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Full text: Körnerpost (Rights reserved) Ausgabe 72.2013 (Rights reserved)

körner 72. ausgabe juni    uli 2013 /j Foto: Claudia Mattern post quartierszeitung für den körnerpark In diesem Heft: Offen für alle Kulturen. Porträt des Irakischen Kulturvereins „Al-Rafedain“ +++ Sommerfest im Körnerkiez. Am 15. Juni feiert der Kiez +++ 48 Stunden Neukölln. Der Körnerkiez ist mit fast 30 Veranstaltungsorten dabei +++ Körnerpark im Wandel. Als Vorbereitung auf die Stadtteilversammlung im Oktober finden ab Juni Interviews und Kiezrunden statt. +++ Freies Körnerkino. Open Air-Kino ab 11. Juli in der Jonasstraße, Ecke Selkestraße +++ Gymnasiasten als Vorbilder. Das Mentoring-Projekt School meets School +++ Ja, so was gibt’s in Neukölln! Ein Rückblick zu sieben Jahre Neuköllner Leuchtturm im Interview +++ Geschichten über Kochtheater und Essen made in Nord-Neukölln. Ein Austauschprojekt der Nord-Neuköllner Kiezzeitungen +++ Werner Brinkmann ist der Nachbar des Monats körner post Editorial juni / juli 2013 2 Offen für alle Kulturen Liebe Leserinnen und Leser der Körnerpost ! Es ist wieder einiges los im Kiez, zumal das Sommerfest in der Emser Straße am 15. Juni mit dem "48 Stunden Neukölln"-Wochenende (14.-16. Juni) zusammenfällt. In der darauf folgenden Woche beginnen die Sommerferien, deshalb empfehlen wir: Beine hochlegen und gute Filme gucken. Das Freie Körnerkino zeigt nämlich an fünf Terminen im Sommer ausgewählte Filme umsonst und draußen. In den Sommerferien gibt es wie jedes Jahr wieder tägliche Aktionen der „Coolen Kids“ für 6- bis 12-Jährige. Das Programm finden Sie auf S. 6 unter der Rubrik Termine. Schon mal vormerken können Sie sich den Nachholtermin für den „7. Körnercup – Gemeinsam für Toleranz und Respekt“, der leider wegen Regen verschoben werden musste. Er findet nun am Samstag, den 31. August statt. Genießen Sie den Sommer! Ihr Quartiersmanagement Körnerpark Irakischer Kulturverein „Al-Rafedain“ Porträt Foto: Claudia Mattern Seit zwei Jahren im Körnerkiez: „Al-Rafedain“ und seine Vorstandsmitglieder Tarek Issa Taha (l.), Wafa Salman (M.) und Dr. Majid Moslem (3.v.r.) Quartiersbüro Körnerpark, Emser Straße 15, Tel. 62 98 87 90, team@qm-koernerpark.de Sprechzeiten: Mittwoch 16–18 Uhr, Donnerstag 10–13 Uhr Mitarbeiter: Ulli Lautenschläger, Serpil Küçük, Tom Meier, Dr. Astrid Tag Titel: Wer sagt denn, dass immer nur Mama oder Papa am Herd steht? Bei „Marions Kochtheater“ lernen 5- bis 14-Jährige, wie man z.B. ein Putenschnitzel brät. eukölln ist stolz auf seine kulturelle Vielfalt, 147 Nationen leben hier. Ein kleiner Fleck im bunten Neuköllner Flickenteppich ist der Irak. Von insgesamt 28.000 Bewohnern Neuköllns aus den arabischen Ländern sind 282, also nur 1% irakischer Herkunft (Stand: 31.12.2012; Quelle: Bezirksamt Neukölln). Seit 1990 setzt sich der Irakische Kulturverein „Al-Rafedain“ für Kunst- und Kulturförderung, Völkerverständigung und Integration ein. Das sind hohe Ziele, doch der Vorstand stellt ehrenamtlich einiges auf die Beine, um die Ziele mit Inhalt zu füllen. Vorstandsmitglied Wafa Salman ist Schriftstellerin, sie organisiert Lesungen, Theater sowie Vorträge und bietet Arabischkurse und Computerkurse für Anfänger an. Es gibt Deutschkurse, Nähkurse und Malkurse für Kinder und jeden zweiten Freitag ist Kinoabend. Die Planung für ein jährlich stattfindendes, dreitägiges Festival ist schon im Gange, doch derzeit gibt es einen Engpass beim Budget. „Al-Rafedain“ finanziert sich über Mitgliederbeiträge und Spenden. Bislang hatte der Berliner Senat die Mietkosten übernommen, doch der Senat möchte den Verein nicht weiter unterstützen. Ohne institutionelle Unterstützung kann sowohl das wöchentliche Angebot als auch das Festival nur in bescheidenem Rahmen stattfinden. Zwanzig Jahre hatte der Verein seinen Sitz in der Weserstraße und führte dort mit anderen Migrantenvereinen Veranstaltungen durch. 2010 hatte „Al-Rafedain“ mit Unterstützung von VIA – Verband für Interkulturelle Arbeit – irakische Flüchtlinge beraten N und begleitet, z.B. bei der Wohnungssuche. Die Arbeit von VIA ist auf das Miteinander von Menschen verschiedener ethnischer und nationaler Herkunft ausgerichtet. Um miteinander in Kontakt zu kommen, schlagen die Vorstandsmitglieder von „Al-Rafedain“ gemeinsame Aktionen wie z.B. Schwimmkurse für Frauen und Ausflüge vor. Ideal fänden sie es, wie im Reuterkiez mit anderen Vereinen, Einrichtungen und Initiativen zusammenzuarbeiten. Anfang 2011 ist „Al-Rafedain“ in den Körnerkiez umgezogen. „Unser Verein ist eine Bereicherung für die demokratischen Organisationen, die hier arbeiten“ erklärt Vorstandsmitglied Tarek Issa Taha. „Im Irak gibt es Sunniten, Schiiten, Kurden, Christen, Araber, wir leben sehr eng miteinander und haben keine Probleme. Unser Verein ist ein gemeinnütziger Kulturverein, das ist ein Fortschritt. Wir sind offen für alle Kulturen in Berlin.“ „Unsere Räume sind offen für alle“ sagt der Vorstandsvorsitzende Dr. Majid Moslem. Bei 48 Stunden Neukölln vom 14. bis 16. Juni zum Beispiel, wenn „Al-Rafedain“ Werke von Mitgliedern und weiteren Künstlerinnen und Künstlern zeigt. Dann kann sich jeder ein eigenes Bild zu machen.  Claudia Mattern Irakischer Kulturverein „Al-Rafedain“ Karl-Marx-Straße 204, Tel. 2900 6689, Irak.Kulturverein@t-online.de Wer Arabisch lernen oder an einem Computerkurs teilnehmen möchte, kann sich gerne melden. 3 juni /  j uli 2013 körner post Aktuelles Sommerfest im Körnerkiez Z um 8. Mal feiern die BewohnerInnen des Körnerkiezes am 15. Juni von 14 bis 19 Uhr ihr Sommerfest. Ein buntes, interna- tionales Treiben zwischen Emser Platz und Ilsestraße ist garantiert. Das Quartier präsentiert sich an rund 40 Illustration: Mathias Hühn Ständen von seiner schönsten Seite. Vereine und Initiativen, Schulen und Kitas, KünstlerInnen und Gewerbetreibende sowie KiezbewohnerInnen bieten ein vielgefächertes, nichtkommerzielles Angebot, u.a. gibt es Infostände, Anregungen zur Verschönerung des Kiezes, Spiele für Kinder und internationale Leckereien. Ob jung, ob alt, für alle ist etwas dabei. Auf der Bühne findet ein ebenso vielfältiges Programm statt: mit deutschsprachigem Indie-Rock, Liedermachern sowie arabischer und afrikanischer Percussion und Chorbeiträgen. Professionelle MusikerInnen sind genauso dabei, wie talentierte Laien. Veranstaltet wird das Fest vom Multikulturellen Nachbarschaftsgarten Neukölln e.V. in Kooperation mit Hinter der Fassade e.V., Umweltconsulting Dr. Hoffmann sowie in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Körnerpark. Alle Nachbarn sind herzlich eingeladen! Multikultureller Nachbarschaftsgarten Neukölln 48 Stunden Neukölln Führungen durch den Körnerkiez unvermeidbaren Gegenüber – dem Schatten – beiwohnen oder sich in die verrückte Wunderkammer optischer Verdrehungen vorwagen – an neuen Sichtweisen gibt es im Körnerkiez kein Vorbeikommen. Die über das QM Körnerpark geförderte Kunstfiliale Körnerkiez wird auch in diesem Jahr wieder kostenlose Führungen anbieten und das Publikum zu ganz besonderen Orten und Veranstaltungen geleiten und nebenbei ein paar Geheimnisse über die Hintergründe des Kiezes lüften. Am Infopunkt in der WerkStadt stehen wir für alle Fragen zum Festival zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Kunstfiliale Körnerkiez Z um 15-jährigen Jubiläum des Neuköllner Kunstfestivals präsentiert sich der Körnerkiez mit einem facettenreichen Kulturangebot. Vom 14. bis zum 16. Juni 2013 zeigen fast 30 verschiedene Orte eine große Palette von Veranstaltungen: Von Kunstausstellungen über Lesungen und Musik bis hin zu Tanz und Performance ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mit dem Fokus auf den Perspektivwechsel – das diesjährige Festivalthema – finden BesucherInnen in der Kulturlandschaft unseres Kiezes viele aufregende neue Blickwinkel: Ob sie in eine Welt des Heiligenkults eintauchen, sich auf die Spuren eines imaginären Kiezes begeben wollen, einer Operette in eine aufwühlende Traumszenerie folgen, einem Tänzer bei der Begegnung mit seinem Foto: Chris Benedict Körnerkiez- Führungen: Samstag 15 Uhr, Sonntag 16 Uhr, Start: WerkStadt, Emser Straße 124 Pressekontakt: Sina Ness kunstfiliale@werkstadt-berlin.com Tel 030-51634856 Führung bei 48 Stunden Neukölln, 2012 körner post Aktuelles juni / juli 2013 4 Körnerkiez im Wandel er Kiez um den Körnerpark in Neukölln hat in den letzten Jahren viele gezielte positive Entwicklungen erlebt. Es gibt aber auch Veränderungen (Wohnungsmarkt, Bevölkerungsentwicklung etc.), die kritisch wahrgenommen werden. Für die Quartiersarbeit der nächsten Jahre ist ein Ausblick erforderlich, der gemeinsam mit Ihnen entwickelt wird. Das soll auf einer Stadtteilversammlung im Herbst geschehen. Diese öffentliche Bürgerveranstaltung wird in den nächsten Monaten inhaltlich intensiv vorbereitet. Dazu erfolgen im Juni und Juli Interviews Stadtteilversammlung 2013 meinsamer Ausblick entwickelt. Das Büro stadt.menschen.berlin hat den Auftrag, das Projekt durchzuführen. Das Team besteht aus Anja Mocker, Pinar Deniz und Clemens Klikar. Sie werden Institutionen und Menschen ansprechen und gelegentlich auch mit ihrem Infostand in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Das Ganze findet in enger Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Körnerpark statt. stadt.menschen.berlin Kontakt: Homuthstr. 6, Tel. 8973 5631, info@stadt-menschen-berlin.de D und Gespräche mit Menschen und Institutionen im Gebiet. Es finden im August und September vier thematische Kiezrun- den statt. Davon ist eine speziell für Jugendliche vorgesehen. Die Ergebnisse aus Gesprächen, Interviews und Kiezrunden werden am Donnerstag, den 24. Oktober von 17 bis 21 Uhr auf einer Stadtteilversammlung vorgestellt und diskutiert und ein ge- Kultur im Körnerpark er Fachbereich Kultur des Bezirksamtes Neukölln organisiert u.a. die kostenlosen Ausstellungen in der Galerie im Körnerpark, koordiniert die SteinmetzWorkshops und andere Veranstaltungen im Das Kulturamt fragt die Anwohner/innen wie im Quartiersbüro ausliegen und die Antworten auch vor Ort gesammelt. Außerdem werden verschiedene Institutionen wie Schulen oder das Nachbarschaftsheim persönlich besucht. Die Ergebnisse der Umfrage sollen Anfang Oktober feststehen. Das Team des Kulturamts freut sich sehr, wenn möglichst viele Anwohner/innen an der Umfrage teilnehmen, da die Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen für die Anwohner/innen gestaltet werden und man deren Interessen treffen möchte. Zudem wurde bei den bereits durchgeführten Interviews deutlich, was für tolle Ideen die Anwohner/innen in die Weiterentwicklung des kulturellen Nutzungskonzepts des Körnerparks einbringen können.  Kulturamt Neukölln D Kaffeepause im Körnerpark danebenliegenden Kreativraum und veranstaltet die „Sommer im Park-Konzerte“ auf der Terrasse vor der Galerie. Nun möchte Bettina Busse, kommissarische Leiterin des Fachbereichs Kultur, herausfinden, wie das kulturelle Angebot im Körnerpark bei den Anwohner/innen ankommt und welche Wünsche oder Änderungsvorschläge sie vielleicht haben. Daher wurde die Diplom-Kulturarbeiterin (FH) Anna Lena Wollny beauftragt, eine Umfrage zur Überprüfung des kulturellen Nutzungskonzepts des Körnerparks durchzuführen. Derzeit werden Anwohner/innen verschiedenen Alters in kurzen Interviews persönlich befragt. Ab Anfang Juli sollen dann mit Hilfe eines kurzen Fragebogens noch mehr Stimmen eingefangen werden. Der Fragebogen wird in der Galerie im Körnerpark so- Freies Körnerkino uch in diesem Jahr zeigt das Freie Körnerkino in der Jonasstraße, Ecke Selkestraße wieder ausgewählte Filme an Foto: Astrid Tag Draußen prima Filme gucken lauen Abenden und unter freiem Himmel im Körnerpark. Der Eintritt ist natürlich frei. Mehr Infos findet ihr auf www.werkstadt-berlin.com/kino Do, 11. Juli, 20.30 Uhr: Persepolis Do, 25. Juli, 20.30 Uhr: Dicke Mädchen Do, 1. August, 20.30 Uhr: Wiegenlieder Do, 8. August, 20.30 Uhr: Unter Kontrolle Do, 22. August, 20.30 Uhr: Versicherungsvertreter – Die unglaubliche Karriere des Mehmet Göker Konrad Kästner Das Freie Körnerkino wird mit finanziellen Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt über das Quartiersmanagement Körnerpark gefördert. A Open Air-Kino in der Jonasstraße, Ecke Selkestraße, 2012 Foto: Konrad Kästner 5 juni /  j uli 2013 körner post Termine Weitere Termine finden Sie unter www.qm-koernerpark.de, Aktuelles • Unbekannte Größen (bis 15.6.) Grafiken 20x20 Helene-Nathan-Bibliothek, Karl-Marx-Str. 66, Neukölln Arcaden, Eing. Post, Aufzug bis Parkdeck 4 • 48 STUNDEN NEUKÖLLN - DAS KUNSTFESTIVAL Fr, 14.6., 19 h - So, 16.6., 19 h, an fast 30 Orten im Körnerkiez, Progr. unter www.48-stunden-neukoelln.de • Kiezfest Sa, 15.6., 14-19 h Emser Straße, zwischen Emser Platz und Ilsestraße • Treffen der Kiezredaktion Mo, 17.6., 16.30 h, Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Musik für Barbiepuppen. Barbara Wrede liest aus ihren skurrilen Erzählungen, Do, 20.6., 18.30 h Helene-Nathan-Bibliothek, Karl-Marx-Str. 66 • Freies Körnerkino in der Jonasstr., Ecke Selkestr. (bei Regen in der WerkStadt) Do, 11.7., 20.30 h: Persepolis Do, 25.7., 20.30 h: Dicke Mädchen Do, 1.8., 20.30 h: Wiegenlieder • Sitzung der Aktionsfondsjury Di, 6.8., 18 h, Quartiersbüro, Emser Str. 15 ..................................................... Thomasstr. 27, Gartenhaus, www.boom-neukoelln.de, Tel. 3810 4507, Sommerpause im Juli • Open Stage an jedem ersten Donnerstag, 20.30 h Wer auf die Bühne möchte, kommt bis 20.15 h; Zuschauer 4€ • In the mood - in Stimmung Vera + Lutz: Gesang und Gitarre & Die Stepinskis: Step und Comedy www.stepinskis.de 7.6. 2013, 20 h, Einlass ab 19 h; 4 € • 48 Stunden Neukölln Sa, 15.6., 18 h: Tanzstück: „Und im Frühling“ Sa, 15.6., 21 h: Boom! in Concert: Spiegelreflex • Im Freien Fall - Improtheater aus Berlin www.facebook.com/Improtheater.Im.Freien.Fall Sa, 22.6., 20.30 h, Einlass 19 h; 3-10 € • Neukölln am Meer Film & Theater im Boom!-Garten Do, 1.8., 21 h, Einlass 20 h, Eintritt frei! ..................................................... Schierker Str. 8, Tel. 5682 3939, Di-So 10-18  h Galerie  : • Von Wunderglauben und rätselhaften Erscheinungen (bis 21.7.) Sommer im Park - umsonst und draußen, jeweils 18 h: • So, 16.6.: Fanfara Kalashnikov (Balkan-Speed-Brass-Orchester) • So, 23.6.: Berliner Klarinettenchor • So, 30.6.: Helmut Forsthoff Quartett (Modern Jazz) • So, 7.7.: Sarabande (“acoustic world groove“) • So, 14.7.: Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester • So, 21.7.: PIVOT und COG (akustische Improvisationen) • So, 28.7.: Stefan Grasse Trio (Bossa Nova, Tango, Bolero, Valse Musettes, Flamenco) ..................................................... Juni / Juli • Fotoausstellung der Bürgerstiftung Neukölln (bis 26.7.) im Rahmen des Fotowettbewerbs „Augenblick Neukölln“ Vernissage mit Preisverleihung am Fr, 5.7., 19 h • Offene Kreativwerkstatt für Erwachsene Mit Farben, Kreiden und Stiften; - ob Malerei, Zeichnung oder Näharbeit, lernen Sie neue Techniken! Mi & Fr 14-17 h 48 Stunden Neukölln: • 14.6., 19.30 h: Lesung „Sklaverei - Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel“ von Lydia Cacho • 15.6., 18 h: Konzert Gusti Djus Orkestar (Balkan, Klezmer, Gypsy) Im Leuchtturm brennt noch Licht Moderation: Irene Aselmeier • Der philosophische Zirkel Sa, 15.6./20.7., jeweils 15-17.30 h • Der literarische Zirkel I Für alle, die selber schreiben, Sa, 13.7., 15-17.30 h • Der literarische Zirkel II Lars Gustafsson (geb. 1936) Sa, 22.6., 18-20.30 h Victor Hugo (1802 - 1885) Sa, 27.7., 18-20.30 Uhr .................................................... www.IntegraleMedizin-eV.de • Shiatsu-Behandlungen Termine erfragen unter info@IntegraleMedizin-eV.de bzw. Tel. 0157-7353 0391 (nur Di 10-15 h + Do 13-20 h) • 48 Stunden Neukölln So, 16.6., 18 h: Wohlfühlschneise im Tempelhofer Park (Nähe Nebeneingang Columbiadamm) • „Integrale Runde“ Der außergewöhnliche Gesprächskreis, Do, 20.6. & 18, Juli, jeweils 17-19 h KussKuss, Nogatstr. 30 • Offener Info-Abend zum Projekt „regioLAN“ Fr, 21.6. &. 19.7., jeweils 18 h, KussKuss, Nogatstr. 30 .................................................... Thomasstr. 27, Tel. 5682 1964, www.kunstraumt27.de, Mi- So 15-19  h • Stoffwechsel (bis 14.7.) Ulrich Kretschmann, Gerhard Mantz, Nina Neumaier, Rudolf Valenta Vernissage am Fr, 14.6., 19.30 h .................................................... Nogatstr. 30, www.kusskussberlin.de, Tel. 0176-4209 0498 • The Musical Zoo Interaktiver Musikspaß für Kinder von 1-6 Jahre, Kostenlose interaktive Spielgruppe mit Klavier, Gitarre, Trommeln, Tanz. Sa, jeweils 9.30 h (Kinder bis 2 J.) und 10.30 h (Kinder ab 3 J.) Die Plätze sind begrenzt, bitte reservieren! Infos: themusicalzoo.com .................................................... Emser Str. 131, www.laika-neukoelln.de h • „TATORT“ oder „Polizeiruf 110“, jeden So 20.15  • Spenden-Kickerturnier Sa, 8.6., ab 16 h • Info-Veranstaltung von Gegenstrom Berlin Do, 13.6., 19.30 h 48 Stunden Neukölln: • Fr, 14.6., ab 19 h: Guckst Du? Skurriles Neukölln Ausstellung von Daniel Ernszt; Liebe auf den zweiten Blick - Fotos von Simon Slipek • ab 20 h: Die Peperonis - Scharfes Neukölln, anschließend Sound-Lounge mit DJ H@ck the Pl@net • Sa, 15.6., ab 20 h: SketchClash - Von Atze bis Zuzügler - Das Neukölln Battle! • So, ab 15h: DICHT.IT - Poetry Slam OpenAir auf dem Emser Platz • ErneuerBAR* - Veranstaltung der BUND-Jugend Berlin Di, 18.6. & 16.7., jeweils 19.30 h • The Great Magic Songwriting Circus Sa, 22.6. & 12.7., jeweils 20 h • Benni Benson (Konzert: Singer/Songwriter) Do, 27.6., 20.30h • DICHT.IT - Poetry Slam (Slammer Welcome) Fr, 28.6., 19.30 h • sarsaparilla (Konzert: Folk) Do, 4.7., 20.30 h • dichtungsring - Die Lyriklesebühne, Di, 9.7., 20 h • Die Peperonis (Improtheater) Do, 11.7., 20 h • Arndt (Konzert: Indie-Pop) Do, 18.7., 20.30 h • Puckernde Herzen: Tucholsky-Programm Do, 25.7., 21 h • Juhana Iivonen und Herra Mäkikuisma (Konzert: Folk, Akustik) Do, 1.8., 20 h Integrale Medizin kunstraum t27 Boom! Familienbildungszentrum Altenbraker Str. 12a, Tel. 4003 7884; 0152-5266 5188 • PEKiP. Mo 12-13.30 h, Beginn: ab Juli 2013; 10 Termine/65 € • „Griffbereit“ zweisprachige Spielgruppe für 1-3 Jährige türkisch-deutsch Di 10-12 h, Tel. 0177-912 6686 • Rückbildungsgymnastik für Frauen nach der Geburt Di 12.15-13.45 h, Beginn: 25.6.2013 • Musik - Bewegung - Spiel für 1-2-Jährige Mi 9.30-11 h; 2 € /Termin • Babymassage Mi 11.15-12.45 h Beginn: ab Juli 2013 • „Griffbereit“ zweisprachige Spielgruppe für 1-3 Jährige arabisch-deutsch Do 10-12 h, Tel. 0176-6343 2980 • Krabbelgruppe Do 12-13.30 h, Beginn: August 2013 • Rumänisch-deutsche Mutter-Kind-Gruppe Fr 10-12 h, Tel. 01521-305 5903 • Geburtsvorbereitung am Wochenende, Termin n.V. Gesundheitspräventionskurse in der Jonasstr. 43: • Pilates und Wirbelsäulengymnastik im Wechsel Mo 16.15-17.45  h • Rückenschule für junge Mütter Mi 13-14:30  h • Stressbewältigungstraining Mi 18-19.30  h ..................................................... Altenbraker Str. 26, www.fincan.eu • Jazz-Konzerte Fr    a ab 20  ; 3-8  , www.fincan.eu /S h € • Yoga Anmeldung erforderlich: Yoga@posteo.de: Mo 20.30-22  : Offene Stunde (Anfänger) h Do 9.30-11  : Offene Stunde (Mittelstufe    ortgesch.), h /F Do 16.30-18  : Yoga f.d. Rücken,10 Termine für 60  , h € So 10-11.30  : Offene Yoga-Stunde h Kosten Offene Stunden: 5-8  ; 10er Karte 45-80  € € • Tango Argentino Anmeldung : www.tangoneuewelt.de Mi 18.30-19.30  : Anfänger I, Mi 19.45-20.45  : h h Anfänger II, Mi 21-22.15  : Mittelstufe h ..................................................... Karl-Marx-Str. 141, Tel. 90239 3772, Di-So 10-20 h • Still (bis 28.7.) Labor Neukölln 2: Agora Collective zu Gast KussKuss LAIKA Café & Galerie im Körnerpark Fincan Emser Str. 117, Tel. 3950 5376, Mi-Fr 14-19  , an h jedem 1. Sa 14-17 Uhr • Holz – Wald - Märchen Eine multiperspektivische Ausstellung (bis 28.6.) Klaus Freudenberg, Bernhard Thieß, Karen-Kristina Bloch-Thieß Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm Galerie im Saalbau körner post Termine juni / juli 2013 6 Nachbarschaftsheim Neukölln Schierker Str. 53, Tel. 8486 6586 Angebote für Erwachsene Infos bei Connie Roters, Tel.0157 - 8847 9200 bzw. 848 55 687: • Aquarellieren, Malen, Zeichnen Mo 18-30-20.30 h • Bewegung am Vormittag Mi 10-11 h • „Ariadne“ - Sticken, Häkeln, Filzen Fr 10-13 h • Nachbi-Ausflugstag für Jung & Alt Sa, 22.6., bitte anmelden Sommerferienprogramm der Coolen Kids jeweils 12-18 h: • Mi, 19.6., : Kiezcafé mit Wasserspass • Do, 20.6.: Showtime im Nachbi mit Präsentationen der Nachbi-AGs • Fr. 21.6.: Sport, Spass und Spiel • Mo, 24.6.: Picknick und Inlinerfahren in der Hasenheide, Treffpunkt 13 h • Di, 25.6.: Mädchentag • Mi, 26.6.: Kiezcafé, Fahrradwerkstatt mit Burak • Do, 27.6.: Fahrrad- und Inlinerparkour • Fr, 28.6.: Inlinerfahren, Fahrradtour zum Tempelhofer Feld • Mo/Di, 1./2.7.: Spielmobil auf dem Schierker Platz • Mi, 3.7.: Spielmobil & Fun-Fussballturnier auf dem Schierker • Do/Fr, 4./5.7.: Fahrradtour zum Tempelhofer Feld und Übernachtung im Pyramiden Garten; 5 €, Do ab 14 h • Mo, 8.7.: Spielmobil auf dem Schierker • Di, 9.7.: Schwimmen mit dem JoJu im Müggelsee; 1 € Mi, 10.7.: Ausflug ins Jugendhaus KMA Kreuzberg, Beat für den Coole Kids Rap programmieren • Do,11.7.: Coole Kids T-Shirt drucken • Fr, 12.7.: Deutsch-französische Kiezparty mit Rap und Breakdance im Nachbi, Peer Helper berichten von der Frankreichreise • Mo/Di, 15./16.7.: Coole Kids Rap Projekt: Text schreiben, rappen • Mi, 17.7.: Rappen im Kiezcafé • Do/Fr, 18./19.7.: Tonstudioaufnahme im Jugendhaus KMA Kreuzberg • Mo/Di, 22./23.7.: Coole Kids Rap Projekt: Choreographie • Mi/Do, 24./25.7.: Videoclip drehen • Fr, 26.7.: Sport, Spass und Spiel • Mo, 29.7.: Spielplatz Olympiade auf dem Schierker • Di, 30.7.: Ausflug Müggelsee; 1 € • Mi, 31.7.: Kiezcafé • Do, 1.8.: Minigolf-Ausflug; 1 € • Fr, 2.8.: Party mit Wasserspaß im Garten • JoJu-Platzspiele für Jugendliche ab 13 Jahren vom 1.-12.7., jeweils 14-19 h auf dem Schierker Platz • Zuckerfest Fr, 9.8., 15-18 h .................................................... Nogatstr. 21, Tel. 2808541, info@owen-berlin.de • Nachbarinnentheater / Frauen Forum Theater Mo 17-19  h • Frauencafé Do 11-13  h • Kinder im Zirkus (für Grundschulkinder) Do 16.30-18  h Emser Str. 124, www.werkstadt-berlin.com, Mo-Sa ab 19 Uhr • Infoabend Kunstfiliale Körnerkiez zum Festival 48 Stunden Neukölln, Mo, 10.6., 19 h • Vernissage: MinHwa Sung – Bmylove (bis 27.7.) Do, 13.6., 19 h • 48 STUNDEN NEUKÖLLN Führung durch den Körnerkiez, Sa/So, 15./16.6., jeweils 15 h Startpunkt WerkStadt • Art Clinic: Kritik- und Feedbackrunde für Bildende Künstler, Mo, 1.7. & 5.8., jeweils 20-22 hh ..................................................... Ilsestr. 3, Tel. 621 9211, 0177-345 8397 • Hatha Yoga nach Sivananda in kl.Gruppen (4-6 Pers.) Mo 18      i 18  / Do 18.30  : h/M h h Anfänger & Fortgesch.; 4x / mtl. 40  , € Stud. 4x / mtl. 32  € Mi 10  : Yoga 60 plus; 4x / mtl. 40  h € Do 14  : Schwangerenyoga; 4x / mtl. 40  h € Do 16  : Babymassage; 6 Termine 44  h € • Ayurvedische Beratungen, Aromatherapie und Massagen Termine n.V. WerkStadt Yoga im Atelier OWEN Projekte Das Mentoringprojekt School meets School Gymnasiasten als Vorbilder S eit März 2012 gibt es im Körnerkiez das Projekt „School meets School“, das auf dem Konzept basiert, Schüler der beiden Grundschulen (Mentees der 5. Klasse) mit Schülern aus dem Gymnasium (Mentoren der 11. Klasse) als Tandempaare zusammen zu bringen. Hierbei sollen den Grundschülern Perspektiven beim Übergang zur Oberschule aufgezeigt werden, wobei die Gymnasiasten als persönliche Vorbilder wirken sollen. In wöchentlichen Treffen bereiten die Mentoren ihre Mentees unter Anleitung des Projektträgers Buntesrepublik e.V. auf den Übergang zur Oberschule vor, helfen ihnen bei Hausaufgaben, Übersetzungen oder Aufsätzen. Die angehenden Abiturienten können dabei ihr Verantwortungsbewusstsein stärken und ihre sozialen Kompetenzen ausbauen. Gleichzeitig dient das Projekt zur beruflichen Orientierung der Gymnasiasten für den Einstieg in soziale und pädagogische Betätigungsfelder. Die Projektdurchführenden vom Verein Buntesrepublik e.V. sind Studenten, die ihr Abi­ ur selbst an Neuköllner Gymnasien ert langt haben und somit wiederum ein Vorbild für die jetzigen Oberschüler sein können. Die erfolgreiche Projektumsetzung wird möglich durch die engagierten Kooperationspartner in der Konrad-Agahd-Schule, der Peter-Petersen-Schule sowie im Alb- recht-Dürer-Gymnasium. Im neuen Schuljahr soll das durch „Soziale  Stadt“ geförderte Projekt mit neuen Schülern fortgesetzt werden. Tom Meier Buntesrepublik e.V. 7 juni /  j uli 2013 körner post Interview Ja, so was gibt’s in Neukölln! Das Haus mit dem Leuchtturm ist schon von Weitem erkennbar: Sieben Jahre haben KarenKristina Bloch-Thieß und Bernhard Thieß das Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm in der Emser Straße geleitet und Veranstaltungen und Ausstellungen organisiert. Jetzt ist es für das Ehepaar an der Zeit, sich aus dem Kultur- und Kunstgeschäft zurückzuziehen. Ab September wird sich die Bürgerstiftung Neukölln um die Organisation des Leuchtturms kümmern. Frau Bloch-Thieß, Herr Thieß, als Sie 2006 den Leuchtturm eröffneten, haben Sie sich gewünscht, dass sich der Ort mit Leben füllt. Gibt es etwas, an das Sie sich besonders gern erinnern? Karen-Kristina Bloch-Thieß: Für uns ist vieles toll und neu gewesen, weil wir aus einem ganz anderem Metier gekommen sind. Bernhard Thieß: Es gab ganz viele Highlights, an die man sich gerne ­ rinnert. e War es denn mehr Arbeit, als Sie anfangs dachten? Bloch-Thieß: Ich muss zugeben, wir hatten eigentlich überhaupt keine Vorstellung, wir haben das einfach gemacht. Je mehr Erfolg man hat, desto mehr Arbeit wird es. Man muss ja immer etwas Neues machen, sonst wird es langweilig, aber dieses Neue muss man erst mal finden. Wir sind ja kein Verein, wir haben keine öffentlichen Gelder, also muss es sich finanziell immer im Rahmen halten. Bei der Bürgerstiftung gibt es einen Stifter, der Kontakt zu vielen Künstler hat. Er hatte uns gefragt, ob er ein paar Ausstellungen hier organisieren kann. Das hat er bis zum Schluss gemacht, pro Jahr ein, zwei Ausstellungen. Nachher ist das mit den Ausstellungen zum Selbstläufer geworden. Bei Vernissagen kamen immer wieder Künstler auf uns zu und fragten, ob sie auch ausstellen können. Diese Liste mit Künstlern hätten wir noch drei Jahre abarbeiten können. Was meinen Sie, unterscheidet den Leuchtturm von anderen Galerien? Bloch-Thieß: Hier konnten auch Leute ausstellen, die nicht Kunst studiert haben und die sonst nicht in dieser Form die Möglichkeit haben, auszustellen. Haben Sie denn auch Menschen in den Leuchtturm locken können, die mit Kunst und Kultur eher wenig am Hut h ­ aben? Neukölln oder bei Nacht und Nebel waren so viele Leute auf der Straße, das erinnerte mich an den Süden, wo auch bis in die Nacht die Menschen auf der Straße sind. Die kleinen Lokale in der Emser Straße fangen alle an, Tische und Stühle rauszustellen. Nord-Neukölln und mit ihm der Körnerkiez verändern sich hinsichtlich ihres Straßenbildes und der Bewohnerschaft. Was, glauben Sie, hat der Leuchtturm dazu beigetragen? Bloch-Thieß: Wir glauben schon, dass wir einen Kieselstein dazu beigetragen haben, dass es hier aufwärts geht. Was glauben Sie, in welche Richtung wird es sich entwickeln? Bloch-Thieß: Neukölln ist ja noch nie eine richtige Feine-Leute-Gegend gewesen, es war immer eine einfache Arbeitergegend. Das ist toll, was sich hier getan hat. Wenn auf dem Tempelhofer Feld gebaut wird und dort tatsächlich Leute hinziehen, die Geld haben, finde ich das wunderbar. Hier fehlen Leute, die etwas Geld haben. Wollen sich nach sieben Jahren Leuchtturm jetzt auch mal zurücklehnen: Thieß: Hier in dem Haus Bernhard Thieß und Karen-Kristina Bloch-Thieß hat in zwanzig Jahren bis auf ressiert sich eben nicht jeder für Kunst. Dass wenige Ausnahmen die ganze Mieterschaft die Leute aus der Umgebung hierher kom- einmal gewechselt. Als wir hier mit dem men und Kunst machen oder sich einfach Leuchtturm anfingen, hat das halbe Haus treffen, das passiert eher nicht. keine Miete bezahlt, das hat sich enorm verThieß: Mittwochs und freitags bieten wir bessert. Diese Veränderungen, die hier gejetzt eine offene Kreativwerkstatt für Er- rade stattfinden, sind gut für den Kiez und wachsene, da kommt ab und zu jemand. sollten weiter unterstützt werden. Es gibt immer noch Leute, die sich abends Was im Kiez könnte denn noch verbessert nicht nach Neukölln trauen, weil ihnen werden? die Straßen zu dunkel sind. Wenn es nicht Thieß: Die Handwerksbetriebe finden derdie Leute aus dem Kiez waren, was für zeit keine Lehrlinge mehr, weil die SchuLeute sind denn stattdessen gekommen? len es nicht schaffen, dass in der 10. Klasse Bloch-Thieß: Unsere Besucher kommen ausbildungsreife Jugendliche entlassen weraus allen möglichen Gegenden Berlins. Wir den. Die Schulen müssten besser mit Persohaben eher den gegenteiligen Effekt, dass es nal und Räumlichkeiten ausgestattet werden. heißt, ach, sowas gibt’s in Neukölln? Die große Herausforderung wäre, eine besseThieß: Bei Gästen aus anderen Bezirken und re Durchmischung in den Grundschulklasaus dem Umland haben wir richtig Eindruck sen zu erreichen. Der Kiez entwickelt sich schinden können. Sie waren überrascht und meiner Meinung nach gut, ich hoffe, es wird beeindruckt, dass sich in Neukölln und im so weitergehen. Körnerkiez so viel getan hat. Die Fragen stellte Claudia Mattern Bloch-Thieß: Und was die Dunkelheit angeht: In der Emser Straße ist es auf jeden Neuköllner Leuchturm, Emser Str. 117, Fall heller geworden ist. Bei 48 Stunden www.neukoellnerleuchtturm.de Foto: Halina Hildebrand Bloch-Thieß: Am Anfang hatte ich gehofft, dass die Leute, die hier wohnen, reinkommen – und wenn man sich hier bloß unterhält. Das ist ab und zu passiert, aber dann hat man sie nie wieder gesehen. Es ist auch nie ein Malerei-Kurs zustandegekommen, weil die Leute sagten, sie können es sich nicht leisten. Daraufhin habe ich es umsonst angeboten, weil es ja Spaß macht, etwas in der Gemeinschaft zu machen. Aber am Ende ist keiner mehr gekommen. Es inte- körner post Projekte juni / juli 2013 8 Aktionsfonds für Nord-Neukölln in 2013 it dem Aktionsfonds haben Initiativen, Vereine, Schulen, Ehrenamtliche und Jugendliche in Nord-Neukölln die Möglichkeit, kurzfristig einen Antrag zu den Zielen des Lokalen Aktionsplans zu stellen, M um kleinere Projektideen mit einer Förderung um 500 € zu realisieren. Mikroprojekte für Vielfalt, Toleranz und demokratisches Zusammenleben in NordNeukölln können gefördert werden. Das Antragsformular kann im DownloadBereich auf der Seite www.demokratischevielfaltneukoelln.de (LAP Nord-Neukölln) heruntergeladen werden. Bei Fragen zur Antragstellung können Sie sich an die externe Koordinierungsstelle der Lokalen Aktionspläne wenden: gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH (GskA) Externe Koordinierungsstelle (Julia Hörning) Lokale Aktionspläne Nord- und Süd-­ Neukölln „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ Hobrechtstr. 83, 12043 Berlin Telefon: 030-53 67 53 71 Email: j.hoerning@sozkult.de GskA, Lokale Aktionspläne Nord- und Süd-Neukölln (gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH) Das Projekt ist Teil des Lokalen Aktionsplans in Nord-Neukölln Grafik: GskA Neuköllner Essensgeschichten Die folgenden Texte entstanden im Rahmen eines Austauschprojektes zwischen allen Neuköllner Kiezzeitungen. Gemeinsames Thema ist das „Essen“. Lecker und Lehrreich ie Mitglieder des Quartiersrats Richardplatz Süd kennen die Leckereien des „Kids Cafe“ schon lange, denn die Schülerfirma des Adolf-Reichwein-Förderzentrums beliefert regelmäßig die Sitzungen mit einem kleinen Buffet. Aber der Service geht über die Grenzen des Quartiers hinaus, jetzt gerade wird für einen Auftrag in Spandau geschnippelt und gekostet, das Kindermuseum MACHmit!-Museum im Prenzlauer Berg ist schon seit langem Stammkunde der Schülerfirma. Frau Straubel, die zuständige Lehrkraft, ist stolz auf diese Entwicklung, hat sie doch das „Kids Café“ vor etlichen Jahren mit aufgebaut. „Heute bieten wir Catering für bis zu 60 Personen an. Unsere kostengünstigen Spezialitäten sind mediterrane und orientalische Küche, vegetarische Gerichte und Rohkost, Fingerfood, Kuchen, Torten und Gebäck.“ Für die Schule, vor allem aber für die Von Bernhard Stelzl, Redaktion „Richard“ Einkauf, Verarbeitung, Verkauf und Abrechnung. „Mir macht die Zubereitung viel Freude, gerade wenn wir bunte Speisen kochen, denn das Auge isst ja mit“, bestätigt Mona. Auch innerhalb der Schule hat das „Kids Café“ großen Zuspruch, der Pausenverkauf ist ein echter Renner. Ein belegtes Brot kostet 40 Cent. Natürlich fragen die Schüler, was denn mit dem Geld passiert. „Hier haben wir vor Jahren die Regelung getroffen, den Gewinn zu dritteln: Ein Drittel wird wieder investiert" erklärt Frau Straubel. "Ein Drittel geht an den Förderverein der Schule und mit einem Drittel unternehmen wir gemeinsam am Ende des Schuljahres eine schöne Sache.“ Adolf-Reichwein-Schule Schülerfirma „Kids Cafe“, Frau Straubel: Tel.: 63225129 D Schüler, ermöglicht die Arbeit in der Schülerfirma eine wirklichkeitsnahe Arbeitssituation. „Es muss geplant werden. Termine einzuhalten, ist extrem wichtig und natürlich muss es auch gut schmecken, sonst kommen die Kunden ja nicht wieder“, stellt die Lehrerin die wesentlichen Anforderungen klar. Über das praktische Erlernen in der professionell ausgestatteten Schulküche hinaus werden theoretische Grundlagen vermittelt. Rezept ist nicht Rezept, mit Hilfe eines sogenannten Tabellenrezeptes wird der Ablauf sehr klar strukturiert. Ein anderes wesentliches Thema ist Hygiene, hier ist es wichtig, dass das Warum verstanden wird. Die Mitarbeit in einer Schülerfirma ist für die Schüler und Schülerinnen ab der Klasse 9 verpflichtend, jedoch können sie aus verschiedenen Bereichen wie Textil, Holz oder eben auch Gastronomie auswählen. Innerhalb dessen gibt es vier große Bereiche: 9 juni /  j uli 2013 körner post Körnerkiezgeschichten Künstleroman von Anne Rathwallner Um 12 Uhr meldete sich der Magen. Sie aß ein belegtes Brot. Von halb eins bis zwei stand sie am Fenster. Dann zwang sie sich zum Weiterarbeiten. Der Hintergrund war zu stark und die Rosen zu wenig ausgearbeitet. Sie begann mit den Konturen und dann vergingen Stunden. Am Abend machte sie, wie jeden Tag, eine kleine Zeichnung – nur für den eigenen Gebrauch – denn niemand interessierte sich dafür. Sie hatte sie allerdings auch noch niemandem gezeigt. Diese kleinen Zeichnungen gaben ihre Persönlichkeit wieder, waren eine Art Tagebuch ihrer Befindlichkeiten. Wenn sie die Blätter betrachtete, sah sie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Einsamkeit und etliche andere –keiten. Roswitha fragte sich, warum Leute sie mit glänzenden Augen oder auch neidvoll oder geringschätzig ansahen, wenn sie von ihrem Künstlerdasein erfuhren. Vor dem Schlafengehen schaute sie noch nach den Mails. Eine war eingegangen, ein Auftrag für „1 Rosenbild mit 3 roten und 5 weiß-gelben Rosen, Marke Gloria Die in Glasvase vor türkisenem Hintergrund, 50 x 70 cm zu 300 Euro.“ Es stand eine regenverhangene Nacht draußen vor dem Fenster. Der Text ist im Kurs „Kreatives Autobiographisches Schreiben“ entstanden, der jeden Dienstag von 14 bis 16 Uhr im Nachbarschaftsheim Neukölln, Schierker Straße 53 stattfindet. Derzeit ist Sommerpause, am 3. September geht es weiter. Infos zum Kurs gibt es bei der Kursleiterin Connie Roters, Tel. 8485 5687, c.roters@nbh-neukoelln.de Es stand ein regenverhangener Tag draußen vor dem Fenster. Roswitha stellte sich auf einen weiteren Tag im Haus ein. Wie immer sah sie gleich nach dem Frühstück nach, ob Mails für sie eingegegangen waren. Aber es gab keine und um 10 Uhr kam auch keine Post, kein Brief, keine Karte, es war wie auf dem Mond. Roswitha dacht mit Wehmut an die Zeit an der Akademie, als sie und ihre Freundinnen sich gegenseitig unterstützten, als sie in freundschaftlicher Konkurrenz zueinander standen, als es einen regen, geistigen Austausch gab. Um 11 Uhr – es regnete immer noch, ging sie endlich daran, das Rosenbild in Öl – ein Auftrag des Nachbarn – zu überarbeiten. Das war jetzt schon das fünfte Rosenbild! Sie konnte Rosen nicht leiden! Von Wunderglauben und rätselhaften Erscheinungen Maria breit den Mantel aus … S eit einigen Jahren ist ein erneutes Interesse an Religion und Spiritualität zu beobachten. Pilgerwege zu heiligen Stätten haben Konjunktur und spiegeln die Sehnsucht nach neuen Perspektiven auf das Leben und die Umwelt. Der Jakobsweg wurde europa- weit ausgebaut, in Brandenburg gibt es inzwischen sogar mehrere Strecken. Wie gestalten sich Wallfahrten in verschiedenen Kulturkreisen? Warum glauben Menschen an Erscheinungen und die Wirkkraft von Objekten wie Heiligenfiguren, Bilder oder Reliquien? Foto: Helmut & Johanna Kandl Im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung in der Galerie im Körnerpark steht ein Werkkomplex von Helmut & Johanna Kandl zu Marienwallfahrtsorten wie Altötting, Lour­ des, Medjugorje, Levoča oder Guadalupe in Mexiko-City. Die Malereien, Collagen, Objekte und Videos zeigen die kulturellen Prägungen von Wallfahrten in unterschiedlichen Regionen, aber auch die touristische Bedeutung und mediale Inszenierung von „Pilger-Events“ im digitalen Zeitalter. Die Künstler betrachten das vielschichtige Phänomen mit Respekt, aber auch mit Humor. Ebenfalls Gegenstand ihrer Recherche ist die Frage nach der „weiblichen“ Seite von Gott und nach dem Frauenbild, das dahinter steht. Die Ausstellung, die bis zum 21. Juli zu sehen ist, ist ist Teil von 48 Stunden Neukölln zum Thema „Perspektivwechsel“. In diesem Rahmen findet am Samstag, den 15. Juni 2013 um 17 Uhr das Künstlergespräch –„Staunen: Geschichten über Wallfahrer, sechsfingrige Madonnen und fliegende Häuser“ statt. Kulturamt Neukölln Galerie im Körnerpark Schierker Straße 8, Di–So: 10–20 Uhr, www.kultur-neukoelln.de körner post juni / juli 2013 10 Neuköllner Essensgeschichten Schnell Essen im Reuterkiez s gab bereits schnelles Essen rund um den Reuterkiez, da war die Ecke noch weit davon entfernt, Berlins „heißeste Partyzone“ zu sein. Am Kottbusser Damm entstanden die ersten Berliner Dönerläden, und auf der anderen Seite der Brücke verkaufte der „Sindbad“ seinen unvergessenen „Kreuzburger“, der so schwer im Magen lag wie ein fettiges U-Boot. Die Dönerläden am Kotti wirken heutzutage fast schon altmodisch, gefragt sind jetzt Einrichtungen wie die „Brezel Company“ in der Lenaustraße mit ihren „Ciabattas de luxe“ oder die in jeder Hinsicht kosmopolitische „Pizza e Pezzi“ am Reuterplatz. Bedingt durch das tiefe Eindringen der Partygesellschaft in den Kiez hat sich der Fast Food-Sektor verlagert, räumlich und kulinarisch. „Die Pannierstraße entwickelt sich definitiv zur Fressmeile“, prophezeit Thimo, einer der drei Inhaber des BBI (Berlin Burger International) in der Pannierstraße. Das BBI steht beispielhaft für den Trend, auch im Fast Food-Bereich qualitativ hochwertige Nahrungsmittel anzubieten. „Wir sind eigentlich kein Fast Food- von Mathias Hühn, Redaktion „Reuter“ voll. Wie das BBI, findet sich die Croissanterie in den üblichen Berlin-Reiseführern wieder, das Geschäft profitiert vom Hype um den Reuterkiez. Wenngleich Christian Sachse, der Inhaber und Ur-Neuköllner aus der Gropiusstadt, aus guten Gründen darauf verweist, kein Trendsetter zu sein: „Uns gibt es es schon seit 19 Jahren, wir sind ein richtiger Kiezladen“. Alleinstellungsmerkmal damals wie heute ist das unglaublich große Angebot an Belägen und Aufstrichen für Croissants und Brezeln. Die wenigsten Zutaten stammen aus dem Großhandel: „Die Salami importieren wir direkt aus Italien und die Trockentomaten sind tatsächlich am Strauch getrocknet“, erzählt Christian. Neben der Qualität ist ihm auch die Freundlichkeit des Personals wichtig: „Das macht die Hälfte des Geschäftes aus.“ Während die Pannierstraße Teil des hippen Reuterkiezes ist, verschwindet das Trendgefühl schlagartig, sobald man auf die Sonnenallee biegt. Hier dominieren Spielhallen und selbst klassische Dönerläden sucht man vergebens. Dafür findet man einen selbst für Berlin einzigartigen Imbiss: das „Fisch Kebab Haus“ von Servet Kalayci. Es gibt weder Hammel- noch Kalbfleisch, die Speisekarte kennt nur maritime und vegetarische Gerichte. Servet Kalayci geht es in erster Linie um die Gesundheit: „Fisch ist gut für das Gehirn, er enthält Eiweiß ohne Fett und beugt Demenz vor.“ Soweit es geht, verzichtet Kalayci auf die Fritteuse, der Fisch wird gegrillt und schonend gegart. Ein „Fisch Döner“, gegrillter Fisch mit Salat im Fladenbrot, kostet 2,50 €, die „Dorade Royal“ auf dem Teller mit Kartoffelscheiben und Salat kostet 10 €. Die Einrichtung des Ladens entbehrt jeder Hippness, dafür kann man das „alte“ Neukölln erleben, indem man sich draußen in die Sonne setzt und das Leben auf Neuköllns bekanntester traße an sich vorbeirauschen lässt. E Restaurant“ sagt er und verweist auf die verhältnismäßig langen Wartezeiten von bis zu 20 Minuten. Im BBI wird alles selbst zubereitet, das Hühnchen ist in hausgemachter Marinade eingelegt, das frische Hackfleisch stammt vom Fleischer um die Ecke. „Unser Hauptziel ist es, gute Burger zu produzieren“, so Thimo. Das solide Selbstverständnis erstreckt sich über das gesamte Geschäft, die Inneneinrichtung wurde überwiegend aus gebrauchten Materialien hergestellt und Kredite sind für die Inhaber tabu. Investiert wird nur Geld, das im Laden erwirtschaftet wurde. Seit sechs Jahren gibt es das BBI und der Wandel des Kiezes hat zu einer mehr als befriedigenden Geschäftsentwicklung geführt. Ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite eröffnen die drei BBI-Betreiber demnächst die Bar „BER“. „Die Namen BBI und BER kamen zustande, weil wir auch ein paar Eröffnungstermine verstreichen lassen mussten“, so Thimo. Direkt neben dem BER befindet sich die „Croissanterie“, ebenfalls auf schnelles Essen spezialisiert und zu Stoßzeiten brechend Foto: Golo Föllmer Keine Adresse für Leute, die es eilig haben: das „BBI“ in der Pannierstraße 11 juni /  j uli 2013 körner post Neuköllner Essensgeschichten Putenschnitzel für Anfänger von Claudia Mattern hannes dazu. Die Eltern werden regelmäßig bei Ausflügen und kleinen Feiern einbezogen. Neulich an Ostern, erzählt Malang, haben sie mit den Eltern und Geschwistern ausgiebig gefrühstückt, die letzten gingen am frühen Abend. Als die Mädchen Käse und Tomaten auf die Putenschnitzel legen, gibt es von einigen Seiten Protest. „Man muss jedes Essen probieren“ erklärt die Projektleiterin, auch das gehört zu den Kochtheater-Regeln. Weitere Regeln sind, dass der Arbeitsplatz nach jedem Arbeitsgang sauber gemacht wird und alle gemeinsam die Küche aufräumen. Zur Belohnung gibt es neben den regelmäßig stattfindenden Ausflügen außerdem alle zwei Monate einen kleinen Preis für gutes Benehmen, Mitmachen und Pünktlichkeit. Neuerdings wählen die Kinder jeden Monat einen Kochtheatersprecher, der die Aufgaben verteilt, derzeit ist Bashir der Chef. „Ihr habt heute toll mitgemacht, aber ihr wart ein bisschen zu laut“ sagt Marion Seifert, als alle endlich am Tisch sitzen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Denn wenn ein Erwachsener da ist, erklärt Desmond, wollen nun mal alle mit dem Besuch reden. Lassen die Eltern ihre Kinder mit den neu erworbenen Kochkenntnissen denn auch zuhause an den Herd? „Ich habe für meine Eltern neulich Spiegeleier gebraten“ erzählt Amir, der seit knapp fünf Monaten mitmacht. Langfristig können sich die Eltern der Kochtheater-Kinder bestimmt auf aufwändigere Gerichte freuen. Neben praktischen Küchenfertigkeiten lernen die Kinder vor allem Eigenständigkeit, Mitverantwortung und Teamarbeit. E ine wichtige „Kochtheater“-Regel lautet: Wer zu spät kommt, zahlt 50 Cent in die Gemeinschaftskasse, und das gilt auch für Besucher. Wer wie Marion Seifert seit über fünf Jahren Projekte mit Kindern im Körnerkiez durchführt, weiß, dass ohne Pünktlichkeit keine Ergebnisse zustande kommen. Ergebnisse, das sind in ihrem Fall ein kleines Menü pro Kochtermin, gekocht von 5- bis 14-Jährigen unter ihrer Regie. Heute stehen auf dem Speiseplan mit Käse und Tomaten überbackene Putenschnitzel mit Kartoffeln, Karotten und Salat, als Nachtisch Melonenquark. Diesmal hat die Projektleiterin das Gericht ausgewählt. Nor- Käse.“ Malang (7) dagegen isst fast alles. Während Amina und Someya die Tomaten und den Käse schneiden, kümmern sich Milas (10) und Alen (10) um die Petersilie. Als Alen und Amir (9) Brot schneiden, wird das ein oder andere Stück stibitzt. „Also gut“, lenkt Marion Seifert ein, „dann ist jetzt Raubtierfütterung, wenn ihr alle so einen Hunger habt.“ Normalerweise ist zwischendurch Essen eigentlich nicht gestattet, denn alle essen am Ende gemeinsam am Tisch. Dieser ist schon von Alen und Someya eingedeckt, auf die Tischdekoration legen alle großen Wert. Die Jungs unterhalten sich über den Rum- Foto: Claudia Mattern Endlich geschafft – und jetzt gibt es Essen! Das gemeinsame Essen ist im Projekt von Marion Seifert (M.) ein wichtiger Bestandteil. malerweise läuft es aber so, dass die Essensplanung demokratisch beschlossen und aufgeteilt wird, wer welche Zutaten mitbringt. Die 8-jährige Amina hat heute die Kartoffeln mitgebracht, der 10-jährige Bashir und die 7-jährige Someya waren für Karotten, Petersilie und Orangensaft zuständig. Wer selbst Kinder hat oder mit Kindern arbeitet, weiß, wie kompliziert es sein kann, für viele Kinder zu kochen, so unterschiedlich sind die Geschmäcker. Der eine mag keine Tomaten, der andere keine Zucchini. „Ich bin so einer, der kaum etwas isst“ gesteht der 10-jährige Desmond, „ich esse auch keinen mel in der Hasenheide, der Geräuschpegel steigt, dann geht der rote Teller in die Brüche. „Wer kocht denn jetzt die Möhren?“ fragt Marion Seifert schon zum dritten Mal. Intisar (12) meldet sich sofort. Als Älteste ist sie eine große Hilfe für die Projektleitern. Denn sich alleine um zehn Kinder zu kümmern, die mit Küchenutensilien hantieren, das erfordert vor allem auch gute Nerven. Gerade hat sich Malang mit dem Schälmesser geschnitten, kleine Unfälle dieser Art bleiben natürlich nicht aus. Samstags kommt deswegen manchmal zur ehrenamtlichen Unterstützung der Jura-Student Jo- „Marions Kochtheater“ wird mit F ­ ördermitteln aus dem Programm Soziale Stadt finanziert und findet jeden Freitag und Samstag ab 15 Uhr im Familienbildungszentrum, Altenbraker Str. 12a statt. Interessierte melden sich bitte unter 0152-112 57 999 oder info@marions-kochtheater.de. körner post juni / juli 2013 12 Nachbarn im Kiez Da denkt man, ältere Menschen seien grundsätzlich ruhebedürftig und daher kritisch gegenüber neuen jungen Menschen im Kiez, doch Werner Brinkmann belehrt einen schon nach zwei, drei Sätzen eines Besseren. „Die jungen Leute bringen frischen Wind rein“ erklärt der gebürtige Niedersachse aus dem Weser-Leine-Bergland. „Die Gegend hat dadurch ein anderes Gesicht bekommen.“ Möchte den Körnerkiez mitgestalten: 1975, als er aus SchöWerner Brinkmann neberg kam, war der Körnerkiez eine GeWerner Brinkmann gend wie jede andere, „nichts Besonderes, aber auch kein Problembezirk.“ Nach und nach zogen die Jüngeren in die Neubaugebiete, ins Märkische Viertel, in die Gropiusstadt und auf das Falkenhagener Feld. Zu den Älteren, die übrig blieben, gesellten sich immer mehr Migranten, doch die Probleme kamen erst mit der Wiedervereinigung. Er ist trotzdem hier wohnen geblieben, denn er wohnt sehr gut bei einer Genossenschaft. Als Miteigentümer können die Mieter mitentscheiden, wenn sich die Miete erhöht und was mit dem Gewinn passiert. Der pensionierte Gebäudetechniker hat früher auf den Flughäfen Tegel und Tempelhof gearbeitet. Nach dem Mauerbau kam er 1963 nach Berlin, weil junge Arbeitskräfte gesucht wurden. Eine Weile wohnte er in Neukölln und dann sieben Jahre in Schöneberg im Foto: Privat Akazienkiez, in der dortigen Apostel-Paulus-Kirchengemeinde dort engagiert er sich bis heute. Dass ihn in Schöneberg viel mehr Leute kennen als hier im Körnerkiez, wo er immerhin knapp vierzig Jahre lebt, ist daher nicht erstaunlich. Doch jetzt hat Werner Brinkmann beschlossen, etwas gegen die Anonymität zu unternehmen. Dass in seinem Haus jeder seine eigenen Wege geht und man sich nicht um die Nachbarn kümmert, gefällt ihm gar nicht. Anschluss gefunden hat er beim Quartiersrat, dem er seit Ende letztes Jahres als neues Mitglied angehört. „Ein bisschen nebenbei kann man ja noch machen, ich möchte auch einen Beitrag dazu leisten, dass es hier besser wird.“ Werner Brinkmann hat beim letzten Kiezputz den Besen in die Hand genommen und sich gleich die als Schmuddelecke bekannte Siegfriedstraße vorgeknöpft. Dort hat er einen Müllsack nach dem anderen gefüllt. Als nächstes will er eine Baumscheibenbegrünung vor seinem Haus angehen. Er hofft, dass er am Stand des Quartiersmanagements auf dem Kiezfest, wo er auch stehen wird, ein paar Leute findet, die mitmachen. Von den baulichen Veränderungen, die auf Initiative des Quartiersmanagements bislang entstanden sind, sei vor allem die Gestaltung der Selkestraße und des Schierker Platzes sehr gelungen. Nur den Emser Platz hat man für seinen Geschmack zu sehr „zugepflastert“, früher habe es dort mehr Grün gegeben als heute. Zwar wurde in der Emser Straße ein Teil der Straße asphaltiert, doch ausgerechnet vor seinem Haus gibt es noch Kopfsteinpflaster. Wenn dieses kleine Stück noch asphaltiert werden würde, würden vermutlich auch die Radfahrer die Straße und nicht wie meist sonst den Gehweg benutzen. Hin und wieder mischt sich Werner Brinkmann auch abends unter die Leute und geht in die WerkStadt oder ins Laika, die Atmosphäre, die Musik und die Ausstellungen dort gefallen ihm. Überhaupt sei mit den jungen Leuten das Miteinander besser geworden.  Claudia Mattern Impressum Kurz gemeldet Bundesfreiwillige/r gesucht. Wir, die Peter-Petersen-Grundschule im Körnerkiez haben auf dem Tempelhofer Feld ein M.I.N.T.grünes Klassenzimmer. Für dieses Projekt suchen wir einen Bufdi (ab 27 Jahre). Einsatzzeit: 20–30 Stunden pro Woche, Dauer: 12–18 Monate. Gefragt sind handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und Freude an einem verantwortungsvollen Umgang mit den Kindern. Bitte Biografie und Foto an: info@pps-berlin.de Sommer im Park – umsonst und draußen. Von Mitte Juni bis Anfang September finden wie in jedem Jahr sonntags um 18 Uhr Sommerkonzerte im Körnerpark statt. Fanfara Kalashnikov (Balkan-Speed-Brass-Orchester, So, 16.6.), Berliner Klarinettenchor (23.6.), Helmut Forsthoff Quartett (Modern Jazz, 30.6.), Sarabande (“acoustic world groove“, 7.7.), Das Original Oberkreuzberger Nasenflötenorchester (14.7.), PIVOT und COG (akustische Improvisationen, 21.7.), Stefan Grasse Trio (Bossa Nova, Tango, Bolero, Valse Musettes, Flamenco, 28.7.), Indigo Masala (4.8.). Bei schlechtem Wetter gibt es keine Auftrittsgarantie Herausgeber: Quartiersmanagement Körnerpark Emser Straße 15, 12051 Berlin Tel. 6298 8790, Fax 6298 87910 www.qm-koernerpark.de team@qm-koernerpark.de V.i.S.d.P.: Ulli Lautenschläger Redaktion: Claudia Mattern, cmattern@gmx.de Autoren dieser Ausgabe: Dr. Christian Hoffmann, Mathias Hühn, Konrad Kästner, Tom Meier, Anne Rathwallner, Bernhard Stelzl Layout: Sonja Seulberger Druck: Ronald Fritzsch Auflage: 2.500 Die Körnerpost erscheint zehnmal jährlich. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang August 2013. Redaktionsschluss: 25. Juli 2013 Die Körnerpost wird gefördert von:
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