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Volume No. 12 Besprechungen von Büchern etc.

Full text : Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins (Rights reserved) Ausgabe 12.1895 (Public Domain)

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Erinnerungen eines der farbenreichsten Bilder der damaligen Nr. 241 vom 13. 10. 95, der Berliner Börsen-Courier
Si ERBRRPNSEUPETUNGREGEEUNGN SNN Ur. 465 vom 4. 10. 95, die Morddeutsche Allgemeine
räfin Elise v. Bernstorff ist die Gemahlin des Grafen ,
Christian Günther v. Bernstorff, früheren dänischen, späteren Deisung 22475 -D6m9710:595:
preußischen Ministers des Aeußeren. Ihre Jugend und die
ersten Jahre ihrer Ehe verlebte sie in ihrer dänischen Heimath. Briefkalten.
Sie schildert das Leben des dänischen Adels auf seinen Gütern Herrn Major v. H. hier.
und am Königshofe und das wahrhaft patriarchalische Der- Ihre Unfrage über. die Geschichte von Heckelberg im
hältniß, das zwischen ihm und seinem Fürsten damals herrschte. Ober-Barnim wird am ausführlichsten von Fidicin in den
Sie folgte dem Gatten im Jahre 1811 nach Wien, als er den Territorien der Mark Brandenburg“ (Ober-Barnim 5. 28 f.)
dortigen dänischen Gesandtenposten annahm. Besonders spannend beantwortet. Hiernach besaß der Ort =- wie sich aus dem
sind ihre Schilderungen der Zeit des Wiener Kongresses, die Candbuche ergiebt = im Jahre 1375 72 Hufen und nahm eine
zwar keinen geschichtlichen Werth beanspruchen, aber die. 4 Zwischenstellung zwischen Dorf und Stadt ein. Während
Eindrücke jener Seit so wiederspiegeln, wie sie sich einem . nämlich bisweilen als civitas und oppidum erwähnt wird,
jugendlich lebhaften Gemüth einprägen mußten, das biScher auch ein Siegel mit der Umschrift: »Sigillum civitatis Heckelfern
 vom Brennpunkte des diplomatischen Lebens, fern von bergensis« führte, hat er doch, soweit nachweisbar, keine städtische
der Unruhe der hohen Politik, plötzlich in das Schaugepränge Verfassung gehabt und wird daneben auch als Dorf bezeichnet.
einer wirbelnden Gesellschaft versetzt wurde. Von Wien ging Es scheint hiernach, als gehöre He>elberg zu denjenigen Orten,
Graf Bernstorff als dänischer Gesandter nach Berlin, um im welche in ihrer Entwickelung durch irgend welche Zufälligkeiten,
Jahre 1818, auf Anregung des Fürsten Blücher, als Minister z. B. durch die Grenzkriege mit Pommern, gehemmt und
des Aeußeren in den preußischen Staatsdienst überzutreten. zurückgekommen sind. Hierfür spricht auch die alte sehr umfang
Die nun folgenden Scilderungen des Lebens der Berliner reiche Kirche des Orts, welche weit eher für ein Städtchen als
Gesellschaft und des preußischen Königshofes bilden den Kern- für eine Dorfschaft berechnet gewesen ist. Seit der Zeit der
punkt des Werkes. Wir lernen aus ihnen den König Friedrich Hohenzollernherrschast hat Hecelberg eine rein dörfliche Existenz
Wilhelm II. in seiner Milde und Herzensgüte, die liebens- geführt, sich im wechselnden Besitze der benachbarten Adelswürdigen
 Prinzen, den Kronprinzen und den Prinzen familien, Aschersleben, Arnim und Holzendorff befunden, bis
Wilhelm (späteren Kaiser Wilhelm 1.), sowie ihre Ge“ 25 nach 1650 an den bekannten Feldmarschall des Großen
mahlinnen, ferner die Prinzessin Charlotte, nachmalige Kurfürsten Hans Christoph v. Sparr überging, dessen Sohn es
russische Kaiserin, und des Königs zweite Gemahlin, die Fürstin dann dem Kurfürsten verkaufte. Seitdem bildete es zuerst
Liegnitz, kennen. Die Aufzeichnungen führen uns in den einen Theil des Umtes Biesenthal, später des Umtes Meustadtkleinen,
 aber auserlesenen Kreis der Freunde der Familie; sie Eberswalde und zwar als eins der bevölkertsten Dörfer des
schildern Erlebnisse, die mit der damaligen Zeitgeschichte in Kreises.
nächster Berührung stehen. Besonders freundschaftliche Be- Unsere Mitglieder, welche sich vor Kurzem an den alten
ziehungen herrschten zwischen den Familien Bernstorff und dwyandgemälden im Dorfe Dahlem erfreut haben, wird die Mit-Radziwill;
 innigen Antheil nimmt die Verfasserin an dem peilung des Herrn Fragestellers interessiren, daß vor einiger
tragischen Schieksal der schönen Prinzeß Elisa v. Radziwill. eit auch Spuren alter Wandmalerei in der Kirche zu Heckelberg
Im Jahre 1835 starb der Gatte, den sie noch 32 Jahre über- unter der Tünche entde>t worden sind. Hoffentlich find wir
lebte. Mit seinem Tode schließen die Aufzeichnungen; ein demnächst in der Lage, Näheres hierüber unseren Mitgliedern
Schlußwort giebt Kenntniß von dem ferneren Lebenswege der mittheilen zu können.
Gräfin. Yon gleichem Werthe wie die Schilderungen ihrer 5
Zeit und Zeitgenossen ist es für uns, in der Gräfin Bernstorff
die gemüth- und geistvolle, liebenswürdige Frau, die glückliche Zur Beachtung.
Gattin und Mutter kennen zu lernen, die nicht nur in Zeiten Mehrfach ausgesprochenen Wünschen seitens der
ve. SWARIEBE REN sondern auch in schweren Prüfungen sich MWMitglieder folgend, werden alle Freunde unseres Vereins
ewährte. ; i
Das Buch verdient, wie das vor Kurzem in gleichem gebeten, fosgendo.Dinge zz sammeln, gelegentlich
Verlage in sechster Auflage erschienene: „Gabriele v. Bülow, im Deutschen Dom vorzulegen und". dem Archiv-zuzu:
ein Lebensbild"“, einen Platz auf dem Weihnachtstisch. führen:
1. Sämmtliche Darstellungen des Berliner Stadt
- »„eft XXXII der Schriften des Vereins für die Wappens (Bär) unter gefälliger Ungabe, woher
Geschichte Berlins hat eine günstige Aufnahme in dieselben entnommen.
weiteren Kreisen erfahren. Eingehende Besprechungen Künstlerisch vollendet und geschma>voll ausgeführt?
finden sich in der Sonntagspost Ur. 27 vom 29. 9. 95 Prospekte, Geschäftskarten angesehener Berliner
und Vossischen Zeitung Nr. 467 vom 5. 10. 95. Jns- Firmen.
besondere haben sich mehrere Zeitungen mit dem Auf- Einladungen zu Festlichkeiten, Speisekarten, Familien“
saße „Der Berliner Volksdialekt“ von Dr. Hans Unzeigen, Glü>wunschkarten, die der Berliner
Brendicke beschäftigt, 3. B. Berliner Fremdenblatt Industrie entstammen, -
Für den materiellen Inhalt der Mittheilungen sind die Mittheilenden verantwortlich.
Redakteur: Dr. Brendi>e in Berlin W35, Kurfürstenstr. 41.
Verlag des Vereins für die Geschichte Berlins. = Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn in Berlin.
            
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