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treffliher Weinpunsc< Stimmung schuf. Es muß ein sc<hwiegerväterliche, 1789 gegründete Keibelsche Seidensehr
munterer Abend gewesen sein: die ergänzende Tage«= bandfabrik an Carl Knoblauch über. Die Kontorräume,
buchbemerkung „sebr heiter, starf gezecht“ deutet darauf die schon vom Großvater und vom Vater als Geschäftshin.
Es ist nicht ersihtlih, ob der Abend beim alten zimmer verwendet worden waren, dienten diesem Zwe>
Bornemann, dem Generaldirektor der Königl. Preußi- au jeßt wie auch den folgenden Geschlechtern bis auf
schen Staatslotterie, dem Altersgenossen Zelters, oder den heutigen Tag. Die Jahre der jungen Ehe Carl
bei seinem Sohn, dem damaligen Kammergerichtsrat Knoblauchs, ihr Glü> und ihr tragisches Ende, die
und Jugendfreund Carl Knoblauchs stattfand. Unwill- Lbersiedlung der Kinder in das großelterlihe Haus am
kürlich werden wir an ein anderes fröhliches Abendessen Alexanderplatz und die Verödung der Wohnräume in
erinnert, das der junge Bornemann zu seinem bestande< der Poststraße, die so viel Liebe und Freude sahen, sind
nen Assessorexamen und seiner Verlobung mit Frl. im ersten Abschnitt dieser Arbeit ausführlich behandelt
Remy seinen Freunden Ad. v. Chamisso und Carl worden. . Erst gegen Ende der zwanziger Jahre öffnen
Knoblauch gab, bei Kemper am Tiergarten am 2. Juli sich die Räume allmählich wieder einem geselligen Ber-1824
unter alten Bäumen, das einen nicht minder feuht- fehr für die Familie und den engeren Freundeskreis.
fröhlihen Verlauf nahm (vgl. Jahrg. 1935, S. 124). Zeitweise wird sogar wieder wie 1828 bis 1830 voller
An jenem heiteren Januarabend des Jahres 1832 Haushalt geführt, um den Kindern den Schulweg zu
bei Vornemanns mit der Familie Zelter ahnte man kürzen. In diese Zeit fällt auch der denkwürdigste Tag
nicht, daß der Meister, der bald darauf seine Reise zu des Hauses, als am 26. Dezember 1828 in den Wohnseinem
großen Weimarer Freund antrat, nur noH räumen des ersten Stods sih Männer einten, deren
wenige Monate zu leben hatte, daß er bald nah dem Namen zu den glanzvollsten Preußens gehörten, wie
Tode Goethes (22. März 1832) in die Ewigkeit ein- Wilhelm v. Humboldt, Schinkel, Beuth, Rauch, Wach
ging (12. Mai 1832). Noch einmal durfte ihn Carl und Tie. Die Wohnung hatte damals zwar noh nicht
Knoblauch im April begrüßen, und mit Lebhaftigkeit den reichen Bildsc<hmu&> wie später, aber doch werden
konnte Zelter noch berichten: „Goethe hat die lezte Zeit im Tagebuch über sie recht freundliche Urteile, zumal
fast ständig diktiert, Gedichte oder herauszugebende von Humboldt und Beuth, vermerkt. Dennoch stachen
Schriften.“ die gesundheitlichen Verhältnisse der Wohnung so stark
Wie in der Liedertafel so hatte man auch anderwärts gegenüber denen des Alexanderplathauses ab (allein
im damaligen Berlin vielfach Gelegenheit, gute Ton- shon Megen vessen großen Gartens), daß diesem Amn
kunst zu hören. So besuchte C. Knoblauch öfters mit wieder der Borzug gegeben mne: 4533 MD man
seinem Freunde Carl Begas die Nachmittagskonzerte ernstlich Den Play; Has Spergeschoß hier auszupauen:
im Blumengarten an der Potsdamer Chaussee, wo ein Boender Eduard, Dei Architekt, und De vesreunpete
kleines Streichorchester besonders Beethoven und Stadtbaurat Langerhans winven ZU Rate 3030871
Mozart vortrefflich zu Gehör brachte. Aber auch im doh ergaben sich io große bauliche Schwierigkeiten, daß
eigenen Hause bot sich ihm erlesener Kunstgenuß: der vn den Plan wieder aufgab. So blieb es bei dem
Kapellmeister und Komponist Romberg, ein hervor- doppelten Haushalt.
ragendes Mitglied der Königl. Kapelle, hatte einen Vom 1. April 1833 ab war ein Teil des 1. Sto>-Teil
des 1. Sto>s gemietet. Von herrlichen Quartetten werks der Poststraße vermietet worden; zum 1. April
und Quintetten vor einem kleinen Kreis von Musik- 1839 wurde jedoch dem Mieter wieder gekündigt. Der
freunden berichtet das Tagebuch: „Liebe Erinnerungen Grund war zwiefach: zunächst war die Beseitigung alter
an glüliche Zeiten bewegten mich in diesen mir so ver- bautechnischer Fehler, die noch aus der Zeit der Ertrauten
Räumen.“ Oft kam Geheimer Rat Prof. Lihten- bauung des Hauses stammten, nicht länger aufzuschieben;
stein, mitunter auch Franz Krüger (13. September 1827), Sleichzeitig sollten verschiedene Berbesserungen vorge-„um
gleichzeitig seine Reise nach England mit mir zu 19mmen werden, die das Wohnen angenehmer und gebesprechen,
die er nach Vollendung seiner beiden großen sünder machten. Sodann waren die veränderten Fami-Bilder
antreten wollte. Aber -- Pferde und Hunde sind lienverhältnisse mit maßgebend. Schon seit längere!
doh seine Hauptliebhaberei“. Zeit war der Gesundheitszustand der Tochter Marie
| besorgniSerregend; er verschlechterte sich von Monat zu
Wenden wir uns nun wieder der Monat, und bald wurde es zur Gewißheit, daß sie am
Geschichte des Hauses in der Poststraße selben Brustübel litt wie die Mutter. Eine längere
zu. Seit dessen Erbauung durch Johann Christian Kur in Warmbrunn brachte keine Besserung. Am
Knoblauch (1759/69) war eine gründliche Überholung 1!9- August 1834 ist jie dort gestorben. Nur mit tiefer
nur einmal vom Sohn des Erbauers (im Jahre 1806) Bewegung kann man die Tagebuchaufzeichnungen diese!
vorgenommen worden. Nach dem Tode Carl Friedrichs eit lesen. Mit Dankbarkeit wird hier des Staatsrats
(17. Februar 1813) zog zu den verwaisten Söhnen ihr Nicolovius gedacht, der damals mit seiner Familie
Onkel Gottlieb Keibel mit seiner Familie. Für den ebenfalls in Warmbrunn weilte und dort mit Rat und
noch unmündigen Eduard übernahm er die Vormund- Tat und warmem Mitgefühl dem tiefgebeugten Bater
shaft. 1817 erwarb Keibel das Grundstü> an der zur Seite stand. So oft war man früher im Cantian-Contreescarpe
am Aleranderplaß als Wohnsiß, die schen Kreise fröhlich beisammen gewesen; jetzt führte das
„Beletage“ in der Poststraße wurde für das junge Paar Leiden und Sterben eines liebenswerten jungen Ge-Carl
Knoblauch und seine Gattin Henriette vollständig sc<öpfes auch zu einer herzlichen inneren Annäherung
neu bergerichtet. Am 1. Januar 1818 ging auch die der Männer. Die Furcht, daß auch der Sohn Her-