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Vorwort

Full text: Neue Theaterpossen nach dem Leben / Voß, Julius von

VIII
wie vor zehn bis zw�lf Fahren ein gewisser
Componisi. Er gab der V�hne ein Singspiel.
F�r den Abend der Auff�hrung hatte er alle
Rezensenten, welche er damal in Berlin aus-
treiben konnte, zu einem Gastmahlchen einge-
laden, welches er beim verstorbenen Herrn Ka-
pellmeister Weber veranstaltete. Der Tisch war
gut besetzt, und man sp�hlte den Kunstlich-
tern
�
um mich so auszudr�cken � die �sthe-
tischen Gurgeln t�chtig mit Haut Sauterne
und Rheinwein aus. Noch vorhandene alte
Blatter m�gen zeugen, wie sie nun einm�thig
lobten. So hatte man sie lange nicht in die
r�hmende Halljahrs-Posaune sto�en h�ren.
Da� es, ohne jenes ermittelnde Banket, ganz
anders w�rde geklungen haben, kann nicht in
dem geringsten Zweifel siehn. Denn im ita-
li�nischen Styl hatte der Componist geschrie-
ben, den es schon Mode war zu verdammen.
Auch hielt sich die Oper nicht lange auf dem
Repertoir, wie es die armen Rezensenten denn
oft erleben m�ssen, da� ihr Herausstreichen
nichts frommt, und ihr Heruttterhuntzen nichts
schadet. Zuweilen haben sogar die Kassirer
bemerkt, da� nach gro�em Lobesgeschrei der
        
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