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Full text: Körnerpost (Rights reserved) Ausgabe 70.2013 (Rights reserved)

körner 70. ausgabe april 2013 post quartierszeitung für den körnerpark Illustration: Mathias Hühn In diesem Heft: „Wann hört es auf, Liebe zu sein?“ Ein Präventionsprojekt des Kurdistan Kultur- und Hilfsvereins für Jugendliche und Eltern zum Thema häusliche Gewalt +++ Über 300 Menschen stinkt es! Mitmachen bei der Attacke gegen Hundekacke am 12. April +++ Das Körnerschnitzel vernetzt die Aktiven im Kiez. Am 24. Mai ist es wieder soweit +++ 1.000 Quadratmeter M.I.N.T.grün. Interview mit Jennifer Bodlée und Eva Bohrmann vom Förderverein der Peter-Petersen-Grundschule +++ NEWROZ. Die Kita Helin feiert jedes Jahr das kurdische Neujahrsfest +++ Li’s Tabu trifft TAGEBUCHt. Eine Ausstellung mit Musik in der Galerie schwarzekatze\weisserkater +++ Marianne Pyrczek ist die Nachbarin des Monats körner post Editorial april 2013 2 Liebe Leserinnen und Leser der Körnerpost ! Wir haben es geschafft, der kälteste März seit 130 Jahren liegt hinter uns. Frühling, wo bist du? Was nicht in dieser Körnerpost steht: Am 26. April eröffnet die umgebaute Hausmeisterwohnung der Konrad-AgahdSchule, die künftig als Elterncafé, für das Projekt „brotZeit“ und als Schülerbibliothek zur Verfügung steht. Der Um- und Ausbau sowie die Ausstattung wurden mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt und Eigenmitteln des Bezirks finanziert. Merken Sie sich schon mal Freitag, den 24. Mai vor, dann ist wieder Körnerschnitzel-Zeit. Auch die Vorbereitungen für das Körnerkiezfest am 15. Juni sind schon in vollem Gange. Weitere Veranstaltungen, Geschichten und Anregungen finden Sie auf den nächsten Seiten. Sie wissen ja, Ideen, Infos und Anregungen für die nächste Körnerpost sind nach wie vor sehr erwünscht! Kommen Sie zum nächsten Redaktionstreffen am Montag, 8. April, 17.30 Uhr ins Quartiersbüro oder schreiben Sie uns eine Mail an­ team@qm-koernerpark.de, wir freuen uns. Bis bald im Mai! Ihr Quartiersmanagement Körnerpark „Wann hört es auf, Liebe zu sein?“ Prävention häuslicher Gewalt Porträt J ede vierte Frau in Deutschland zwischen zwischen 16 und 85 hat schon mindestens einmal körperliche bzw. sexuelle Gewalt durch einen Partner erlebt. Jede fünfte 14- bis 18-Jährige erlebt physische oder sexuelle Gewalt in einer Beziehung oder bei einer Verabredung. Es heißt, häusliche Gewalt werde zu über 90 % von Männern gegenüber Frauen ausgeübt (Quelle: Flyer „Liebe Respekt! Liebe ohne Gewalt“). Seit August 2010 versucht der Kurdistan Kultur- und Hilfsverein (KKH e.V.) mit dem Projekt „Liebe Respekt! Liebe ohne Gewalt“ Jugendliche ab Klasse 9 für das Thema häusliche Gewalt zu sensibilisieren und gleichberechtigte Beziehungen zu fördern. Die Workshops an den Schulen gehen über zwei Tage. Wie schafft man es in so kurzer Zeit, das Interesse von Jugendlichen zu wecken und sie zum Reden zu bringen? „Wir fangen mit den Themen Respekt und Gleichberechtigung an“ erklärt die Kulturwissenschaftlerin Azra Gül. „Wann hört es auf, Liebe zu sein? Wo fängt Gewalt an?“ Auch innerhalb einer funktionierenden Partnerschaft gebe es Kämpfe um Macht, Kontrolle und Dominanz. Wenn Besitzdenken hinzukommt, verwechselten viele Jugendliche und Erwachsene Eifersucht und Kontrolle mit L ­ iebe, so Gül. Bei Diskussionen mit den Jugendlichen geht es dann meist um die eigenen Grenzen, z.B. bei der Frage, wenn der Junge dem Mädchen Foto: © BIG e.V. troffene und geben Hinweise, was zu tun ist, wenn man Zeuge von Gewalt wird und wie Konflikte gewaltfrei gelöst werden können. Zur Zielgruppe des Projekts gehören letztlich alle Personen, die an der Erziehung beteiligt sind. Mittlerweile informieren Azra Foto: © BIG e.V. Adir Tekîn Quartiersbüro Körnerpark, Emser Straße 15, Tel. 62 98 87 90, team@qm-koernerpark.de Sprechzeiten: Mittwoch 16–18 Uhr, Donnerstag 10–13 Uhr Mitarbeiter: Ulli Lautenschläger, Serpil Küçük, Tom Meier, Dr. Astrid Tag Azra Gül Titel: Kacke raus! Uns stinkt’s! – Wem stinkt’s eigentlich nicht? Ausschnitt aus dem „Attacke gegen Hundekacke“Plakat von Mathias Hühn. Weitere I ­ llustrationen und Karikaturen unter www.huehn-illu.de verbietet, ins Schwimmbad zu gehen. Ziel ist es, die Jugendlichen in einem geschützten Raum zum Nachdenken zu bringen und ihnen bewusst zu machen, dass Verbote und Zwang in einer gleichberechtigten Partnerschaft nicht in Ordnung sind. Die Projektleiter nennen konkrete Anlaufstellen für Be- Gül und ihr Kollege Adir Tekîn auch außerhalb des schulischen Rahmens zum Thema häusliche Gewalt, z.B. bei den Stadtteilmüttern und bei der Türkischen Männergruppe von Aufbruch Neukölln e.V. Darüber hinaus organisieren sie in Kooperation mit der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG e.V.) Veranstaltungen. Das Projekt, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wird, läuft noch bis Juli 2013. Über 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat der Verein mittlerweile erreicht. Im letzten Jahr fanden 20 Workshops für Jugendliche, u.a. an der Hans-Fallada-, Clay- und AlfredNobel-Schule in Neukölln statt. Bei Feedbackrunden sagen die Jugendlichen oft, wie dankbar sie sind, dass überhaupt über das Thema gesprochen worden sei. Dennoch gibt es vor allem in Neukölln und Kreuzberg hin und wieder Schwierigkeiten, überhaupt an eine Schule heranzukommen. „Weil wir Kurdistan Kultur- und Hilfsverein heißen, gibt es an Schulen mit einer starken türkischen Elternlobby eine Barriere“ erklärt Adir Tekîn. Hin und wieder reagieren auch Eltern spontan mit Ablehnung und fühlen sich angegriffen. Dies zeigt, dass noch lange nicht genug über häusliche Gewalt gesprochen worden ist. Das Thema ist immer a ­ ktuell.  Claudia Mattern KKH e.V., Nogatstr. 5, Tel. 7022 7519, lieberespekt@kkh-ev.de 3 april 2013 körner post Aktuelles Über 300 Menschen stinkt es! Attacke gegen Hundekacke N ­ eukölln  e.V., im Rahmen des Projektes „Putzaktion im Körnerkiez“ wieder Unterstützung für die Schule, denn ein sauberer Kiez ist ein Mehrwert für alle Bewohner des Körnerkiezes. Die Aktion wird bereits zum 4. Mal durch das Quartiersmanagement mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt auch finanziell unterstützt. Pressemitteilung Foto: Claudia Mattern Z um bereits 8. Mal findet vom 8. bis 12. April 2013 die „Attacke gegen Hundekacke“ im Körnerkiez statt. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der ehemaligen Schulleiterin der Peter-Petersen-Schule Ruth Weber. Ihre Nachfolgerin Hildegard Greif-Groß hat diese Aktivität gerne weitergeführt und die Schulaktionen mit dem Kiez v ­ ernetzt. Die knapp 330 Kinder und Lehrkräfte der Schule sind alle zwei Jahre mit großer Begeisterung an der Aktionswoche beteiligt. Die Schüler beschäftigen sich im Unterricht mit dem Thema Sauberkeit im Quartier und entwerfen und malen Transparente. Diese spiegeln ihre Wünsche nach einer lebenswerten Umwelt wider. Es werden Hundehaufen gezählt und farbig markiert und so ein aktueller Überblick der Situation erarbeitet. Der Höhepunkt der Aktionswoche ist die gemeinsame Demonstration am 12. April, die um 12 Uhr vor der Schule in der Jonasstraße 16 startet. Über 300 Menschen stinkt es! Sie wollen einen sauberen Kiez! Unterstützung finden die Aktiven der Peter-Petersen-Schule bei Kindertagesstätten, den Stadtteilmüttern und vielen engagierten Anwohnern aus dem Quartier, welche ebenfalls an der Demonstration teilnehmen werden. Die Berliner Stadtreinigung unterstützt die Aktion mit Mehrwegbechern für die Getränke der Kinder auf der Abschlusskundgebung am Schierker Platz. Jeder kann durch bewusstes Handeln Müll vermeiden. Sie können die Kinder der Peter-PetersenSchule in ihrem wichtigen Anliegen unterstützen, indem Sie sich im April noch stärker als sonst für saubere Straßen einsetzen und z.B. Müll von der Straße sammeln oder vor Ihrem Haus auf Sauberkeit achten. Natürlich sind Sie auch herzlich eingeladen, sich an der bunten Demonstration zu beteiligen. Das Quartiersmanagement Körnerpark leistet mit seinem Projektpartner, dem Multikulturellen NachbarschaftsGarten Attacke gegen Hundekacke 2011 - Alle zwei Jahre wird dagegen demonstriert Erfahrungsaustausch und Vernetzung 5. Berliner Quartiersrätekongress er Quartiersrätekongress ist ein Dank der Berliner Politik an alle, die sich in Quartiersräten und Vergabejurys ehrenamtlich engagieren. Am 8. März 2013 kamen mehr als 400 Ehrenamtliche ins Berliner Abgeordnetenhaus, wo sie von ­ ichael Müller, Senator M für Stadtentwicklung und Umwelt, Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses, Mark Rackles, Staatssekretär für Bildung sowie Farah Dilmaghani, Staatssekretär für Integration, gewürdigt wurden. Foto: Astrid Tag D Quartiersratsvertreterinnen aus dem Körnerkiez: Marianne Pyrczek (l.) und Helena Bozena Schäfer Im Foyer vor dem Plenarsaal des B ­ erliner Abgeordnetenhauses stellten die 34 Quartiere anhand von Infotafeln ihre Arbeit vor, tauschten Erfahrungen aus und knüpften Kontakte. Abschließend wurde im Rahmen einer offenen Diskussion über Bildung, Integration, Mietentwicklung und die Zukunft des Programms „Soziale Stadt“ diskutiert. Alle Beteiligten waren sich einig darüber, dass das Programm „Soziale Stadt“ fortgesetzt und finanziell angemessen ausgestattet werden muss.  cm körner post Termine april 2013 4 Weitere Termine finden Sie unter www.qm-koernerpark.de, Aktuelles • Neues Wohnen Neukölln. Wohnquartiere von 1900 bis heute (bis 26.4.) Ausstellung des Mobilen Museums Neukölln    / Stud. d. TU Berlin. Rathaus Neukölln, 2. OG, Karl-Marx-Str. 83 • Sitzung der Aktionsfondsjury Di, 7.5., 18 h, Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Treffen der Kiezredaktion Mo, 8.4., 17 h, Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Attacke gegen Hundekacke Fr, 12.4., 12-13 h Treffpunkt: Peter-Petersen-Schule, Jonasstr. 15 • Li`s TABU trifft TAGEBUCHt Ausstellung von Ane Dawas, Musik von Andreas Albrecht Fr, 12.4., 20 h, schwarzekatze\weisserkater, Emser Str. 128 • Unbekannte Größen (bis 15.6.) Grafiken 20x20, Vernissage am Di, 23.4., 18 h, Helene-Nathan-Bibliothek, Karl-Marx-Str. 66, Neukölln Arcaden, Eingang Post, Aufzug bis Parkdeck 4 • Sitzung des Quartiersrats Do, 25.4., 18 h Café Balsamico, Albrecht-Dürer-Gymnasium, Emser Str. 133-137 • Schmuck Schmieden in Silber Di 17-19.30  , Mi 12-14.30  , Sa 15-17.30  ; h h h 2,5 Std. / 20  zzgl.Material, Atelier Kirkara, € Jonasstr. 33, kirkara.de, Tel. 0176-2487 4348 ..................................................... Schierker Str. 8, Tel. 5682 3939, Di-So 10-18 h Salon-Musik im Café  : April Familienbildungszentrum Altenbraker Str. 12a, Tel. 4003 7884; 0152-5266 5188 • Interkultureller Frauentreff Mo 10-12 h • PEKiP. Mo 10-11.30 h und 12-13.30 h 10 Termine/65 € • „Griffbereit“ zweisprachige Spielgruppe f. 1-3 Jährige, türkisch-deutsch, Di 10-12 h, Tel. 0177-912 6686 • Musik - Bewegung - Spiel für 1-2-Jährige Mi 9.30-11 h; 2 € /Termin • Hebammensprechstunde Mi 12-13 h Voranmeldung erbeten! • Rückbildungsgymnastik für Frauen nach der Geburt Mi. 13-14.30 h. Beginn: 10.4. 2013 • „Griffbereit“ zweisprachige Spielgruppe f. 1-3 Jährige, arabisch-deutsch, Do 10-12 h, Tel. 0176-63432980 • Spiel & Bewegung im ersten Lebensjahr (5-12 Mon.) Do 12-13.30 h; 2 €/Termin • Rumänisch-deutsche Mutter-Kind-Gruppe Fr 10-12 h, Tel. 01521-305 5903 • Neu: Musikgarten für Kita-Kinder mit Eltern Fr 16-17.30 h; 2€/Termin Gesundheitspräventionskurse in der Jonasstr. 43: • Pilates und Wirbelsäulengymnastik im Wechsel Mo 16.15-17.45 h • Autogenes Training im Wechsel mit Progressiver Muskelrelaxation (PMR) Di 18.30-19.45 h Anmeldung: 0178-6033376 • Rückenschule für junge Mütter Mi 11.30-13 h • Stressbewältigungstraining Mi 18-19.30 h ..................................................... Altenbraker Str. 26, www.fincan.eu • Jazz-Konzerte Fr/Sa ab 20 h; 3-8 €, www.fincan.eu • Yoga Anmeldung erforderlich: Yoga@posteo.de: Mo 20.30-22 h: Offene Stunde mit Anette (Anfänger) Do 9.30-11 h: Offene Stunde mit Sandro (Mittelstufe/Fortgesch.), Do 16.30-18 h, ab 14.2.-18.4.: Yoga für den Rücken mit Sandro und Claire, 10 Termine für 60 €, So 10-11.30 h: Offene Yoga-Stunde mit Anette Kosten: Offene Stunde: 5-8 €; 10er Karte für die Offenen Stunden: 45-80 € • Improtheater • Anm. erforderlich: mail@sandro-schott.de Fortgeschrittene. Di, 12./26.3., 20-22 h; 2 € • Tango Argentino Anmeldung : www.tangoneuewelt.de Mi 18.30-19.30 h: Anfänger I, Mi 19.45-20.45 h: Anfänger II, Mi 21-22.15 h: Mittelstufe ..................................................... www.IntegraleMedizin-eV.de • Shiatsu-Behandlungen Di 10-15 h + Do 13-20 h Termine unter Tel. 0157-7353 0391 • „Integrale Runde“ Der außergewöhnliche Gesprächskreis, Do, 18.4., 17-19 h, KussKuss, Nogatstr. 30 • Offener Info-Abend zum Projekt „regioLAN“ Solidarische Landwirtschaft: Eine Bäuerin stellt sich vor Fr, 19.4., 18 h, KussKuss, Nogatstr. 30 .................................................... Nogatstr. 30, www.kusskussberlin.de, Tel. 0176-4209 0498 • The Musical Zoo für Kinder von 1-6 J. mit Klavier, Gitarre, Trommeln, Tanz. Sa, jeweils 9.30  (bis 2 J.) u. h 10.30  (ab 3 J.)Bitte reservieren! themusicalzoo.com h Emser Str. 131, www.laika-neukoelln.de • „TATORT“ oder „Polizeiruf 110“, jeden So 20.15  h • Die Peperonis, Improtheater Do, 11.4., 20 h • The Great Magic Songwriting Circus Fr, 12.4., 20 h • Berlin Saturday Matinée Episode 03 - Live Podcast Recording Session. Sa, 13.4., 15.30 h • ErneuerBAR* (Veranst. der BUND-Jugend Berlin) Di, 16.4., 19.15 h • Filmabend von Masifunde e.V. Mi, 17.4., 20 h • Jonathan Simons (Folk) Do, 25.4., 20 h • DICHT.IT Poetry Slam (Slammer Welcome) Fr, 26.4., 19.30 h .................................................... LAIKA Nachbarschaftsheim Neukölln Schierker Str. 53, www.nbh-neukoelln.de • Infoveranstaltung zum Start des Jugend-Demokratiefonds in Neukölln Fr, 12.4., 17–19 h • Saisoneröffnung im Garten mit Lagerfeuer und der berühmten „Buraksuppe“. Mi, 17.4., 15 h Angebote für Erwachsene, Informationen bei Connie Roters, Tel.0157 - 8847 9200 bzw. 848 55 687: • Aquarellieren, Malen, Zeichnen Mo 18-30-20.30  h • Kreatives, autobiografisches Schreiben Di 14-16  h • Bewegung am Vormittag Mi 10-11 Uhr • Stuhlgymnastik für Seniorinnen und Senioren Do 13-14 Uhr • „Ariadne“ - Sticken, Häkeln, Filzen Fr 10-13 Uhr .................................................... Nogatstr. 21, Tel. 2808541, info@owen-berlin.de • Nachbarinnentheater / Frauen Forum Theater Mo 17-19  h • Frauencafé Do 11-13  h • Kinder im Zirkus (für Grundschulkinder) Do 16.30-18 h ..................................................... Emser Str. 124, www.werkstadt-berlin.com, Mo-Sa ab 19 Uhr • Seminar zum Kunst- und Kulturmarketing mit Barbara Mei Chun Müller (careerculture.de), Anm. erbeten unter kunstfiliale@werkstadt-berlin.com Mo, 8.4., 17-19 h • Finissage „Fashion Victims“ von Zoe Caspari Sa, 13.4., 19 h • Literaturclub Diskussion zum Buch „Aus den Fugen“ von Alain C. Sulzer, Mi, 17.4., 20 h • Konzert: the Sparkling Springs (Jazz, Soul, Blues, Funk) Do, 18.4., 20 h ..................................................... Ilsestr. 3, Tel. 621 9211, 0177-345 8397 • Hatha Yoga nach Sivananda in kl.Gruppen (4-6 Pers.) Mo 18  / Mi 18    Do 18.30  : h h/ h Anfänger & Fortgeschrittene; 4x    onat 40  /M € Studenten 4x    onat 32  /M € Mi 10  : Yoga 60 plus; 4x    onat 40  h /M € Do 14  : Schwangerenyoga; 4x    onat 40  h /M € Do 16  : Babymassage; 6 Termine 44 € h • Ayurvedische Beratungen, Aromatherapie und Massagen Termine n.V. Galerie im Körnerpark • Bojan Assenov/Ed Schuller Duo (Modern Jazz) Fr, 19.4., 20 h Galerie  : • Temporary Autonomous Zone (bis 20.5.) Teil 1: Erogenous Zone, Fincan OWEN organisiert v.d. Gruppe ƒƒ Teil 2: ƒƒ Collaborations Vernissage am Fr, 26.4., 18 h Begleitveranstaltungen jeden Sa 15-20 h, Programm und Informationen: www.fffffff.org ..................................................... Karl-Marx-Str. 141, Di-So 10-20 h Galerie im Saalbau WerkStadt • Melos - Zwischen Räumen (bis 14.4.) Labor Neukölln 1: Kunstraum t27 zu Gast im Saalbau • André Jenö Raatzsch (bis 2.6.) THE ROMA IMAGE STUDIO Vernissage am Fr, 19.4., 18 h ..................................................... Emser Str. 117, Tel. 3950 5376, Mi-Fr 14-19 h, an jedem 1. Sa 14-17 Uhr • Eine andere Wirklichkeit die jeder kennt (bis 10.5.) Dimitrios Voulgarakis. Vernissage am 5.4., 19 h • Offene Kreativwerkstatt für Erwachsene Mit Farben, Kreiden und Stiften. Mi & Fr 14-17 h • Der philosophische Zirkel Sa, 6./20.4., jew. 15-17.30 h • Der literarische Zirkel I Für alle, die selber schreiben. Sa, 13.4., 15-17.30 h • Der literarische Zirkel II Sa, 27.4., 18-20.30 h, Peter Esterházy (*1950) • Ikebana - Die Kunst des Blumensteckens Anfänger Di 19 h. 9./16.4., 7.5. Fortgeschrittene So 19 h. 14./21.4., 5.5. 115 €, Tel. 6200 8625, ­ arbara.huebner@berlin.de b Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm Integrale Medizin Yoga im Atelier KussKuss 5 april 2013 körner post Körnerkiezgeschichten NEWROZ Von Antje Schmidt as kurdische Neujahrfest „Newroz“ wird jedes Jahr am 21. März gefeiert und heißt „Neuer Tag“. Das Newrozfest ist für die Kurden ein Symbol des Widerstandes. Bei vielen Völkern wird es auch als Beginn eines neuen Jahres gefeiert, wenn der Winter vorbei ist und der Frühling kommt. Der Legende nach hat der Held Kawa gegen den Tyrannen Dahak gekämpft, der im Land der Kurden herrschte und diese brutal unterdrückte, und das kurdische Volk befreit. Als Zeichen des Sieges über den brutalen Dahak hat er auf einem Berg ein Feuer angezündet, so wurde das Feuer zum Symbol der Freiheit für die Kurden. Sie kommen D an Newroz zusammen und veranstalten um das Feuer ein Fest – sie singen und tanzen. Selbstverständlich feiern wir als kurdischdeutsche Kita auch jedes Jahr das Newrozfest. Gemeinsam mit den Eltern entzündeten wir am Mittag ein Feuer, sangen, tanzten und aßen. Die Kinder konnten sich schminken lassen und hörten die Geschichte von Kawa. Leider konnten wir in diesem Jahr wegen des langen Winters nicht komplett im Freien feiern. Foto: Antje Schmidt Newroz piroz be – Frohes Newrozfest! Antje Schmidt ist Leiterin der Kita Helin des Kurdistan Kultur- und Hilfsvereins in der Nogatstraße. Dieses Jahr gab es ein Newrozfest mit Schnee Li’s Tabu trifft TAGEBUCHt Ausstellung im schwarzekatze\weisserkater ie Künstlerin Ane Dawas erzählt Geschichten aus Müllskulpturen und schafft ein Sammelsurium der Sinne. Das plastische Tagebuch „Li’s Tabu“ gehört zu ihren Hauptwerken. Andreas Albrechts Lieder und Geschichten von der Tag/Nacht-Grenze auf seiner neuen CD "TAGEBUCHt" sind nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Am Freitag, 12. April 2013 um 20 Uhr sind Ane Dawas und Andreas Albrecht in der Galerie schwarzekatze/weisserkater, Emser Str. 128 zu sehen. Eintritt gegen Spende, alle sind herzlich willkommen! schwarzekatze\weisserkater D Foto: schwarzekatze\weisserkater Ane Dawas (l.) trifft Andreas Albrecht Infos gibt es unter www.schwarzekatzeweisserkater.de und www.andreasalbrecht.com „Einmischen – Mitreden – Verändern“ rei Werkstätten der VHS Neukölln und des Beteiligungsbüros „Mitreden in Neukölln“ bieten Hilfestellung auf dem Weg zur Beteiligung und Mitbestimmung in Berlin: Wie kommen in den Bezirken Entscheidungen zustande? Wo und wie haben Bürger/innen Einfluss? Wie können Sie erfolgreich Argumentieren und Verhandeln lernen? Wie gewinnen Sie andere Menschen für Ihre Sache? Wie können Sie für konkrete Projektideen Anschubfinanzierungen ­ rganisieren? o D Die Werkstätten können einzeln für jeweils 8 € oder unter der Kursnummer Nk-B001 – zum Sonderpreis von 15 € – als Paket gebucht werden: Rhetorik/Versammlungsleitung (Nk-B002b) Sa, 13.04.13, 13–19 Uhr Öffentlichkeitsarbeit/Werbung (Nk-B003b) Sa, 20.04.13, Sa, 13–19 Uhr  Projektmanagement/Finanzierung (Nk-B004b) Sa, 27.04.13, 13–19 Uhr Anmeldung: VHS Neukölln www.vhs-neukoelln.de Tel. 90239 2433 Veranstaltungsort: Beteiligungsbüro Mitreden in Neukölln Glasower Str. 67 (Nähe U Grenzallee, S/U Neukölln) körner post Interview april 2013 6 1.000 Quadratmeter M.I.N.T.grün Bei Minustemperaturen feierte am 22. März die Peter-Petersen-Grundschule in Anwesenheit der Neuköllner Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey den Saisonauftakt ihres M.I.N.T.grünen Klassenzimmers auf dem Tempelhofer Feld. Im Juni 2011 als Pilotprojekt ausgewählt, entstand es dank wochenlangem Arbeitseinsatz engagierter Eltern und Lehrer. Das M.I.N.T.grüne Klassenzimmer ist ein aus zwei Stahlcontainern gebauter Wintergarten inmitten von 1.000 Quadratmetern Freifläche. M.I.N.T. steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, hier soll praxisnah gelernt werden. Träger des Projekts ist der Förderverein der Peter-Petersen-Schule, der die pädagogische Arbeit unterstützen will. Derzeit hat er 89 Mitglieder, Jennifer Bodlée und Eva Bohrmann sind Vorsitzende des Vereins. Beim Saisonauftakt auf dem Tempelhofer Feld war es eindeutig zu kalt: Schulleiterin Hildegard Greif-Groß (l.) mit Kindern der Peter-Petersen-Schule Frau Bodlée, Frau Bohrmann, es war der Förderverein der Peter-Petersen-Schule, der das M.I.N.T.grüne Klassenzimmer auf den Weg gebracht hat. Ist das so r ­ ichtig? Jennifer Bodlée: Der Grundgedanke kam aus der Elternschaft und wurde an die Lehrer und die Schulleitung herangetragen. Der Förderverein unterstützt in erster Linie pädagogische Konzepte, die brauchbar für den pädagogischen Schwerpunkt der Peter-Petersen-Schule, die Jenaplan-Pädagogik, erscheinen. Eva Bohrmann: Im Gegensatz zu einer staatlichen Schule kann der Förderverein Spenden in Empfang nehmen. Also gingen die Spenden an den Förderverein, der das Projekt M.I.N.T.grünes Klassenzimmer zweckgebunden finanziert hat. Der Förderverein hat auch den Pachtvertrag mit der Grün Berlin GmbH abgeschlossen. Aber der Löwenanteil der Arbeit lief nicht über den Förderverein, das waren Lehrer, das waren ganz viele Eltern, das waren auch Schüler. Bodlee: Ja, es war wirklich arbeits- und kräfteintensiv. Wir waren ja alle Laien auf dem Gebiet des Stahlbaus… Unser Architekt hatte die Bauleitung übernommen. Bohrmann: Aber das Zusammenschrauben, das haben alles Eltern und schulnahe Helfer aus reiner Freude an der Schule getan. Das waren etliche Wochenenden, die wir da auf dem Feld saßen. Es war aber immer auch eine schöne Atmosphäre, weil wirklich alle vertreten waren, Eltern, Lehrer und Kinder. Bodlée: Einige der Helfer haben eine besonders intensive Bindung zum M.I.N.T.grünen Klassenzimmer entwickelt. Sie sind gemeinsam mit den Lehrerinnen nach wie vor die treibende Kraft und haben ein großes Interesse daran, diesen zusätzlichen Raum mit in das Schulkonzept einzubinden. Ist das M.I.N.T.grüne Klassenzimmer denn das Hauptprojekt des Fördervereins? Bodlée: Das M.I.N.T.grüne Klassenzimmer war im letzten Jahr unsere Hauptaufgabe. Es ist natürlich etwas Greifbares, bei dem wir hoffen, dass die Eltern sehen, wie wichtig der Förderverein ist. Doch es ist nicht das alleinige Projekt des Fördervereins. Wir haben noch viele andere Aufgaben, um die Schule zu unterstützen. Bohrmann: Es hat personell und finanziell viel Arbeit und Zeit gebunden. Da wir als Förderverein die pädagogische Arbeit der Schule ideell unterstützen, wissen wir beim M.I.N.T.grünen Klassenzimmer, wo es pädagogisch hinläuft. Was gehört sonst noch zu den Aufgaben des Fördervereins? Bodlée: Anfang des Jahres haben wir die Stammgruppen mit zusätzlichen Spielen und Büchern versorgt. Wir finanzieren das Leseförderprojekt Antolin und unterstützen viele Schulaktionen, z.B. die Aktion „Attacke gegen Hundekacke“. In diesem Jahr waren unsere Kräfte erst mal fürs M.I.N.T.grüne Klassenzimmer gebündelt. Außerdem finanzieren wir den Bundesfreiwilligen, den wir als Unterstützung von außen haben. Bohrmann: Hinzu kommen Klassenfahrten und die Teilnahme an Wettbewerben wie z.B. dem Vorlese-Wettbewerb. Gerade hier in Neukölln leben viele Familien, für die auch kleine Summen problematisch sind. Die Teilnahmegebühr von 1 bis 2 € pro Kind ist hier bisweilen durchaus ein Ausschlusskriterium. Um zu verhindern, dass bestimmte Kinder daran nicht teilnehmen können, trägt der Förderverein diese Projekte komplett. Frau Weber, die ehemalige Direktorin der Schule und Mitbegründerin des Fördervereins, unternimmt mehrmals im Jahr zusätzliche Ausflüge mit Kindern. Diese Ausflüge werden auch vom Förderverein finanziert. Gibt es in der Berliner Schullandschaft denn etwas Vergleichbares, gibt es irgendwelche Vorbilder für das M.I.N.T.grüne Klassenzimmer? Bohrmann: Natürlich gibt es innerstädtische Schulen, die auch in der Natur arbeiten, aber ich glaube nicht, dass es viel Vergleichbares gibt. Viele treten an uns heran und fragen nach, das Interesse ist groß. Es entwickelt sich zu einer Art Selbstläufer. Das Konzept der Pionier-Nutzung auf dem Tempelhofer Feld sieht eine temporäre Nutzung der Flächen für drei bzw. sechs Jahre vor. Welche Perspektiven sehen Sie für die weitere Nutzung? Foto: © Henning Stirner 2013 7 april 2013 körner post Interview Bohrmann: Ich denke, das Zwischennutzungskonzept verlängert sich immer von Jahr zu Jahr, deswegen müssen wir Hochbeete anlegen und dürfen nichts in den Boden eingraben. Es muss alles genauso schnell wieder verschwinden können, wie es aufgebaut worden ist. Ein Gebiet wie das Tempelhofer Feld weckt halt auch andere Begehrlichkeiten, da ist mehr als eine Zwischennutzung für ein solches Projekt wahrscheinlich illusorisch. Ich denke, da machen wir uns auch keine Illusionen, dass das M.I.N.T.grüne Klassenzimmer in zehn Jahren noch nutzbar ist. Von daher arbeitet man sich von Saison zu Saison. Dieses Jahr haben wir die Pacht bezahlt, dieses Jahr ist es unseres, nutzen wir es, dann sehen wir, was 2014 passiert. Bodlée: Das Gebäude ist ja auf- und abbaubar, er kann jederzeit irgendwo anders aufgebaut und in der Form weitergenutzt werden. Aber jetzt geht es erstmal um die Integration in den Schulalltag und darum, weitere Spon- soren zu finden, die uns helfen dieses Projekt mitzutragen. Als Förderverein finanzieren wir uns ausschließlich über zweckgebundene Spenden und Mitgliedsbeiträge. Darum freuen wir uns natürlich über jedes neue Mitglied, das uns mit einem jährlichen Mindestbeitrag von 15 € bei der Realisierung unserer Projekte unterstützt. Bohrmann: Es soll ein Ort sein, wo man sich gerne aufhält. Aber es ist kein erweiterter Pausenhof, sondern hat den Anspruch, im pädagogischen Konzept der Schule ernst genommen zu werden. Allem voran ist es ein Ort, an dem naturwissenschaftlicher Unterricht naturnah stattfinden kann. Das, was bislang dort schon passiert ist, muss jetzt mit den koordinierten pädagogischen Konzepten organisch zusammenwachsen. Der Saisonauftakt heute war der offizielle Startschuss und ein großes Dankeschön an die, die das finanziell und mit Sachspenden ermöglicht haben. Ohne dieses immense Spendenengagement wäre das für uns nicht zu stemmen gewesen, nicht für einen Förderverein mit 89 Mitgliedern. Ohne den Lions Club wäre das ein hehrer Wunsch geblieben. Ich fand das heute so beeindruckend, mit welch guter Laune alle trotz Eiseskälte mitgemacht haben. Die Fragen stellte Claudia Mattern Beim Förderverein anmelden kann man sich jederzeit im Sekretariat der PeterPetersen-Schule, Jonasstraße 15 oder über foerderverein-pps@web.de. Das nächste Treffen des Vorstandes findet am 21. Mai, 17 Uhr in der Mediathek der Peter-Petersen-Schule statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Das ungekürzte Interview finden Sie unter www.qm-koernerpark.de/koernerpost/ interviews. Projekte Körnerschnitzel – Vernetzung der Aktiven im Kiez B ald ist es wieder so weit: Am 24. Mai 2013 findet von 18 Uhr bis Mitternacht das Körnerschnitzel statt. Aber was steckt eigentlich hinter der beliebten Veranstaltung? Entstanden ist das Körnerschnitzel, die kulturelle Schnitzeljagd durch den Kiez, aus den Vernetzungstreffen der Neu-Ankommer im Körnerkiez, die von der Zwischennutzungsagentur/Coopolis im Rahmen ihres Projekts „Leerstandsbeseitigung“ (2008 bis 2011) initiiert wurden. Die offene Gruppe der Neuankommer gab sich den Namen Körnerkom- plizen und ist seit 2009 in Eigenregie ehrenamtlich aktiv. Nur zwei Monate später fand die erste Schnitzeljagd durch den Kiez statt, um diesen bekannter zu machen. Beim so genannten Körnerschnitzel beteiligen sich zahlreiche Läden, Vereine, Galerien und Einrichtungen mit hohem ehrenamtlichen Einsatz. Am 24. Mai 2013 öffnen sie ab 18 Uhr ihre Türen und laden mit besonderen Programmpunkten zum Kennenlernen ein. Projekte wie das Körnerschnitzel führen vor Augen, wie gemeinsam mit den Menschen vor Ort der Standort Körnerkiez entwickelt werden kann. Jedoch kann Ehrenamt über einen längeren Zeitraum nur von Menschen geleistet werden, die viel Zeit haben und finanziell abgesichert sind, weil sie z.B. ihr Berufsleben schon hinter sich haben. Seit Ende 2012 wird der Hauptteil der Organisation des Körnerschnitzels mit Mitteln aus dem ProKörnerschnitzel #4 am 20. Mai 2011 im Studio Froböse, Jonasstraße 44 Foto: Nadine Lorenz gramm Soziale Stadt realisiert. Koordiniert wird nun die Veranstaltung vom WerkStadt Kulturverein, der seit 2010 auch die Kunstfiliale Körnerkiez leitet und über ein umfassendes Netzwerk verfügt. Organisiert wird das Körnerschnitzel aber weiterhin gemeinschaftlich von den Körnerkomplizen. Chris Benedict und Nadine Lorenz, zwei der Gründungsmitglieder der WerkStadt, gehören seit Beginn zu den Hauptaktiven der Körnerkomplizen und haben alle bisherigen Körnerschnitzel mitorganisiert. „Für uns ist es wichtig, die Gemeinschaft zu stärken und das Netzwerk zu stabiliseren“ sagt Chris Benedict. Zudem bleibe eine Gruppe wie die Körnerkomplizen nicht immer gleich, meint Nadine Lorenz. Ihr Geist müsse immer wieder mit engagierten Leuten neu belebt werden. „Die Körnerkomplizen können immer Zuwachs gebrauchen, wer sich in der Gruppe engagieren will, ist herzlich willkommen.“  Claudia Mattern Weitere Infos und das Programm ab dem 10. Mai unter www.koernerkomplizen.de körner post april 2013 8 Nachbarn im Kiez Foto: Privat Marianne Pyrczek Die Nachbarin beim Spielen mit der großen Schwester im Körnerpark E s ist alles eine Frage der Perspektive. Zieht man weg, wenn man sich wohlfühlt? Ist Umzug eher Abschied oder in erster Linie Neuanfang? Marianne Pyrczek gehört zu den Menschen, die nicht in die Ferne schweifen müssen. Sie ist eine Zeitzeugin, ist in der Frauenklinik am Mariendorfer Weg geboren und in der Jonasstraße neben dem ehemaligen Wohnhaus des Kiesgrubenbesitzers Franz Körner aufgewachsen. In derselben Wohnung lebt sie bis heute. Das Haus wurde um 1900 von dem Architekten Georg Behnke erbaut. Um die Jahrhundertwende galt die Gegend als sehr luxuriös. Marianne Pyrczek erinnert sich an die Sackgasse der Jonasstraße, wo sie in den 1960-er Jahren Rollschuh lief, an ihre Kita in der Schierker Straße, die heute „Prinz Rose“ heißt, an das Jugendzentrum Lessinghöhe, wo sie und ihre Schwester später zum Tanzen gingen. Viel Zeit verbrachten die beiden im Körnerpark, dort gab es damals weder Galerie noch Café, auch der Springbrunnen funktionierte nicht. Dass sich der Bezirk und mit ihm der Körnerkiez vor allem nach der Wende verändert haben, sei der Lauf der Geschichte, sagt sie. Zu Mauerzeiten war es familiär und eng, am Kiehlufer war eben Schluss, man habe die Mauer gar nicht gespürt. Die Enge realisierte man erst hinterher, als die Mauer fiel und der Blick sich weitete. „Das ist das Schöne am Kiez, dass er sich so erweitert hat. So vieles muss man immer wieder neu entdecken. Man ist in einen größeren Zusammenhang gekommen, ohne umzuziehen.“ Der Zugang zum Wasser ist für sie eine besonders große Bereicherung. Auch die Stille nach Jahrzehnten mittendrin in der Einflugschneise genießt sie sehr, das habe die Lebensqualität im Kiez enorm gesteigert. Der Fluglärm hatte sie ihr bisheriges Leben lang begleitet. Natürlich gibt es auch Zeiten, da ärgert sie sich über den Hundedreck und die Polstergarnituren auf den Straßen und räumt manches selber weg. Warum stört der Müll nur eine Minderheit? Marianne Pyrczek glaubt, es liegt an der Mieterstruktur. „Es gibt Leute, die haben eine wunderschöne Wohnung, aber was draußen vor sich geht, das interessiert sie überhaupt nicht.“ Dass leerstehende Läden jetzt vermietet werden, gefällt ihr gut. Bei 48 Stunden Neukölln ist sie mit ihrem Mann meist zwei Tage lang unterwegs. Auch das sei ein Unterschied zu früher, das eigene Lebensumfeld werde zunehmend lebenswert. Derzeit sprechen viele Politiker wieder gerne über die neuen Wohnungen, die dringend gebaut werden müssten. Dass es jetzt immer heißt, man müsse das Tempelhofer Feld bebauen, klingt Marianne Pyrczek zu sehr nach schneller Lösung. „Es gilt vielmehr, das Kleinod so lange wie nur möglich zu erhalten. Bauland gibt es noch viel.“ Die ehemalige Frauenklinik am Mariendorfer Weg steht seit Jahren leer und besitzt zudem ein sehr schönes Außengelände. Warum sie jetzt im Quartiersrat mitmacht? Dafür gibt es gute Gründe: „Man muss doch etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tun. In der Gruppe ist das natürlich wirkungsvoller.“  Claudia Mattern Impressum Kurz gemeldet Fotowettbewerb zum Thema „Augenblick Neukölln“. Jedes Jahr schreibt die Bürgerstiftung Neukölln einen Fotowettbewerb aus. Die eingesandten Werke werden alljährlich in einer Ausstellung im Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm, Emser Straße 117 präsentiert. Die besten Fotos erscheinen im Folgejahr im Kalender der Bürgerstiftung. Dieses Jahr lautet das Motto „Augenblick Neukölln“. Bis zum 16. Juni 2013 können bis zu drei Fotos eingereicht werden, die Ausstellung dazu findet ab 5. Juli statt. Informationen unter www.neukoelln-plus.de Interkulturelle Fahrradtouren für 14-25 Jährige. Der bapob – Berliner Arbeitskreis für politische Bildung e.V. – plant in diesem Sommer zwei Fahrradtouren für junge Leute aus Deutschland, Polen und Frankreich entlang des Rheins und der Oder vom 8.-18. Juli und 20.-30. Juli 2013. Sprachkenntnisse in Polnisch oder Französisch sind keine Teilnahmevoraussetzung. Die Abfahrt erfolgt gemeinsam per Zug von Berlin aus. Ein eigenes Fahrrad muss mitgebracht werden! Informationen ­ nter u www.bapob.org Herausgeber: Quartiersmanagement Körnerpark Emser Straße 15, 12051 Berlin Tel. 6298 8790, Fax 6298 87910 www.qm-koernerpark.de team@qm-koernerpark.de V.i.S.d.P.: Ulli Lautenschläger Redaktion: Claudia Mattern, team@qm-koernerpark.de Autoren dieser Ausgabe: Dr. Christian Hoffmann, Antje Schmidt Layout: Sonja Seulberger Druck: Ronald Fritzsch Auflage: 2.500 Die Körnerpost erscheint zehnmal jährlich. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Mai 2013. Redaktionsschluss: 18. April 2013 Die Körnerpost wird gefördert von:
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