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Full text: Körnerpost (Rights reserved) Ausgabe 59.2012 (Rights reserved)

körner 59. ausgabe märz 2012 post quartierszeitung für den körnerpark Foto: M. Becker In diesem Heft: „M.I.N.T.grünes Klassenzimmer“. Porträt von Henning Stirner, Elternvertreter an der Peter-Petersen-Grundschule +++ „School meets School“. Ein Projekt der Buntesrepublik e.V. +++ Körnerpost für Kids. Für 12- bis 16-Jährige, wer macht mit? +++ Ab April gibt es einen Markt auf dem Emser Platz +++ „Wir brauchen das Programm Soziale Stadt.“ Interview mit Michael Müller, Senator für Stadtentwicklung und Umwelt +++ Ausgewählte Projekte für 2012. Altbewährtes und Neues für den Kiez +++ Weltreligionen gemeinsam entdecken. Körnerkiezgeschichte von Amina Avdovic und Veronika Hitpaß +++ Parkgespräch im Januar: „Was soll denn das Theater!“ Schauspiel und Musiktheater für Neukölln +++ Tierärztin Sarah Watson-Taşdan ist die Nachbarin des Monats körner post Editorial märz 2012 2 „M.I.N.T.grünes Klassenzimmer“ Liebe Leserinnen und Leser der Körnerpost ! „Projekte retten“, „Sparpläne stoppen“, „Keine Kürzungen der Sozialen Stadt“, „Nüscht is mit Kürzen“, „Wir sind die Zukunft“. Mit diesen Slogans demonstrierten im Oktober 2010 Vertreterinnen und Vertreter der Quartiersmanagements, Projekte, Einrichtungen und Bewohner gegen die Sparpläne der Bundesregierung beim Programm Sozialen Stadt. Die Kürzungen sind längst beschlossene Sache, es ist ruhig geworden um die Zukunft der Sozialen Stadt. Viel zu ruhig, wie wir finden, deshalb haben wir den neuen Senator für Stadtentwicklung Michael Müller nach seinen Plänen für die Soziale Stadt befragt (S. 4/5). In voller Länge finden Sie das Interview ­ nter www.qm-koerneru park.de/koernerpost/interviews und unter www.soziale-stadt-retten.de. Während die Politikerinnen und Politiker über Stadtentwicklung debattieren, geht im Körnerkiez wie in allen anderen Quartieren die Arbeit mit voller Energie weiter. Für 2012 hat der Quartiersrat Körnerpark zehn Projekte ausgewählt (S. 5). Und bald ist Frühling – bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Zeit! Ihr Quartiersmanagement Körnerpark Henning Stirner Porträt M Quartiersbüro Körnerpark, Emser Straße 15, Tel. 62 98 87 90, team@qm-koernerpark.de Sprechzeiten: Mittwoch 16 –18 Uhr, Donnerstag 10 –13 Uhr Mitarbeiter: Ulli Lautenschläger, Serpil Küçük, Reimar Seid, Dr. Astrid Tag Titelfoto: Kundgebung im Oktober 2010 vor dem Bundesverkehrsministerium gegen die Kürzungen im Programm Soziale Stadt an nehme zwei Stahlcontainer, stelle Pädagogen auseinander. Während die eisie im Abstand von 6 Meter gegenüber, nen einen Neubau auf dem ca. 1,3 km entlege den Zwischenraum mit Holzboden aus fernten Tempelhofer Feld favorisieren, pläund gestalte ihn zum Wintergarten – fertig dieren die anderen dafür, dass die Schuist das grüne Klassenzimmer. Das klingt ver- le in jedem Fall im Körnerkiez bleibt. Ein „M.I.N.T.grünes Klassenzimmer“ als Satellit der Schule kommt beiden Seiten entgegen und verspricht Platz für neue Projekte und Ideen. Bestandteil des Konzepts ist beispielsweise auch, einen Hochbeet-Garten zu bewirtschaften. Genauso sollen naturwissenschaftliche Experimente nicht zu kurz kommen, z.B. Stromerzeugung mit einem Windrad, denn „M.I.N.T.“ steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Langfristig ist eine Kooperation mit den zwei anderen Schulen im Körnerkiez angedacht. Henning Stirner, der das „M.I.N.T.grüne Klassenzimmer“ koordiniert, kam vor 15 Jahren aus Stuttgart in den Körnerkiez. Er ließ sich zum Kameraassistenten ausbilden, studierte an der Ludwigsburger Filmakademie Kamera und arbeitet derzeit an seinem ersten eigenen Film als Regisseur. Träger des Projekts „M.I.N.T.grünes Klassenzimmer“ ist der Fördervereins der Peter-Petersen-Schule, die Arbeit der Mitglieder am Engagiert sich im Förderverein der Projekt erfolgt ehrenamtlich. Das auf dem Peter-Petersen-Schule: Henning Stirner Tempelhofer Feld ansässige Projekt „Lernort blüffend einfach und vor allem nachhaltig. Natur“ möchte die geplanten Räume mitDoch der Weg zu einem „M.I.N.T.grünen nutzen und mitfinanzieren. Als HauptsponKlassenzimmer“ auf dem Tempelhofer Feld soren hat das Projekt bislang den Lions Club ist auch mit Steinen gepflastert. Als Antrag- und die Firma Zukunftsgeräusche / Plattensteller eines so genannten Pionierprojektes vereinigung gewinnen können. Diese hat braucht man viel Durchhaltevermögen und beispielsweise alte Fenster vom Bauhaus in gute Nerven. Bis die Sache ausgesessen ist, Dessau organisiert, die als Glaswände für können schon mal anderthalb Jahre ins den Wintergarten verwendet werden sollen. Land ziehen. Die Stahlcontainer werden von Hapag Lloyd Die Idee, das Tempelhofer Feld für den Un- gesponsert, daher belaufen sich die Baukoterricht zu nutzen, kam Henning Stirner sten nur auf knapp 5.000 €. „Das sind 2.500 beim Joggen. Das Konzept der Pionier-Nut- € für jeden“ sagt Henning Stirner. „Das ist zung sieht eine temporäre Nutzung der Flä- eine Investition, die sich auch für wenige chen für drei bzw. sechs Jahre vor, 2016 er- Jahre lohnt.“ öffnet dort die Internationale Gartenbauaus- Im Juni letzten Jahres wurde das stellung (IGA). Als engagierter Elternvertre- „M.I.N.T.grüne Klassenzimmer“ als Pilotter an der Peter-Petersen-Schule weiß er Be- projekt ausgewählt. Eigentlich könnte der scheid über die beengten Raumverhältnisse Bau nun losgehen, damit der Unterricht auf an der Schule. „Um das pädagogische Kon- dem Tempelhofer Feld im Frühjahr starten zept unserer Schule, den Jena-Plan, richtig kann. Jetzt ist es vor allem Sache der Lehumsetzen zu können, bräuchten wir mehr rerschaft, das Konzept mit Inhalt zu füllen. Räume“ erklärt er. „Wir bräuchten auch eine Aula für das Schülerparlament, das regelC. Mattern mäßig tagt.“ Infos unter www.pps.cidsnet.de/ Hinsichtlich der beengten Verhältnisse der gruenes%20klassenzimmer%20mail.pdf Schule gehen die Meinungen der Eltern und Foto: Privat 3 märz 2012 körner post Aktuelles Ein Projekt der „Buntesrepublik e.V. „School meets School“ Hauptanliegen des Vereins Buntesrepublik e.V. ist es, durch kreative, innovative und insbesondere nachhaltige Integrationsarbeit ein produktives Zusammenleben in einer bunten Gesellschaft zu ermöglichen. Der Verein und seine Mitglieder sehen Bildung und die damit verbundenen Chancen als einen wichtigen Motor der Integration. An dem Projekt „School meets School“ arbeiten zudem Mitglieder, die selbst im Körnerkiez aufgewachsen sind und ihre schulische Laufbahn an der Konrad-Agahd- und der PeterPetersen Grundschule starteten. Das Projekt „School meets School“ legt seinen Schwerpunkt auf zwei Aspekte. Zum einen liegt er in der Motivation von jungen Grundschülern, ihr eigenes Potential bzw. neue Perspektiven für sich zu entdecken und vor allem ihr Interesse am gymnasialen Schulzweig zu wecken. Zum anderen soll das Projekt Gymnasiasten dazu bringen, sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst zu werden und einen aktiven Beitrag in der Gesellschaft zu leisten. Dass die Albrecht-Dürer-Oberschule und die Grundschulen Peter-Petersen und Konrad- Agahd im gleichen Kiez stehen, ist ein wichtiger Faktor für das Projekt, da die positiven Beispiele aus ihrer eigenen Nachbarschaft die Grundschüler motivieren sollen, ihre schulischen Leistungen zu verbessern. Die Grundschüler sollen die Erkenntnis gewinnen, dass schulischer Erfolg in erster Linie von der persönlichen Motivation abhängt. Das Projekt beginnt am 15. März mit einer Auftaktveranstaltung für Gymnasiasten aus den höheren Jahrgangsstufen an der Albrecht-Dürer-Oberschule. Hierbei können sich Interessenten als Mentoren bewerben, welche danach in Absprache mit den Lehrkräften ausgewählt werden. In zwei Workshops werden sie dann in ihre Aufgaben und Pflichten als Mentoren eingewiesen. Parallel dazu werden in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften an den Grundschulen Schüler ausgewählt, die an dem Projekt teilnehmen können. Im Vorfeld wird das Projekt auch den Eltern vorgestellt. Im neuen Schuljahr werden 16 Treffen zwischen Schülern und Mentoren stattfinden, die von einem Team der Buntesrepublik betreut werden. Dort haben die Mentoren die Möglichkeit, individuell auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen, um deren schulische Motivation zu stärken. Um den Erfolg von „School meets School“ zu sichern, stehen die Mitglieder des Buntesrepublik-Teams im engen Kontakt mit den Lehrkräften. Zur Mitte und zum Ende des Projekts gibt es Veranstaltungen, bei denen gemeinsam mit den Grundschülern, Mentoren, Lehrkräften und Eltern über den bisherigen Verlauf und den Erfolg des Projekts diskutiert wird. Buntesrepublik e.V. Das Projekt „School meets School“ wird mit finanziellen Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt unterstützt. Weitere Infos unter: www.buntesrepublik.org Wer macht mit? allo ihr 12 bis 16-Jährigen, habt ihr Lust, eine eigene Zeitung zu machen? Die „Körnerpost für Kids“ ist ein Projekt des Hauses der deutsch-arabischen Jugend und richtet sich an Kinder und Jugendliche aller Nationalitäten, die gerne schreiben, fotografieren, zeichnen und Spaß am Zeitungs- Körnerpost für Kids machen haben. Die Zeitung soll vier Mal in diesem Jahr erscheinen. Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 8. März um 17 Uhr in den Vereinsräumen des Hauses der deutscharabischen Jugend in der Kirchhofstraße 19 statt. Bitte meldet euch per Mail unter haus-deutsch-arabisch@hotmail.de. Auch über Namensvorschläge für die Zeitung freuen wir uns. Die „Körnerpost für Kids“ wird mit finanziellen Mittel aus dem Programm Soziale Stadt unterstützt. H Mitmacher gesucht Markt auf dem Emser Platz S chade, dass der Emser Platz so selten für Veranstaltungen genutzt wird. Das fanden auch die Mitglieder des Hauses der deutsch-arabischen Jugend und entwarfen die Idee, regelmäßig dort einen Markt zu organisieren. An einem Samstag im April soll der Markt auf dem Emser Platz das erste Mal stattfinden. Wer sich mit einem Stand beteiligen möchte, meldet sich bitte telefonisch unter 0176-6117 2811 oder per Mail: haus-deutsch-arabisch@hotmail.de. Foto: G. Föllmer Der Markt am Emser Platz wird mit finanziellen Mittel aus dem Programm Soziale Stadt unterstützt. Zuckerfest auf dem Emser Platz, September 2011 körner post märz 2012 4 Interview „Wir brauchen das Programm Soziale Stadt“ Seit Dezember 2011 hat Berlin einen neuen Senator für Stadtentwicklung und Umwelt: Michael Müller war elf Jahre lang Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, seit 2004 ist er Landeschef der SPD. ser Widerstand führte beim Bund zu einem zaghaften Zugeständnis. Dies ist ein kleiner Erfolg und ich danke noch einmal ausdrücklich all denen, die diesen Protest gegen eine verfehlte Politik im Bereich der Sozialen Stadt mit unterstützten. Wir hier in Berlin brauchen das Programm Soziale Stadt. Wir finanzieren daraus das Berliner Quartiersmanagement und dieser Ansatz hat sich in den letzten 13 Jahren als erfolgreiche Strategie zur Stabilisierung sozial benachteiligter Stadtteile bewährt. Was glauben Sie, haben knapp 13 Jahre Quartiersmanagement Berlin gebracht? In der Stadt entwickelten sich in den letzten Jahren Stadtteile mit schlechter werdenden sozialen Bedingungen. Dort haben wir Quartiersmanagement eingeführt. Die daraus entstandenen Netzwerke und das Verantwortungsgefühl in den Kiezen trugen dazu bei, dass sich die Situation trotz der schwierigen sozialen Situation stabilisierte. In der Verwaltung werden zudem Probleme nicht isoliert aus einer Fachzuständigkeit heraus betrachtet, sondern über Verwaltungsgrenzen hinweg wird die Zusammenarbeit zur Lösung von Problemen im Kiez organisiert. Die erreichten Arbeitsstrukturen in den Bezirken stimmen mich optimistisch, dass im Sinne einer fachübergreifenden Zusammenarbeit schon viel erreicht ist. Ein zentrales Anliegen des Quartiermanagements ist die Hilfe zur Selbsthilfe – also die Mobilisierung der Menschen im Kiez, sich selbst zu engagieren. In Berlin haben sich u.a. dazu die Quartiersräte herausgebildet. Die Koalition hat vereinbart, „das Berliner Quartiersmanagement im bisherigen Umfang und der bisherigen finanziellen Ausstattung fortzuführen und entsprechende Landesmittel bereitzustellen“. Können Sie das im kommenden Haushalt 2012/13 gewährleisten? Der Senat hat einen Haushaltsentwurf in die Beratungen des Abgeordnetenhauses eingebracht, der 15,4 Mio. € pro Jahr an Projektmitteln für das Programm Soziale Stadt und Maßnahmen in den Aktionsräumen Plus vorsieht. Das entspricht etwa dem Niveau des Programms im Jahr 2009. Hinzu kommen die Mittel zur Finanzierung der QMTeams. Beschließt das Abgeordnetenhaus wie im Entwurf vorgesehen, ist die Fortführung gesichert. Die Beteiligung von Bewohnern im Rahmen von Quartiersräten und –jurys bei der Vergabe von Projektförderungen ist ein wesentliches Merkmal des Erfolgs des Berliner Quartiersmanagements. Halten sie an diesen Mitbestimmungsmöglichkeiten fest und werden Sie solch effektive Beteiligung auch auf andere Stadtentwicklungsbereiche ausweiten? Die Stärke des Quartiersmanagements besteht darin, Nachbarn, Kiezeinrichtungen, Verwaltung, Vereine bis hin zu Religionsgemeinschaften für ein gemeinsames Ziel zu begeistern. Mit den Quartiersräten geben wir dem Stadtteil einen Ort, wo die gemeinsamen Ziele beraten und diskutiert werden. Im Quartiersmanagement betrachten wir Netzwerke und Geld als gleichwertige Ressourcen. In den Quartiersräten wird beides zusammengeführt. Solange die Quartiersräte dazu beitragen, an der Entstehung solidarischer Stadtteile mitzuwirken, bilden sie einen unverzichtbaren Bestandteil des Verfahrens. Die Räte können in der bezirklichen Arbeit die vorhandenen Formen der demokratischen Mitbestimmung ergänzen. Sie wollen „Quartiere, die sich konsolidiert haben, in die Regelbetreuung kommunaler Daseinsvorsorge überführen“. Gibt es dafür bereits konkrete Pläne? Und wird im Gegenzug Quartiersmanagement zukünftig auch in weiteren prekären Nachbarschaften eingesetzt werden? Meine Verwaltung hat ein sehr effizientes System zur Beobachtung der sozialökonomischen Entwicklung der Stadtteile Berlins entwickelt. Dies lieferte uns Aussagen über die sozialstrukturelle Zusammensetzung der Berliner Stadtteile und eine grobe Einschätzung der Entwicklung der Kieze. Sofern wir feststellen, dass das Miteinander im Kiez aus eigener Kraft nicht ausreicht, um eine gleichwertige Entwicklung des Stadtteils zu gewährleisten, richten wir ein Quartiersmanagement ein. In der Koalitionsvereinbarung ist verabredet, dass wir die laufenden Gebiete dahingehend untersuchen, ob sie noch weiterhin dieses Instrumentes bedürfen. Wo wir feststellen, dass ein ausreichendes Maß an sozialen Kontakten und institutionalisierter Zusammenarbeit im Sinne eines solidarischen Gemeinwesens initiiert werden konnte, werden wir im Rahmen eines angemessenen Zeitraumes die Reduzierung unserer Intervention im Stadtteil vorbereiten. Wir werden dann auch prüfen, ob und wo die dabei frei wer denden Ressourcen einzusetzen sind – wo also Hil- Herr Senator Müller, die rot-schwarze Berliner Regierungskoalition will das Programm Soziale Stadt bis 2016 fortsetzen. Die Bundesregierung sieht das jedoch anders, sie hat ihre Zuschüsse drastisch gekürzt. Was ist für Sie als Stadtentwicklungssenator der entscheidende Grund, das Programm fortzuführen? Die Städtebauförderung ist vor über 40 Jahren damit gestartet, drängende stadtentwicklungspolitische Themen zu benennen, die nur im Rahmen einer gemeinsamen Initiative von Bund, Ländern und Kommunen bewältigt werden können. Ich bedaure es sehr, dass sich der Bund in den letzten Jahren von diesem Grundgedanken verabschiedet hat. Die Aufgabe, den sozialen Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden zu stärken, ist ihm offensichtlich völlig aus dem Blick geraten. Anders sind die Absenkungen des Programmvolumens der Bundesfinanzhilfen auf unter ein Drittel des ursprünglichen Programms nicht zu erklären. Es war eine breite Front an Fürsprechern, die das Programm Soziale Stadt in seiner notwendigen Ausstattung erhalten wollten und es freut mich, dass wir gerade auch in Berlin, zusammen mit den Menschen in den Kiezen und unseren Quartiersmanagern ein so breites Bündnis für den Erhalt des Programms auf die Beine stellen konnten. Die- Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Michael Müller 5 märz 2012 körner post Interview fe zur Selbsthilfe durch das Berliner Quartiersmanagement erforderlich ist. Entscheidungen darüber sind bisher nicht getroffen und müssen nun sachlich fundiert vorbereitet werden, so wie in der Koalitionsvereinbarung verabredet. Im Zuge der Debatte von Gentrifizierung in Nord-Neukölln ist immer wieder von steigenden Mieten die Rede, die zu Verdrängung von Bewohnern führen. Welche Möglichkeiten hat der Berliner Senat, gegen Mietsteigerung vorzugehen? Um die Mietentwicklung zu dämpfen, veröffentlicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt alle zwei Jahre einen neuen Berliner Mietspiegel. Damit wird verhindert, dass Mieterhöhungen über das ortsübliche Mietniveau hinaus von Vermieterinnen und Vermieter durchgesetzt werden können. Daneben setzt sich der Senat für eine Verbesserung des bundeseinheitlichen Mietrechts für nicht preisgebundene Wohnungen ein. Zur Verbesserung des Mieterschutzes hat Berlin eine Mietrechtsinitiative im Bundesrat eingebracht. Die wichtigsten Punkte dieser Mietrechtsinitiative sind: – Der Umfang allgemeiner Mieterhöhungen bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete soll verringert werden (von bis zu 20 % innerhalb von drei Jahren, 15 % innerhalb von vier Jahren) – Die Mieterhöhung bei Modernisierung soll von 11 % der für die Wohnung aufgewandten Kosten auf 9 % jährlich abgesenkt werden. Der Tatbestand der Mietpreisüberhöhung soll zukünftig unterhalb der Ebene Gemein- de kleinräumig gewürdigt und verfolgt werden können. Bisher ist entsprechend dem Wirtschaftsstrafgesetz ein geringes Wohnungsangebot in der ganzen Gemeinde (Berlin) Voraussetzung für die Verfolgung von Mietpreisüberhöhungen. Die Presse berichtet von einer Verdrängung aus Nord-Neukölln. Was ist mit der sozial schwächeren Bevölkerung, wie wird sie bei der Stadtentwicklung berücksichtigt? Das Thema ist mir zu wichtig, als dass ich mich daran beteiligen würde, in der Mietenfrage Ängste zu schüren. Etwas mehr Sachlichkeit in der Diskussion darüber kann uns helfen, die tatsächlichen Probleme zu benennen und gezielt dagegen Maßnahmen durchzusetzen. Die Ergebnisse einer Untersuchung für den Neuköllner Norden im vergangenen Jahr durch meine Verwaltung zeigen mir, dass wir nicht nur in schwarz und weiß denken dürfen. Bis vor kurzem problematisierte die Presse noch sehr eindringlich die Gefahr der Verslumung Nord-Neuköllns. Heute finden Sie Berichte, die von einer ungezügelten baulichen Aufwertung und Verdrängung der Gebietsbevölkerung reden. Zwischen beiden Sichtweisen liegen nur wenige Monate. Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass wir wohl eher von einer geglückten Stabilisierung reden können. Der Zu- und Fortzug in und aus den Gebieten, ist nun nicht mehr dadurch gekennzeichnet, dass zunehmend Besserverdienende den Kiez verlassen. Es kommt viel mehr zu einer sozial ausgeglichenen Bevölkerungsentwicklung. Wie kann es der Berliner Regierung gelingen, die Bundesregierung von der Wichtigkeit des Programms Soziale Stadt zu überzeugen? Wenn die Bundesregierung nicht länger ihrer Wirklichkeitsverweigerung folgt, könnte sie auch selbst zu dem Ergebnis kommen, dass es ein Fehler war, Hand an die Soziale Stadt anzulegen. Ob sie allerdings noch die Kraft findet, den falschen Kurs zu korrigieren bezweifle ich. So gesehen ist diese Überzeugungsarbeit schon fast hinfällig. Auch für die Städtebauförderung 2012 gilt, dass der Bund das Programm zwar fortführt, aber in reduzierter und eingeschränkter Form, also mit wenig Geld und einer einseitigen, baulichen Ausrichtung. Das Verhalten der Bundesregierung in dieser Frage erscheint mir widersprüchlich: Einerseits schmückt sich die Kanzlerin auf dem Integrationsgipfel mit Projekten der Sozialen Stadt. Andererseits wird gleichzeitig das Programm zusammengestrichen. Insofern bin ich skeptisch, dass wir kurzfristig eine Änderung der Haltung des Bundes erreichen. Wichtig ist mir, dass wir die Bedeutung und Erfolge des Berliner Quartiersmanagements weiterhin kommunizieren. Das Programm ist unentbehrlich – in seiner gesamten inhaltlichen Breite. Die Fragen stellten Ulli Lautenschläger und Claudia Mattern Das vollständige Interview finden Sie unter www.qm-koernerpark.de/ koernerpost/interviews und unter www.soziale-stadt-retten.de. Projekte Zehn Projekte für 2012 m Dezember und Januar entschied der Quartiersrat in zwei Sitzungen über zehn Projekte, die in diesem Jahr mit Mitteln aus dem Quartiersfonds 2 umgesetzt werden. Im Quartiersfonds 2 werden Projekte von mindestens 1.000 € bis maximal 10.000 € gefördert. Aus 24 eingereichten Ideen wurden folgende neue Projekte ausgewählt: Körnerpost für Kids, workout, Markt am Emser Platz, „Was tun, wenn es brennt...die Frage!“, Frühlingstheater, 360 Grad Capoeira und School Altbewährtes und Neues für den Kiez meets School. Die altbewährten Projekte, für die sich der Quartiersrat erneut entschieden hat, sind folgende: Sommerakademie an der Albrecht-Dürer-Schule, Kinderhörspiel Spuk - Sprache und Klang und Körnercup. Einige der Projekte, u.a. der Körnercup, werden ausgeschrieben. Mehr über die einzelnen Projekte erfahren Sie in den nächsten Ausgaben der Körnerpost. Ein seit Jahren bewährtes Projekt: der Körnercup I Foto: A. Tag C. Mattern körner post Termine märz 2012 6 Weitere Termine finden Sie unter www.qm-koernerpark.de, Aktuelles • Fotoausstellung „24 Stunden - mein Leben“ Mädchen aus der Schilleria zeigen ihre Lieblingsorte im Schillerkiez (bis 16.3.) Mo-Fr 14-17 h und n.V., Kinder- und Jugendgalerie, www.kinder-jugend-galerie.de, Nogatstr. 31 • „Bildungsnetzwerke nachhaltig sichern Perspektiven für Neukölln“. Fachlicher Austausch der Neuköllner Quartiersmanagements, mit E. Gothe, Staatssekretär für Bauen und Wohnen; M. Rackles, Staatssekretär für Bildung; Dr. Franziska Giffey, Stadt rätin für Bildung, Schule, Kultur und Sport; F. Liecke, Stadtrat für Jugend und Gesundheit und Fachvertretern und Akteuren der Bildungsverbünde Fr, 2.3., 14 h. Mensa der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli, Rütlistr. 41 • Treffen der Kiezredaktion. Mo, 5.3., 17 h Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Sitzung der Aktionsfondsjury. Mi, 7.3., 4.4., jeweils 18 h Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Öffentliche Präsentation der Studie „Sozialstrukturentwicklung in Nord-Neukölln“ mit E. Gothe, Staatssekretär f. Bauen u. Wohnen u. T. Blesing, Stadtrat für Bauen, Natur u. Bürgerdienste. Mo, 12.3., 18-20 h. Campus Rütli, Rütlistr. 41 • Sitzung des Quartiersrats. Do, 29.3., 18 h Café Balsamico im Albrecht-Dürer-Gymnasium, Emser Str. 137 • Schmuck Schmieden in Silber Di, 17-19.30 h, Mi, 12-14.30 h, Sa, 15-17.30 h; 2,5 Std. / 20 € zzgl.Material. Atelier Kirkara, Jonasstr. 33, www.kirkara.de, Tel. 0176-2487 4348 .................................................... raum für theater - musik - performance, Thomasstr. 27, Gartenhaus: • Theatergastspiel „IS SO!“. Frei nach Morgenstern, Schiller, Waldoff und Konsorten. Sa, 3./17.3., So, 18.3., 19.30 h, Einlass 19 h; 8 € / 6 € Kartenvorbestellung erbeten unter 7017 8877 • Promenadenmischung spielt: Belogen, Betrogen, Beseitigt - 3 Stücke über die Liebe. Fr    a, 30.    1.3., 20 h /S /3 ..................................................... Schierker Str. 8, Tel. 8975 2523, www.cafe-im-koernerpark.de, Di    i    o 10-20 h, Do    r    a 10-23 h: /M /S /F /S • Tom Blacksmith and the Soulminers light (Blues, Funk, Rock) Fr, 9.3., 20 h; 7 €     € /5 ..................................................... März Familienbildungszentrum Altenbraker Str. 12a, Tel. 8485 5686: • „Griffbereit“. Zweisprachige Spielgruppe für 1- bis 3-Jährige, arabisch-deutsch Mo 10-12 h, Tel. 0152-04791195 • Rückbildungsgymnastik für Frauen nach der Geburt Mo 12.15-13.45 h, nächster Kurs: 5.3.2012 • „Griffbereit“. Zweisprachige Spielgruppe für 1- bis 3-Jährige, türkisch-deutsch Di 10-12 h, Tel. 0177-9126686 • Spiel und Bewegung im ersten Lebensjahr interkulturelle Gruppen. Mi 13-14.30 h; 2 € / Termin • Musik-Bewegung-Spiel für 1-2 Jährige mit Eltern Mi 9.30-11 h; 2 € / Termin • PEKiP®. Spiel und Bewegung im ersten Lebensjahr Kurs 1: Do 9.30-11 h, Kurs 2: Do 11.15-12.45 h 10 Termine 65 € (keine Ermäßigung) ..................................................... Altenbraker Str. 26, www.fincan.eu, Theaterkarten: info@fincan.eu bzw. 62730874 (AB), Konzerte 3-8 €: • Entdecke Hatha Yoga Di 18.30-20 h: Einsteigerkurs, 20.15-22 h: Offene Stunde Mi 9-10.30 h: Sanftes Yoga Do 18.30-20 h: Offene Stunde Neue Einsteigerkurse: 6.3.-24.4., 8.5.-26.6., 3.7.-21.8.2012 Infos und Anmeldung: yoga@posteo.de • Tango Argentino. Mi 19 h: Niveau I, Mi 20 h: Niveau II & III www.tangoneuewelt.de • Sung Jun Ko (Jazz / Weltmusik). Sa, 3.3., 20 h • Karin Grabein Quartett (Modern-Vocal-Jazz) Fr, 9.3., 20 h • KOHKI (Solo Performance). Sa, 10.3., 20 h • Ulrike Haller (Singer-Songwriter-Jazz) Sa, 17.3., 20 h • Luz y Sombra (Tango Nuevo). Fr, 23.3., 20 h • Antje Rößeler Trio (Modern Jazz) Sa, 24.3., 20 h • DE ANTONI (post-fusion) Sa, 31.3., 20 h ..................................................... Jonasstr. 25, www.IntegraleMedizin-eV.de, Tel. 2509 1792: • Shiatsu-Dehnungsübungen Mo 18.30-19 h, 12 Termine (bis 7.5.) offene Gruppe; 2 € • Neuer Shiatsu-Kurs. Mo 19-20.30 h, 12 Termine (bis 7.5.) bitte anmelden; 6 € • Shiatsu und Malen für Eltern. Do 15-17 h, Spende, mit Kinderbetreuung • Kiez-Frühstück. Bitte eine Kleinigkeit mitbringen! Mi, 7.3., 10-12 h • Integrale Runde. Der Außergewöhnliche Gesprächskreis Do, 15.3., 17-19 h • Homöopathische Beratung. Mi, 28.3., 16-19 h, Spende, bitte anmelden  .................................................... Thomasstr. 27, Tel. 5682 1964, www.kunstraumt27.de, Mi- So 15-19 Uhr: • lucide. A. Baillaud, J. Fiddler, N. Wendel Ausstellungsdauer: bis 25.3. (FABIZ) • „Projektionen“ zum Thema Lucide Do, 1.3., 19.30 h • Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunstlotterie. So, 25.3., 19.30 h .................................................... Kultur * Kiez * Kneipe, Emser Str. 131, www.laika-neukoelln.de, Tel. 01577-7541789, Di-Sa ab 19 Uhr, So ab 15 Uhr: • „TATORT“ od. „Polizeiruf 110“, jeden So 20.15 h • Helmut Loops & Rainer Hirl (Akustik-Loop) Do, 1.3., 20.30 h • Die Unverhofften (Improtheater) Do, 8.3., 20 h • The! Great! Magic! Songwriting! Circus! (wechselnde Stars in der Manege) Fr, 9.3., 20 h • KörnerKiezKino (Überraschungsfilm, Western-Reihe) Mi, 14.3., 20.30 h • dicht.IT-Poetry Slam (Slammer Welcome!) Fr, 16.3., 19.30 h • ErneuerBAR* (eine Veranstaltung der BUND-Jugend Berlin) Di, 20.3., 19 h • sleepwalkerstation (Akustik-Folk) Do, 22.3., 20.30 h .................................................... LAIKA Fincan Nachbarschaftsheim Neukölln Schierker Str. 53, www.nbh-neukoelln.de Tel. 687 5096 bzw. 8486 6586: • Offener Nachmittag für Roma Eltern mit Kleinkindern (mit rumänischer Übersetzung) Di, 15.30-17 h in der Kita des Nachbarschaftsheimes • Filmvorführung im Rahmen des Kiezcafes „ Baby it‘s you“ zum Spracherwerb von Babys und Kleinkindern. Mi, 21.3., 16 h • Osterfeuer mit Programm, Spielen und Musik Fr, 30.3., 15-19 h .................................................... Nogatstr. 21, Tel. 2808541, info@owen-berlin.de • Nachbarinnentheater. Mo 17-19 h • Kinder im Zirkus (Zirkusgruppe für Grundschulkinder) Do 16.30-18 h • Knipsen in Neukölln (Fotogruppe für Jugendliche ab 14 Jahre) Fr 17-19 h .................................................... Emser Str. 124, www.werkstadt-berlin.com, Mo-Sa ab 19 Uhr: • NEU: Sketch Meeting - offenes Treffen zum gemeinsamen Zeichnen und Illustrieren jeden 2., 3., 4. Mo 19 h • NEU: Offene Holzwerkstatt. Di 15-18.30 h • Art Clinic. Kritik- und Feedbackrunde für bildende Künstler. Mo, 5.3., 20-22 h • Kunst-Naturwissenschaft-Stammtisch Sa, 17.3., 19 h .................................................... EIlsestr. 3, Tel. 621 92 11: • Hatha Yoga nach Sivananda (4-6 Pers.) Mo 18 h / Mi, 18.30 h: Anfänger & Fortgeschrittene; 60 € für 6x / Studenten 35 € für 6x Mi 10 h: Yoga 60 plus; 40 € / Monat Do 13 h: Schwangerenyoga; 40 € / Monat Weitere Kurse n.V. • Babymassage. Do 15 h: 6 x für 42 € • Ayurvedische Beratungen, Aromatherapie und Massagen.Termine n.V. BOOM! OWEN e.V. Café im Körnerpark Integrale Medizin e.V. WerkStadt e.V Emser Str. 117, Tel. 3950 5376, Mi-Fr 14-19 Uhr, an jedem 1. Sa 14-17 Uhr (nur während einer laufenden Ausstellung): • Gruppe patina zeigt: eigenARTen 3 - „veränderung“ D. Ahrendt, C. Meinecke, B. Bähr, H. Niemec, D. Sawade, K. Bloch-Thieß, S. Osterhorn, R. Schulze, R. Gleichmann, R. Peeckel, W. Wilde. Vernissage am Fr, 2.3., 19 h. Finissage am Fr, 30.3. • Autorenlesung Werner Rathgeber: Meine Füße folgen dem Rhythmus des Herzens. Fr, 16.3., 19 h • Märchenabend mit Diana Krüger. So, 25.3., 18.30 h • Der philosophische Zirkel. Sa, 3./17.3., jew. 15-17.30 h • Der literarische Zirkel I. Für alle, die selber schreiben Sa, 9.3., 15-17.30 h • Der literarische Zirkel II. Göran Tunström (1937-2000) Sa, 24.3.  18-20.30 Uhr , Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm Yoga im Atelier kunstraum t27 7 märz 2012 körner post Körnerparkgeschichten Von Amina Avdovic und Veronika Hitpaß Weltreligionen gemeinsam entdecken ber einen längeren Zeitraum wird in Die SchülerInnen erlebten eine spannende, viele Symbole und Zeichen des Judentums. den oberen Stammgruppen der 2.1 und interessante Stunde, während Herr Joachim Herr Joachim war sehr erfreut über das rege 2.2 der Peter-Petersen-Schule das Thema von der wechselvollen Geschichte der Syna- Interesse und die Neugier der Kinder. Alle „Weltreligionen in unserer Stadt entdecken“ goge erzählte. Sie konnten die Thorarolle mit Schüler haben neue und wichtige Eindrücke im Rahmen des jeweiligen Religionsunter- dem wunderbaren Mantelschmuck bewun- mitnehmen können. richts gemeinsam behandelt. Am 13. De- dern und durften diese auch aus nächster Jetzt, im neuen Jahr, geht es weiter mit zember hatten wir die Möglichkeit, die erste Nähe betrachten. Die Kinder entdeckten dem Besuch der christlichen Kirchen in der Kranoldstraße, und im Station auf unserer gemeinsamen März wartet die Moschee Reise durch die Gebetsräume der am Columbiadamm auf großen Weltreligionen, die Synauns. goge am Fraenkelufer, zu besichToleranz für die Religionen tigen. Für alle SchülerInnen war des anderen kann nur durch es das erste Mal. Kennen lernen und Wissen Irritierend und auch neugierig aufgebaut werden! Wir machend war der Polizeiposten als Religionslehrerinnen vor der Synagoge. Herr Joachim, freuen uns, einen Beitrag Mitglied des Synagogenvordazu leisten zu können! standes, empfing uns sehr freundlich. Die Jungen mussten Amina Avdovic und sich eine Kippa aufsetzen, Veronika Hitpaß sind Isladenn Menschen männlichen mische und Evangelische Geschlechts müssen sich beim Religionslehrer­nnen an der i Betreten der Synagoge das Haupt Zum ersten Mal in der Synagoge: Schülerinnen und Schüler der Peter-Petersen-Grundschule Peter Petersen Schule. bedecken. Foto: V. Hitpaß Ü Was soll denn das Theater! m vierten und letzten Parkgespräch für 2011/2012 ging es um die Neuköllner Theaterlandschaft. Um 1900 war Neukölln eine Theater- und Varieté-Hochburg, das beweisen prächtige Festsäle wie beispielsweise der Saalbau und die Neuköllner Oper. Zu den eingeladenen Theatermachern gehören Andreas Altenhof von der Neuköllner Oper, Stefanie Aehnelt vom Heimathafen Neukölln und die Regisseurin Hülya Karci. Auch Kurt Krömer sitzt auf dem Podium, und siehe da, der Kreativraum im Körnerpark ist bis auf den letzten Platz besetzt. Wozu braucht man überhaupt Theater, hat es mit dem Leben der Menschen zu tun? Aber sicher, erklärt Stefanie Aehnelt. Eben deshalb müsse man ja mit den Menschen sprechen und ihre Themen aufgreifen. Als selbsternanntes „Volkstheater“ nutzte der Heimathafen anfangs die Paketausgabe der Alten Post als temporäre Spielstätte, inzwischen hat es sich im Saalbau niedergelassen. „Der Name Neuköllner Oper ist eigentlich ein Witz“ sagt Andreas Altenhof. Seit 1988 in der Karl-Marx-Straße ansässig ist die Neuköllner Oper längst eine Institution. Der Name soll Parkgespräch am 27. Januar Schauspiel und Musiktheater für Neukölln wird gefordert, Theater in der Schule zu verankern und mehr Geld für Theaterprojekte bereitzustellen. Und offenbar ist das auch erfolgversprechend: Hülya Karci berichtet, dass sich am letzten Theater-Workshop im Rahmen des „Neuköllner Globus“, dem Theaterwettbewerb für Kinder und Jugendliche, 100 Jugendliche beteiligt haben. Zu guter Letzt stellt Moderatorin Heidi Göbel die Frage, die bestimmt vielen Gästen auf der Zunge liegt: „Wann treten Sie denn in Neukölln auf, Herr Krömer?“ Bei so viel Zuspruch von allen Seiten hat der Kiezpate keine andere Wahl. Natürlich tritt er demnächst auf, – unter einer Bedingung: Nur Neuköllner dürfen zu einem fairen Preis rein, alle anderen zahlen das Vierfache! C. Mattern Die Veranstaltungsreihe „Parkgespräche – Talk im Körnerpark“ wird auch in diesem Jahr fortgesetzt, die finanziellen Mittel stammen aus dem Programm Soziale Stadt. Wer Anregungen für weitere Parkgespräche hat, kann sich gerne unter info@parkgespraeche.de melden. I aufzeigen, dass Musiktheater zeitgemäß und trotzdem spannend sein kann. Ein Theater als elitären Kulturtempel, das wolle keiner, daher hat die Neuköllner Oper Schulpartnerschaften mit dem Albert-SchweitzerGymnasium und der Rütli-Schule geschlossen. „Wir wollen nicht nur in unserem eigenen Saft schmoren.“ Er fordert, für die unterschiedlichen Kulturen Begegnungsmöglichkeiten in der ganzen Stadt zu schaffen. Hülya Karci setzt in ihrer Regiearbeit an der Unterschiedlichkeit der Menschen an, die sehr bereichernd sei. Sie betreut u.a. die Senioren-Theatergruppe „Die Sultaninen“ aus dem Nachbarschaftsheim. Die Stücke der „Sultaninen“ werden von den Darstellerinnen und Darstellern in Anlehnung an Augusto Boals „Theater der Unterdrückten“ improvisiert. Wie sehe denn das ideale Publikum aus, fragt Moderator Martin Steffens. Stefanie Aehnelt möchte das Publikum auf fremde, neue Gedanken bringen. Auch Andreas Altenhof wünscht sich ein neugieriges Publikum, das neue Geschichten hören möchte. Von Seiten der Podiumsgäste und Zuschauer körner post märz 2012 8 Foto: C. Mattern Nachbarn im Kiez Tierärztin Sarah Watson-Taşdan T Kümmern sich um die Haustiere im Kiez: Sarah Watson- Taşdan (M.) und ihre Mitarbeiterinnen ierärztin werden, davon träumen viele kleine Mädchen. Wenn sie dann mitbekommen, dass neben dem Streicheln und Füttern auch das Herumschnippeln in Eingeweiden zum Job gehört, springen doch einige wieder ab. Zu DDR - Zeiten waren die Chancen, an einen Studienplatz für Tiermedizin zu kommen, mehr oder weniger aussichtslos. Sarah Watson-Taşdan aus Rostock studierte stattdessen Landtechnik, sie arbeitete als Aufnahmeleiterin beim Film und verschob ihren Traumberuf auf später. Erst nach der Wende nahm sie ihr langersehntes Zweitstudium an der FU Berlin auf. Sie arbeitete anschließend im Tierheim und als Tierarzt-Assistentin, allerdings immer gleichzeitig in zwei Praxen. „Als angestellte Tierärztin bekommt man meistens nur ein paar Stunden“ erklärt sie. „Man braucht mindestens zwei Jobs, um eine Familie über die Runde zu bekommen.“ Anfang Januar übernahm sie die Tierarztpraxis in der Altenbraker Straße, Ecke Emser Straße. Die Vorgängerin Frau Dr. Frenzel war 18 Jahre lang für viele Tierbesitzer aus der Umgebung ­ ine feste e Anlaufstelle, die Praxis ist stets gut besucht. Sarah Watson-Taşdan kannte ihre Klientel vorher schon, sie hat drei Jahre lang als Assistentin von Frau Dr. Frenzel in der Praxis mitgearbeitet. Einige der Kundinnen und Kunden lassen ihre Tiere weiterhin von Frau Dr. Frenzel behandeln, jeden Samstag kommt sie noch in die Praxis. Wie ihre Vorgängerin ist Sarah Watson-Taşdan auf Kleintiere spezialisiert, also vor allem Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde und Katzen. Ihre eigenen Kinder haben zwei Mäuse, zwei Ratten und einen Jagdhund/Windhund-Mischling. Den Hund hat sie von einem ehrenamtlichen Auslandseinsatz auf Kreta mitgebracht. Ihr Engagement für Tiere und den Tierschutz reicht weit: Fünf Mal war sie bislang schon für Tierschutzorganisationen in Griechenland und Spanien, um dort Straßentiere zu kastrieren und medizinisch zu versorgen. Die Tierärztin wohnt seit vielen Jahren im Prenzlauer Berg, und es gefällt ihr, dass im Körnerkiez mehr Menschen unterschiedlicher Nationalität leben. „Ich habe da wenig Berührungsängste.“ Ihr gefällt aber auch, dass zunehmend neue Bewohner in den Kiez strömen. „Ich freue mich über neues Leben und trinke gerne mal einen Kaffee im ‚Leuchtstoff‘ hier um die Ecke.“ Genauso oft besucht sie den türkischen Dönerladen gegenüber, aber ein bisschen mehr Abwechslung wäre schön. Man muss ja nicht jeden Tag Döner essen. Apropos Berührungsängste, woher hat sie eigentlich ihren Nachnamen? Der erste, Watson, stammt von ihrem ersten Mann, einem Australier, der zweite, Taşdan, ist von ihrem jetzigen türkischen Mann. Zwar ist sie beim Türkisch-Lernen noch am Anfang, doch ihre türkische Klientel weiß ihre Sprachkenntnisse sehr zu w ­ ürdigen. C. Mattern Tierarztpraxis Sarah Watson-Taşdan, Altenbraker Str. 29, Tel. 625 7209, www.tierarzt-watson-tasdan.de Kurz gemeldet Impressum Nachhilfelehrer gesucht. Die SIS e.V. vermittelt private Nachhilfeschüler jeglichen Alters, insbesondere für die Schulfächer Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch. Dafür suchen wir laufend Nachhilfelehrer, die Schulstoff anschaulich vermitteln können und Spaß an der Arbeit mit Kindern haben. Bei Interesse kontaktiere Franziska in der Sprach- und Integrationsschule (SIS e.V.), Emser Straße 29, 12051 Berlin, Tel. 290 45 800, info@sis-ev.com. Infostützpunkt Neukölln. Die Trias Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeit, Gesundheit und Soziales gGmbH bietet ab sofort in der Thomasstraße 69 kostenlose Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen sowie bei der Begleitung zu Behörden in Neukölln an. Das Büro ist von Montag bis Freitag von 8 bis 14 Uhr und Donnerstag bis 16 Uhr geöffnet. Tel. 6097 5690 Freies Körnerkiezkino. Die Filmjury hat am 15. Februar fünf Filme für das Freie Körnerkino 2012 ausgewählt, die ab Mai gezeigt werden: „Heimatkunde – Feldforschung im Berliner Grenzbereich“, „Life in a day“, „Achterbahn“, „Almanya – Willkommen in Deutschland“ und „Shahada“. Herausgeber: Quartiersmanagement Körnerpark Emser Straße 15, 12051 Berlin Tel. 6298 8790, Fax 6298 87910 www.qm-koernerpark.de team@qm-koernerpark.de V.i.S.d.P.: Ulli Lautenschläger Redaktion: Claudia Mattern, kiezredaktion@qm-koernerpark.de Autoren dieser Ausgabe: Amira Avdovic/ Veronika Hitpaß, Buntesrepublik e.V. Layout: Mathias Hühn Druck: Ronald Fritzsch, Auflage: 2.500 Die Körnerpost erscheint zehnmal jährlich. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang April. Redaktionsschluss: 15. März Die Körnerpost wird gefördert von:
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