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Full text: Nante als National-Versammelter / Hopf, Albert

Nante als National.Versammelter.
Zweite Sitzung. Preist R Sgr.
Brenneke (gem�thlich). Nu sage mal B�rger Depentirter, habt ihr denn schon angefangen zu pap-perlapap � papieren, oder wie't hee�t?
�
Ick habt noch Nischt nich geh�rt.Nante. Parlamentiren hei�t des, B�rger Vrenneke. Allerdings! Ja wohl. Wir find eben bei n
neuen Verfassungs- Entwurf. (Er bl�st eine dicke Rauchwolke in die Luft).Brenneke. Is det derselbe, den des Volk uf de breite Grundlage, wo der alte Fritze zu
stehn kommen soll, verbrannt hat?
�
Nante. Ja wohl, ja wohl. Derselbe.Brenneke. Drum riecht's hier ooch so sengerich. Uebergens Rante, ick habe mitten Bedienten vonKnaphausen gesprochen, un der meent, et w�re blos wieder een beklagenswerthes Mi�verst�ndni�.Der Minister-Pr�sident, ExcellenzNante. Nischt von Excellenz; hat er sich verbeten.Brenneke. Achja,richtig. (Pfiffigl�chelnd.) Von wegen die erste Silbe. � Also der Bediente meent,
er w�re, als sein Herr w�re in etwas ufgeregten Zustand gewesen, als man ihm des Dokument abverlangte. Erhatte n�mlich eben mit eene hohe Person zusammen gearbeet't, un ooch een Bisken gefr�hst�ckt.
�
Verstehste ?
Nante. Sehr!Brenneke. Un da greift er in seinen Seckeltar nach de breitste Verfassung, verfa�t sich aber,
un kommt aus Mi�verst�ndni� in't schmaalste Schubfach, wo er sonst immer sein Portefeil
�
Nante (springt auf). Feil? Feil? Wer is feil?
�
Ick mu� das geehrte Mitglied ersuchen, diesenAusdruck n�her zu mottefiren.
Brenneke (�rgerlich). Gebehrde Dir man nich immer gleich wie'n politischer Clubbist, sonst k�nnt'
et sich ereignen, da� meine �u�erste Linke mit des Centrum vonDeine rechte Backe inunangenehmeKulissionen kommt. � Ick kenne Dir �berhaupt gar nich wieder, Nante. Vor'n Jahre warste so liberal
uu hast geopponirt wie Hanse mann, und dies Jahr schmecken Deine Reden alle wie ministerielleKrebsbr�he.
�
Iampelst woll ooch schon nachen rothen A
�
A �
Nante (legt ihm die Hand auf den Mund). Keene Injurien Brenneke. � Ick bin jetzt wieder
Nante. Wee� der Deibel, ick habe gestern uf de Ministerbank gesessen, un seit der Zeit is mir zu Muthe,
als wenn ick det Wechselfieber h�tte.
�
La� uns jetzt zur Tagesordnung �bergehn.
�
Prostl(Er trinkt).
Brennecke (schmunzelnd). So gef�llstDu mir. (Trinkt ebenfalls). Dunderwetter lDet iswollSchlam-
pamper? Wie kommst Du'n dazu?
Nante (verlegen). Imeine Stimme war in'n wei�en Saal so belegt, da� ick nach Beendigung derAblesung von die Thronrede nich mal'n Vivatl aus de Kehle kriegen konnte. Det m�ssen guter Freund
von mir bemerkt haben, un da schickt er mir'n andern Dag een'n Korb Schappanger, damit die Stimme
wieder fl�ssig werden sollte.
Brenneke (gedehnt). Aaaaaaaaach sooooooo�l
�
Den Stempel nach scheint er aussen Schlo�keller
zu sind. Ick kriege aber nach die Sorte Bauchkneifen. Unsereens is nich dran gew�hnt.
�
Aber wat
Schwerebrett! kommt denn da vor 'ne Patrulge? Is det nich Lude Talg�r aus de Com�oiantenstra�e?
�
Richtig! Mit 'ne ganze Compagnie Blechkreizer.
Lude (tritt mit seiner Compagnie heran). Mit Gott, f�r K�nig und Vaterland! Im Namen desGesetzes! Gehn Sie gef�lligst aussenander.Brenneke. Also ihr spielt jetzt die modernen Gendarmen? H�tt' ick von euch nich gedacht.Lude. Nich gemuckst! Nach Titel ll. h. 15. der neuen Verfassung auf der breitesten Grundlage, d�rfen
sich Staatsb�rger friedlich und ohne Waffen nur in geschlossenen R�umen versammeln. Hier sindSie aber unter freiem Himmel.
�
Brcnneke. Wo Sie stehn, w�re freier Himmel?
�
Verziehn Se sich, Sie Kurm�rker, sonst
stech' ick Ihn'n eene Pikarde da� Ihn'n ganz Quizow'sch zu Muthe wer'n soll! � Komm Nante lDet
riecht hier nach Juchten. (Sie entfernen sich eiligst.)
A. Hopf.
Berlin, 1848.
Verlag von Louis Hirschfeld, Charlottenstra�e No. t5.
Expedition: Unter den Linden No. 30 bei Jahns und Adlerstra�e No. 3 bei Linb ner
Druck von k, Uiet�ek in V�1in.
        
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