferung 17 bis 20 enthaltend die Kreise Schles 
wig, Segcberg und Sondexburg, Lieferung 21 bis 26 mit Steinberg, 
Stormarn und Tondern und Band III, enthaltend Nachträge, Berich 
tigungen, Ortsverzeichnis, Quellennachweis, Saeh-Ucbersichten usw. 
Nachdem damit das Werk vollendet, ist das Verzeichnis der Denk 
mäler des Kreises Lauenburg in Angriff genommen worden. 
B. Aus den übrigen deutschen Staaten:***) a) von den 
„Bau- und Kunstdenkmälern Thüringens“, im Aufträge der Regie 
rungen von Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen-Hildburg- 
hausen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha, Schwarzburg- 
Rudolstadt, Reufs ältere und Reufs jüngere Linie bearbeitet von 
Professor Dr. Lehfeldt: Herzogthum Sachsen - Alte nburg: 
Heft 3, umfassend den Amtsgerichtsbezirk Kahla, und Heft 4, Amts 
gerichtsbezirk Eisenberg, sowie Fürstenthum Schwarzburg- 
Rudolstadt: Heft 5, umfassend die Amtsgerichtsbezirke Franken 
hausen und Schlotheim, b) von dem vom Professor Dr. Kraus be 
arbeiteten Werke: „Kunst und Alterthum in Elsafs-Lothringen, 
*) vgl. Centralblatt der Bauverwaltung 1888, S. 423 ff. 
**) vgl. Centralblatt der Bauverwaltung 1888, S. 180. 
***) vgl. Centralblatt der Bauverwaltung 1888, S. 398. 
beschreibende Statistik“ von dem dritten Bande „Lothringen“ die 
zweite Abtheilung. 
Im übrigen ist über den Stand der Inventarisationsarbeiten in 
Preufsen folgendes zu bemerken. Vom ostpreufsischen Inventar 
ist dasjenige der Denkmäler des Samlandes, einschliefslich der Stadt 
Königsberg, nahezu druckfertig. An der Aufstellung des Inventars 
der Stadt Berlin wird unausgesetzt gearbeitet, und der Magistrat 
hofft das Werk im nächsten Jahre veröffentlichen zu können. Das 
Inventar der Provinz Posen ist noch nicht fertiggestellt. Dem 
mit seiner Anfertigung beauftragt gewesenen Literaten, Rector A. D. 
Kurtzmann hat der mit ihm dieserhalb geschlossene Vertrag auf 
gekündigt werden müssen. Die Leitung der Angelegenheit ist jetzt 
dem Provincialstandischen Verwaltungs-Ausschüsse übertragen. Dieser 
hat inzwischen die grundlegenden Vorarbeiten beendet, und das ge 
sammelte Material soll nunmehr einem erprobten Kunstästhetiker 
zur Bearbeitung übergeben werden. Als solcher ist der Regierungs- 
I Baumeister Lutsch in Breslau in Aussicht genommen, welcher z. Z, 
die gleiche Arbeit für Schlesien ausführt. Vou der Provinz Sachsen 
befindet sich Kreis Grafschaft Hohenstein im Druck. Der zum 
Inventarisator für die Provinz Westfalen erwählte Regierungs- 
Baumeister Ludorff hat die Ausführung der bezüglichen Arbeiten 
erst am 1, August v. J. übernommen. Nach Sichtung und Ordnung 
des bereits vorhandenen Stoffes hat man sich bisher auf die Er 
werbung von Abbildungen usw. sowie auf die Vervollständigung der 
Bibliothek beschränkt. Die Aufstellung eines die Gegenstände nur 
kurz beschreibenden, um so mehr durch Abbildungen zu erläuternden 
Inventars soll nunmehr, und zwar zunächst für den Landkreis 
Münster, begonnen werden. Seine Vollendung wird, je nach der 
Anzahl der einzustellenden Hülfskräfte, nach zwei bis sechs Jahren 
zu erwarten sein. Die Fortsetzung der Denkmaler-Statistik in 
der Rheinprovinz ist inzwischen der Gesellschaft für Rheinische 
Geschichtskunde in Köln übertragen worden. Diese hat einen Unter- 
aussebufs mit den betreffenden Arbeiten betraut, und letzterer hat zu 
nächst dio allgemeinen Grundsätze, welche hierbei befolgt werden 
sollen, fe&tges.teUt. Nachdem der Provincval-Ausscbufs rieh mit den 
selben einverstanden erklärt, ist sodann die Ausarbeitung von Frage 
bogen und ähnlichen Formularen, in Angriff genommen und die tech 
nische Oberleitung des ganzen Unternehmens dem Baumeister Hein 
rich Wiethase in Köln anvertraut. Was die Ausführung der in 
Betracht kommenden Arbeiten selbst anlangt, so hat vorläufig der 
Professor an der technischen Hochschule in Aachen Franz Clemens 
Ewerbeck*) den Stadtkreis Aachen, Herr Lambert v. Fisenne in 
Meerssen im Königreich der Niederlande die Kreise Erkelenz, Geilen 
kirchen und Heinsberg, Herr Wiethase selbst den Kreis Kempen 
übernommen. Die Vorarbeiten haben begonnen. Die Inventarisation 
der Bau- und Kunstdenkmäler von Hohenzollern endlich ist 
organisirt und in Angriff genommen. Es sind mehrere, aus je einem 
Bauverständigem und einem Kunstgelehrten bestehende Ausschüsse 
gebildet, welche mit den örtlichen' Besichtigungen und Aufnahmen 
bereits den Anfang gemacht haben. 
*) Professor Ewerbeck ist inzwischen leider verstorben (rergl. 
S. 226 d. J.); ein Ersatzmann ist u. W- bisher noch nicht bestellt 
worden. D. R. 
Regeln für den Bau von Schlachtböfen mittelgrofser Städte 
In Darmstadt soll demnächst auf einem im Norden der Stadt au 
zwei Bahnlinien gelegenen, zu diesem Zwecke sich trefflich eignenden 
Grundstücke ein neuer Schlachthof erbaut werden. Vor Aufstellung 
des Bauprogramms ernannte die Stadtverordneten-Versammlung einen 
fünfgliedrigen Ausscbufs mit dem Aufträge, eine gröfsere Zahl von 
Schlachthöfen in Nord- und Süddeutsehland zu 'besichtigen. Dieser 
Ausscbufs entledigte sich seines Auftrages in den Monaten. Januar 
bis April d. J., und am Schlüsse des von ihm an die Stadtverordneten 
versammlung erstatteten Berichtes fafste er in einem „Resumö“ die 
bezüglich der Gesanitanordnung der Schlachthöfe und ihrer Einrich 
tung gewonnenen'Anschauungen in <jen nachfolgenden 14 Leitsätzen 
zusammen. Dieselben dürften von allgemeinerem Interesse sein, weil 
boi ihrer Aufstellung manche noch wenig bekannten, z, Z. im’Bau 
begriffenen Anlagen berücksichtigt sind, und weil sie nicht nur für 
die Darmstädter Verhältnisse allein, sondern für Städte überhaupt, 
deren Einwohnerzahl etwa zwischen 40 000 und 80 000 Seelen gelegen 
ist, mafsgebend sein können. Für kleinere Städte sowie für solche, 
deren Kopfzahl 100 000 wesentlich übersteigt, könnten die nach 
stehenden Regeln nur mit geeigneten Abänderungen Anwendung 
finden. ' 
1. Keine der beiden Hauptanordnungen von Schlachthofanlagen — 
das Zerlegen in eine gröfsere Zahl von Einzelgebäuden einerseits, 
das Zusammenfassen der wichtigeren Räume in einem einzigen Ge 
bäudeblock andererseits — befriedigt vollkommen. Beide haben ihre 
grofsen Vorzüge, aber auch wesentliche Nachtheile. 
2. Die fast allgemein übliche Anordnung und Einrichtung der 
Schlachthallen für Grofs- und Kleinvieh ist zu empfehlen. Die Quer 
anordnung deT Winden in den Grofsvieh - Schlachthallen ist nicht 
günstig. 
3. In der Schlachthalle für Schweine ist die Queranordnung deT 
Hakenrahmen der Längsanordnung derselben vorzuziehen. 
4. Die Briibeinrichtung für die Schweine ist mit der Schlacht- 
halle für letztere nicht au vereinigen, doch ist der Brüh- und Tödte- 
raum für Schweine unmittelbar an die Schlachthalle zu legen. 
5. Die Stallungen für das Schlachtvieh sind den betreffenden 
Schlachthallen möglichst nahe anzuordnen. Insbesondere soll die
	        
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