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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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die Unruhe des Schlosses permeiben wollte, noch dazu da er �berhaupt
nach K�nigsberg zur�ckzukehren beabsichtigte, nachdem et inR�cksicht
auf feine schlechte Gesundheit dem Kurprinzen Georg'Wilhelm eben
die Regierung der Mark Brandenburg �bertragen hatte'.
der Herren und Rittor Seite t�glich Essen gegeben wurde. 3 dem^
selben Jahre erhielt er Futter f�r 4, sp�ter 6 Pferde und 2 Essen
im Vierkeller. Auf seine T�tigkeit als Oberf�rster bezieht sich der
Befehl vom M�rz 1.620 aus K�nigsberg: (2 V�chsen, 6 Schwein-,
�o V�'reN'Spie�e nebst Jagdschirmen und wildwagen an Georg den
Mildw�rter nach bort zu senden.
Heber die Pers�nlichkeit Anton Freytags geben uns seine vom
Probst Jakob Hellwig verfa�te teichenoredigt und aub?re (Quellen
mehrfache Nachricht. Er war der am ,2. M�rz 1,581. geborene Sohn
eines Hofbeamten, 3obft Freylag, des Aammerdienecs der beiden
ersten Gemahlinnen des Kurf�rsten Johann� Georg, Sophie und
Sabine, und der Magdalena K�nig, einer Tochter des Probstes
Anton K�nig von Sanft-peter. Sein Gro�vater, Nickel Freytag,
war Holzf�rster und Richter 311 Netzkow im vog'lande. Nach den,
ein halbes Jahr nach der Geburt Antons erfolgten Code des Vaters
verheiratete die Mutter sich wieder mit dem Prediger an der Nikolai�
kirche Johann Lernitius, durch den der junge Anton eine gute
Schulbildung erhielt. Anton wurde dadurch der Stiefbruder von
Johann Cernitius dem J�ngeren, dem bekannten m�rkischen Historiker
und Archivar am Kurf�rstlichen Archiv in Verlin. Des jungen
Freytags Neigungen waren aber mehr auf Schie�en und Jagen als
auf die Wissenschaften gerichtet, und er suchte daher, sobald er erwachsen
war, die Heimat feines Daters auf, wo er bei dessen Vruder Caspar,
der Verwalter des Herrn von Wei�enbach in Sch�nfels im Vogtlands
war, ein Unterkommen fand. Hier blieb er als St�tze feines Onkels
in Verwaltung nul� Jagd sechs Jahre und kehrte dann nach vor�
�bergehendem Aufenthalt in Amberg in der Gberpfalz nach der
Mark zur�ck. In der Heimat fand er bei dem damals in Zechlin
residierenden Markgrafen Johann �Sigismund 1.602 eine Anstellung
als Kammerdiener und nach dessen Regierungsantritt als Geheimer
Kammerdiener. Va die alte tust an der Jagd ihn aber nicht ver-
lassen wollte und er auch besonderes Geschick f�r die Forstoerwaltung
zeigte, ernannte ihn der Kurf�rst l.61,8 zum Oberf�rster und empfahl
auf dem Totenbette seinem Nachfolger, �ihn als einen alten getreuen
und lieben Diener ja keine Noth leiden 311 lassen". Ver Kurf�rst
Georg"Wilhelm best�tigte ihn auch in seinem Amte und bewies ihm
dasselbe Vertrauen wie , fein Vorg�nger. Nach dem Regierungs,
antritt des Gro�en Kurf�rsten wurde er im Mai im2 unter Bei-
behaltung seines �berf�rfteramtes zum Amtskammerrat berufen,
starb aber bereits am >,). Juni des n�chsten Jahres nach kurzer
Krankheit. Sein Grab fand er in der Peterskirche, f�r .die er stets
eine besondere Anh�nglichkeit bewies und der er auch einen ffanfe^n"
lichen sch�nen neuen Altar ob,n angesehn aller wiewol nicht geringen
Unkosten" gestiftet hatte.
Freytags Haus in der Heiligengeiststra�e (freute Poststra�e)
�nebest des verstorbenen landt Voigts Verndt von Arnimbs Hau�
anbelegen" hatte Freytag 1612 von dem Kammermeister Hansen
Fritzen gekauft �und wie der Augenschein gibt zu der Stadt Zier
undt besten ein ansehnliches darin verbautet* 1. Am Neujahrstage
>ei,q entsprach Johann -Sigismund dem Gesuche Freytags, �seiner
langwierigen treuen Dienste halber unbt damit er unbt folgend? die
Seinigen der aufgewandten Vauw Kosten inetwas ergetzung erlaugcten
angeregt Haus aller Sch��e undt ander Unpfiichten so j�hrlich davon
zu entrichten seyn m�chten aus gnaden 311 befreien". Der Gro�e
Kurf�rst best�tigte am 52. April l.6HI diesen Freibrief ��b erneuert
die darin erteilten Freiheiton. Nachdem Anton Freytag am Juni
gestorben war, best�tigte Kurf�rst Friedrich-Wilhelm am 23. November
!,6H2 die Verf�gung der Witwe, durch die fie per donationem marris
causa das Haus dem (DberFammerfierrn Konrad von 23iirg5?>orff
nebst seiner Co?ter Margareta- Katharina und nach derselben und
ihrer ?eibeserben t�dlichem Abgang dem Kammerherrn und Ober-�
stallmeister George Lhrentreich von Vurgsdorsf geschenkt hatte. Konrab
von Vurgsdorff besa� bereits das neben dem Hause FreytagZ gelegene
fr�her von Arnimsche Haus, so da� die beiden Nachbarh�user zu-
sammen an feiner Tochter Sohn, den Freiherr� Friedrich^Rudolph-
Ludwig von�lanit;, und bann an dessen einzigen Sohn Philiop-Ludmig
vererbten 2. Mit diesem waren die Nachkommen von Margarete
Katharina von Vnrgsdorff ausgestorben, und bas Freytagsche Haus
siel den Seftimmnngen von Freytags Witwe entsprechend im M�rz
(70( an die Nachkommen von Ehrentreich von Burgsborff,
die es aber sofort geteilt und verkauft zu haben scheinen. Der dem
Kaufmann I.^hr.Harhaus geh�rige Anteil wurde von�. Kammer�
gericht fubtjafticrt und am (7. November >,?c�2 dem Hofkonditor
Hamrath lipten zugeschlagen. Auf dessen Bitte um Bet�tigung der
Freiheiten des Hauses wird am 25. M�rz 5?03 verf�gt, �da� weil
dieses Freytagische Freyhaus vor weniger Zeit getheilet nnb dem
Publico zum Nachtheil sothane Freyheiten nicht auf beyben H�usern
hassten k�nnen, dieselben auf diesem Antheil woselbst bas Monmnentum
vom Absterben Churf�rst lohannis Sigismundi befindlich ist, �er*
bleiben sollen".
FreytagZ Gattin Anna Steinfelder, die er am l.Oktober 1,61,�
ehelichte, war Kammerm�dchen der Kurf�rftin Anna, der Gemahlin
Johann-Sigismunds; sie f�hrte mit ihm durch 22 Jahre eine gl�ck�
liche, aber kinderlose Ehe.
Die weiteren Schicksale des Hauses Anton Freytag in Kauf
und verkauf haben f�r uns kein Interesse mehr. Infolge von Um^
bauten hat die Gedenktafel anscheinend auch ihren Platz gewechselt,
bis sie schlie�lich das Rauchzimmer einer kleinen Konditorei schm�ckte.
So haben auch Monumente ihre Schicksale. Von hier auf den Markt
geworfen, hat sie mm ein w�rdiges Heim imHohenzollern-Museum
gefunden.
In bezng auf die pers�nliche Stellung Freytags fei aus den
Akten des K�niglichen Hausarchios noch erw�hnt'', da� er 1,61,8 unter
den Aurf�rstlichen Offizieren des Hofstaats genannt wird, f�r den auf
1 lieber die angeblichen Erscheinungen der Wei�en Frau vgl. Vrrner im
t>pf�P"3PHcrTi.Zuhrliuch 190^, S. 237, woauch fine Uebersicht ober hie Literatur gegeben ist.
(Eine �Jue�e f�r die Behauptung, da� die Wei%e Frau in �cttin am �. Dezember 1.6(9,
�Il�, 23 Tage vor den. Tobe de? Kurf�rsten Johann =?iflisniunb, erschienen sei, wird
Don minuloif;�DieWei�e Frau". 3e(lin (850, 5. U. un& noch ihm uon Sd;ramiiien:
�Vie SdjWfdls- ober Botenfrau im Hause der hohenHullein^ Hain (888, 5. (5, nicht
angegeben.
�
8 Freundliche Mitteilung Seinet Exzellenz des Eemi iBfnertilieuttitints
non SacbcFcbpn,
*Konfirmation t>er Anton Freitag f?t fein Haus durch Johann 'Stgism��!�
ucrticljenen unb pom iturpriniPn �rK�chenmeister I�e5 Kurf�rsten Jobanii^lPe�rg und die alle M�nze fit Sfrfin."
2:*
        
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