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Full text: Körnerpost (Rights reserved) Ausgabe 32.2009 (Rights reserved)

körner 32. ausgabe juni 2009 post quartierszeitung für den körnerpark Foto: Shred Brigade In diesem Heft: Die Gras-Schuh-Macher. Porträt des Künstlerteams Noël O’Callaghan und dougfender +++ Vom 26. bis 28. Juni bei den 48 Stunden Neukölln zeigt die Nord-Neuköllner Kunst- und Kulturszene wieder ihre Schokoladenseiten +++ Theaterprojekte für Grundschüler aus dem Kiez. Wer Theater spielt, lernt fürs Leben +++ „Hinterhofhelden sind wir alle.“ Interview mit dem Schriftsteller Johannes Groschupf +++ Talk im Park. Ab Juni/Juli live aus dem Körnerpark. +++ Die Erde ist unteilbar. Ein 48-Stunden-Kunstprojekt von Li Koelan +++ Patenschaft für 5 Stolpersteine. Ein Projekt im Evangelischen Religionsunterricht in der Peter–Petersen–Grundschule +++ Franziska Haberland ist die Nachbarin des Monats körner post Editorial juni 2009 2 Porträt Foto: Shred Brigade Liebe Leserinnen und Leser der Körnerpost! Neuköllner Juni-Tage sind 48-Stunden-Neukölln-Tage, deshalb steht diese Ausgabe ganz im Zeichen der Kultur. Passend zu den vielen Veranstaltungen und Aktionen, die im Rahmen des großen Kunst- und Kulturfestivals stattfinden, stellen wir diesmal die beiden Organisatoren der Kunstfiliale Körnerkiez Noël O’Callaghan und dougfender sowie Franziska Haberland vom neu eröffneten Fincan vor. Im Interview steht uns der Schriftsteller Johannes Groschupf, der ein wunderbar poetisches Buch über Neuköllner „Hinterhofhelden“ geschrieben hat, Rede und Antwort. Nur der Sport kommt in dieser Ausgabe leider zu kurz. Während diese Zeitung gedruckt wurde, traten die Mannschaften des KörnerCup 2009 auf dem Schierker Platz gegeneinander an. Die Ergebnisse und Fotos finden Sie auf unserem Quartiersportal www.qm-koernerpark.de unter Aktuelles. Wir laden Sie herzlich ein, einzutauchen ins bunte, lebendige Neukölln, wenn sich vom 26. bis 28. Juni wieder die Nord-Neuköllner Straßen, Plätze, Gärten und Parks füllen werden. Ihr Quartiersmanagement Körnerpark Quartiersbüro Körnerpark, Emser Straße 15, Tel. 62 98 87 90, team@qm-koernerpark.de Sprechzeiten: Mittwoch 16–19 Uhr, Donnerstag 10–13 Uhr Mitarbeiter: Ulli Lautenschläger, Fadi Saad, Marion Schuchardt, Reimar Seid, Dr. Astrid Tag Produktionsbedingt spiegelverkehrt: Noël O’Callaghan & dougfender Die Gras-Schuh-Macher L Titelfoto: Solche aparten Sandaletten gibt es heute nur noch auf Flohmärkten und bei Trödlern. „The Gras Shoe“ ist eine Kreation von Noël O’Callaghan und dougfender und markiert bei den 48 Stunden Neukölln die Kunst- und Kulturstationen im Kiez. etztes Jahr waren es die Spiegel und das weiße Kaninchen aus „Alice im Wunderland“, die die Kunstinteressierten durch den Körnerkiez leiteten. Das Leitmotiv der diesjährigen „48 Stunden Neukölln“ ist ein Gras-Schuh, passend zum Motto Humus Neukölln. Die Künstler Noël O’Callaghan und dougfender übernehmen zum dritten Mal die Organisation der Kunstfiliale Körnerkiez. Das Künstlerteam stammt aus Cork an der Südküste Irlands, dort sind sie ebenfalls künstlerisch aktiv. dougfender fand über die Musik den Weg zur Kunst, zunächst als Mitglied einer bekannten 20köpfigen Dudelsackkapelle. Als er zum Studieren nach Dublin kam, spielten in den Clubs die ersten Punkbands, The Clash, The Stranglers und andere. Da ließ er seinen Dudelsack in der Ecke stehen und kaufte sich eine Stromgitarre. Der Punk prägte auch Noël O’Callaghan, die einen berühmten Maler zum Vater hat. Der Familientradition folgend nahm sie zunächst ein Kunststudium auf, bis sie vor die Frage gestellt wurde: konform werden oder gehen. Sie entschied sich zu gehen, studierte Anglistik und Geschichte und wurde anschließend Schauspielerin. Als die beiden 1984/85 nach Berlin kamen, zog Noël O’Callaghan bald nach Neukölln, hier fühlt sie sich bis heute am wohlsten. dougfender pendelt noch immer zwischen Neukölln und Mitte, wo er sein Studio und seine Wohnung hat. Ziel ihrer künstlerischen Arbeit, die Bildende Kunst, Musik, Performance und Klangkunst vereint, ist es, die Trennung zwischen ernsthafter und spielerischer Kunst zu überwinden. Bei der Pet Parade, die die beiden von 2006 bis 2008 organisierten, kam diese Gratwanderung besonders gut zum Aus- druck. Auch die Idee von Spontaneität und Form spielt eine große Rolle. Bis man einen Rahmen geschaffen habe, in dem spontanes Handeln möglich sei, müsse man viel Energie investieren, sagt Noël O’Callaghan. „Aber es muss immer einen ‚light touch’ haben, es muss leicht aussehen.“ Deshalb begreift sie es als Kompliment, wenn man ihren Bildern die monatelange Mühe nicht ansieht. In Wahrheit werde Spontaneität nämlich mythologisiert, genauso wie Kreativität, ergänzt dougfender. „Wir glauben an die Schönheit der menschlichen Energie. Wir wollen ihr einen Rahmen geben, wo sie sich frei entfalten kann.“ Ebenso spontan soll ihre geplante Konzertreihe Emser Unplugged werden, die bei „48 Stunden Neukölln“ am 27. Juni um 16 Uhr mit „The Silver Tongued Devils“ startet. Ebenso viel Energie steckt hinter ihrer Musik mit dem „Transit Orkestra“. Breit gefächert wie ihre Kunst sind ihre Vorschläge für den Kiez: mehr Straßenleben, mehr nicht kommerzielle Orte, die die Menschen zusammenbringt, ein Stück Land, auf dem Bewohner z.B. Gemüse anpflanzen können, ein Umsonst-Laden, damit sich Sperrmüll wiederverwenden lässt. Ihre utopischen Ideen beginnen bei einem autofreien Kiez mit Gras auf den Gehwegen, um barfuß durch die Stadt gehen zu können. Man könnte ja als Pilotprojekt im Körnerkiez damit anfangen. Die vielen Gras-Schuhe, die vom 26. bis 28. Juni den Kiez schmücken werden, weisen schon mal in diese Richtung. C. Mattern Transit Orkestra spielt am 2. August beim Sommer im Park im Körnerpark. „Pet Parade – Die Ausstellung“ ab 31. Juli in der Galerie im Saalbau, Karl-Marx-Str. 141 3 juni 2009 körner post Aktuelles 48 Stunden Neukölln 11 Humus Neukölln Foto: Roderich Karl-Marx-Straße 188 am Samstag, 27. Juni von 19 bis 22 Uhr und am Sonntag von 16 bis 19 Uhr. Zwanzig bis vierzig Darsteller verwandeln die Sportgeräte eines Fitnessstudios in Rhythmusinstrumente und machen sich gleichzeitig auf die Suche nach typischen Verhaltensmustern in diesem Umfeld. Zur selben Zeit, von 21 bis 22 Uhr spricht im Aufgang 3 in der Karl-Marx-Straße 206 das Orakel von Neukölln in Gestalt der Künstlerin Ginalori. Die Musik-Performance „Singing with and about birds“ von Ute Be. am Sonntag, 28. Juni von 13 bis 14 Uhr greift den Gesang heimischer Vogelarten auf und bringt den alten Blumenpavillon auf dem St. Thomas-Friedhof, Hermannstraße 180 auf das Lieblichste zum Klingen. Weitere Veranstaltungen im Kiez können Sie beim Infopunkt Körnerkiez im kunstraum t 27, Tel. 5682 1964 erfragen. Samstag und Sonntag, 27. und 28. Juni, jeweils um 16 Uhr finden wieder Kiezführungen statt, Start ist am kunstraum t27, Thomasstraße 27. Die Taxi-Shuttles halten außerdem am Neuköllner Leuchtturm in der Emser Straße 117. Die 48 Stunden Neukölln werden vom Kulturnetzwerk Neukölln e.V. organisiert. Die Kunstfiliale Körnerkiez wird mit Mitteln aus dem Quartiersfonds 2 aus dem Programm Soziale Stadt unterstützt. Kulturnetzwerk Neukölln e. V., cm Das vollständige Programm finden Sie unter www.48-stunden-neukoelln.de. Luftverstecke. Die Musikerin Ute Be. zwitschert mit den Vögeln des St.-Thomas-Friedhofs II. V om 26. bis 28. Juni präsentiert NordNeukölln wieder seine besten Seiten. Humus Neukölln lautet das Leitthema des elften Kunst- und Kulturfestivals. Schließlich wächst in Neukölln vieles, gerade Kunst und Kultur haben hier beste Bedingungen, zu gedeihen und Früchte zu tragen. Passend zum Motto wird dieses Jahr Kunst nicht nur in der gewohnten urbanen Kulisse, sondern auch in Parks, Gärten und Brachen gezeigt. Mehr als 1.000 Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an rund 350 Veranstaltungsorten, 26 davon befinden sich im Körnerkiez. Ihr Erkennungszeichen ist der Gras-Schuh, den Noël O’Callaghan und dougfender, die Organisatoren der Kunstfiliale Körnerkiez, als Leitmotiv kreiert haben. Was hat das zu bedeuten, ein Schuh, aus dem Gras wächst? „Die Graswurzeln verbinden die kulturelle Erde und beugen gleichzeitig einer Erosion vor“ erklärt dougfender. Genauso vernetze die Kunstfiliale die unterschiedlichen Kulturprojekte im Körnerkiez, der Gras-Schuh wiederum sei eine Metapher für diesen Prozess. Einer der Highlights ist die theatralische Langzeit-Percussion-Performance BEATNESS im Fitness-Studio Fit in Neukölln, Kurz gemeldet Noch mehr 48 Stunden-Events im Kiez Im Café & Bäckerei Macher zeigt die Künstlerin Liane Stellmacher „unten drunter. Fotografie & 3. Hand-Gewerke aus Australien“, die sie auf ihren Reisen entdeckt hat. Café & Bäckerei Macher, Emser Straße 11, Öffnungzeiten: Fr 19–22 Uhr, Sa 6–22 Uhr, So 6–19 Uhr „Figur und Grund. Irische Landschaften & Aktzeichnungen“ lautet der Titel der Ausstellung von Noël O‘Callaghan im Stars und Starlets, Kirchhofstraße 18. Sie zeigt Aktzeichnungen, die im Angesicht des Modells entstanden, zusammen mit Landschaften die sie ‚en plein air‘ in Irland gemalt hat. Stars und Starlets, Kirchhofstraße 18, Öffnungszeiten: Fr 19–22 Uhr, Sa 11–24 Uhr, So 11–19 Uhr. “The Silver Tongued Devils”, die die Konzertreihe Emser Unplugged am Emser Platz einläuten, fürchten kein musikalisches Abenteuer. Ihre Musik reicht von Bossanova über Django Reinhardt bis hin zu Johnny Cash und Elvis. Emser Platz, Konzert: Sa 16–18 Uhr körner post Termine juni 2009 4 JUNI/JULI Weitere Termine finden Sie unter www.qm-koernerpark.de, Veranstaltungen • Offene Goldschmiedekurse (Silber) 2,5 Std. 15 €, Atelier Kirkara, Jonasstr. 33, Tel.0176-248 74 348, www.kirkara.de • Vernissage Kunstunterricht im Projekt „2. Chance“ an der Rütlischule Bilder, Zeichnungen, Keramiken Ausstellungsdauer: bis 3. Juli Mi, 3. Juni, 15 Uhr Kinder- und Jugendgalerie, Nogatstr. 31 Öffnungszeiten: Mo - Fr 14–17 Uhr • Ausstellung Albtraumhelden - Künstlerduo JKM, Maler-Plastiken und Stereodiaobjektive bis 28. Juni Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8 • Sitzung der Aktionsfondsjury Mi, 3. Juni, 1. Juli jeweils 19 Uhr Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Treffen der Kiezredaktion Achtung, geänderter Termin! Mo, 8. Juni, 6. Juli jeweils 17 Uhr Quartiersbüro, Emser Str. 15 • Bildhauer-Lehrerfortbildungsseminare 19. – 21. Juni, 10–15 Uhr: Workshop mit Christof Glamm für 6-12 Teilnehmer; 50 € Materialkosten. Informationen und Anmeldung: Tel. 6809 4087, koernerpark@t-online.de Kreativraum an der Galerie im Körnerpark, Schierker Str. 8 • Sitzung des Quartiersbeirats Do, 25. Juni, 18 Uhr Nachbarschaftsheim Neukölln, Schierker Str. 53 • Kiezfest in der Emser Straße Sa, 4. Juli ab 13 Uhr ...................................................................................... BOOM! raum für theater - musik - performance Thomasstr. 27, Gartenhaus, Tel. 3810 4507 • Konzert Cosmopolitan Dogtrot Fr, 5. Juni, 21.30 Uhr „48 Stunden Neukölln“: • Open Stage und Session Fr, 26. Juni, 20.30 Uhr, Eintritt frei ...................................................................................... Sommer im Park Musik im Café im Körnerpark, Schierker Str. 8, Tel. 89752523 • Rixdorfer Kantorei Musik von Gestern für Heute So, 14. Juni, 18 Uhr • Marcao Flamenco So, 21. Juni, 18 Uhr „48 Stunden Neukölln“: • Aquabella – Vokalmusik Fr, 26. Juni, 21 Uhr • Zentralkapelle Sa, 27. Juni, 20 Uhr • Baba Dango Group So, 28. Juni, 18 Uhr • Duo Transalpin Transalpin – going yodel! So, 5. Juli, 18 Uhr ...................................................................................... kunstraum t27 Thomasstr. 27, www.kunstraumt27.de Mi–So, 15 bis 19 Uhr • Geldall. Ausstellung – Performance – Interaktion mit Werken von Friederike Hammann, Till Haupt, Beate Klompmaker, Dirk Mariaschk, Catherine Métais, Daniel Freymüller und Roman Senkl. Ausstellungsdauer: bis 15. Juni • Shopping mit Neuköllnisch Geld Do, 6. Juni, ab 15 Uhr • Finissage Geldall und Auslosung der Kunstlotterie. So, 14. Juni, ab 19.30 Uhr • Vernissage Rhizom Papierarbeiten von Helga Geng, Peter Hock, Deborah Phillips. Ausstellungsdauer: bis 12. Juli Fr, 19. Juni, 19.30 Uhr „48 Stunden Neukölln“: • rhizom.imbiss mit h.e.g. (helga e. geng) Sa, 27. Juni, 15–21 Uhr • „Angewandte Botanik“ Vortrag von Brigitte Kanacher-Ataya (Staudengärtnerin im Botanischen Garten) und „Botanische Lichtbilder“ (Dias und 16 mm Filme) von Deborah Phillips. Do, 2. Juli, 19.30 Uhr ...................................................................................... Teegarten Fincan Altenbraker Str. 26, www.fincan-berlin.blogspot.com Tägl. außer Di 19–23 Uhr, Mi, Fr, Sa, So zusätzlich 11–19 Uhr: • Vortrag Tempelhof für Alle?! Mi, 3. Juni, 20 Uhr • Konzert Fortune Jazzband Fr, 5. Juni, 20 Uhr • Konzert Chino - Solo Piano Sa, 6. Juni, 20 Uhr • Kindertheater „Der Josa mit der Zauberfiedel“ mit Julia de Boor für Kinder ab 2 Jahren So, 7. Juni, 16 Uhr • Boddinburgs Pfannekuchenabend Film zur Situation der Indigenen Bevölkerung in Bolivien. Mo, 8. Juni, 20 Uhr • Konzert Ranin (Klang) Fr, 12. Juni, 20 Uhr • Hundenasen-Puppentheater. Kiezgeschichten für Eltern und Kinder mit Burkhard Bering für Kinder ab 3 Jahren So, 14. Juni, 16 Uhr • Konzert Amy Green - Liebeslieder aus Orient und Oxident. Sa, 20. Juni, 20 Uhr • Kindertheater „Hamm und Ecks Theatergesellschaft“ mit Friderike Hamm und Christian Eckerund für Kinder von 4-10 So., 21. Juni, 16 Uhr • Boddinburgs Pfannekuchenabend Vortrag zur Menschenrechtssituation in Chiapas, Mexiko. Mo, 22. Juni, 20 Uhr • Konzert Free Billie Fr, 26. Juni, 20 Uhr • Konzert Taraniem Sa, 27. Juni, 20 Uhr • Märchen gespielt und erzählt vom Ensemble T.A.T. für Kinder und Erwachsene So, 28. Juni, 16 Uhr ...................................................................................... WerkStadt e.V. Emser Str. 124, Do ab 18 Uhr, Fr u. Sa ab 19 Uhr • 10 jpegs@WerkStadt Kritik- und Feedbackrunde für Bildende Künstler. Jeden Mo 20–22 Uhr • Ausstellung Pola Brändle: Plakatief Fotografie und Collagen/Decollagen bis 26. Juni • Konsortencombo Jazz-Jamsession mit Oliver Fox und David Hagen. Do, 18. Juni, 20 Uhr „48 Stunden Neukölln“: • Spontius und Spielatus (ImproTheater) Fr, 26. Juni, 20 Uhr • Jazz-Konzert der Konsortencombo Sa, 27. Juni, 20 Uhr ...................................................................................... Farbfeuer – Atelier & Praxis für kunsttherapeutische Begleitung Jonasstr. 44, www.farbfeuer-berlin.de Tel. 29035731 / 7816341, • Offenes Malatelier Mi 17.30–19.30 Uhr, Do 18.30–20.30 Uhr, 9 € incl. Material • Paarmalen • Sonntagsmalen für Eltern mit Kindern, 14–17 Uhr, 9 € / 7 € • Ausdrucksmalen in der Gruppe. 2 Std., 15 € incl. Material • Psychologische Lebensberatung für Frauen in der zweiten Lebenshälfte und für krebskranke Frauen. Sabine Engel, Tel. 6261287 „48 Stunden Neukölln“, Öffnungszeiten: Fr, 26. Juni, 19–22 Uhr, Sa, 27. Juni, 14–22 Uhr, So, 28. Juni, 14–18 Uhr • Malaktion! Jeder kann sich auf einer Leinwand mit Farben und Collagematerial kreativ entfalten. Aus den vielen Einzelbildern wächst ein großes Mosaikbild • Ausstellung: „Neuköllner Eindrücke“ von Katy Lehmann. • Schaufenster-Stabtheater Performance: „Neuköllner Früchtchen“ Sa, 27. Juni, 17 Uhr; So, 28. Juni, 15 Uhr ...................................................................................... Nachbarschaftsheim Neukölln Schierker Str. 53, Anmeldung Tel. 687 50 96 • Familientrödel rund ums Kind So, 7. Juni, 11–15 Uhr, Aufbau ab 10 Uhr Voranmeldung notwendig! Tischgebühr: 6 € oder 3 € + Kuchen • Öffentliche Präsentation der Projektgruppe Nachbi-Garten Mi, 10. Juni, 16.30 Uhr • Wochenende der Stadtteilzentren „Engagieren, Bewegen, Gemeinschaft erfahren!“ 5 juni 2009 körner post Termine Die Türkische Hochzeit mit der Theatergruppe „Die Sultaninen“ Sa, 4. Juli, 17 Uhr im Saal Tag der offenen Tür mit vielen Schnupper- und Mitmachangeboten und einer Kindermodenschau So, 5. Juli ab 15 Uhr Konzert Aleman Hungry So, 5. Juli, 17 Uhr im Saal ...................................................................................... Familienbildungszentrum (FABIZ) Altenbraker Str. 12a|Anmeldung Tel. 687 50 96 • Selbstorganisierte Krabbelgruppe für Eltern mit Kindern im Alter von 6 Mon. bis 2 J. Di, 10—11.30 Uhr • Rückbildungsgymnastik für Frauen nach der Geburt Di, 12–13.30 Uhr, fortlaufend Leitung: Gunthild Löwe-Greif, Hebamme • Bewegung-Spiel-Musik für 1-2-Jährige mit Eltern. Mi, 9.30–11 Uhr Leitung: Tina Kittel, 10 Termine; 20 € • „Griffbereit“ - zweisprachige Spielgruppe für 1-3-Jährige mit Eltern türkisch-deutsch, Mi, 11–13 Uhr Leitung: Sadiye Uzun / Dorothee Peter • „Griffbereit“ - zweisprachige Spielgruppe für 1-3-Jährige mit Eltern arabisch-deutsch, Do, 10–12 Uhr, Leitung: Djamila Boumekik / Dorothee Peter • PEKiP® *01-03/09 Fr, 9.30–11 Uhr, Beginn: 12. Juni Leitung: Sigrid John; 60 € / 25 € • PEKiP® *10-12/08 Fr, 11.15–12.45 Uhr, Beginn: 17. Juli Leitung: Sigrid John; 60 € / 25 € • Elternkurs: Starke Eltern-Starke Kinder® Beginn: Juni 2009. Zeit: abends, n.V. Leitung: Andrea Bußmann, 10 Termine; 20 € • Infoveranstaltung: „Der tägliche Balanceakt: Grenzen und Regeln in der Familie“ Referentin: Bettina Schade. Di, 23. Juni, 10–12 Uhr ...................................................................................... Creativ-Centrum Neuköllner Leuchtturm Emser Str. 117, Tel. 39505376 Mi - Fr 14 bis 19 Uhr, jeden 1. Sa 14 bis 17 Uhr • Berlin – das dunkle Leuchten Malerei und Zeichnungen von Salli Sallmann Vernissage am Fr, 5. Juni, 19 Uhr Ausstellungsdauer: bis 26. Juni • Fotoausstellung der Bürgerstiftung Neukölln im Rahmen des Fotowettbewerbes „Zuhause in Neukölln“ Vernissage am Fr, 3. Juli, 19 Uhr Ausstellungsdauer: bis 31. Juli • Männer- und Vätergruppen in Neukölln Neukölln’ de Babalar ve Erkekler Gurubu Gespräche zu den Themen Bildung, Erziehung, Familie, Gesellschaft u.a. Mo 17–18.30 Uhr in türkischer Sprache, die Teilnahme ist kostenlos. Veranstaltungsreihe „Im Leuchtturm brennt noch Licht“ • Der literarische Zirkel Sa, 13. Juni, 15–17.30 Uhr: Eigene Texte • Der philosophische Zirkel Sa, 6. Juni, 15–17 Uhr Sa, 20. Juni, 15–17 Uhr „48 Stunden Neukölln“: • Ausstellung Kena Maier „Surrealistische Kompositionen“, Chillout-Musik von Xarkos Ataktos • Humus uf ’n Neuköllner Hinterhof Aus dem Humus entspringen Baum – Blatt und Borke: Montagekunst von Bernhard Thieß. • Salli Sallmann liest „Badetag“ – Texte vom Ende der DDR. Fr, 26. Juni, 20–21 Uhr • Der geistige Humus von Neukölln Jürgen Barth, Norbert Büttner, Sonia Nowosielska, Theo Ntouvalis, Peter Reinhold u.a. lesen eigene Texte. Sa, 27. Juni, 15 Uhr • Lesung uf ’n Neuköllner Hinterhof Bringen Sie bitte ein Buch mit, aus dem Sie immer schon gerne anderen vorlesen wollten oder vorgelesen bekommen wollten So, 28. Juni, 16 Uhr Projekte Theaterprojekte für Grundschüler aus dem Kiez Wer Theater spielt, lernt fürs Leben die Kinder lernen auch, sich sprachlich und körperlich auszudrücken und mit Leistungsanforderungen umzugehen. Theaterspielen fördert die Persönlichkeitsbildung und Intelligenz, und letztlich wirkt sich das natürlich wieder auf die Schulen und ihre Schüler aus. Auch an den beiden Grundschulen im Foto: S. Kramer Körnerkiez, an der Peter-Petersenund KinderSommerTheater 2008 Konrad-Agahd-Schule, eutzutage haben alle Schulen, die etwas sowie im Boom! raum für theater – musik auf sich halten, eine Theater-AG. – performance fanden mit finanzieller Schließlich stärkt Theaterspielen Kinder in Unterstützung des Quartiersmanagements ihrem Selbstbewusstsein und hat positive bislang verschiedene Theaterprojekte statt. Effekte auf ihr Sozialverhalten und Kon- Aufgrund ihres Erfolges werden sie auch in zentrationsvermögen. Und nicht nur das, diesem Jahr weitergeführt. Die Koordination übernimmt die Schauspielerin und theaterpädagische Spielleiterin Elvira Möller, die seit 2007 das Boom! leitet und schon einige Theaterprojekte für Kinder und Frauen im Kiez durchgeführt hat. Fortgesetzt werden sollen die Theater-AG an der Peter-Petersen-Schule unter der Leitung von Norbert Meisenberg und Claudia Mertin und das KinderSommerTheater unter der Leitung von Elvira Möller und Chandrika Ahmer. Geplant ist weiterhin, die bereits bestehende Theater-AG am Boom!, die von Kindern beider Schulen besucht wird, weiterzuentwickeln. Außerdem soll ein Theaterprojekt an der Konrad-Agahd-Schule installiert werden, bei dem Elvira Möller und ein weiterer Theaterpädagoge mitarbeiten werden. Geplant ist, dass die Aufführungen im Sommer 2009 und im darauffolgenden Sommer stattfinden. Die finanziellen Mittel für die Koordination der Theaterprojekte stammen aus dem Programm Soziale Stadt. C. Mattern H körner post Interview juni 2009 6 „Hinterhofhelden sind wir alle“ seitdem verändert? Ich finde, gerade die Gegend in der Sonnenallee hat sich sehr arabisiert, das ist auffällig. Die eingeborenen Neuköllner sind ein bisschen in den Hintergrund getreten. Anfang, Mitte der achtziger Jahre war das noch anders. In dem Haus, in dem ich damals gewohnt habe, lebte ein einziges türkisches Herr Groschupf, Sie setzen in Ihrem Ehepaar, jetzt kleben da noch zwei deutsche Roman dem schlechten Image von Neu- Namen auf dem Klingelbrett. Seit dem Fall kölln viel Poesie entgegen, Sie beschöni- der Mauer leben dort auch die nachfolgengen aber auch nichts. Ist Neukölln denn den Migranten, viele Afrikaner, Polen, Inder. ein Bezirk, in dem die Armut besonders Eine Zeitlang gab es Geld, um einzelne ins Auge springt? Häuser zu renovieren oder auszubauen, aber Ich finde es schade, dass Neukölln im in den letzten zehn Jahren hat sich das StraMoment dieses sehr negative Image in der ßenbild deutlich verschlechtert. Es gab auch Außenwahrnehmung hat. Mein Zugang mehr kleinere Läden, wo man sich unterhielt, ist nostalgischer, ich habe mich an all die es war nachbarlicher. Sachen erinnert, die ich als junger Mann Sie schreiben ja oft über „die Neuköllner“. hier erlebt habe. Was ich beschreibe, sind Was zeichnet diese denn aus? schon die einfachen Leute und eher die ärm- Das ist natürlich immer eine Verallgemeinelichen Verhältnisse, trotzdem gab es damals rung. Ich mag an den Neuköllnern, dass es auch eine stärkere Mittelschicht, besonders sehr einfache und nüchtern blickende Leute in der Karl-Marx-Straße, wo die Haupt- sind. Sie kennen das Leben aus der schwiepost und Hertie waren. Aber es gab auch in rigen Perspektive, die Arbeit ist anstrengend, den achtziger Jahren schon eine deutliche oft hatten sie viele Kinder. In Kreuzberg oder Armut. Viele Neuköllner saßen in den Knei- Schöneberg wohnten damals andere Leute, pen, haben getrunken und sind nachts durch sie waren irgendwie cool, Künstlerexistendie Straßen getorkelt. Als jungen Mann, der zen und Punks. Das gab es alles in Neukölln eher aus bürgerlichen Verhältnissen kam, hat nicht, Neukölln war eben nicht cool. mich das anfangs sehr geschockt. Mich hat Ihr Buch heißt „Hinterhofhelden“. Auf aber auch immer verwundert, wie helle und welche Helden bezieht sich das denn? gegenwärtig die Neuköllner sind. Damals Hinterhofhelden sind wir alle. Jeder, der gab es viele Kriegswitwen, sie wussten etwas in Neukölln lebt, ist auf seine Weise ein vom Leben und haben es einem in ihrer ber- Held. Gerade das macht den ironischen linischen Nüchternheit mitgeteilt. Beiklang aus, dass man hier in diesen StraSie beschreiben das Neuköllner Leben in ßen und diesen Vierteln auch ein kleines den Achtzigern. Wie hat sich der Bezirk Heldenleben führt. Wenn ich heute nach Zehlendorf, Grunewald oder Westdeutschland fahre, wissen die Menschen dort von existenziellen Lebensanforderungen oft gar nichts. Sie sind so gepolstert und unbedarft, was z.B. Armut oder schwierige Lebensumstände angeht. Deswegen sollten wir stolz sein auf unser Heldentum hier. Sein NeuköllnIm Grunde ist mein Roman Roman ist eine ein Nachbarschaftsroman. Liebeserklärung: Mich hat immer gewundert, Johannes Groschupf. wie wenig man von den „Hinterhofhelden“ Leuten im Haus, zwei Trepist bei Eichborn pen runter oder im Seitenerschienen. flügel weiß. Die sieht man Mittlerweile ist Neukölln nicht nur Schauplatz für skurille Kurzgeschichten, sondern auch für Romane. In „Hinterhofhelden“, dem neuen Buch von Johannes Groschupf, verschlägt es einen ahnungslosen jungen Mann vom Lande nach Neukölln. Er lernt dort die Sitten und Gebräuche der Neuköllner kennen, die ihn zunächst befremden. Foto: Eichborn Verlag im Hinterhof bei den Mülltonnen oder am Briefkasten, man lebt Wand an Wand und bekommt viel mit, trotzdem sind es Fremde. Studenten hatten es in den Achtzigern in Neukölln anscheinend auch nicht einfach? Sie waren ziemlich schlecht angesehen, eine Stufe über den „Ausländern“. Damit konnten die Neuköllner nicht viel anfangen: Da ist jemand, der studiert, der schläft bis mittags. Die sind alle um sechs Uhr aufgestanden oder um sieben und zur Arbeit gegangen. Ich habe dann gerne Samstag abends mit ihnen ein Bier im Hinterhof getrunken, da haben sie gemerkt, dass das jemand ist, der sich für Fußball interessiert oder so. Sie haben vorher als Reisejournalist gearbeitet. Welche Bedeutung hat jetzt das Schreiben für Sie? Als junger Journalist war ich sehr bestrebt, nach draußen zu kommen. Anfang der Neunziger war es interessant, die mitteleuropäischen Städte wiederzuentdecken, Krakau, Lemberg, Czernowitz. In der Ukraine fielen die Grenzen, ich bin viel und sehr abenteuerlich herumgereist und habe darüber geschrieben. Bei einer Pressereise hatte ich einen sehr schweren Unfall, danach hatte ich das Gefühl, dass diese Lebensphase abgeschlossen ist. Ich hatte mir immer gewünscht, einen Roman zu schreiben und habe es mir nach langer Zeit auch zugetraut, er wurde ganz erfolgreich. Mein Neukölln-Roman war ein bisschen eine Rückkehr zu mir selbst. Was bedeutet Neukölln für Sie? Neukölln bedeutet für mich das alte Berlin, das ein bisschen runtergeht oder in den Hintergrund tritt, was ich sehr schade finde. Deswegen ist dieser Neukölln-Roman auch eine Liebeserklärung, weil mir die Leute sehr lieb sind. Meine Mutter ist auch Berlinerin, sie ist in Steglitz aufgewachsen. Wenn sie in meiner Kindheit manchmal berlinerte, fand ich das immer sehr stark, wie derbe es ist. Warum ist Neukölln ein Ort, wo man für das Leben lernt? Neukölln hilft einem dabei, auf dem Boden zu bleiben. Man hat so eine Art Bodenhaftung hier. Als junger Mann kannte ich Hamburg und fand die Hamburger immer sehr hochnäsig. Das sind die Berliner oder die Neuköllner für mich überhaupt nicht. Sie sind sehr direkt und haben einen sehr schlagfertigen Witz, das gibt es nirgendwo sonst. Das Gespräch führte Claudia Mattern 7 juni 2009 körner post Körnerparkgeschichten Gesprächsrunden im Körnerpark Talk im Park „Die Erde ist unteilbar“ Foto: L. Koelan Erde aus beispielsweise Burkina Faso im Himbeermarmeladenglas. So ähnlich könnte auch Ihr Beitrag zum Kunstprojekt „Die Erde ist unteilbar“ von Li Koelan aussehen. Ein Kunstprojekt von Li Koelan E s muss ja gar nicht immer Anne Will sein, auch nicht Sandra Maischberger oder Reinhold Beckmann. Die Moderatoren der neuen Veranstaltungsreihe im Körnerkiez heißen Heidi Maria Göbel und Jan-Christopher Rämer. Ab Juli werden sie im Café im Körnerpark mit Persönlichkeiten aus Politik und Kultur über aktuelle, gesellschaftliche Themen diskutieren. Die erste Talkrunde findet am 10. Juli mit Kurt Krömer und Edith Schröder alias Ades Zabel zum Thema „Was ist eigentlich lustig an Neukölln?“ statt. Bei den weiteren Terminen wird u.a. folgendes zur Sprache kommen: Neukölln: ein starkes Stück Berlin - eine harte Nuss für die Politik, Gute Nachbarschaft? Integrationspolitik in Berlin, Schule im Brennpunkt. Muss Unterricht in Neukölln anders sein? Heidi Maria Göbel und Jan-Christopher Rämer leben beide im Kiez und engagieren sich ehrenamtlich im Quartiersbeirat. In ihren Hauptjobs beschäftigen sie sich mit aktuellen politischen Themen. Talk im Park wird mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt finanziert und findet einmal monatlich an einem Freitag um 19.30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, die Anzahl der Plätze ist jedoch begrenzt. Weitere Termine und Informationen finden Sie in Kürze unter www.talk-im-park.de. cm, talk-im-park.de D as Kunstprojekt von Li Koelan, das im Rahmen von 48 Stunden Neukölln stattfindet, möchte an die verloren gegangene Kommunikation mit “Mutter Erde” erinnnern. Menschen aus über 160 Nationen leben in Neukölln, und aus all diesen Ländern möchte die Künstlerin ein Glas Erde sammeln. Deshalb sind alle, die ihr Heimatland oder ein anderes Land besuchen, aufgerufen, ein mit Erde gefülltes Marmeladenglas mitzubringen, das möglichst in eine Zei- tung gewickelt ist. Diese soll zum einen das Glas schützen, zum anderen auch auf die Herkunft der Erde hinweisen. Auf einem beiliegenden Zettel sollten folgende Angaben vermerkt sein: Herkunftsland, Herkunftsort (Stadt), Datum, Name der Person, die die Erde gesammelt hat. Die Künstlerin bedankt sich im Voraus bei allen, die ihr Projekt unterstützen und holt das Glas Erde gerne persönlich ab. Li Koelan, Tel. 6273 7474, likoelan@aol.com, www.likoelan.com Ein Projekt im Evangelischen Religionsunterricht in der Peter–Petersen–Grundschule Patenschaft für 5 Stolpersteine von Veronika Hitpaß m Rahmen des Evangelischen Religionsunterrichtes an der Peter-PetersenGrundschule haben zwei Religionsgruppen der oberen Stammgruppen die Patenschaft für insgesamt 5 Stolpersteine übernommen. Die Religionsgruppe der 2.6 hat am 30. April die zwei Steine in der Jonasstraße 4 geputzt und wieder blank gescheuert. Die Steine für das Ehepaar Wolff waren die ersten Stolpersteine, die im Bezirk Neukölln verlegt worden sind. Bei Nieselregen und Wind hat die Religionsgruppe der 2.4 am 6. Mai einen Ausflug in die Hermannstraße 46/48 gemacht. Dort I haben sie die Steine für die Eheleute Boas und für Frau Clara Raucher von einer dicken, grauen Schicht befreit durch eifriges Putzen und Scheuern. Für beide Gruppen bedeutet die Patenschaft: regelmäßig die Steine zu säubern und ihr Wissen um die Stolpersteine oder - wie es ein Schüler formuliert hat „kleine Denkmäler“ weiterzugeben. Also, bevor es für uns im Juli in die Ferien geht, schauen wir nach „unseren“ Steinen, ob sie auch weiterhin so schön glänzen. In der Peter-Petersen-Grundschule haben die „Paten“-Schüler/innen Plakate zu ihren Aktionen gestaltet, die im unteren Flur besichtigt werden können. Im Rahmen einer Israel–Woche im Juni, vom 19.6 – 28.6.2009 in der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde Berlin Neukölln in der Hertzbergstraße 4 - 6 werden die Plakate der Kinder dann dort ausgestellt. Dr. Martin Kieselstein, ein Überlebender der Hölle von Auschwitz und Dachau, stellt seine Plastiken aus. Im Rahmen dieser Woche wird es sicherlich auch möglich sein, von ihm selbst und seinen Erfahrungen zu hören. Veronika Hitpaß ist Evangelische Religionslehrerin an der Peter-Petersen-Schule. körner post juni 2009 8 Nachbarn im Kiez Foto: M. Böttcher Managt mit neun anderen das Fincan: Franziska Haberland Franziska Haberland A llerweltsnamen tragen die neuen Lokalitäten im Körnerkiez nicht. Sie heißen Cosisuca oder Fincan, mit weichem schLaut, auf Türkisch heißt das Mokkatasse. Die Mokkatasse in der Altenbraker Straße 26, Ecke Nogatstraße ist nur gut hundert Meter vom CorinnaSilkeSuppenCafé entfernt und hat kurz nach diesem im März eröffnet. Das Programm, das seitdem geboten wird, reicht von Konzerten, Filmen bis hin zum Kindertheater und ist ausgefeilt. Zuständig für u.a. den musikalischen Teil ist Franziska Haberland, und sie ist vor allem in Sachen Musik Profi, schon von klein auf. Musik wurde der 24-jährigen Berlinerin und ihren fünf Geschwistern in die Wiege gelegt, auch ihre Mutter ist Sängerin. Ihr Jazzgesangsstudium möchte sie allerdings aufgeben und sich lieber in Richtung Kulturarbeit orientieren. Inzwischen wohnt die Musikerin mit ihrer kleinen Tochter, ihrem Freund und ganzen fünf Mitbewohnern in einer selbst ausgebauten Fabriketage im Flughafenkiez. Als Mainzelmenschen e.V. veranstalten sie regelmäßig Konzerte in ihrem Wohnzimmer. Irgendwann jedoch hatten sie das Gefühl, sich ausschließlich unter ihresgleichen zu bewegen. „Wir hatten den Wunsch, die Leute aus dem Kiez mit einzubeziehen. Wir leben hier ja in zwei Parallelwelten aneinander vorbei. Zwar kommen immer mehr Studenten und Alternative nach Neukölln, aber die bauen sich ihre eigene kleine Welt auf. Wir wollen die Kulturen, die um uns herum leben, kennen lernen, wir wollen mehr miteinander leben.“ Die Räume für das Fincan fanden sie über die Zwischennutzungsagentur. Dass sie letztlich mit der Renovierung so schnell loslegen konnten, lag auch an der Anschubfinanzierung, die sie von der Stiftung Pfefferwerk erhalten hatten. Zehn Mitglieder arbeiten derzeit ehrenamtlich mit. „Es läuft mit viel Idealismus“. Und warum nennt sich das Fincan Teegarten, warum nicht schlicht Café? Mit der Bezeichnung sollen die türkischen und arabischen Kiezbewohner angesprochen werden, denen Teegärten als Treffpunkte für Familien aus ihren Heimatländern vertraut sind. Häufig spielen auch Musiker aus dem arabischen und türkischen Raum, so dass mittlerweile auch Migranten und Migrantinnen ins Fincan kommen. Nur einen Garten hat das Fincan leider nicht, dafür aber ein sehr großes Tee-Angebot. Wie der Kaffee und die Speisen stammt alles aus biologischem Anbau. Sehr angenehm sei es hier im Körnerkiez, sagt Franziska Haberland. Sie ist froh, dass hier im Kiez dank des Engagements des Quartiersbeirats und des Quartiersmangements so viel passiert. Ihrem Ziel, Familien und den unterschiedlichen Nationalitäten im Kiez mehr Raum für Begegnungen zu schaffen, sind die FincanLeute schon ein gutes Stück näher gekommen. Der Weg über die Musik war da ein guter Anfang. C. Mattern Fincan, Altenbraker Str. 26, www.fincan-berlin.blogspot.com. Täglich außer Di 19–23 Uhr. Mi, Fr, Sa, So zusätzl. 11–19 Uhr. Fotowettbewerb der Bürgerstiftung Neukölln Zuhause in Neukölln Jedes Jahr schreibt die Bürgerstiftung Neukölln einen Fotowettbewerb aus. Die eingesandten Werke werden alljährlich in einer Ausstellung im Creativ Centrum Neuköllner Leuchtturm, Emser Straße 117 präsentiert. Die besten Fotos erscheinen im Folgejahr im Kalender der Bürgerstiftung. Dieses Jahr lautet das Motto „Zuhause in Neukölln“. Bis zum 15. Juni können bis zu drei Fotos eingereicht werden, die Ausstellung dazu findet vom 3. bis 31. Juli statt. Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen finden Sie unter www.neukoelln-plus.de. Bürgerstiftung Neukölln, cm IMPRESSUM Herausgeber: Quartiersmanagement Körnerpark Emser Straße 15, 12051 Berlin Tel. 62 98 87 90, Fax 62 98 87 910 www.qm-koernerpark.de team@qm-koernerpark.de V.i.S.d.P.: Ulli Lautenschläger Redaktion: Claudia Mattern Autorin dieser Ausgabe: Veronika Hitpaß Layout: Mathias Hühn Druck: Ronald Fritzsch, Auflage: 2.000 Die Körnerpost erscheint monatlich. Die nächste Ausgabe erscheint am 2. Juli. Redaktionsschluss: 16. Juni Die Körnerpost wird gefördert von:
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