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Zierbei drängt sich aber die Frage auf, ob Ulartin daß es möglich sei, eine so formvollendete Dichtung aus ihrer
Friedrich Seidel (1621 = 1693), dem wir die Ueber- Feder zu erwarten. Dies war Alles. =- Es ist Thatsache, daß
lieferung des Zererschen Porträts verdanken, auf 5 Große zuf bie zarsen Empfindungen seines frommen
SEIT . : erzens, 3. B. seine Gebete = nur in seiner Muttersprache
un EEN in Zu Saen zum Ausdruck brachte. Soll die geliebte Gemahlin, vor deren
; g oder erst Bild noh oft nach ihrem Tode (1667) er thränenden Auges
hinzugesetzt hat. Denn nach der Aufschrift rührt stand und ausrief: „O Luise wärest du bei mir, hätte ich deinen
das Bild des Ranzlers Zerer aus dem Jahre 1485 Rath", =- soll diese geistvolle Frau in Berlin nach mehr denn
her, und es erscheint sehr zweifelhaft, ob Meine kn ZR: Ehe nicht deutsch gelernt
Han ER EILEN ' R 12 haben? =- Dazu kommt, daß die zärtlich besorgte Gattin ihren
Fn Hl Rn ea are 2 REITEN Gemahl auf fast allen seinen Reisen begleitete. Betreffs ihrer
SERUM; : zu versteXen, schon Cieder wird nur die Möglichkeit von mancher Seite angenommen,
üblich gewesen ist. I<h- möchte annehmen, daß daß vielleicht Otto. v. Schwerin, der Freund der Kurfürstin und
jenes inhaltvolle Bildhen auf dem Porträt Zerers Erzieher ihrer Kinder, einige Hilfe geleistet. Uber auch dies
ebenso wie das wunderliche VTotto des Ranzlers DIRE vs Ms pn Christoph Runge in Berlin 1655
v. : . AE ILLE RE erausgegebenen Gesangbuch ist jedoch der Hinweis schon ab-SE
ETI EE EE ELE gedruckt, daß Luis e Henriette Dichterin jenes Liedes war. Auch
: LEH ' DIE ft. wird von berechtigter Seite ausgesprochen, daß durchaus kein
Martin Friedrich Seidel den Bildern jener Ranzler Beweis für die Ansicht vorläge, die Kurfürstin habe nicht
beigefügt ist, um damit dem Geschmae seiner Zeit fließend und gut deutsch gesprochen.
Rechnung zu tragen. So enthält 3, B. das Por- 7. ii 8 3s een SPRePEn Frobensage, eie
DRUG “ 3 “ uns als Schüler für patriotische Deklamationen vor 40 Jahren
ae seines Daters, des Geheimenraths KErasmus begeisterte, ebenfalls wenig bewiesen. Don Froben ist es Thatkeidel
(1594-1655) nicht nur in Bildern das face, daß derselbe bei Fehrbellin geblieben und in Berlin
Motto: »Iumine Scripturae, lumine naturae«, sondern unter großen Ehrenbezeugungen bestattet ist. Es ist ferner
daneben noc: das Symbol: »horrendum Sane est Thatsache, daß der Kurfürst nach der Schlacht eine Münze
in eo statu vivere, in quo mori nolles.« (Bilder- prägen ließ, auf welcher er reitend dargestellt ist; vor ihm sinkt
sammlung Lr. 88.) Zerr Oberlehrer Dr. Bolte Tien vom Pferde. Thatsache ist, daß 8nno 16853 die Gemahlin
theil Miet : ; hristoph Srobens, jüngeren Bruders Emanuels, bei ihrer
eilt uns übrigens (im Anschluß an »Zeft 32 un Erhebung in den Adelsstand als Wappenschild ein weißes
serer Schriften, S. 68) mit, daß er im nächst- Pferd erhielt. 1708 schon erzählt der bekannte Gundling die
jährigen Programm des Königstädtischen Gym- bestrittene Begebenheit, welche sich: sogar- in den Schriften
nasiums einen Theil seiner Untersuchungen über Friedrichs des Großen wiederfindet. Als einen ernsten Gegenm.
F. Seidel zur Veröffentlichung zu bringen ge- beweis bezeichnet man die in Monbijou im Hohenzollerndenkt.
Es ist somit zu erwarten daß die schwieri . museum befindlichen „und aus dem Jahre 1693 stammenden
1 . : . En Z 3 Gobelin-Tapeten. Hier sieht man nämlich, daß Froben von
ufgabe in dem von HD. &. Seidel Ueberlieferten einem braunen Pferde herabgesunken ist, während der Kurfürst
den ursprünglichen Rern von den Zuthaten Seidels den Schimmel reitet. Fürwahr ein großartiger Beweis für
kritisch zu sondern, demnächst ein gutes Stü ge-. die Unwahrheit der Erzählung vom edlen Opfertod Frobens.
8 . . I - Sollte nun nicht ein Jeder, der selbst zu Thaten fähig ist, sich befördert
sein wird. Sriedrich „oltze. mühen auch diese Sage fortleben zu lassen? 50
<--- Edmund Nüller,
Kleine RUI EEund urin Bespreczung von Büchern etc.
erein für die Geschichte Berlins unternahm am “cc . 7 <:
12. Juni 1895 eine Fahrt nach Oranienburg, um diese kleine Sräfin Klise v-. Bernstorff, geborene Sxäfin
Stadt, deren Kirche, vor Allem aber das Schloß mit Park, das v. Dernath. Kin Bild aus der Zeit von
Waisenhaus und das Standbild der Gemahlin des Großen 1789 bis 1835. Aus ihren Aufzeichnungen. Mit
efarsen, welcher diese Wohlthätigkeitsanstalt ihr Entstehen, drei Bildnissen. Verlag von KE. S. Mittler &
Wem M ee EEE NET pt gekommen, daß Sou: Rönigliche >Zospumbandiung: erh ZM
Luise Henriette, welche oft Bewohnerin dieses Ortes war, in Rochstraße 68-71. Mk. 10,--, elegant gebunden
Men evangelischen Gesangbüchern als Dichterin mehrerer MIt. 11,50.
irchenlieder, besonders des schönen Ostergesanges „Jesus Die Memoirenlitteratur, welche unsere vornehmsten Gemeine
Suversicht" genannt ist? sellschaftskreise zu Uusgang des vorigen und zu Beginn des
. EinDortrag im Geschichtsverein verwies diese Behauptung jetzigen Jahrhunderts schildert, ist soeben um ein sehr gehaltim
den Kreis historischer Unwahrheiten. Wir fragen, mit volles. Werk bereichert worden durch die Aufzeichnungen der
welchem Rechte geschieht solches? Welchen Vortheil bringt Gräfin Elise v. Bernstorff, geborenen Gräfin v. Dernath.
I so fühne Behauptung? Der Vortragende sagte, wie Durc< die ausgedehnten gesellschaftlichen Verbindungen der
K: „allerdings bereits von anderer Seite geschehen, „die Verfasserin mit den hervorragendsten Persönlichkeiten und durch
Urfürstin habe nicht so genügend die deutsche Sprache beherrscht, die Innigkeit ihres eigenen Familienlebens geben uns ihre
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