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697 Blum, Reibungsbahnen und
Bahnen gemischten Systems.
Streckensteigung zu bestimmen. Für Dampfbetrieb haben
’ wir in Zusammenstellung 6 gefunden, daß die Betriebskosten
bei wachsender Zahnstreckensteigung etwas fallen, daß aber
die geringen Unterschiede es rechtfertigen, die Steigungen
ganz dem Gelände anzupassen. Dasselbe Ergebnis liefern
für elektrischen Betrieb die Berechnungen der Zusammenstellung
15.
Zusammenstellung 15.
Bahn gemischten Systems; täglich 8 Züge von 100 t; natürliche
Steigung 60 vT.; gewählte Heibungssteigung 80 vT.
Steigung der Zahnstrecke . .
vT.
60
70
80
90
Länge der Reibungsbahn . . .
km
6,67
33,33
10
12
13,33
„ „ Zahnstangenbahn
10
8
6,67
„ „ Zahnstange 79 ) . . .
18,69
10,36
8,36
7,03
Lokomotivgewicht
t
22,1
22,1
22,1
22,1
Größter Raddruck
3,66
3,66
3,66
3,66
Reibungszugkraft
kg
8975
3 975
3 975
3 975
Oesamtzugkraft
7 700
8 020
10130
11350
Zahndruck
3 725
4 955
6155
7 375
Oberbaukosten für 1 km . . .
Ji
16 500
16 500
16 500
16 500
Jahreskosten, Oberbau . . .
Zahnstangenkosten für 1 km .
24 800
24 800
24 800
24 800
22 000
25 000
28 000
28000
Zinsen der Zahnstange . .. .
10 550
9 060
8 200
6900
Schmierung der Zahnstange
2060
1 550
1260
1050
Zugkm Bergfahrt, Reibungsstr.
„ „ Zahnstrecke
Zugkraftkosteu, Eeibungsstrecke
Ji
19 500
38 900
4 520
29 200
29 200
6 780
35 000
23 400
8140
88 900
19 500
9 040
* Zabnstrecke. .
17 500
15 200
13 800
12 860
„ zusammen . .
22 020
21 980
21 940
21 900
Schmierung Reibungsstrecke
H
585
875
1050
1190
„ Zahnstvecke . . .
1 750
1 310
1050
880
„ zusammen . .
2 335
2 185
2100
2 070
ux der Zahnradmaschine . .
Reisegeschwindigkeit V» . .kn
0,348
0,405
0,458
0,512
/St.
9,0
7,7
6,7
5,9
Gesamtfahrzeit in Reibungsstr..
st.
2 600
3 900
4 660
5190
„ „ Zalmstrecke .
8 620
7 550
7000
6 700
„ zusammen .
11220
11 450
11 660
11890
Personalkosten
Ji
21400
21800
22 200
22 600
Kosten der Lokomotiven 72 73 ) . .
265 000
265 000
265 000
265 000
Zinsen „ * ...
9 300
9 300
9 300
9 300
Unterhaltung in Reibungsstr. .
5 850
8600
10350
11500
„ in Zahnstreoke .
16 200
12 200
9 700
8150
„ d. Lokom. zusammen
22 050
20 800
20050
19 650
Erneuerung der Lokomotiven .
fl
8 350
8 350
8 350
8350
"Wiederholung der Kosten von Zusammenstellung 15.
Steigung der Zahnstrecke vT.
60
70
80
90
Oberbau
A
24 800
24 800
24 800
24 800
Zahnstange Zinsen
10 550
9 060
8 200
6900
* Schmierung . . .
2 060
1550
1260
1050
Zugkraftkosteu
22 020
21980
21940
21900
Schmiere
2 335
2185
2100
2 070
Personale
21400
21800
22 200
22 600
Zinsen 1
9 300
9 300
9 300
9 300
Unterhaltung J der Lokomotiven
22 050
20 800
20 050
19 650
Erneuerung |
*
8 350
8 350
8 350
8 350
zusammen
122 865
119 825
118200
11G620
Man wird zwischen S r und S A ähnliche Verhältnisse wie
bei Dampf bahnen {25:67; 30:80) anstreben, kann aber,
wenn das Gelände dazu herausfordert, für S», entsprechend
der größeren Bewegungsfreiheit in der Bauart der Lokomotiven,
noch etwas höhere Werte anwenden. Es wird z. B.
bei : S» = 30: 90 ft r .p x = 0,18 ; 0,512
bei Sr<Sx =* 30:100 «» 0,18:0,569,
während bei der — allerdings in besonders eigenartiger
Weise betriebenen-Bahn Stansstad—EngelbergjU* = 0,615 ist.
Um zu untersuchen, mit welcher Reibungssteigung
eine Bahn mit gemischtem Betrieb anzulegen ist, wenn die
72) 0,36 km für Einfahrten, vgl. Abschnitt D.
73) Anzahl der Lokomotiven 5, tägliche Dienstzeit (wenn eine
in Ausbesserung) 10,70 ■ 10,85-11,00-11,15 Stunden.
durchschnittliche Steigung gegeben ist, sind in Zusammenstellung
16 (S. 699) die Betriebskosten bei einer durchschnittlichen
Steigung von 50 v T. für drei verschiedene Reibungssteigungen
(mit entsprechenden Zahnstreckensteigungen) berechnet
worden. Dazu sind, ebenso wie früher in Zusammenstellung
9, die Kosten für- eine auf ganzer Länge mit Zahnstange
ausgerüstete Bahn und für eine künstlich entwickelte
Reibungsbahn mit 45 v T. ermittelt
Die Schlußsummen der Zusammenstellung 16, verglichen
mit denen der Zusammenstellung 9 zeigen, daß für elektrischen
Betrieb die früheren Ermittlungen ebensolche Gültigkeit
haben wie für Dampfbetrieb.
Ebenso wie wir in Zusammenstellung 11 für Dampfbetrieb
berechnet haben, ob etwa eine Bahn gemischten
Systems einer Reibungsbahn gegenüber in Frage kommen
kann, wenn die natürliche Steigung unter der in Zusammenstellung
2 u. 8 gefundenen höchsten wirtschaftlichen ßeibungssteignng
liegt, müssen wir dies auch für elektrischen Betrieb
tun. Zu diesem Zweck sind in Zusammenstellung 17 (S. 700)
die Betriebskosten für eine Bahn mit einer (natürlichen) Raibungssteigung
von 40 vT. und einer gemischten Bahn mit
derselben Durchschnittsneigung und Steigungsverhältnissen
von 25 und 67 vT. berechnet. — Das Ergebnis ist, wie bei
Dampfbetrieb, für die Bahn gemischten Systems ungünstiger
als für die Reibungsbahn.
Aus all dem folgt, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse
von elektrischen Reibungsbahnen im Vergleich
zu Zahnstangen- und gemischten Bahnen
dieselben sind wrie bei Dampfbetrieb, nur liegt die
wirtschaftliche Höchstgrenze von Reibungssteigungen
bei derselben Verkehrsstärke bei elektrischem
Betrieb höher als bei Dampfbetrieb.
II. Betrieb mit Triebwagen.
Auf vielen Bahnen mit geringem Verkehr ist es zweckmäßig,
an Stelle von Zögen, die aus Lokomotiven und
Wagen zusammengesetzt sind, Einzelwagen oder Triebwagen
mit Anhängewagen verkehren zu lassen, um die vom verkehrspolitischen
Standpunkt wünschenswerte dichte Zugfolge
ohne wesentliche Erhöhung der Betriebskosten zu ermöglichen
(vgl. Birk, Der Betrieb der Lokalbahnen, Wiesbaden 1900).
Wenn nur Einzelwagen verkehren, so können natürlich
die Steigungen einer Reibungsbahn sehr bedeutend sein, da
dem Gesamtzuggewicht ein sehr hohes, für Zugkraft nutzbares
Reibuogsgewicht gegenübersteht. Bei den Wagen neuerer-Bauart,
die mit Dampf-, Druckluft-, Gas-, Benzinoder
Petroleumantrieb fahren, ruhen die Wagen in der
Regel auf zwei Drehgestellen. Das vordere trägt die Maschine
und hat fast immer zwei Achsen, die also Triebachsen sind.
Das hintere dient nur zur Unterstützung des Wagens und
hat demgemäß Laufachsen; manchmal ist nur eine hintere
Laufachse angeordnet. Bei vollbesetztem Wagen ist das
vordere Drehgestell immer noch stärker belastet als das
hintere, und man kann annehmen, daß sich das Verhältnis
beider im ungünstigsten Falle — wenn die Vorräte aufgebraucht
sind — zu 10:8 ergibt. Die Zugkraft ist also
10
——-r • 0,15 = 83,3 kg für 1000 kg, und demnach würde
1 ü -f- o ■
unter Berücksichtigung des Eigenwiderstandes die zulässige
Steigung einer Reibungsbahn 79 vT. betragen.