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Full text: Körnerpost (Rights reserved) Ausgabe 33.2009 (Rights reserved)

körner 33. ausgabe juli/august 2009 post quartierszeitung für den körnerpark Foto: A. Tag In diesem Heft: Über den Tellerrand. Porträt von Julia Slotosch, Leiterin des Altenbraker Kinderladens +++ Am Samstag, 4. Juli steigt wieder das Kiezfest in der Emser Straße +++ Am selben Tag wird auch die neue Spielstraße in der Selkestraße eingeweiht +++ Wohin in den Sommerferien. Ferienangebote für Kinder aus dem Kiez +++ „Welten zeichnen und erzählen“. Ein Kunstprojekt für Kinder im Fincan +++ Die Projektgruppe Nachbi-Garten hat ihre Pläne zum Umgestaltung vorgestellt +++ Den Kiez strahlen lassen. Interview mit den beiden Talk im Park-Moderatoren Heidi Maria Göbel und Jan-Christopher Rämer +++ Gespräche über Mathematik, Popstars und Berufswünsche. Mit Kindern des Projekts „Gemeinsam fördern“ von Evin e.V. +++ Ein Bayer am Mittelmeer. Körnerkiezgeschichte von Reyhan Özcelik +++ Peter Brunnett ist der Nachbar des Monats körner post Editorial juli/august 2009 2 Foto: C. Mattern Porträt Liebe Leserinnen und Leser der Körnerpost! Zehn Jahre gibt es das Programm Soziale Stadt mittlerweile. Zahlreiche Projekte konnten seitdem mit den Geldern in den Quartiersmanagementgebieten umgesetzt werden, die den Kiezen ein neues Gesicht verleihen. Auch hier im Körnerkiez hat sich vieles getan, weil zum Beispiel nicht nur viele neue Angebote das Quartier beleben, sondern auch die Anonymität abgenommen hat. Deshalb möchten wir am Samstag, 4. Juli wieder mit Ihnen unser alljährliches Kiezfest in der Emser Straße feiern. Gleichzeitig wird die Umgestaltung der Selkestraße in eine Spielstraße eingeweiht. Viele junge und nicht mehr ganz junge Menschen aus dem Kiez hatten uns ihre Wünsche und Ideen dazu mitgeteilt, noch einmal herzlichen Dank! Denjenigen, die zuhause bleiben, bietet der Sommer im Kiez wieder eine Menge: beispielsweise die kostenlosen Sommer im Park-Konzerte jeden Sonntag vor dem Café im Körnerpark. Vergessen Sie auch nicht den ersten „Talk im Park“. mit Kurt Krömer und Edith Schröder am 10. Juli. Beim Thema „Was ist eigentlich lustig an Neukölln?“ sind wir besonders auch auf Ihre Meinungen gespannt. Wir wünschen Ihnen einen abwechslungsreichen und erholsamen Sommer! Ihr Quartiersmanagement Körnerpark Quartiersbüro Körnerpark, Emser Straße 15, Tel. 62 98 87 90, team@qm-koernerpark.de Sprechzeiten: Mittwoch 16–19 Uhr, Donnerstag 10–13 Uhr Mitarbeiter: Ulli Lautenschläger, Fadi Saad, Marion Schuchardt, Reimar Seid, Dr. Astrid Tag Titelfoto: Jungs vom Nachbarschaftsheim kurz vor dem Anpfiff beim 3. KörnerCup am 30. Mai. Wie die Fotos auf dem Quartiersportal www.qm-koernerpark.de zeigen, ging es auch diesmal wieder ordentlich zur Sache. Gesiegt bei den Erwachsenen haben letztlich die Street Fighters. Die Nachbi Boys belegten beim MiniTurnier den 1. Platz. Erst Mutter, dann Erzieherin, jetzt Leiterin des Altenbraker Kinderladens: Julia Slotosch (3. v. r.) im Kreise ihrer Erzieherinnen Über den Tellerrand D reißig ist ein respektables Alter, erst recht für einen Kinderladen. Dreiundzwanzig Jahre ist es her, da kam Julia Slotosch als Mutter zum Altenbraker Kinderladen, der damals schon seit sieben Jahren bestand. Der Name Kinderladen stand in jener Zeit für Selbstorganisation und Basisdemokratie, die Eltern legten selbst Hand an, kochten und putzten. Fünf Jahre später übernahm die Berlinerin eine Erzieherstelle, mittlerweile leitet sie die Einrichtung. Mit vier weiteren Kolleginnen und vier MAE-Kräften kümmert sie sich heute um dreißig Kinder, die jüngsten sind ein Jahr alt. Weil rund 90 Prozent nichtdeutscher Herkunft sind, ist die Sprachförderung ein großes Thema. „Wir finden es sehr wichtig, dass die Kinder sprachfit in die Schule kommen“ sagt Julia Slotosch. „Um hier in Deutschland durchs Leben zu gehen, muss man der deutschen Sprache mächtig sein.“ Gerade weil viele Eltern die Sprache kaum beherrschen, wird im Kinderladen deutsch gesprochen. Bislang hat der Kinderladen an allen Sprachförderungs-Projekten des Quartiersmanagements teilgenommen. Eine der Spracherzieherinnen gefiel dem Kinderladen-Team so gut, dass sie fest übernommen wurde. Seit letztem Oktober kommt jetzt einmal pro Woche „Der Kleine Stern“, ein Lern-Erlebnis-Programm für 3-6-Jährige. Und manchmal singen die Kinder Lieder in ihren Muttersprachen vor, weil es ebenso wichtig ist, dass die Kinder auch diese beherrschen. Die Sprachförderung ist auch wichtiger Bestandteil der Vorschularbeit, die zweimal wöchentlich stattfindet. Jeden Donnerstag ist Ausflug-Tag, dann besuchen die Kinder z.B. das Koch-Projekt „Warthe mal“ in der Warthestraße, fahren nach Kladow, zur Siegessäule oder gehen ins Theater, in den Zoo oder ins Aquarium. „Wir wollen ein bisschen über den Tellerrand rauskucken, damit die Kinder ein paar Sachen außerhalb Neuköllns kennen lernen.“ Soweit das Wetter es erlaubt, verbringen sie viel Zeit draußen. Die Bewegung brauchen die Kinder, erklärt Julia Slotosch. „Sie müssen sich auspowern, um im Kopf wieder frei zu werden.“ Deshalb wäre es schön, wenn die Kinder sich auch zuhause mehr bewegen würden anstatt fernzusehen, wenn die Eltern mehr mit den Kindern spielen würden, den Kiez erkunden, ihnen vorlesen, mehr miteinander sprechen. Den Körnerkiez kennt Julia Slotosch nicht nur aus der Arbeitsperspektive, sie wohnt gleich um die Ecke in der Nogatstraße. Die vielen neuen Projekte und Läden, die hier mit Unterstützung des Quartiersmanagements entstanden sind, gefallen ihr gut. Es könnten aber ruhig noch mehr sein - ein Bioladen oder ein Wochenmarkt vielleicht? Ein Szenebezirk sollte es jedoch nicht werden. Bei den Kiezfesten und dem Weihnachtsmarkt ist der Altenbraker Kinderladen immer mit von der Partie. Für die Zukunft erhofft sich die Leiterin mehr Kooperationen mit anderen Einrichtungen und Initiativen aus dem Kiez. Neulich hatte sich eine Stadtteilmutter an sie gewandt, die Zusammenarbeit war sehr bereichernd. Den runden Geburtstag im Juli wird der Kinderladen natürlich gebührend feiern. Herzlichen Glückwunsch! C. Mattern Altenbraker Kinderladen, Altenbraker Str. 10, Tel. 622 1056, altenbrakerkila@web.de, Öffnungszeiten: 6.30 bis 17.30 Uhr 3 juli/august 2009 körner post Aktuelles Kiezfest 2009 Die Emser Straße feiert A Kiezfest in der Emser Straße am Samstag, 4. Juli, 14–20 Uhr Spielen in der Selkestraße: Bauprojekt Bolzplatz wird fortgesetzt D er Bolzplatz strahlt schon einige Zeit mit seiner Farbigkeit in den Kiez hinein. Nun wird rechtzeitig zum Kiezfest am 4. Juli als zweiter Baustein auch die Umgestaltung des angrenzenden Straßenabschnitts der Selkestraße eingeweiht. Der nun geschlossene Abschnitt der Selkestraße liegt zwischen dem Bolzplatz und Foto: Lechner Landschaftsarchitekten Haben mitentschieden: Jugendliche vom JoJu 23. dem Spielplatz Schierker Platz. Da sich dort der Spielplatz befindet, liefen bislang häufig spielende Kinder über die Straße, ohne auf den Verkehr zu achten. Daher lag die Idee, die Spielangebote zu verbinden, „auf der Straße“. Bei der Auswahl von möglichen Bauprojekten gehörte dieses Projekt mit der Verbesserung des Angebotes vorrangig, aber nicht nur für Kinder und Jugendliche zu den wichtigsten Anliegen des Quartiersbeirates für den Körnerkiez. Die Verantwortlichen aus dem Bezirk und dem Senat sahen die Bedeutung ebenfalls, so dass aus dem Programm Soziale Stadt Mittel bereitgestellt wurden, um die Spielfläche zu vergrößern, die Attraktivität des Kiezes für Alle zu verbessern und künftig Straßenunfälle zu vermeiden. Natürlich hatten auch bei diesem Projekt alle Interessierten die Möglichkeit, ihre Ideen und Wünsche einzubringen. In mehreren Veranstaltungen wurden die Anwohner und Initiativen vom Naturschutz- und Grünflächenamt, dem Tiefbauamt und dem Quartiersmanagement über das Projekt informiert. Mit Unterstützung des Landschaftsplanungsbüros Lechner wurde mit den Jugendlichen und BetreuerInnen des Jugendclubs JoJu 23 ein Ausflug durchgeführt, bei dem verschiedene Bewegungsangebote getestet werden konnten. Voraussichtlich im nächsten Jahr wird der Straßenabschnitt auf der anderen Seite zwischen Spielplatz und Nachbarschaftsheim geschlossen werden, sodass eine offene und großzügige Spiellandschaft mit Angeboten für Jung und Alt zwischen Ilsestraße und Rübelandstraße entstehen wird. M. Schuchardt Kurz gemeldet Beratung und Hilfe bei Schulden Die GVS - Gemeinnützige Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung mbH berät kostenlos bei Fragen zur Existenzsicherung, zu Mietschulden, Strom- und Gasschulden, Schulden bei Handyanbietern, Verbraucherschutzfragen, zur Haushaltsplanung und ist behilflich bei der Beantragung eines Bankkontos. GVS, Leinestr. 9-10, Tel. 6272 5336, gvsneukoelln@t-online.de, Mo 9–12 Uhr, 14–17 Uhr, Di und Fr 9–12 Uhr, Do 15–17 Uhr (offene Sprechstunde) trägt sie nicht mehr. Warum also nicht mit anderen Menschen Kleider tauschen, denen es genauso geht? Bringen Sie alle gut erhaltenen Kleidungsstücke am Samstag, 11. Juli ins Fincan! Vielleicht finden Sie ja sogar ein paar neue Sachen, womit Sie Ihren nun leer gewordenen Kleiderschrank bestücken können? Kleidertausch am Samstag, 11. Juli, 11–15 Uhr im Fincan, Altenbraker Str. 26 Kleidertausch im Fincan Wer kennt das nicht? Die Klamotten sind noch zu schön, um sie wegzuschmeißen, aber man Plakat: M. Hühn m Samstag, 4. Juli, ab 14 Uhr tobt wieder das Leben in der Emser Straße. Zum 4. Mal präsentieren sich Projekte und Initiativen aus dem Kiez mit Ständen, während alte Bekannte wie z.B. Sänger Helmi, die Trommelgruppe der Peter-Petersen-Schule, das Blasorchester der Albrecht-Dürer-Oberschule, die Bollywoodtänzerin Aylin und der Neukölln-Rocker Kalle Kalkowski das Bühnenprogramm gestalten. Aber auch Neues wird zu sehen sein: die Stepinskis Comedy Show, die Modenschau “The Tip-Top-Shirts“, die Rockband “Ascona“ und vieles mehr. Um 15 Uhr werden Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Staatssekretärin Hella Dunger-Löper und Kiezpate Kurt Krömer das Fest eröffnen. Anschließend werden sie in der Selkestraße die neue Spielstraße einweihen. Organisiert wird das Kiezfest auch dieses Jahr von Kerstin Zeller und Helmut Emert von Hinter der Fassade e.V. im Auftrag des Quartiersmanagements Körnerpark. Alle sind herzlich eingeladen! körner post juli/august 2009 4 Aktuelles Wohin in den Sommerferien 2009 Ferienangebote für Kinder aus dem Kiez Auch dieses Jahr sind die „Coolen Kids“ aus dem Nachbarschaftsheim wieder fünf Mal die Woche nachmittags in den Sommerferien im Kiez unterwegs. Mitmachen können alle, die Lust haben. Das Sommerferienprogramm der „Coolen Kids“ sieht so aus: Dienstag, 14. Juli: Familiengarten, Zeugnisbesprechung, Ferienbeginn Mittwoch, 15. Juli: Kiezcafé mit Kochprojekt, Spiele im Garten, Baden im Garten Donnerstag, 16. Juli: Familiengarten, Wir feiern Andrés Geburtstag, Grillen im Garten, Kinderdisco Freitag, 17. Juli: Familiengarten, Ausflug zum Tierpark Friedrichsfelde Montag, 20. Juli: Familiengarten, Kochprojekt, Spielen und Baden im Garten Dienstag, 21. Juli: Familiengarten, Bootsrundfahrt mit Stadtbesichtigung Mittwoch, 22. Juli: Kiezcafé, Kochprojekt, Spielen und Baden im Garten Donnerstag, 23. Juli: Familiengarten, Ausflug zum Badesee Grünau Freitag, 24. Juli: Familengarten, Kochprojekt, Spielen und Baden im Garten, Spielplatzolympiade Montag, 27. Juli: Familiengarten, Kochprojekt, Treptower Park, Bootsfahrt Dienstag, 28. Juli: Familiengarten, Besuch der Berufsfeuerwehr Mittwoch, 29. Juli: Kiezcafé, Kochprojekt, Spielen und Baden im Garten, Real-Cup Neukölln Donnerstag, 30. Juli: Ausflug zum Badesee Grünau Freitag, 31. Juli: Familiengarten, Kochprojekt, Spielen und Baden im Garten Montag, 17. August: Familiengarten, Kochprojekt / Picknick Körnerpark, Spiele Dienstag, 18. August: Familiengarten, Kochprojekt / Picknick Körnerpark, Spiele Mittwoch, 19. August: Kiezcafé, Kochprojekt, Spielen und Baden im Garten, Radprojekt (Reparatur und Pflege, Parcours) Donnerstag, 20. August: Familiengarten, Radprojekt, Verkehrsübungsplatz Freitag, 21. August: Familiengarten, Radprojekt, Radtour zum Britzer Garten Montag, 24. August: Familiengarten, Kochprojekt / Picknick Körnerpark, Spiele Dienstag, 25. August: Familiengarten, Kochprojekt, Grillen an der Spree Mittwoch, 26. August: Kiezcafé, Spielen und Baden im Garten Donnerstag, 27. August: Familiengarten, Ausflug zum Technikmuseum Freitag, 28. August: Familiengarten, Radtour zur FEZ Wuhlheide Schließzeit des Nachbarschaftsheims ist vom 3. bis zum 14. August. Die von Kiezpate Kurt Krömer finanzierte Ferienfahrt der jüngeren Kinder aus dem Nachbarschaftsheim an die Mecklenburgische Seenplatte findet vom 17. bis 20. Juli statt. Im Boom! in der Thomasstraße 27 gibt es auch im diesem Jahr wieder ein KinderSommerTheater mit Kindern von 6 bis 12, und zwar vom 20. Juli bis zum 31. August, wochentags von 9.30–15.30 Uhr. Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, muss man sich vorher bei Elvira Möller, Tel. 3810 4507 oder per Mail (boom-neukoelln@gmx.net) anmelden. Aufgeführt werden die Ergebnisse beim Straßentheater im Kiez am Donnerstag, 30. Juli und am Freitag, 31. Juli im Boom! Im Fincan in der Altenbraker Straße 26, gibt es im Juli jeden Sonntag um 16 Uhr Kindertheateraufführungen. Im August macht das Sonntags-Kinderprogramm eine Pause, dann können Kinder von 6 bis 12 am Kunst-Projekt „Welten zeichnen und erzählen“ teilnehmen und selbst aktiv werden. Vom 3. bis zum 14. August, wochentags von 15–18 Uhr, Anmeldung bei Lätitia Norkeit, sunim@gmx.de, Tel. 3116 6443 oder über das Nachbarschaftsheim. Ein Ferienprogramm im Jugendtreff JoJu 23 in der Jonasstraße 23 gibt es dieses Jahr nicht. Die Größeren nehmen an der von Krömer finanzierten Ferienfahrt vom 3. bis zum 9. August an die Ostsee teil. Im August ist das JoJu 23 geschlossen. C. Mattern Illustration: M. Hühn 5 juli/august 2009 körner post Termine JULI/AUGUST Weitere Termine finden Sie unter www.qm-koernerpark.de, Veranstaltungen • Offene Goldschmiedekurse (Silber) 2,5 Std. 15 €, Atelier Kirkara, Jonasstr. 33, Tel.0176-248 74 348, www.kirkara.de • Kiezfest in der Emser Straße Sa, 4. Juli, ab 14 Uhr • Treffen der Kiezredaktion Achtung, geänderte Uhrzeit! Mo, 6. Juli, 17 Uhr Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Sitzung der Aktionsfondsjury Achtung, geänderte Uhrzeit! Mi, 8. Juli, 9. September, jeweils 18 Uhr Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Talk im Park mit Kurt Krömer und Edith Schröder zum Thema „Was ist eigentlich lustig an Neukölln?“ Fr, 10. Juli, 19.30 Uhr, Karten kostenlos erhältlich über www.talk-im-park.de Café im Körnerpark, Schierker Str. 8 • Offener Steinmetz-Workshop für alle Interessierten mit der Bildhauerin Monika Schuh Fr/Sa, 17./18. Juli, jeweils 14–18 Uhr Kreativraum an der Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8 • „Welten zeichnen und erzählen“ Kunst-Projekt für Kinder von 6–12 3.–14. August, Mo–Fr, jeweils 15–18 Uhr im Fincan, Altenbraker Str. 26 Anmeldung bei Lätitia Norkeit, sunim@gmx.de, Tel. 3116 6443 oder im Nachbarschaftsheim • Gemeinschaftsausstellung des Berliner Genossenschaftsforums anlässlich der 80-Jahrfeier des Ilsenhofes mit Tafeln zur Geschichte und Bewohnerporträts von Peter Brunnett Fr, 21. August, 11 Uhr Kreativraum an der Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8 • Sitzung des Quartiersbeirats Do, 27. August, 18 Uhr Ort bitte im Quartiersbüro erfragen ...................................................................................... LAIKA * Kultur * Kiez * Kneipe Emser Str. 131, Di - Sa ab 19 Uhr, So ab 15 Uhr • „TATORT“ oder „Polizeiruf“ jeden So 20.15 Uhr • „Heimatkunde Eine Expedition in die Zone“ Ein Film von und mit Martin Sonneborn Fr, 3. Juli, 20.30 Uhr • Lesung (Teil 1): „Bruno W. - Ein Swingkid aus Berlin, Tagebuch 1937-1939“, vorgelesen von Theodor Schmidt Di, 7. Juli, 20 Uhr • Konzert „Patrick Coman“ (Country/Folk/Americana) Do, 9. Juli, 20.30 Uhr • Lesung (Teil 2): „Bruno W. - Ein Swingkid aus Berlin, Tagebuch 1937-1939“, vorgelesen von Theodor Schmidt Fr, 10. Juli, 20 Uhr • Improtheater - „Die Sonntagsgruppe“ (Die Ideen des Publikums gespielt, getanzt und gesungen) Mi, 15. Juli, 20.15 Uhr • Konzert „The Travelling Trefoils“ Do, 16. Juli, 20.30 Uhr • Lesung: „Dicht-it-spezial“ (poetry slam) Sa, 18. Juli, 20 Uhr • „KörnerKiezKino“ (Überraschungsfilm) Di, 21. Juli, 20.15 Uhr • Konzert „the loafing heroes“ (Akustik-Folk) Do, 23. Juli, 20.30 Uhr • Konzert „Gregor McEwan“ (Akustik-Lyrik) Do, 30. Juli, 20 Uhr • „KörnerKiezKino“ (Überraschungsfilm) Di, 18. August, 20.15 Uhr • Konzert „Ohrzucker“ (jazziger Akustik-Pop) Do, 20. August, 20.30 Uhr ...................................................................................... BOOM! raum für theater - musik - performance Thomasstr. 27, Gartenhaus, Tel. 3810 4507 • Konzert Michael Knight & Loy Churchill Fr, 10. Juli, 21.30 Uhr • Aufführung der Theater-AG mit Kindern aus beiden Schulen Mo, 13. Juli, 18 Uhr • KinderSommerTheater mit Kindern aus dem Kiez von 6–12 Jahren, 20. Juli–31. August, Mo–Fr. jeweils 9.30–15.30 Uhr Straßentheater im Kiez am Do, 30. Juli, Aufführung im Boom! am Fr, 31. Juli Anmeldung bei Elvira Möller, Tel. 3810 4507, boom-neukoelln@gmx.net • Open Stage und Session Fr, 28. August, 21 Uhr, Eintritt frei ...................................................................................... Sommer im Park Musik im Café im Körnerpark, Schierker Str. 8, Tel. 89752523 • Duo Transalpin – going yodel! So, 5. Juli, 18 Uhr • GnawArt Project Live Trancemusik So, 12. Juli, 18 Uhr • KASBEK Klezmer und Co So, 19. Juli, 18 Uhr • The Real Latinos - Good Groove So, 26. Juli, 18 Uhr • Transit Orkestra So, 2. August, 18 Uhr • Helmut Forsthoff Trio - Jazz So, 9. August, 18 Uhr • Colinda - Cajun-Music aus Louisiana So, 16. August, 18 Uhr • Arpeggiato - Kammermusikalische Som- merträumerei So, 23. August, 18 Uhr • Lotusensemble - Musik und Lieder aus Vietnam So, 30. August, 18 Uhr ...................................................................................... kunstraum t27 Thomasstr. 27, www.kunstraumt27.de Mi–So 15 bis 19 Uhr • „Angewandte Botanik“ Vortrag von Brigitte Kanacher-Ataya (Staudengärtnerin im Botanischen Garten) und „Botanische Lichtbilder“ (Dias und 16 mm Filme) von Deborah Phillips. Do, 2. Juli, 19.30 Uhr • Finissage „Rhizom“ mit Künstlergespräch, Rhizomgetränk und Auslosung der Kunst-Lotterie So, 12. Juli, 18 Uhr ...................................................................................... Teegarten Fincan Altenbraker Str. 26, www.fincan-berlin.blogspot.com Tägl. außer Di 19–23 Uhr, Mi, Fr, Sa, So zusätzlich 11–19 Uhr (das Kinderprogramm macht im August eine Pause) • Offene Krabbelgruppe Jeden Mi, 11–13 Uhr • Eltern-Baby-Kino Jeden 1. & 3. Fr, 14 Uhr • Sein und Haben Spielfilm, OmU, Frankreich 2003, R: Nicolas Philibert Do, 2. Juli, 20.30 Uhr • Yelena K & the Love Trio – Vocal Jazz Fr, 3. Juli, 20 Uhr • Giessen nicht vergessen! mit Gabriela Schwab und Dana Wolter Ein Bewegungstheaterstück für Kinder und Erwachsene ab 6 Jahre So, 5. Juli, 16 Uhr • Boddinburgs Pfannekuchenabend Thema: Soziale Bewegungen und politische Alternativen in Lateinamerika Essen von 19–21 Uhr, ab 21 Uhr Film „Crossroads“ von Dieter Rucht Mo, 6. Juli, ab 19 Uhr • Orbits Quartett – Jazz Poems Fr, 10. Juli, 20 Uhr • Kleidertausch Sa, 11. Juli, 11–15 Uhr • Kindermarionettentheater von „Kabaré Púpala“ mit Thomas Herfort für Kinder von 4 - 9 Jahren. Dauer ca. 45 Min. So, 12. Juli, 16 Uhr • KINGANA–rencontre – Eine Tanzperformance Sa, 18. Juli, 20 Uhr • Rotkäppchen Musiktheater mit Els Vandeweyer für Kinder ab 3 Jahren. Dauer ca. 35 - 40 Min. So, 19. Juli, 16 Uhr (Fortsetzung nächste Seite) körner post Termine juli/august 2009 6 (Fortsetzung Termine Fincan) • Boddinburgs Pfannekuchenabend Thema: Ansätze einer Solidarischen Ökonomie Essen von 19–21 Uhr, ab 21 Uhr Vortrag von Robin Stock Mo, 20. Juli, ab 19 Uhr • Trioplus - Moderner Jazz mit melodiösem Schwerpunkt Fr, 24. Juli, 20 Uhr • Eine lyrische Nacht Lieder aus Italien, Argentinien und Mexiko. Mit Werken von Bellini, Puccini, Rossini, Guastavino, Ginastera, Ponce, usw. Sa, 25. Juli, 20 Uhr • Das kleine hässliche Entlein Puppentheater nach Hans Christian Andersen für Kinder ab 3 Jahre. Dauer 40 Min. So, 26. Juli, 16 Uhr • Wayne Shorter Tribute Fr, 31. Juli, 20 Uhr • „Andrea Mozzato & Alvise Seggi Duo” Musik aus dem Mittelmeerraum und dem Balkan Sa, 8. August, 20 Uhr • Thibault Falk Quartett - Modern Jazz Sa., 15. August, 20 Uhr • Els Vandeweyer Trio - Improvised music and originals Sa, 22. August, 20 Uhr ...................................................................................... Farbfeuer – Atelier & Praxis für kunsttherapeutische Begleitung Jonasstr. 44, www.farbfeuer-berlin.de Tel. 29035731 / 7816341, • Offenes Malatelier Mi 17.30–19.30 Uhr, Do 18.30–20.30 Uhr, 9 € incl. Material • Paarmalen • Sonntagsmalen für Eltern mit Kindern 14–17 Uhr, 9 € / 7 € • Ausdrucksmalen in der Gruppe 2 Std., 15 € incl. Material • Psychologische Lebensberatung für Frauen in der zweiten Lebenshälfte und für krebskranke Frauen. Sabine Engel, Tel. 6261287 ...................................................................................... Nachbarschaftsheim Neukölln Schierker Str. 53, Anmeldung Tel. 687 50 96 • Bogenschießen und Infostand auf dem Peter-Petersen-Schulfest Freitag 3. Juli • Wochenende der Stadtteilzentren „Engagieren, Bewegen, Gemeinschaft erfahren!“. Gesucht werden Mithelfer/innen für die Organisation des Festes „Die Türkische Hochzeit“ mit der Theatergruppe „Die Sultaninen“ Sa, 4. Juli, 17 Uhr im Saal Tag der offenen Tür mit vielen Schnupper- und Mitmachangeboten und einer Kindermodenschau So, 5. Juli ab 15 Uhr Konzert Aleman Hungry So, 5. Juli, 17 Uhr im Saal oder draußen Angebote für die Generation 50 plus, Information & Anmeldung: Wolfgang Leppin • Geselliger Tanzkreis für Junggebliebene, Di, 10–11.30 Uhr. Kreis- und Reihentänze, lateinamerikanische und Standardtänze • Kreativgruppe (Töpfern/Keramikwerkstatt), Mi, 11–13 Uhr • Theaterprobe mit der interkulturellen Theatergruppe „Die Sultaninen“, Do, 11–13 Uhr. Die Gruppe beginnt mit der Entwicklung eines neuen Stückes zum Thema Single-Leben. Neue Mitspieler sind herzlich eingeladen! Das Sommerferienprogramm der Coolen Kids finden Sie auf S. 4. ...................................................................................... Familienbildungszentrum (FABIZ) Altenbraker Str. 12a|Anmeldung Tel. 687 50 96 • „Griffbereit“ - zweisprachige Spielgruppe für 1-3-Jährige mit Eltern arabisch-deutsch, Mo, 10–12 Uhr Neuer Kurs ab 31. August Leitung: Djamila Boumekik / Dorothee Peter • Selbstorganisierte Krabbelgruppe für Eltern mit Kindern im Alter von 6 Mon. bis 2 J. Di, 10–11.30 Uhr • „Griffbereit“ - zweisprachige Spielgruppe für 1-3-Jährige mit Eltern türkisch-deutsch, Di, 10–12 Uhr Neuer Kurs ab 1. September Leitung: Sadiye Uzun / Dorothee Peter • Rückbildungsgymnastik für Frauen nach der Geburt. Di, 12–13.30 Uhr, fortlaufend Leitung: Gunthild Löwe-Greif, Hebamme • Bewegung-Spiel-Musik für 1-2-Jährige mit Eltern. Mi, 9.30–11 Uhr Leitung: Tina Kittel, 10 Termine; 20 € • Geburtsvorbereitung Do, 10–12 Uhr Beginn: 3. September Leitung: Sonja Biesenthal-Kaiser, Hebamme Kostenübernahme durch Krankenkasse • PEKiP® *04-06/09 Beginn: September 2009 Leitung: Sabine Schreiber; 60 € / 25 € • PEKiP® *10-12/08 Fr, 11.15–12.45 Uhr, Beginn: 17. Juli Leitung: Sigrid John; 60 € / 25 € • Elternkurs: Starke Eltern-Starke Kinder® Beginn: September 2009 Zeit: n.V., 10 Termine; 20 € ...................................................................................... Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm Emser Str. 117, Tel. 39505376 Mi - Fr 14 bis 19 Uhr, jeden 1. Sa 14 bis 17 Uhr (im August geschlossen) • Fotoausstellung der Bürgerstiftung Neukölln im Rahmen des Fotowettbewerbes „Zuhause in Neukölln“ Vernissage am Fr, 3. Juli, 19 Uhr Ausstellungsdauer: bis 31. Juli • Ausstellung Ronald Koltermann Fotografie und Malerei zum Öffentlichen Raum Vernissage am Fr, 4. September, 19 Uhr Ausstellungsdauer: bis 25. September • Männer- und Vätergruppen in Neukölln Neukölln’ de Babalar ve Erkekler Gurubu Gespräche zu den Themen Bildung, Erziehung, Familie, Gesellschaft u.a. Mo 17–18.30 Uhr in türkischer Sprache, die Teilnahme ist kostenlos • Malkurs Das Stillleben Di, 18–20.30 Uhr. Kursleitung: Lätitia Norkeit, Tel. 3116 6443; 60 € Veranstaltungsreihe „Im Leuchtturm brennt noch Licht“ • Der literarische Zirkel Sa, 11. Juli, 15–17.30 Uhr: Eigene Texte Sa, 25. Juli, 18–20.30 Uhr: Vladimir Nabokov Sa, 12. September, 15–17.30 Uhr: Eigene Texte • Der philosophische Zirkel Sa, 4. Juli, 15–17 Uhr Sa, 18. Juli, 15–17 Uhr Sa, 5. September, 15–17 Uhr • Gäste im Leuchtturm Fr, 17. Juli, ab 19 Uhr: Kay Fischer, Schriftsteller Emser Unplugged: Konzerte auf dem Emser Platz D en Anfang machten die Silver-Tongued Devils mit ihrer Mischung aus Jazz, Swing & Country am 27. Juni im Rahmen von 48 Stunden Neukölln. Die Konzertreihe Emser Unplugged wird im Juli und August fortgesetzt. Halten Sie die Ohren auf für spontane musikalische Ereignisse auf dem Emser Platz! Die Konzerte verschiedener Stilrichtungen zum Mitspielen, Mittanzen, Mitklatschen finden sams- tags von 16 bis 18 Uhr statt. Unterstützt wird Emser Unplugged mit finanziellen Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt. dougfender, N. O`Callaghan, cm 7 juli/august 2009 körner post Ein Kunst-Projekt für Kinder Projekte „Welten zeichnen und erzählen“ findet in Kooperation mit dem Nachbarschaftsheim Neukölln statt. Es wird mit Soziale Stadt-Mitteln aus dem Quartiersfonds 1 finanziert. Das Erzählen übernimmt Rune Reyhé, die meisten Geschichten hat er sich ausgedacht. „Als Ethnologe bin ich eigentlich ein Schreibender“ sagt er. „Beim Forschen und Foto: S. Kramer anschließenden Beschreiben konstruiere ich Palme mit Krokodilen, Kamel, Schildkröte, Salamander, gezeichnet von Objekte und erschaffe so Laszlo, 6 Jahre. eine Brücke zwischen zwei Welten.“ Zum Teil hat er inder mögen Geschichten, viele zeich- sich auch an Romanen orientiert, die er gelenen und malen auch gern. Um mit sen und kindgerecht umgestaltet hat. den Kindern aus dem Kiez ins Gespräch zu Nach dem Erzählen werden die Künstlekommen, laden drei Künstlerinnen und ein rinnen mit den Kindern verschiedene ZeiEthnologe sie in den Sommerferien für zwei chentechniken ausprobieren. Beim Arbeiten Wochen zum Erzählen, Zuhören und Zeich- auf dem Boden wird dieser beispielsweise nen ein. Das Projekt richtet sich an bis zu ganzflächig mit Papier ausgelegt. Die Kinder 20 Kindern zwischen 6 und 12 Jahren und zeichnen beim Gehen, so dass eine gemeinsame Zeichnung entsteht. Auch sollen Zeichnungen zwischen den Kindern und Künstlerinnen weitergereicht und immer wieder ergänzt und verändert werden. Im Vordergrund stehen dabei nicht die Materialien wie Kreide, Buntstifte oder Kohle auf Papier, Pappe, Karton, sondern ihr kreativer Gebrauch. Ziel ist es nämlich, feste (Mal-) Konventionen zu überwinden und etwas Neues zu schaffen. Die Zeichnungen der Kinder werden von den Künstlerinnen bearbeitet, so dass die Kinder, wenn gewünscht, weiter daran arbeiten können. Auf diese Weise haben die Kinder die Möglichkeit, selbst am Kunstprozess teilzunehmen. Am Ende werden die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert. „Welten zeichnen und erzählen“ findet vom 3. bis 14. August wochentags von 15–18 Uhr im Fincan, Altenbraker Straße 26, Ecke Nogatstraße statt. Kinder, die teilnehmen möchten, melden sich bitte bei Lätitia Norkeit, sunim@gmx.de, Tel. 3116 6443 oder im Nachbarschaftsheim, Schierker Straße 53. C. Mattern K Umgestaltung im Nachbarschaftsheim Auch der Garten wird neu kleine Treppe im hinteren Eingangsbereich zu einer Rampe umgebaut. Statt mehrereren Aufbewahrungsorten für Spiel- und Gartengeräte wird ein großer Schuppen entstehen. Für den Spiel- und Sportplatz im hinteren Bereich ist aus Kostengründen kein Gummibelag, sondern ein Asphaltboden geplant, der bei jedem Wetter bespielt werden kann. Außerdem soll ein Lehmofen gebaut werden, mit dem z.B. Pizza und Brot gebacken werden können. Auch wird der von vielen gewünschte Bewässerungsbrunnen gebaut werden, damit kein teures Trinkwasser für die Grünflächen verwendet werden muss. Bernhard Heeb vom Nachbarschaftsheim dankte der Projektgruppe Gartengestaltung Nachbi-Garten für ihre Vorschläge. Mit der Arbeit begonnen werden kann allerdings erst im nächsten Frühjahr, wenn die Bauarbeiten im Innenbereich abgeschlossen sind. C. Mattern Wer mithelfen möchte, meldet sich bitte bei Bernhard Heeb, Tel. 687 5096. werden. Bei der Ausarbeitung der Pläne für den Garten wurden die Wünsche und Ideen der unterschiedlichen Nutzer, Besucherinnen und Besucher berücksichtigt. Am 17. Juni präsentierte die Landschaftsplanerin Brigitte Gehrke die Ergebnisse der Öffentlichkeit. Angelegt werden sollen beispielsweise ein Hochbeet in Tischhöhe, das auch älteren Menschen bequeFoto: C. Mattern men Gemüseanbau ermöglicht, Klar strukturiert und vielfältig: das Modell für die Gartenneu- und zwei weitere Beete. Die große gestaltung im Nachbarschaftsheim Neukölln. Rasenfläche rechts neben dem Gebäude soll mit einer abgesenkie Sanierung des Nachbarschaftsheims ten Feuerstelle, einem Grillplatz und wetund die Neugestaltung des Gartens ist terfesten Bänken ausgestattet werden. Die schon lange fällig. Nach den Sommerferien Terrasse erhält ein einrollbares Sonnensegel, beginnen dank der Finanzierung durch das auf der Fläche dahinter werden Wipptiere Programm Soziale Stadt, durch das Umwelt- für die Kinder aufgestellt. Anstelle des kleientlastungsprogramm und mit Glücksspi- nen gelben Hauses, das bislang als Schuppen rale- sowie bewilligten Lotto-Mitteln endlich genutzt wird, entsteht eine Sandspielfläche die Bauarbeiten im Inneren des Gebäudes. mit einem Klettergerät und einer doppelten Der Garten wird im nächsten Jahr mit Schaukel. Um eine barrierefreie Erschliehoffentlichen vielen Helfern fertiggestellt ßung des Gartens zu ermöglichen, wird die D körner post Interview juli/august 2009 8 Den Kiez strahlen lassen Wer sagt denn, dass Talkshows von Profis moderiert werden müssen? Wenn am Freitag, den 10. Juli, der erste „Talk im Park“ mit Kurt Krömer und Edith Schröder im Café im Körnerpark über die Bühne geht, werden die beiden Moderatoren Heidi Maria Göbel und Jan-Christopher Rämer zeigen, dass auch sie auf ihre ganz eigene Art Talk-Experten sind. Veranstalter der Reihe ist das Café im Körnerpark, finanziert wird sie mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt. Frau Göbel, Herr Rämer, was ist das Besondere an Ihrer Talkshow? Jan-C. Rämer: Das Besondere ist vor allem, dass wir Laien sind und direkt aus dem Kiez kommen. Heidi M. Göbel: …dadurch sind wir unbedarfter und stellen wahrscheinlich auch Fragen, die ein Profi nicht stellen würde. Das kann die Sache sehr interessant machen. Was wollen Sie mit einer Talkshow aus Rämer: Wir wollen den Kiez strahlen lassen, auch über die Grenzen des Bezirks hinaus. Wir wollen dem Kiez aber auch eine gewisse Eigenwertigkeit geben. Wenn am 11. September der Regierende Bürgermeister zur Talkrunde kommt, bekommt der Kiez eine gewisse Bedeutung. Damit können wir im Körnerkiez vielleicht ein neues Selbstbewusstsein herstellen. Und wie ist die Idee entstanden? Göbel: Zuerst haben wir uns überlegt, was den Unterschied zu den Talkshows im Fernsehen ausmachen soll. Hierbei haben wir auch Ideen der Anwohner berücksichtigt. Das Gesamtkonzept haben wir gemeinsam mit Uwe Feindt und Tasin Özcan vom Café im Körnerpark entwickelt. Rämer: Jeder hatte Ideen zu den Themen und den Gästen, das war wirklich Teamwork. Interessant und spannend bei der Vorbereitung war, dass wir vier altersmäßig und mit aus. Ich frage mich schon lange: Was ist eigentlich lustig an Neukölln? Die Frage in diesem Rahmen stellen zu können, da freue ich mich richtig darauf. Stehen denn schon weitere Termine und Gäste fest? Göbel: Fest steht auf jeden Fall, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am 11. September zum Thema „Neukölln: ein starkes Stück Berlin - eine harte Nuss für die Politik“ unser Gast sein wird. Außerdem wird es um die Themen „Gute Nachbarschaft? Integrationspolitik in Berlin“ und „Schule im Brennpunkt. Muss Unterricht in Neukölln anders sein?“ gehen. Unsere anderen Gesprächspartner stehen aber noch nicht definitiv fest. Sie leben beide schon länger im Kiez. Wie hat sich der Kiez seitdem entwickelt? Rämer: Vor drei Jahren habe ich immer davon gesprochen, dass die Treffpunkte für Menschen in meinem Alter fehlen. Jetzt gibt es mindestens fünf Orte, wo wir hingehen können: das Cosisuca, das Laika, die WerkStadt, das Fincan und natürlich das Café im Körnerpark. Aus meiner Sicht ist diese Entwicklung positiv, ich würde es aber nicht überhöhen. Göbel: Es hat eine erstaunliche Entwicklung gegeben. Durch das Quartiersmanagement und die Arbeit des Quartiersbeirats hat die Anonymität ein bisschen abgenommen. Der Quartiersbeirat ist hierbei eine hilfreiche Unterstützung, um Interessen zusammen zu führen und weiterzuentwickeln. Wenn man jetzt durch die Straßen geht, trifft man immer mal jemanden, den man kennt. Das war am Anfang, als ich hierher zog, überhaupt nicht der Fall. Das liegt natürlich auch daran, wie man selber Kontakte sucht und sich seine Umgebung schafft. Sie beschäftigen sich auch beruflich mit politischen Themen. Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern im Kiez? Göbel: Ein wichtiger Aspekt sind die Schulen. Gerade Kinder mit Migrationshintergrund brauchen eine ganz besondere Förderung, damit sie eine gute Allgemeinbildung erhalten, eine gute Ausbildung bekommen und nicht in Hartz IV rutschen. Das muss die Politik auch einsehen, es darf da keine Sparmaßnahmen geben, sondern im Gegenteil. Rämer: Es ist notwendig, dass auf der landespolitischen und bundespolitischen Ebene Nicht nur Talk-, sondern auch Neukölln-Experten: Heidi Maria Göbel und Jan-Christopher Rämer. dem Körnerkiez erreichen? Göbel: Wir wollen eine positive Öffentlichkeit für den Kiez herstellen und viele kulturell interessierte Menschen einladen, sich über bestimmte Themen auszutauschen und mitzudiskutieren. Geplant ist, in der ersten Dreiviertelstunde mit den Gästen ein Gespräch zu führen und dann den Kreis für Fragen zu öffnen. von unseren Hintergründen her sehr unterschiedliche Menschen sind, die hier zusammenarbeiten. Am 10. Juli kommen Kurt Krömer und Edith Schröder, das wird bestimmt ein lustiger Einstieg? Rämer: Edith Schröder und Kurt Krömer als unser Kiezpate haben einen starken Kiezbezug, gleichzeitig strahlen sie auch bundesweit Foto: U. Feindt 9 juli/august 2009 körner post Interview eingesehen wird, dass ein Kiez wie dieser eine besondere Unterstützung braucht und dass es Unterschiede innerhalb der Stadtteile gibt. Wir haben ja einige davon in Berlin. Deswegen muss dort besonders investiert werden, damit wir eine Gesellschaft erhalten, wo alle die gleichen Startbedingungen haben und entsprechend gefördert werden können. Es muss auch zum Beispiel in Berchtesgarden klar sein, dass größere Städte wie München oder eben Berlin besondere Rollen spielen innerhalb der Gesellschaft. Göbel: Wichtig ist, dass die nicht bewusste Ausgrenzung gestoppt wird. Damit meine ich, es fängt schon in der Schule an, dass nicht auf die Bedüfnisse der Kinder mit Migrationshintergrund eingegangen wird. Dieser Vernachlässigung muss deshalb jetzt auf allen Ebenen etwas entgegen gesetzt werden. Rämer: Das Projekt Soziale Stadt ist ja ein erster Schritt in diese Richtung gewesen. Auch der Imagewandel von Quartiersmanagement-Gebieten ist seit 1998/99 dahingehend umgeschlagen, dass die Bezirke jetzt dazu stehen, wenn ihre Situation kritischer ist und es besonderer Maßnahmen bedarf. Das ist das Erfreulichste, dass Quartiersmangement mittlerweile doch positiv besetzt ist. Sie engagieren sich beide von Anfang an im Quartiersbeirat und haben seitdem über viele Projekte mitentschieden. Welche Projekte fehlen noch im Kiez? Rämer: Es fehlen zum Beispiel Angebote für ältere Menschen. Aus diesen Überlegungen heraus ist auch das Projekt „Talk im Park“ entstanden. Wir wünschen uns, auch mehr bauliche Investitionsmittel zur Verfügung zu haben, beispielsweise für Straßenlaternen, Fahrradwege oder für Terrassen, wie es sie am Maybachufer im Reuterkiez gibt. Göbel: Mir fehlt vor allem im Winter noch eine Sporthalle mit Angeboten, die ich als Erwachsene nachmittags und abends nutzen kann. Vor allem für Jugendliche fehlt so ein Angebot, wo freie Energien in Aktivitäten umgelenkt werden können. Welche Visionen haben Sie für den Körnerkiez? Rämer: Ich wünsche mir, dass Entwicklungen, die in anderen Bezirken leider schon geschehen sind, hier nicht stattfinden. Wenn mich jemand fragt, warum wohnst du gerne hier, dann sage ich manchmal überheblich: Na, weil ich im echten Berlin wohne. Ich freue mich über jede Galerie und jeden Designer, der hier seinen Laden aufmacht, aber ich möchte zum Beispiel nicht, dass die Nogatklause dicht macht, nur weil ein Szene-Café mehr Miete bezahlen kann. Ich wünsche mir natürlich auch ein gutes Schulangebot, so dass ich mir vorstellen könnte, auch hier meine Kinder großzuziehen. Göbel: Egal, wo man in Berlin wohnt, man wünscht sich immer einen lebendigen Kiez. Hierzu gehört eine gute Mischung wie zum Beispiel gut ausgebildete Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ebenso wie die Gewerbetreibenden und gute Schulangebote. Das Gespräch führte Claudia Mattern Der Eintritt ist kostenlos. Um eine Karte für den ersten Talk im Park zu gewinnen, schicken Sie ab Freitag, 3. Juli, 12 Uhr eine E-Mail über das Kontaktformular unter www.talkim-park.de. Am Samstag erfahren Sie, ob Sie am 10. Juli bei Talk im Park mit dabei sind. Bitte beachten Sie, dass es pro Teilnehmer nur ein Ticket gibt. Außerdem werden 3 mal 2 Eintrittskarten auf dem Kiezfest in der Emser Straße am Samstag, 4. Juli verlost. Teilnahmekarten gibt es am Stand des Quartiersmanagements Körnerpark. Die Ziehung der Gewinner findet am Nachmittag auf dem Kiezfest statt. Weitere Talk im Park-Termine werden unter www.talk-im-park.de, auf dem Quartiersportal und in der nächsten Körnerpost bekannt gegeben. Offener Steinmetz-Workshop im Kreativraum D er Kreativraum an der Galerie im Körnerpark stand bislang vor allem den Schulen zur Verfügung. Im Mai und Juni fanden erste Bildhauer-Workshops für Lehrer statt, die das Kulturamt Neukölln und die pädagogische Beratungsstelle „Grün macht Schule“ der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung organisiert hatten. Am 17./18. Juli jeweils von 14–18 Uhr haben jetzt auch Interessierte und Anwohner die Möglichkeit, unter Anleitung der Bildhauerin Monika Schuh Steine zu bearbeiten. Informationen und Anmeldung beim Kulturamt Neukölln: koernerpark@t-online.de, Tel. 6809 4087. cm Foto: B. Busse, Kulturamt Neukölln Lernen, wie man Steine klopft. Bei einer Lehrerfortbildung im Kreativraum. körner post juli/august 2009 10 Körnerparkgeschichten Gespräche über Mathematik, Popstars und Berufswünsche Die folgenden Gespräche haben die Kinder des Projekts „Gemeinsam fördern“ von Evin e.V. in der Emser Straße 129 auf Tonband aufgenommen. Ein Interview mit Ankitha Khajuria Hello, my name is Ankitha. I live in Berlin and the streetname is Jonasstraße number 4. The weather is warm and cold today. … Stellt mir Fragen, stellt mir Fragen … How old are you? I’m 22 years old. Sure? No, it was a joke. – I’m eleven years old. Are you going to school? I’m going to the Grundschule, in the Thomasstraße. What is your favorite popstar? Hannah Montana. What colours do you like? My favorite colours are red, black, orange and blue, but red is the best. What kind of clothes do you like? I like Jeans, T-Shirts and Kleider (auf Deutsch). What do you like to eat? I like ????? (Indian food), pizza and noodles. Thank you. Ein Interview mit Sathik Khajuria „Ich habe die Erwartung, dass es netter wird. (In der Gruppe wird meine Schwester häufig geärgert.) Ich würde hier gerne üben, Deutsch und Mathe lernen. Ich habe das Ziel, Arzt oder Botschafter zu werden. Mir würde es gefallen, dass das, was ich mir vorgenommen habe, auch klappt. Ich bin in Projekten. Ich organisiere den KaraokeWettbewerb und die Boule-Meisterschaft mit und spiele gerne Volleyball.“ Beispielaufgabe: 103470 : 15 = An dieser Aufgabe erklärt Yasmin, worauf sie beim Dividieren zu achten hat. • Jede Zahl ist teilbar • Bleibt bei dieser Aufgabe ein Rest übrig? • Wir überlegen, ob die Zahl durch 15 teilbar ist • 5 kann zerlegt werden in dreimal fünf. • Eine Zahl ist durch drei teilbar, wenn die Quersumme (Summe der Ziffern) durch 3 teilbar ist. – Okay, 15 ist durch 3 teilbar. • Eine Zahl ist durch fünf teilbar, wenn die letzte Ziffer einen 0 oder eine 5 ist. – Okay, die letzte Ziffer ist eine 0. • Deshalb bleibt kein Rest übrig! Ergebnis: 103470 : 15 = 6898 Karaoke-Wettbewerb: 4. Juli, 14.30 Uhr Boule-Meisterschaft: Sa, 25. Juli, 14.30 Uhr Ein Gespräch über Mathematik mit Yasmin Yasmin, wie lange bist du schon bei diesem Projekt? Ungefähr vier Wochen oder mehr, vielleicht schon zwei Monate. Einige Kinder haben gesagt, dass sie besser werden wollen in der Schule. Hattest du ebenfalls dieses Ziel? Also ehrlich gesagt bin ich schon gut in der Schule. Aber in Mathematik könnte es noch so ein bisschen besser sein. Was ist das Bisschen, was du in Mathe noch üben oder verbessern möchtest? Alles, ich kann gar nichts in Mathe. Also bist du eine Schülerin, die gar nichts in Mathe kann? Du bist eine Schülerin, die jedes Mal in Mathematik eine 6 schreibt, ist das richtig? Nein! Mach ich nicht. Du schreibst oft eine 5? Nein, nein ich schreibe eine 4, eine 3, eine 2 und Einser. Foto: M. Pierow, Evin e.V. Yasmin erklärt Mathe. Baumscheibeneinfassung in der Emser Straße Der Körnerkiez blüht nicht nur im Park Von Jan-Christopher Rämer An immer mehr Bäumen finden sich kleine Zäune, hinter denen Blumen und Grünpflanzen wachsen. Meistens haben Einwohner der anliegenden Häuser oder Gewerbetreibende die grünen Oasen angelegt und die Verantwortung für deren Pflege übernommen. So auch die Bewohner des Hauses in der Emser Straße 33. Gemeinsam mit dem Hauseigentümer Christian Kolberg und Norbert Wolf, der in dem Haus sein Geschäft für Audio-, Video-, Hausgeräte betreibt, teilen sie sich die anfallenden Arbeiten wie Gießen, Bepflanzung und leider auch Müll- und Hundekotbeseitigung. Die Kosten für die beiden Baumscheibeneinfassungen haben sich der Hausbesitzer Christian Kolberg und das Quartiersmanagement geteilt. Für das QM waren auch das finanzielle Engagement des Hauseigentümers sowie die breite Unterstützung im Haus die ausschlaggebenden Argumente, eine der durch den Quartiersbeirat bewilligten Baumscheiben dort aufzustellen. Dies zu erreichen war gar nicht so schwer: Einfach mit den Menschen im Haus reden und fragen! Und so wurde aus dem sandigen Loch mit Baum ein bunter Fleck mit Zaun. Jan-Christopher Rämer ist seit November 2006 Vorsitzender des Quartiersbeirats. Foto: Privat Im Uhrzeigersinn v. ob. li.: Patrick, Sabrina, Dominik, Petsch, Jan-Christopher und Adam. 11 juli/august 2009 körner post Körnerparkgeschichten Ein Bayer am Mittelmeer Von Reyhan Özcelik Es war Sommer geworden, und die schönste Jahreszeit hatte wieder mit einer dreitägigen Autofahrt begonnen. Mittlerweile waren wir Kinder aber gut trainiert und abgehärtet. Nicht dass wir Wochen und Monate vorher im Wohnzimmer das dreitägige Sitzen im Auto mit Küchenstühlen nachgestellt, geübt hätten – obwohl es doch sicherlich interessant geworden wäre, festzustellen, ob wir Kinder dann genauso tapfer alles ausgestanden hätten. Nein, das Training wurde nicht im heimatlichen Wohnzimmer gestaltet, sondern direkt dann, wenn der Wettkampf begann. Das Training war sozusagen Wettkampf und der Wettkampf Training... Was zählte, war immer der Augenblick des Ankommens, und mit den Jahren hatten meine Eltern die Einsicht entwickelt, dass sie nur dann von einem Urlaub oder Ferien sprechen konnten, wenn sie sich die Verwandtschaft vom Halse hielten. Also hatten sie sich einen Wohnwagen angeschafft, und selbst die hartnäckigsten Verwandten sahen ein, dass in diesem komischen Ding kein Platz war für sie. Unser Campingplatz war aufgeteilt in Stammplätze und die Plätze der Neulinge, die sich den Alteingesessenen gegenüber erst einmal durch bestimmte Verhaltensweisen empfehlen mussten. Ohne Worte wurde jeder Neuling dieser harten Einweihungsprozedur ausgesetzt, und wer es wagte, sich zu widersetzen, bekam im Jahr darauf den hintersten Platz – am besten so nah wie möglich bei den Sanitären Anlagen. So hatte alles seine Ordnung, Hierarchien waren auch hier geschaffen, die Erwachsenen waren zufrieden, und wir Kinder profitierFoto: © H. Giessler / PIXELIO ten, wenn der elterliche Wohnwagen immer näher an den Strand rückte. Wie der Deutsche es geschafft hatte, in seinem ersten Sommer gleich in die zweite Reihe zu rücken, war auch uns lange ein Rätsel - aus welchem Teil Deutschlands er kam, eher nicht. Nachdem er seinen Wohnwagen gut platziert hatte, ging er daran, sich häuslich einzurichten – nicht ohne vorher jedem Wohnwagenbewohner die Hand zu schütteln und „Joa mei, i bin der Franz!“ zu sagen – unabhängig davon, ob es verstanden wurde oder nicht. Der Franz steckte seinen „Vorgarten“ akribisch ab und eine Girlande, bestehend aus vielen kleinen Bayern-Fähnchen, gab dem Ganzen einen heimatlichen Touch. Die Erwachsenen grinsten, wenn sie an ihm vorbeiliefen, und Franz lächelte arglos und freundlich zurück, auch wenn seine Lippen wegen Sichtbehinderung durch seinen Bart nicht zu sehen waren. Den Kindern wiederum, die viel dreister waren und gleich mal die Grenzen von dem Franzl ausprobieren wollten, beschied er freundlich „Doas lasses ma sein!“ Und quietschend vor Vergnügen über den Zeigefinger wedelnden Bärtigen rannten die Kinder nach Hause und hatten was zu erzählen. Selbst die hinteren Reihen wurden in diesem Jahr in die Gemeinschaft aufgenommen. Das Lustigste aber, das hatte der Franzl sich für den nächsten Morgen vorgenommen. Als die Wohnwagenbewohner das erste Mal die Trompete hörten, standen sicherlich einige kerzengerade im Bett und stießen sich den Kopf irgendwo in der engen Hütte – nur die Verkaterten und die Betonschläfer träumten süß weiter. Franz wohnte direkt hinter uns, deshalb brauchte ich nur den Kopf durch das Fenster zu stecken und sah den Franzl gekleidet in blau-weißer Badehose, ein blauweißes Badetuch über der linken Schulter, Badelatschen an den Füßen, einen grünen Filzhut auf dem Kopf und einer Trompete in der Hand, in die er mit dicken Backen hingebungsvoll hinein blies. Sobald seine Begrüßung Bayerns aus der Ferne beendet war, legte er die Trompete auf seinen Campingstuhl, ging zu der Fahnenstange, die er provisorisch in seinem Vorgarten angebracht hatte und zog eine Bayernfahne hoch. Nachdem die Fahne oben war, salutierte er und ging fröhlich mir zunickend schwimmen. Es sollte den ganzen Sommer so bleiben. Franz war der gütigste Mensch auf Erden, immer freundlich zu jedermann, kontaktbereit, neugierig. Es gab kein türkisches Gericht, das er nicht probierte, innerhalb kürzester Zeit lehrte er die türkischen Männern das Fürchten beim Tavla spielen. Er hatte es vorher noch nie gespielt und freute sich über seine offensichtliche Begabung für dieses Spiel. Er versuchte sich zu steigern, indem er die Würfel wie die Türken erst einmal in seiner Faust küsste, mehrmals auf das Tavlabrett klopfte und dann mit Schmackes auf das Tavlabrett schmiss. Nur ab und zu bedauerte Franz, dass die Türken keine “Weißwürschtl“ aßen. Aber es blieb dabei, die Heimat war nicht zu vergessen, und Franzl stand jeden Morgen um kurz nach sieben Uhr auf, blies in seine Trompete, zog die Bayernfahne hoch und salutierte. Vielleicht war man sogar ein bisschen froh, dass der verrückte Bayer dieses morgendliche Spiel abzog. Durch ihn war ein wenig Struktur in den Tagesablauf gekommen. Die Familien standen ein bisschen früher auf, frühstückten eher, konnten am Tage ein wenig mehr unternehmen, die Kinder wurden eher müde und die Erwachsenen hatten den späten Abend und die lauwarme Nacht für sich. Wenn da nicht das Kopfschütteln über diesen Kauz geblieben wäre. Eines Morgens blieb das Trompeten aus, und die ersten verwunderten Frühaufsteher pilgerten zu seinem Platz – nur die Verkaterten und die Betonschläfer merkten wieder einmal gar nichts - der Platz von Franzls Wohnwagen war leer. Traurig waren wir schon, dass er gegangen war, ohne sich zu verabschieden. „Er hat ein großzügiges Trinkgeld und viele Grüße an euch hinterlassen“ sagte der Platzwart und hielt den Platz für Franz im nächsten Jahr frei, in der Hoffnung, dass der Sommer wieder Bart und Struktur bekommen würde. Aber Franz kam nicht und auch im darauf folgenden Jahr sahen wir ihn nicht. Mit der Zeit wurde er eine kleine Legende, und erzählt wurde diese Legende gerne, aber niemals ohne ein abschließendes Kopfschütteln. Die Autorin Reyhan Özcelik engagiert sich im Förderverein der Albrecht-Dürer-Oberschule. körner post juli/august 2009 12 Nachbarn im Kiez Peter Brunnett Fotografiert als Ilsenhof-Bewohner seine Nachbarn von oben, unten und nebenan: Peter Brunnett A ls er Ende der siebziger Jahre aus dem Westerwald nach Berlin kam, war er wie viele andere junge Männer auf der Flucht vor der Bundeswehr. Er suchte sich eine Wohnung in Kreuzberg und fing zu studieren an, Politologie am Otto-Suhr-Institut der FU. Das, was später an Beruflichem folgte, unterscheidet sich nicht sehr von den Patchwork-Lebensläufen vieler anderer Akademiker. „Ganz stinknormal“, sagt Peter Brunnett, „mit insgesamt vier bis fünf Berufen, die ich entweder gelernt oder ausgeübt habe, z.B. im Kulturmanagement.“ Eigentlich wollte er in Kreuzberg bleiben, als seine Wohnung saniert wurde. Doch weil er nirgendwo etwas Passendes fand, landete er im Ilsenhof. Sehr problemlos gestaltete sich das, erzählt er, von einem Tag auf den anderen. Inzwischen arbeitet er vorwiegend als Fotograf, z.B. im Rahmen des Projekts „Smiling Garbage Fusion“ mit der Künstlerin ginalori. Beide nehmen regelmäßig bei 48 Stunden Neukölln und nachtundnebel teil. Außerdem organisiert er StreetArt-Führungen durch Kreuzberg, Mitte und Friedrichshain. Die Straßenkunst hatte er bei seinen früheren Streifzügen als Stadtfotograf entdeckt. In der Aktionsfondsjury, wo Peter Brunnett sich seit letztem Jahr engagiert, geht es ihm vor allem darum, Leute mit Ideen zu unterstützen. Im Kiez fühlt er sich wohl. Zwar fehlt ihm als Musikliebhaber ein Jazzclub, doch vieles habe sich zum Positiven verändert, vor allem kulturell. „Ich mag die internationale Atmosphäre, die kulturelle und kulinarische Verschiedenheit. Die deutsche Einheitskultur finde ich zum Weglaufen.“ Er mag die Menschen hier, von denen „keiner die Nase so richtig hoch trägt. Und wenn man ein bisschen aus dem Rahmen fällt, ist es auch in Ordnung. Der Begriff des Normalen wird hier riesengroß und innerhalb dieses Bereiches sortiere ich mich irgendwo ein.“ Im Ende der zwanziger Jahre erbauten Ilsenhof leben hauptsächlich ältere Menschen deutscher Herkunft, und Peter Brunnett fällt hier wahrscheinlich alleine aufgrund seiner Anschauungen etwas aus dem Rahmen. Zum Beispiel entwickelte er mit ein paar Freunden die Idee, den Flughafen Tempelhof mit Wasser aufzufüllen und daraus das Neuköllner Meer zu machen. „Das wäre doch die ideale Lösung. Die Neuköllner Langzeitarbeitslosen bräuchten dann nicht mehr so weit zu fahren.“ Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Ilsenhofes im September begann er im letzten Jahr auf eigene Kosten die Bewohner zu porträtieren. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Bürgerstiftung Neukölln werden dreißig Porträts im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung des Berliner Genossenschaftsforums ab 21. August im Kreativraum an der Galerie im Körnerpark gezeigt. Man könnte den Fotografen Brunnett dann ja daneben stellen und vergleichen, wie „stinknormal“ er denn nun wirklich ist. C. Mattern Informationen zu den Stadtführungen unter www.artwalks-berlin.de. Die Ausstellung eröffnet am 21. August, 11 Uhr im Kreativraum an der Galerie im Körnerpark, Schierker Straße 8. Bilderquiz: Kennen Sie diesen Ort im Kiez? Wo haben Sie diesen Ausschnitt schon mal gesehen? Schicken Sie bis zum 31. Juli eine Mail mit der genauen Ortsangabe an bilderquiz@qm-koernerpark.de oder per Post an Quartiersmanagement Körnerpark, Bilderquiz, Emser Straße 15, 12051 Berlin. Zu gewinnen ist ein leckeres Mittagessen (Suppe inkl. Getränk) im neuen SuppenLeseCafé Cosisuca in der Nogatstraße 30. Der Name des Gewinners und die Auflösung werden in der nächsten Körnerpost veröffentlicht. cm Die Körnerpost wird gefördert von: Foto: N. Tiedt Foto: Privat IMPRESSUM Herausgeber: Quartiersmanagement Körnerpark Emser Straße 15, 12051 Berlin Tel. 62 98 87 90, Fax 62 98 87 910 www.qm-koernerpark.de team@qm-koernerpark.de V.i.S.d.P.: Ulli Lautenschläger Redaktion: Claudia Mattern Autoren dieser Ausgabe: Akitha, Sathik und Yasmin vom Evin-Projekt, „Gemeinsam fördern“, Reyhan Özcelik, Jan-Christopher Rämer, Marion Schuchardt Layout: Mathias Hühn Druck: Ronald Fritzsch, Auflage: 2.000 Die Körnerpost erscheint monatlich. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang September. Redaktionsschluss: 15. August
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