Path:

Full text : Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved) Ausgabe 26.1909 (Rights reserved)

NS

sah er gewöhnlich das Menu dur<. Eine große
Anzahl dieser Utenus ist heute no< vorhanden ;
bei einzelnen Speisen findet sich von der Zand des
Rönigs ein „" als Zeichen, daß ihm die Schüssel
gemundet hat. Das letzte Menu, das dur seine
Zand ging, ist vom 5. August 1786; er starb bekanntlich
 am 17. August.
Das letzte Menu, auf Schloß Sanssouci serviert,
war folgendes:
1. Soupe aux Choux ä la Fouquet. +
2. du Boeuf au pannais et carottes.
3. des poulets en camelon aux concombres farcis en blanc
a l'Anglaise. (Der König setzte dafür des Cotelettes du
papier.)
4. de petites pates 4 Ja Romaine.
5. gebratene junge Colonnen.
5. du Saumon ä la Dessau.
7. de files de Volaille 4 la Pompadour avec langue des
boeufs et croquets.
3. Portugieser Kuchen. (Der König setzte dafür Des Gauffres.)
9. Grüne Erbsen. +
(0. "Frische Heringe. --11.
 Saure Gurken.
Während des Siebenjährigen Rrieges ließ der
Rönig seinen Mundko< LroEl im Dezember 1757
nach Breslau, wo er bis zum März 1758 blieb,
und im April 1759 nach Bolkenhayn nachkommen,
um. auf die gewohnten Genüsse nicht verzichten zu
müssen. Im Oktober 1759. schreibt der Rönig an
„„, . .* den Warquis d*Argens: »Menez Noel avec vous;
Hoffüchenmeister Kol, R I. 1
EG 1726; + 1801.) PENtCHre qu'il pourra me rendre mes forces«. )
Nach einem Originalaquarell im Besitze des Herrn Major L.. Noöl. Die große Rolle, die L7oel spielte, war für die
Ärzte des Rönigs ein Gegenstand steter Sorge.*)
meister L7o&l, der bei ihm in hoher Gunst stand, Sobald bei der Tafel das Dessert, das nur aus
selbst rommen, um dann auch mit über die Shüs- Obst bestand, aufgetragen wurde, erschien Lcoöäl
seln für die Marschalltafel und die Bedienten zu in reicher Rleidung. Welche Bedeutung für den
sprechen. Bekam der Rönig Besuch. von vor- großen Rönig der Rüchenzettel hatte, geht am
nehmen Fremden, so wurden bis zu 30 Schüsseln besten aus einer Ode?) von 137 Versen hervor, die
gegeben und diese besonders bezahlt.) er 1772 an LroEl richtete, als dieser für ihn ein
Friedrich der Große liebte es um 12 Uhr neues Gericht: »Die Bombe de Sardanapale«,*)
zu Mittag zu speisen. Einige Literaten, «Zofleute hergestellt hatte. In dieser Lobschrift, die auch in
und Generale bildeten meist seine Tischgesellschaft, deutscher Sprache erschien, besingt der Rönig seinen
bei der stets ein ungezwungener Ton herrschte. „Zofküchenmeister u. a. wie folgt:
Allgemein bekannt ist ja das schöne Bild von
Menzel, die „Tafelrunde in Sans-Souci 1750". 1) Oeuvres de Frederic le Grand. Tome XIX. Seite 61,
Der Rönig war kein starker Lsser, verstand sih > ipal Dr. Mamlo>, Friedrichs des Großen Bejedoch
 ausgezeichnet auf Delikatessen. Loom während „ih ungen zur Medizin. Berlin 1902.
seiner letzten Krankheit, bis kurz vor seinem Tode, 3) Oeuvres de Frederic le Grand. Tome XIX. Val.
Theodor Yulpinus. Oden und Episteln Friedrich des
1) Jm Königl. Haus-UArchive befinden sich die Rechnungen Großen. Berlin 1886. Seite 264. Au Sieur Noel, Seite 265.
über Einnahme und Ausgabe bei der Königl. Preuß. Hoff- Un den Meister Noäl, den Oberkoch 1772.
Staats-Kasse und die täglichen Küchenrecnungen aus der 4) Dgl.: „Jugenderinnerungen von Gustav Par-Regierungszeit
 Friedrichs des Großen, die der König sehr they“, herausgegeben vom Geheimen Regierungsrat Ernst
genau prüfte. Friedel, Berlin 1907, Ernst Frensdorff, 1. Teil, S. 245.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.