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Full text: Körnerpost (Rights reserved) Ausgabe 34.2009 (Rights reserved)

körner 34. ausgabe september 2009 post quartierszeitung für den körnerpark Foto: C. Mattern In diesem Heft: „Wir sind offen für alle“. Porträt des Hauses der deutsch-arabischen Jugend e.V. +++ Am 16. September geht es weiter mit der Konzertreihe „Autumn Leaves“ im Café im Körnerpark +++ U18 in Neukölln: Am 18. September wählen die Kinder und Jugendlichen +++ Im November gibt es eine Bildungskonferenz im Körnerkiez +++ „Die Tip-Top-Shirts“. Ein Kreativ-Projekt von Marion Seifert +++ „Ich brauche keinen Coiffeur, wenn ich zum Müll gehe.“ Interview mit dem Kiezpaten Kurt Krömer +++ Kinderreise des Nachbi in den Müritz-Nationalpark. Körnerkiezgeschichte von André Ruschkowski +++ Talk im Park mit Kurt Krömer und Edith Schröder. Ein Rückblick +++ Leyla Kangan ist die Nachbarin des Monats körner post Editorial september 2009 2 Porträt Foto: I. Iraqi Liebe Leserinnen und Leser der Körnerpost! Während sich der Sommer seinem Ende zuneigt, beginnen die Vorbereitungen für die im November anstehende Bildungskonferenz. Eltern, Lehrer, Erzieher und Vertreter von Kitas, Schulen, Jugendeinrichtungen und den zuständigen Behörden werden mit Jugendlichen und Bewohnern aus dem Kiez eine gemeinsame Vision zur Bildung und Erziehung im Kiez entwickeln. Zu den Planungstreffen, die ab September stattfinden, sind auch Sie herzlich eingeladen! In dieser Ausgabe finden Sie neben vielen Ankündigungen, Porträts und dem monatlichen Interview Rückblicke auf die Highlights im Sommer wie den ersten „Talk im Park“ mit Kurt Krömer und Edith Schröder und die Kinderreise in den Müritz-Nationalpark, die unser Kiezpate Krömer gesponsert hat. Für die Beiträge von Akteuren aus dem Kiez möchten wir uns nochmals bedanken. Wir freuen uns über jeden, der die Körnerpost mit Texten, Fotos oder Illustrationen mitgestaltet. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Schmökern! Ihr Quartiersmanagement Körnerpark Freuen sich auf Besucher aus dem Kiez: Saleh und Seham Iraki (1. u. 3. v. l.) und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Haus der deutsch-arabischen Jugend. „Wir sind offen für alle“ Haus der deutsch-arabischen Jugend e.V. E Quartiersbüro Körnerpark, Emser Straße 15, Tel. 62 98 87 90, team@qm-koernerpark.de Sprechzeiten: Mittwoch 16–19 Uhr, Donnerstag 10–13 Uhr Mitarbeiter: Ulli Lautenschläger, Fadi Saad, Marion Schuchardt, Reimar Seid, Dr. Astrid Tag Titelfoto: Von Lampenfieber keine Spur: Teilnehmer des KinderSommerTheaters beim Straßentheater am 30. Juli auf dem Emser Platz. Das Projekt fand bereits zum dritten Mal unter der Leitung von Elvira Möller und Chandrika Ahmer statt. twas versteckt liegen die Räume, direkt gegenüber den S-Bahn-Gleisen, wo die Kirchhofstraße auf die Siegfriedstraße trifft. Das Haus der deutsch-arabischen Jugend ist in den knapp sieben Jahren, seitdem es im Kiez ansässig ist, in der Öffentlichkeit auch kaum in Erscheinung getreten. Das soll sich jetzt ändern. Der Verein nahm beim KörnerCup teil und präsentierte sich beim Kiezfest mit einem Stand. Die Jüngeren beteiligten sich auch beim Bühnenprogramm, beim Folkloretanz und bei der Modenschau, die den Abschluss des Projekts „Die Tip-TopShirts“ unter Leitung von Marion Seifert bildete. Die Angebote des Vereins richten sich vor allem an Kinder und Jugendliche zwischen sechs und sechzehn. Rund zwanzig kommen pro Tag, um Tischtennis und Kicker zu spielen, um zu basteln, spielen, kochen, backen oder einen Ausflug zu machen. Donnerstags ist Mädchentag, und dienstags trainiert die Folkloregruppe den Reihentanz Dabka, hier kommen vor allem Jungs. Wenn zum Frauenfrühstück einmal im Monat zwanzig bis dreißig Frauen mit ihren Kindern kommen, wird es eng und laut. Deshalb wird das Frühstück bei gutem Wetter nach draußen verlegt. Zusätzlich treffen sich die Frauen alle zwei Wochen zu Vorträgen mit aktuellen Themen wie beispielsweise Verkehrserziehung. Meist sind es Mütter von Kindern, die die Einrichtung besuchen. „Die Frauen kommen sehr gerne, das ist ein bisschen Abwechslung für sie“ erzählt Seham Iraki, die zusammen mit ihrem Mann und acht weiteren Mitgliedern ehrenamtlich die Vereinsarbeit leistet. Gemeinsam mit drei Kolleginnen leitet sie die Mädchengruppe, den Frauentreff und das Frauenfrühstück. Rund 75 Mitglieder zählt der Verein, der Vorstand besteht aus sieben Mitgliedern und wird alle zwei Jahre neu gewählt. Da alle berufstätig sind, sind die Räume wochentags erst ab 16 Uhr geöffnet. Dennoch möchte man viel erreichen. Ziel des Vereins ist es, auch deutsche Kinder anzusprechen, was keine leichte Aufgabe ist. „Wir sind offen für alle“ sagt Saleh Iraki. „Unsere Kinder haben ja auch deutsche Freunde, aber viele trauen sich nicht.“ Im Kiez gibt es mittlerweile verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, z.B. im Nachbarschaftsheim oder im JoJu 23. Ist da eine eigene Anlaufstelle für arabischstämmige Kinder überhaupt notwendig? „Das Vertrauensverhältnis spielt eine sehr große Rolle“ erklärt Seham Iraki. Deshalb war beim TShirt-Projekt am Anfang immer jemand aus dem Verein dabei. Für die Zukunft erhoffen sich die Mitglieder des Vereins vor allem den Ausbau der sportlichen Angebote. Gemeinsam mit dem JoJu 23 wollen sie eine Kiezfußballmannschaft gründen, außerdem möchten sie eine MädchenVolleyball-Mannschaft auf die Beine stellen. Auch Nachhilfe soll angeboten werden. Das Schild „Nur für Mitglieder“ klebt zwar noch an der Tür, aber das liegt vor allem am Kleber, der sehr hartnäckig ist. Es hat keine Gültigkeit mehr, die Tür steht jetzt für alle offen. Es fehlen nur noch ein paar Schritte von beiden Seiten, um aufeinander zuzugehen. C. Mattern Haus der deutsch-arabischen Jugend, Kirchhofstraße 19, Tel. 7473 9642 bzw. 0179-587 8023. 3 september 2009 körner post Aktuelles Musik im Café im Körnerpark Autumn Leaves 2009 Foto: W. Brzezinzki Veranstaltet wird die Konzertreihe vom Kulturamt Neukölln. Damit die Neuköllner Musikliebhaber auch in den kühleren Monaten nicht auf das musikalische Angebot verzichten müssen, beauftragte die Kulturamtsleiterin Dr. Dorothea Kolland den Komponisten und Musiker Paul Schwingenschlögl mit der Organisation von Konzerten im neu gestalteten Café im Körnerpark. Schwingenschlögl, der durch seine Tätigkeit viele Musiker in ganz Berlin kennt, veranstaltete mit den Mitteln der Fehlbedarfsfinanzierung bisher vier Konzertreihen von Oktober 2008 bis April 2009: „Autumn Leaves“, „Winterreise“, „Orient-Express“ und „Melting Pot Berlin“. Wie bei den Sommer-Konzerten ist auch bei den Konzerten im Café das Programm sehr abwechslungsreich, um ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Jeden zweiten Mittwoch gibt es zum Beispiel Weltmusik, Jazz, Oriental, Chansons, Blues, Folk, Ethno, Klassikkonzerte oder Kabarett. Da im Café im Körnerpark weniger Platz zur Verfügung steht, spielen im Gegensatz zu den Open Air-Konzerten im Sommer kleinere Gruppen bis zu drei Musikern. Umsonst sind die Konzerte allerdings nicht, der Eintritt kostet 4 €. Wegen des großen Erfolgs werden die Konzertreihen auch in diesem Herbst weitergeführt. Für die erste Reihe, die am 16. September startet, konnte Schwingenschlögl wieder ausgewählte Musiker gewinnen: die irische Sängerin Shannon Callahan, die Opernsängerin Margarethe Pape, das Duo Extravagante mit Musik aus Portugal und das Trio MANIVOLANTI, das mit Metallinstrumenten (Hang, Perkussion, Trompete, Flügelhorn, Klavier) außergewöhnliche Klangwelten schafft. C. Mattern Autumn Leaves, jeden 2. Mittwoch. Erstes Konzert am Mi, 16. 9., 20 Uhr mit American Blues- und Folksongs von Shannon Callahan & Ron Spielman. Infos unter http://kultur-neukoelln.de/autumn Shannon Callahan & Ron Spielman S chon seit 25 Jahren sind die kostenlosen Konzerte vor dem Café im Körnerpark fester Bestandteil der Neuköllner Kulturlandschaft. Zwischen 150 und 200 Menschen kommen jeden Sonntag zum „Sommer im Park“, manchmal sind es sogar 300. Kurz gemeldet Jugendliche fit zum erfolgreichen Abschluss. Der Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V. Berlin (KKH e. V.) macht Jugendliche fit für den Schul- bzw. Ausbildungsabschluss. Es werden unter anderem Nachhilfe, PC-Kurse und Bewerbungstrainings angeboten. KKH e.V., Nogatstr. 52, Tel. 5308 820, motivation@kkhev.de, www.kkh-ev.de Schulprojekt an der Konrad-Agahd ausgezeichnet. Im Rahmen der EU-geförderten Aktion eTwinning wurde das Projekt „Vom Satz zur Geschichte“ an der Konrad-Agahd-Schule ausgezeichnet. Mit dem eTwinning-Qualitätssiegel, das einmal pro Jahr verliehen wird, werden herausragende europäische Schulprojekte für ihre innovative Projektarbeit mit digitalen Medien prämiert. Weitere Informationen unter www.etwinning.de. Nachbi Boys Neukölln gewinnen Real Juniorcup 2009. Wie schon im letzten Jahr konnten sich die Jungs der Fußballmannschaft vom Nachbarschaftsheim für die ostdeutsche Finalrunde qualifizieren. Das Team um Kapitän Achmed Emghames setzte sich mit nur einer Niederlage souverän durch. Beim Ostdeutschen Regionalfinale in Rangsdorf, wo die 35 besten Teams Ostdeutschlands gegeneinander antraten, erreichten die Jungs das Achtelfinale. Herzlichen Glückwunsch! Kinder- und Jugendwahl U18. U18 ist die größte politische Bildungsinitiative für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Im Vordergrund steht, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden und aktiv ihre eigene Lebenswelt mitgestalten. Die U18-Wahlen vermitteln gleichzeitig den Erwachsenen die Chance, junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache ernst zu nehmen. Höhepunkt ist die U18-Wahl am 18. September, bei der alle unter 18 ihre Stimme abgeben können. Neben dem Mobilen Wahllokal des Neuköllner Kinderbüros vor dem Rathaus Neukölln, Karl-Marx-Straße 83 und dem Kinder- und Jugendzentrum Lessinghöhe, Mittelweg 30 wurden im Körnerkiez das Nachbarschaftsheim Neukölln, Schierker Str. 53 und die Albrecht-DürerOberschule, Emser Str. 137 als Wahllokale angefragt. Wir freuen uns über weitere Mitstreiter/innen, die ebenfalls ein Wahllokal in Neukölln einrichten wollen. Informationen unter Tel. 6808 8609, www.u18.org körner post Termine september 2009 4 SEPTEMBER/OKTOBER Weitere Termine finden Sie unter www.qm-koernerpark.de, Veranstaltungen • Offene Goldschmiedekurse (Silber) 2,5 Std. 15 €, Atelier Kirkara, Jonasstr. 33, Tel. 0176-248 74 348, www.kirkara.de • Gemeinschaftsausstellung des Berliner Genossenschaftsforums Anders Bauen, Wohnen, Leben in Genossenschaften - 80 Jahre Ilsenhof Ilsenhof, still leben - Fotografien von Peter Brunnett, bis 6. September. Kreativraum an der Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8 • Treffen der Kiezredaktion Achtung, geänderte Uhrzeit! Mo, 7. September, 17 Uhr Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Sitzung der Aktionsfondsjury Achtung, geänderte Uhrzeit! Mi, 9. September, 18 Uhr Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Talk im Park mit Klaus Wowereit zum Thema „Neukölln: ein starkes Stück Berlin - eine harte Nuss für die Politik“, Fr, 11. September, 19.30 Uhr, Karten kostenlos erhältlich über www.talk-im-park.de Café im Körnerpark, Schierker Str. 8 • Sitzung des Quartiersbeirats Do, 24. September, 18 Uhr Albrecht-Dürer-Oberschule, Emser Str. 133 Raum 401 ...................................................................................... Laika * Kultur * Kiez * Kneipe, Emser Str. 131, www.laikaneukoelln.de, Di bis Sa ab 19 Uhr, So ab 15 Uhr • „TATORT“ oder „Polizeiruf 110“, jeden So 20.15 Uhr • Konzert Dani Morera (Folk-Akustisch-Indie) Do, 3. September, 20.30 Uhr • Große LAIKA-Jubiläumsparty mit Theater, Lesung, Konzert und DJ Sa, 5. September, 20 Uhr • Konzert Planet Rupi (Jazz) Do, 10. September, 20.30 Uhr • KörnerKiezKino: Überraschungsfilm Di, 15. September, 20.15 Uhr • Konzert Querbeet (Klezmer) Fr, 18. September, 20.30 Uhr • Dicht-it, Poetry Slam (Slammer welcome, kurze Anmeldung erwünscht), Fr, 25. September, 20 Uhr ...................................................................................... Café im Körnerpark Musik im Café im Körnerpark, Schierker Str. 8, • Shannon Callahan & Ron Spielman American Blues- und Folksongs Mi, 16. September, 20 Uhr • Manivolanti – „Fliegende Hände“ Faszinierende Klangwelten Mi, 30. September, 20 Uhr • Extravagante Portugiesisch inspirierte Weltmusik Mi, 14. Oktober, 20 Uhr • Margarethe Pape – Hopeless Hope Gesang, Klavier. Zum 200. Geburtstag von Edgar Allan Poe, Mi, 28. Oktober, 20 Uhr ...................................................................................... kunstraum t27 Thomasstr. 27, www.kunstraumt27.de Mi–So, 15 bis 19 Uhr • salzburg recital 3 Antje Gerhardt, Anke Göhring, Jorge Lopes, Viola Lopes und Christian Mayrock • Konzert mit Cathy van Eck und Gerhard Uebele, Lesung von Andreas Winkelmann Fr, 4. September, 19.30 Uhr • Finissage mit Künstlergespräch und Auslosung der Kunst-Lotterie So, 13. September, 19.30 Uhr • querüberfeld Oliver Stäudlin und Enrico Weinert Ausstellungsdauer: bis 11. Oktober Vernissage am Fr, 18. September, 19.30 Uhr ...................................................................................... Teegarten Fincan Altenbraker Str. 26, www.fincan-berlin.blogspot.com Tägl. außer Di 19–23 Uhr, Mi, Fr, Sa, So zusätzlich 11–19 Uhr: • Offene Krabbelgruppe für Kinder von 3 Mon. bis 1 ½ Jahre, jeden Mi, 11-13 Uhr • Tango Argentino für Anfänger Jeden Mi, 19.30-21 Uhr; 5 - 8 € pro Termin • Eltern-Baby-Kino, jeden 1. & 3. Fr, 14 Uhr • Konzert Frederika Krier Quartett feat. Frederick Carrilho (Experimenteller Jazz) Fr, 4. September, 20 Uhr • Kindertheater „Der Josa mit der Zauberfiedel“ mit Julia de Boor. Für Kinder ab 2 So, 6. September, 16 Uhr; 3 - 8 € Anmeldung: fincan@mailrechner.de oder Tel. 6273 0874 (AB) • Konzert Karl Ivar Refseth Quartett (Jazz) Sa, 5. September, 20 Uhr • Theater-Schnupperkurs für Kinder zwischen 4 und 6 Jahren Mi, 9. / 23. September, 16-17 Uhr; 5 € pro Std. Informationen: Tel. 2300 4263, www.juliadeboor.de • Konzert UXL5 (Moderner Jazz) Fr, 11. September, 20 Uhr • Boddinburgs Pfannekuchenabend. Essen/ Film, Mo, 14. September; 28. September, jeweils ab 19 Uhr • Konzert Meric Yurdatapan Quartett (Oriental Jazz), Sa, 19. September, 20 Uhr • Dornröschen - Ein rasantes Erzähltheater mit Nicole Weißbrodt für Kinder ab 2 ½ So, 20. September, 16 Uhr; 3 - 8 € Anmeldung: fincan@mailrechner.de oder Tel. 6273 0874 (AB) • Konzert Electric Jim (Jazz) Fr, 25. September, 20 Uhr ...................................................................................... WerkStadt e.V. Emser Str. 124, Do ab 18 Uhr, Fr u. Sa ab 19 Uhr • 10 jpegs@WerkStadt Kritik- und Feedbackrunde für Bildende Künst- ler, jeden Mo 20-22 Uhr • Offener Spieleabend, jeden Di ab 19 Uhr ...................................................................................... Farbfeuer – Atelier & Praxis für kunsttherapeutische Begleitung Jonasstr. 44, www.farbfeuer-berlin.de Tel. 29035731 / 7816341, • Offenes Malatelier Mi 17.30-19.30 Uhr, Do 18.30-20.30 Uhr, 9 € incl. Material • Paarmalen • Sonntagsmalen für Eltern mit Kindern, 14-17 Uhr, 9 € / 7 € • Ausdrucksmalen in der Gruppe. 2 Std., 15 € incl. Material • Psychologische Lebensberatung für Frauen in der zweiten Lebenshälfte und für krebskranke Frauen. Sabine Engel, Tel. 6261287 ...................................................................................... Nachbarschaftsheim Neukölln Schierker Str. 53, Anmeldung Tel. 687 50 96 • Ausflug zum Polizeifest in Rudow So, 6. September, Abfahrt: 11.30 Uhr, Rückfahrt gegen 16.30 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten • Zuckerfest im Familiengarten Mi, 23. September, 15 Uhr • Freie Plätze i. d. Hausaufgabenbetreuung. Interessierte Eltern und Kinder können sich melden. ...................................................................................... Familienbildungszentrum (FABIZ) Altenbraker Str. 12a|Anmeldung Tel. 687 50 96 • „Griffbereit“ - zweisprachige Spielgruppe für 1-3-Jährige mit Eltern, arabisch-deutsch, Mo, 10-12 Uhr. Neuer Kurs ab 31. August Leitung: Djamila Boumekik / Dorothee Peter • „Griffbereit“ - zweisprachige Spielgruppe für 1-3-Jährige mit Eltern, türkisch-deutsch, Di, 10-12 Uhr. Neuer Kurs ab 1. September Leitung: Sadiye Uzun / Dorothee Peter • Rückbildungsgymnastik für Frauen nach der Geburt, Di, 12-13.30 Uhr, fortlaufend Leitung: Gunthild Löwe-Greif, Hebamme • Bewegung-Spiel-Musik für 1-2-Jährige mit Eltern, Mi, 9.30-11 Uhr Leitung: Tina Kittel, 10 Termine; 20 € • Geburtsvorbereitung Do, 10-11.30 Uhr, Beginn: 3. September Leitung: Sonja Biesenthal-Kaiser, Hebamme • PEKiP® *04-06/09 Fr, 11.15-12.45 Uhr, Beginn: Mitte September Leitung: Sigrid John; 60 € / 25 € • Elternkurs: Starke Eltern-Starke Kinder® Beginn: September, Zeit: n.V., 10 Termine; 20 € ...................................................................................... Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm Emser Str. 117, Tel. 39505376 Mi - Fr 14 bis 19 Uhr, jeden 1. Sa 14 bis 17 Uhr • Ausstellung Ronald Koltermann Fotografie und Malerei zum Öffentlichen Raum Vernissage am Fr, 4. September, 19 Uhr Ausstellungsdauer: bis 25. September 5 september 2009 körner post Termine • Ikebana - Die Kunst des Blumensteckens Aufbaukurs: Beginn am 7. September, 19 Uhr, Fortgeschrittene: Beginn am 6. September, 19 Uhr. Leitung: Barbara Hübner, Tel. 6200 8625 • Autorenlesung mit Dokumentarfilm Tatjana Kuschtewskaja Fr, 25. September, 18.30 Uhr • Ausstellung Ercan Arslan - NEW PAIN- TINGS, Vernissage am Fr, 2. Oktober, 19 Uhr Ausstellungsdauer: bis 30. Oktober Veranstaltungsreihe „Im Leuchtturm brennt noch Licht“ • Der literarische Zirkel Sa, 12. September, 15-17.30 Uhr: Eigene Texte Sa, 26. September, 15-17.30 Uhr: Stewart O’Nan • Der philosophische Zirkel Sa, 5. September, 15-17 Uhr Sa, 19. September, 15-17 Uhr • Gäste im Leuchtturm Fr, 11. September, 19 Uhr: Peter Reinhold, Autor Projekte Bildungskonferenz Körnerkiez - Stärken stärken – nah am Kiez vorstellungen zu erkennen und Verantwortung für die Umsetzung ihrer eigenen Ziele zu übernehmen. So entwickeln auf der Konferenz Eltern, Lehrer, Erzieher, Schüler/Jugendliche, Kooperationspartner von Kitas und Schulen, Jugendeinrichtungen, Vertreter der BVV und Jugend- und Schulamt sinnvolle Projektideen und Kooperationsbeziehungen, die am Ende der Konferenz in Maßnahmeplänen konkretisiert und nach der Konferenz umgesetzt werden. Die Konferenz ist so gestaltet, dass die vorhandenen positiven Ansätze, Projekte und Kooperationsbeziehungen Grundlage der gemeinsamen Vision sind. Die Bildungskonferenz wird gemeinsam mit den Menschen vor Ort, beginnend im September in drei bis vier Planungstreffen vorbereitet. Wenn Sie sich an den Planungstreffen inhaltlich beteiligen möchten, bitten wir um Mitteilung an das QM-Büro unter dem Stichwort „Planungsteam Bildungskonferenz“. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit. Kerstin Schulenburg & Fritz Walter, Moderatorenteam I m Auftrag des Quartiersmanagements und des QM-Beirates führen wir im November eine zweitägige Konferenz „Erziehung und Bildung im Körnerkiez“ durch. An der Konferenz werden ca. 100 Menschen, die im Kiez leben und in den Bereichen Erziehung und Bildung arbeiten, teilnehmen. Ziel der Konferenz ist es, die beteiligten Menschen einzuladen und eine gemeinsame Vision zu entwickeln, wie und wohin sich der Körnerkiez in den Bereichen Erziehung und Bildung entwickeln soll. Damit eröffnet sie allen beteiligten Menschen die Möglichkeit, Übereinstimmungen zwischen ihren Ziel- Ein Kreativ-Projekt von Marion Seifert „Die Foto: A. Lorenz Tip-Top-Shirts“ und diese auf die T-Shirts zu übertragen. Bei der Modenschau wollten oder durften nicht alle mitmachen, dennoch wollten alle ihre TShirts präsentieren. Für die vierzehn Models gab es dann auch jede Menge zu tun, denn jeder zeigte drei bis vier T-Shirts. Und es waren keineswegs nur Mädchen, auch zwei Jungs beteiligten sich. Marion Seifert hat schon zahlreiche KreativProjekte für Kinder im Kiez durchgeführt, z.B. das „Kochtheater“, das seit Oktober 2007 läuft. Durch die Zusammenarbeit mit dem Haus der deutsch-arabischen Jugend lernte sie auch neue Kinder kennen, das gefiel ihr sehr gut. „Es war schön zu sehen, wie viel Talent in den Kindern steckt. In einem bestimmten Alter entwickeln die Kinder über ihre Kreativität ihre eigene Persönlichkeit. Dabei helfe ich ihnen mit meinen Projekten.“ Viele Kinder tragen ihre T-Shirts auch in der Schule, das beweist den Erfolg des Projekts. Denn die selbst kreierte Mode kann sich in jedem Fall sehen lassen, großes Kompliment! C. Mattern Seifert mit finanzieller Unterstützung des Quartiersfonds 1, Programm Soziale Stadt entstanden. „Die Kinder sollen den Mut zu ihrer eigenen Kreativität finden, sich ein Ziel setzen und ihren Ideen freien Lauf lassen“, sagt sie. Großen Wert legt die Projektleiterin auch darauf, dass die Ergebnisse an die ÖffentVielleicht bald ein neues Neuköllner Label? Die Tip-Toplichkeit kommen. Eine Shirts bei der Modenschau auf dem Körnerkiezfest Modenschau auf dem Kiezfest schien ihr ein ampenfieber hatten alle, doch als die geeigneter Rahmen zu sein. Im Anschluss Modenschau vorüber war, waren sie daran traten die Kinder am darauf folgennicht nur erleichtert, sondern auch ein gutes den Sonntag ein zweites Mal im NachbarStück selbstbewusster geworden. „Als ich schaftsheim im Rahmen des Wochenendes dann auf der Bühne stand, hat es mir Spaß der Stadtteilzentren auf. gemacht“ erzählt Mariam. Bis zu zwanzig Kinder im Alter von 8 bis Die T-Shirts, die die Kinder beim Kiezfest 15 hatten sich an zehn Nachmittagen in den am 4. Juli zeigten, waren im Rahmen des Räumen der Sprachschule SIS in der Emser Projekts „Die Tip-Top-Shirts“ von Marion Straße 29 getroffen, um Skizzen anzufertigen L körner post Interview september 2009 6 „Ich brauche keinen Coiffeur, wenn ich zum Müll gehe“ Kiezpate Kurt Krömer hat sich in den vergangenen Monaten mächtig ins Zeug gelegt für den Kiez. Er hat nicht nur die 5.000 € Preisgeld, die er in Jörg Pilawas Quizshow im Januar gewonnen hat, dem Nachbarschaftsheim gespendet und Kindern und Jugendlichen aus dem Kiez eine Reise spendiert. Auf dem Kiezfest in der Emser Straße stand er außerdem Zeichnern und Fotografen am Stand des kunstraums t27 Modell. Weitere Schnellzeichnungen entstanden bei der Vernissage der Ausstellung am 21. Juli. Der Erlös der Aktion kommt dem kunstraum t27 zugute. denn jetzt, geben Sie uns jetzt das Geld für das Elterncafé, können Sie uns eine Küche besorgen? Das klappt mit den Medien ganz gut. Wenn die Leute es alleine versuchen, ist es immer ein ellenlanger Weg. Sie haben ja schon einiges springen lassen hier. Welche Pläne haben Sie noch für den Kiez? In der Konrad-Agahd-Schule gibt es ein Elterncafé, aber der Platz ist zu klein, außerdem fehlt eine Teeküche. Die Ferienreisen für die Kinder und Jugendlichen werde ich auch im nächsten Jahr übernehmen, die sind Herr Krömer, Sie sind seit Winter letzten mit der Benefiz-Gala am 18. Oktober schon Jahres Pate des Körnerkiezes. War das gesichert. Ihre Idee? Was wird bei der Gala denn zu sehen Erst war ich ja Schirmherr des Nachbar- sein? schaftsheims, das war die Idee von Heidi Mitmachen werden Adel Tawil (Ich+Ich) & Göbel. Als das Nachbarschaftsheim seine Cassandra Steen, Edith Schröder, Sido, mit Gelder für die Sanierung bewilligt bekam, ihm werde ich im Duett singen. Außerdem habe ich auch Ulli Lautenschläger kennen kommt Bernhard Brink, den hat sich meine gelernt. Ich habe gesagt, es muss weiterge- Oma gewünscht. Ich moderiere das Ganze, hen und habe meine Patenschaft ausgeweitet ich spiele auch Sketche aus meinem Proauf den Körnerkiez hier. gramm. Was kann man sich unter einer Kiezpat- Die Karten kosten zwischen 40 und enschaft denn vorstellen? 50 €, das werden sich nur wenige leisten Genau das, was ich jetzt mache: dass ich können. Dann sind die Neuköllner doch meine Popularität, die ich erlangt habe, dazu außen vor, oder? nutze, den Sozialarbeitern und ehrenamtli- Ich möchte explizit die Leute erreichen, chen Leuten hier die Türen zu öffnen. Wenn die Kohle haben und die sagen, das haue in der Konrad-Agahd-Schule Gelder gekürzt ich gerne auf den Tisch. Es geht ja um die werden sollen, komme ich eben mit der Kohle, damit wir sie so breit wie möglich „Abendschau“ vorbei, um medialen Druck hier im Körnerkiez ausstreuen können. Das zu machen, damit die Leute hingucken. Am Geld fließt alles in den Kiez. besten wäre natürlich, wenn noch Politiker Anfang des Jahres haben Sie hier im Kiez da sind, die man gleich ein bisschen in die einen Rundgang gemacht. Welchen EinEcke drängen und fragen könnte, was ist druck haben Sie vom Kiez? Ich kenne ja Neukölln, und für mich war es schön zu sehen, das ist nicht die Dritte Welt hier. Es gibt einige Probleme, aber die kann ich auch nicht mit meiner popeligen Gala lösen. Deswegen möchte ich die Gala nicht nur einmalig machen, sonFoto: C. Mattern dern am besten Bei einer Sommeraktion des kunstraum t27 am 21. Juli: der jedes Jahr. VielKiezpate als Modell leicht dauert es ein Jahrzehnt, vielleicht auch zwei, bis man den Kiez hier zum Blühen bringt. Bis Wolfgang Joop in den Körnerpark kommt und sich hier ein Anwesen kauft, Villa Wunderkind in Neukölln. Geld spenden ist ja eine sehr ehrenwerte Sache. Was müsste denn von Seiten der Politik hier im Kiez passieren? Weil bald Wahl ist, ist jetzt gerade eine gute Zeit, um Politiker zu fragen, ob sie nicht ein bisschen was locker machen können. Das ist so, wie wenn man vor Weihnachten einem Obdachlosen 2 € gibt, weil er es an Weihnachten auch nett haben soll. Bei den Politikern ist das auch ein bisschen von der Wahl abhängig. Stadtschloss ist so ein Thema, das kostet 500 Millionen. Was kann man dafür alles machen? Wie viele Spendengalas muss ich im Admiralspalast machen, um auf diese Summe zu kommen? Ich glaube, das sind 2.000 Jahre. Die Politiker sollten mal gucken, wie wir das Geld besser verteilen können. Natürlich ist Berlin auch pleite, wir sind leicht ins Minus gerutscht mit 60 Milliarden. Ich stelle mich jetzt hin und schreie „Hilfe“ und weiß, ich werde gehört. Und somit auch die ganzen Leute, die sich hier kümmern. Sie waren zusammen mit Ades Zabel Gast bei der ersten Runde von „Talk im Park“ im Café im Körnerpark. Können Sie die Frage denjenigen beantworten, die keine Karte bekommen haben: Was ist denn nun so lustig an Neukölln? Das ist genau das, wovon ich auch lebe: dass es sehr natürlich und ehrlich ist hier. Ich weiß, wie das ist, wenn du mit so einem Hals auf die Straße kommst und dir kommt irgendwer in die Quere, der dir grade nicht passt, da wirst du aggressiv. Komm mit dieser Wut raus und hau das auf den Tisch, was dich gerade bewegt. Wenn ein Neuköllner sagt, ich brauche ein Pfund Butter, dann Tennissocken an, in die Flipflops rein, Jogginganzug und ab geht es zu Lidl. In Charlottenburg zwängt man sich in einen Armani-Anzug, man ruft noch schnell Udo Walz an, dass er die Haare macht, damit man ja gesehen wird, wenn man ins KaDeWe geht. Das ist halt Neukölln, die sind ehrlicher. Ich brauche keinen Coiffeur, wenn ich zum Müll gehe. Das Gespräch führte Claudia Mattern Benefiz-Gala am 18. Oktober im Admiralspalast. 7 september 2009 körner post Körnerparkgeschichten Kinderreise des Nachbi in den Müritz-Nationalpark Von André Ruschkowski Am 17. Juli machten wir uns auf die Reise: zehn Kinder, darunter drei Mädchen, und drei Begleiter, Steen als „Kamera-Betreuer“, Nuray vom JoJu 23 und André vom Nachbi. Am Hauptbahnhof kam das erste Mal echtes Reisefeeling auf. In Mirow wartete schon unser Shuttlebus zur Jugendherberge auf uns. Uns wurde klar, dass wir etwas Besonderes sein mussten, denn dieser Bus, in dem jeder auf einer eigenen Sitzreihe Platz nehmen konnte, wartete nur auf uns! Mit diesem VIP-Gefühl fuhren wir nach Zielow zur Jugendherberge. Nach dem Abendbrot wollten wir die Gegend erkunden. Aber angeregt durch die schwüle Nässe machten allerlei Mücken, Bremsen, Käfer und weitere, uns Städtern völlig unbekannte lebendige Flugobjekte, auf uns Jagd, so dass wir nach etwa 1 km fluchtartig zurückkehrten. Am Abend dann übte das Mädchenzimmer, wer kennt das nicht aus der eigenen Kinderzeit, einen magischen Reiz auf die Jungs aus; - und zwar bis etwa 2 Uhr nachts. Am nächsten Morgen empfingen die Kids Nuray mit einem Geburtstagständchen. Beim Blick aus dem Fenster mussten wir feststellen: Kanutour – heute wohl nicht. auf eine Kurzreise… Gegen Mittag klarte es auf und wir beschlos- Last but not least geht ein großer Dank sen, einen kleineren Kanu- und Tretboottrip an unseren Schirmherren, Förderer unsezu veranstalten. Bei kleinen Jagden des rer Einrichtung und allseits gern geseheKanus mit dem Tretboot und einigen Was- nen Kurt Krömer, der die Reise ermöglicht serschlachten kam uns die Erkenntnis: Es hat. Aufgrund seiner Initiative konnten alle muss nicht immer die große Tour sein, diese Kinder kostenlos mitfahren, von der Hauskleine Müritz-Wasser-Jagd machte allen viel tür des Nachbi bis zur Müritz und wieder mehr Spaß. Nach dem Grillen am Abend zurück, ohne dass ein Kind auch nur einen präsentierten die Mädchen unserer Nuray Cent bezahlen musste. DANKE KURT! eine perfekt choreografierte Tanzeinlage zu ihrem Ehrentag. André Ruschkowski ist beim Nachbarschaftsheim Am dritten Tag machten wir uns mit Fahr- für die „Coolen Kids“ und für das Kiezfußballtrairädern auf den Weg zu einem Dorffest ins ning zuständig. etwa 12 km entfernte Röbel. Die wenig Foto: N. Akyol befahrenen Feld- und Traktorwege führten uns entlang Feldern, Wäldern und der Müritz. Kleine Steigungen und idyllische kleine Rastplätze ließen uns den alltäglichen Trubel völlig vergessen. Am Morgen darauf räumten wir die Zimmer. Schwupps in die Bahn, einmal umsteigen und Berlin hatte uns wieder. Vor dem Nachbi erwarteten uns schon die Eltern und schlossen ihre Kinder herzlich in die Arme. Alle waren sich einig: Wir freuen uns aufs nächste Jahr, Im Müritz-Nationalpark gibt es nicht nur massenhaft denn dann fahren wir ganz sicher wieder Seen, sondern auch Fahrradwege. Talk im Park mit Kurt Krömer und Edith Schröder Was ist eigentlich lustig an Neukölln? 10. Juli, Café im Körnerpark. Vorhang auf zur ersten Talk im Park-Runde. Es treten auf: Kurt Krömer, der derzeit wahrscheinlich bekannteste Neuköllner, und Edith Schröder, Hausfrau aus der Nogatstraße, die auch Scharen von Fans hat. Komik sei halt oftmals unfreiwillig, sagt Edith Schröder zur Eingangsfrage, was eigentlich lustig an Neukölln sei. „Wenn ich zum Beispiel auf dem Weg zum KIKFlagship-Store in der Hermannstraße in einen warmen Dreiviertelpfünder trete.“ Die Neuköllner seien ja auch bekannt für ihre Unverblümtheit, ergänzt Kurt Krömer. Sie sagen „Geh mal aus der Sonne, du Penner!“ statt „Würden Sie mal bitte aus dem Weg gehen?“, das fänden Außenstehende recht lustig. Edith Schröder verweist auf ihren Nebenverdienst als Neuköllner Stadtführerin. Die Rundfahrten führen beispielsweise zum Kindl-Boulevard in der Hermannstraße, und die Angst der Leute, dass dort auf sie geschossen wird, habe durchaus abgenommen. Als die beiden Moderatoren HeidiMaria Göbel und Jan-Christopher Rämer das soziale Engagement der beiden ansprechen, zeigt vor allem Krömer Bescheidenheit: „Ich bin nicht die Mutter Teresa vom Hermannplatz, ich bin nur der Fernsehfatzke, der jemanden kennt.“ Nach der Pause ist das Publikum mit Fragen an der Reihe. Statt Edith Schröder sitzt nun Ades Zabel auf dem Podium. Was wollen die beiden den Jugendlichen mit auf den Weg geben? Dass er hier geboren sei und aus ihm auch was geworden ist, sagt Krömer. Zabel ergänzt: „Mehr Selbstbewusstsein und einen gewissen Trotz.“ Beim nächsten Talk im Park am 11. Septem- ber wird der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zu Gast sein. Das Thema lautet „Neukölln: ein starkes Stück Berlin - eine harte Nuss für die Politik“. Ob die beiden Moderatoren das Publikum mit ihren Fragen wieder genauso überraschen werden? Heidi Maria Göbel und Jan-Christopher Rämer leben beide im Kiez und sind in Sachen Talk-Show eigentlich Laien. Und genau das machte die Premiere mit Krömer und Schröder so herzerfrischend und unterhaltsam: dass sie keine professionelle Abgeklärtheit zeigten, sondern genauso unverstellt reagierten wie das Publikum. Ungekünstelt und ehrlich, wie Neuköllner nun mal sind. C. Mattern Karten für den nächsten Talk im Park mit Klaus Wowereit gibt es unter www.talk-im-park.de körner post september 2009 8 Nachbarn im Kiez Foto: Privat Leyla Kangal Frisiert nicht nur Kunden aus dem Körnerkiez: Leyla Kangan, Inhaberin von Top-Line in der Emser Straße. „S chönheit – Harmonie – Wohlbefinden“ verheißt das Schild, na klar, das wünscht sich jeder. Friseure sind im Körnerkiez nicht gerade eine Seltenheit, doch „Top Line“ in der Emser Straße ist eine beliebte Anlaufstelle, zum Beispiel für Mitarbeiterinnen der Senatsverwaltung. Neulich auf dem Kiezfest wies Hella DungerLöper, Staatssekretärin für Stadtentwicklung, den Laden als Salon ihres Vertrauens aus. Im Gegensatz zu vielen anderen türkischen Friseuren in Neukölln ist die Kundschaft nicht nur türkischstämmig, sondern kommt aus ganz unterschiedlichen Ländern. „Zum Glück geht es uns wirtschaftlich gut“ sagt die Inhaberin Leyla Kangal und klopft dreimal auf die Tischplatte. Die Staatssekretärin ist bei weitem nicht die einzige prominente Kundin, die die Anreise nach Neukölln in Kauf nimmt. „Wir haben auch Kunden, die aus Lichtenrade, Charlottenburg, Zehlendorf, Spandau oder Marzahn kommen.“ Leyla Kangal ist seit 35 Jahren als Friseurin tätig. In Istanbul geboren, kam sie vor acht Jahren nach Deutschland, seitdem lebt sie im Wedding. Privat engagiert sie sich bei politischen Veranstaltungen des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (TBB), dort ist ihr Mann Sprecher. Vor drei Jahren hat sie „Top Line“ übernommen. Es ist ein reiner Frauenbetrieb mit insgesamt fünf Angestellten, drei davon sind Auszubildende, außerdem arbeiten regelmäßig Praktikantinnen mit. Als Kosmetikerin bietet sie auch Epilation, Maniküre, Fußpflege und weitere kosmetische Behandlungen an. Wie im letzten Jahr beteiligte sich die Inhaberin wieder mit einem Stand beim Kiezfest im Juli, dort verkauften sie Getränke und Essen. Für den Kiez wünscht sie sich eine Begegnungsstätte für Frauen und Jugendliche, ein Café mit Bibliothek vielleicht, wo z.B. Nähkurse stattfinden könnten. „Hier in der Straße gibt es sehr viele Frauen, die zuhause sitzen und nicht raus kommen. Man könnte sie mehr fördern.“ Sie freut sich über die neuen Läden nebenan, das „Stars & Starlets“ und das „Laika“, doch die Emser Straße könnte ihrer Meinung nach durchaus noch mehr Leben vertragen. Deshalb würde sie gerne ein paar Tische und Stühle für ihre Kunden vor den Laden stellen, das würde auch mehr Laufkundschaft anlocken. Vom Körnerkiez kennen Leyla Kangal und ihre Mitarbeiterinnen vor allem den vorderen Teil der Emser Straße an der Feuerwache und dem Emser Platz, und auch den kennen sie nur durch das Fenster. „Wir sind ja immer acht Stunden hier drin“ erzählt Meli, die im ersten Lehrjahr ist. „Wir bekommen alles mit, was auf der Straße passiert.“ Ein bisschen wie Fernsehen ist das, doch könnte ruhig noch mehr passieren. C. Mattern Top-Line, Frisuren und Kosmetik, Emser Straße 131, Tel. 628 0607, Öffnungszeiten: Di—Fr 10—18 Uhr, Sa 9—16 Uhr Bilderquiz In der letzten Ausgabe der Körnerpost zeigten wir einen Foto-Ausschnitt aus dem Kiez und forderten Sie auf, uns die genaue Ortsangabe mitzuteilen. Dabei handelte es sich um ein Bodenbild auf dem Verbindungsweg zwischen Jonasstraße und Schierker Straße oberhalb des Körnerparks. Gewinner/in des Gutscheins für ein Mittagessen im SuppenLeseCafé Cosisuca ist D. Maeser. Der Gewinner wurde per Mail benachrichtigt, aber hat sich noch nicht zurückgemeldet. Bitte melden Sie sich im Quartiersbüro, damit wir Ihnen den Gutschein zuschicken können. Neuköllner Forscherspiel Kibü Navi 2010 Mitmachen können Kinder, Jugendliche, Eltern, Schulen und Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. Die Aufgabe besteht darin, sich mit beliebten und unbeliebten Orten auseinanderzusetzen und Verbesserungsvorschläge für den Lebensraum zu machen. Diese überprüfen wir auf ihre Realisierbarkeit und leiten sie an die betreffenden Stellen weiter. Das Spiel kann angefordert werden beim Bezirksamt Neukölln von Berlin, Tel. 6808 8609, www.kibue.net. Die Körnerpost wird gefördert von: IMPRESSUM Herausgeber: Quartiersmanagement Körnerpark Emser Straße 15, 12051 Berlin Tel. 62 98 87 90, Fax 62 98 87 910 www.qm-koernerpark.de team@qm-koernerpark.de V.i.S.d.P.: Ulli Lautenschläger Redaktion: Claudia Mattern Autoren dieser Ausgabe: André Ruschkowski (NBH), Dr. Kerstin Schulenburg / Fritz Walter Layout: Mathias Hühn Druck: Ronald Fritzsch, Auflage: 2.000 Die Körnerpost erscheint zehn Mal jährlich. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Oktober. Redaktionsschluss: 15. September
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