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Bücherschau.
Max Neumann: Menschen um Scinkel. de Gruyter, des damaligen Europas in Verührung kam, dürfte weit-Berlin.
1942. 192 Seiten, 15 Abb. 4.80 RM. pin Deren sein. Wichtiger Wr für den Anßenehenden
, : ; ie enntnis seiner engeren itarbeiter, orgeseßzten,
Die Darstellung des Wesens menschlicher Beziehungen TFTreunde, Eee und Mee Künstler, mit Se 25 im
und ihrer wechselseitigen Einflüsse, wie sie das vor- fleinen zusammenwirkte. Wir vermissen vor allem den
liegende Buch zur Aufgabe „hat, erfordert ein hohes BGartenfünstler Peter Lenne, den Hofmarschall von Massow,
Maß an psychologishem Feingefühl, allgemeiner Über- den Hofrat Bußler, Illaire, Alois Hirt, den Zimmermeister
|ict der Zeitverhältnisse und Beurteilungsvermögen des Steinmeyer, den Kaufmann Humbert, den Medailleur Kunßt-Wichtigen
und Unwichtigen ihrer Erscheinungsformen. Vor mann, Dr. v. Graefe und sein Haus im Tiergarten, den
allen Dingen aber muß der Verfasser einer derartigen treuen Gefährten und ständigen Arbeitskameraden Ludwig
Gesamtschau hervorragend schreiben können; sein Buh Poersius (der nur mit ein paar abshäßigen Worten erwähnt
muß ein Kunstwerk in der Sprache wie im geistreihen ist), die Hofbauräte Albert Shadow und Hesse, Friedrich
Wechsel von Persönlichkeit8- und LUmweltschilderungen sein; Karl Busse, den Hofgärtner Fintelmann, Knoblauch, Vrose,
denn ohne dies läßt sich das Leben (und darum handelt es Keibel, die Maler Kolbe, Schoppe, Dähling, Stielke und
sich doch. in diesem Fall) gar nicht darstellen, es sei denn in Bondemann sowie die Prinzen Karl, Wilhelm und August
der Form lexikalischer Tro>enheit, die keinen Anspru< auf yon Preußen -- ich nenne nur willkürlich ein paar Namen,
schriftstellerische Wertung erhebt. Daher haben im Laufe alles Persönlichkeiten, mit denen Scinkel ständig zu tun
der Kunstgeschichte nur selten hervorragende Sachkenner die hatte und denen er im Briefwechsel und durch übergroße
Aufgabe gewagt, ganze Zeitläufte oder Kulturkreise lieferte mündliche Aussprachen wesentliche Anregungen gab.
schriftstellerisc< zu umreißen. Wenn sie es aber taten, so In diesem Sinne hätte auch die enge, wechselseitig gebende
waren sie (wie etwa Jakob Bur>hardt, Carl Justi, Alfred und nehmende Zusammenarbeit mit Friedrich Wilhelm 1V.
Lichtwar> und Hans Madowsky) begnadete Schriftsteller, an dieser Stelle sehr viel eingehender herausgearbeitet werdie
das von ihnen geschilderte Gebiet durc< einzigartige den müssen, als es geschah. -- Stilblüten: „Infolge Gehirn-Kennerschaft
beherrschten, so daß ihre Bücher sich bei aller leidens beauftragte Friedrih Wilhelm 23. 10. 57 seinen
wissenschaftlichen Genauigkeit spannend wie Romane lesen. Bruder Prinz Wilhelm von Preußen mit der Stellvertre-Die
Vorliebe für einen bestimmten Abschnitt menschliher ung, 7. 10. 58 mit der Regentschaft“. (Aus den sehr lücen-Kulturgeschichte
allein berechtigt noch nicht zu dem Unter- haften und uneinheitlichen „Kurzbiographien“ am Sc<luß
fangen, hierüber auch zu schreiben, mag sie durch no< so des Buches:) „In der au8wärtigen Politik stärkte Hardenzahlreiche
Kenntnisse und fleißig erworbenes Einzelwissen berg durc< Hinhalten Staat und Heer.“ „Luise, Königin
unterbaut sein. Hier muß ein Autor über künstleris<2? Be«- von Preußen, . . . heiratete 24 12. 93 den Kronprinzen
rufung verfügen. : . . (König Friedrich Wilhelm I11l.), unterstüßte ihn treu in
Wir haben den Eindruck, daß Max Neumann sich mit einem Unglü> seit 06 und belebte den Widerstand
sehr viel Liebe und Eifer der Darstellung der Schinkelzeit gegen Napoleon.“ „Dieser fast 20 Jahre als Karl
gewidmet hat, daß ihm darüber hinaus jedoch alle Voraus- Friedrich ältere Vetter Vallentin Rose wird auch sein
sezungen für die befriedigende Fassung einer Arbeit von der Vormund“ (Seite 4). „Iffland, geborener Hannoveraner,
Tragweite des vorliegenden Buches fehlen. Unter Auswer- wird dann Generaldirektor der Kgl. Schauspiele in Berlin“
fung alles ihm (wahrscheinlich an abgelegener Stelle) er- (Seite 72). „Nach Goethes Tode nimmt dessen zweiter Teil
Feichbaren Ss fügte er IEEE vn SIBSSHEN Rauchs ganze Seele gefangen“ (Seite 90).
aus Biographien, Erinnerungen, Na agebüchern, Brief- . IT IDEIE TETE
veröffentlichungen u. a. m. über die maßgebenden Persön- Als Zelters Geburtsort wird irrtümlich noh Petzowlichkeiten
jener Zeit zusammen, gab ihnen die Folge von Werder-Havel angegeben; Schottländer hat in den Schriften
Schinkels Lebenslauf, verband sie mit eigenen Urteilen und der Goethegesellschaft, Band 44, S. 396, im Jahre 1931
verlieh dem Ganzen unter Verzicht auf Gliederung in Berlin erwiesen.
Kapitel und Einzelabschnitte Gegenwartsform. ES ist leider müßig, auf die Schwächen, Fehler und Aus-Das
Ergebnis ist dementsprechend. Der Leser kann nix dru>smängel des Buches näher einzugehen. Sie folgen
mühsam dur< das gänzlich s<wunglose, in seiner Präsens-< mehr oder weniger alle aus dem Mißverständnis seiner
form die Zeiten verwischende und oft ungepflegte Deutsc< von Gesamtanlage. Für den Beurteiler bedeutet es eine schmerz-Seite
zu Seite vordringen, verliert immer wieder den Faden liche Aufgabe, bei klarer Erkenntnis des guten Willens und
und wird, abgelenkt vom eigentlichen Thema, mit Neben- der Eindringlichkeit, mit denen der Verfasser zu Werke ging,
sächlichkeiten belastet. Über drei Viertel des Buches könnten die vorliegende Form seiner Arbeit ablehnen zu müssen.
in Anmerkungen untergebracht oder gestrichen werden, sofern Warum hat sich denn niemand dieser in der Planung so
es erst gelungen wäre, den Rest anschaulich zu gliedern und vielversprechenden und dankenswerten Schrift im einzelnen
nach wesentlichen Gesichtspunkten zu vertiefen. Es ers<eint angenommen, ehe es zu spät war? Jetzt ist es für lange
uns unbegreiflich, wieso der Verleger nicht zu einem ähn«- BDeit unmöglich, Änderungen oder Umfassungen vorzunehmen,
lichen Urteil kam und den Verfasser anregte, seine sehr und Neumanns ganzes Wissen liegt in der zu leicht herausdanfenswerte
Hingabe an den Vorwurf in dieser Rihtung gebrachten Erstlingsarbeit fest. Ob er mit seinem Urteil
zu betätigen. Es wäre gar nicht so schwer gewesen, diese (S. 155) über die Feilnerschen Terrakotten und Mauerziegel
Arbeit vieler Stunden noh zu einem sehr lesen38werten und die richtige Einstellung auch zur Kunst der Schinkelzeit hat,
anregenden Buch umzuarbeiten. könnte bezweifelt werden: „Schinkel selbst hat sich an diesem
Allerdings hätte Neumann sich dann wohl. doh noH DQualitätsmaterial berauscht und seine Zeitgenossen haben
etwas eingehender mit den Menschen des alltäglihen Um- Feilners Leistung sehr bewundert. Uns erscheinen die
gangs von Schinkel befassen müssen. Daß der: große Arhi- WMauersflächen heute zu „gele>t' und in der Farbe zu gleichteft
mit fast allen namhaften Künstlern und Kunstfreunden mäßig“. Dr. Georg PoensSgen.
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Ausgegeben am 10.10. 42.