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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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er dem Kronprinzen, mit dein Minister Sobeu in sein Arbeitszimmer
311 gehen, bort oie eingelaufenen Vevefcheu zu �ffnen und 311 unter'
zeichnen. Vcr K�nig hatte fr�her schon mehrfach in Tagen schwerer
Krankheit den Gedanken ge�u�ert, abdanken zu wollen; auch jetzt
mochten der Kronprinz und andere Haffen, rote der schwere Anfall,
tin dem der K�nig die Nacht und den Morgen gelitten, berget)en
werde, werde er auch diesen Verzicht Zur�cknehmen. Ueberdies mu�te
�ber die Abdankung eine f�rmliche Urkunde aufgesetzt, die lieber*
tragung der k�niglichen Gewalt auf den Kronprinzen den Vch�rdeil
und tm ?anbe in aller Form bekanntgemacht werben. Aber die
Hoffnung des Kronprinzen erf�llte sich nicht, dieumst�ndliche Aussetzung
der Urkunde war nicht mehr n�tig, denn der Sustand des K�nigs
verschlimmerte sich Zusehends: er mu�te zu Vett gebracht werden,
es traten Ohnm�chten ein, die mit lichten Augenblicken wechselten;
es begann der Todeskampf; um elf mu�te ?odjins wiederkommeu ;
um brei hatte der K�nig ausgelitten.
wie er beim Herannahen des Codes sich non allem, was er auf
dieser Welt Teures gehabt hat, losrei�t, wie er sich noch in die
Krankenstube feines j�ngsten S�hnchens fahreil l��t, um von diesem
Abschied 311 nehmen, wie er allen, die ihm nahegestanden haben,
noch Geschenke Zur Erinnerung macht, so glaubt er nicht eher und
mit gutem Gewissen sein k�nigliches Amt niederlegen zu d�rfen, als
er alle feine Regierungsgesch�fte erlebigt und feinem Hohne unb
Nachfolger keine Reste mehr hinterlassen hat; dann mag der Cob
ihn fr�her oder sp�ter abrufen. Aber auch das Verhalten des
Kronprinzen ist bezeichnend: es widerstrebt ihm, noch bei tel,,
zelten seines Vaters, trotz dessen ausgesprochenen Willens, die ihm
�bertrageneil k�niglichen Rechte auszu�ben; indem er f�r feine
Unterschrift die Formel �Auf Vefehl des K�nigs" w�hlt, bezeichnet
er sich noch als dessen Stellvertreter, Seine Regieruug beginnt
erst am n�chsten Tage! �Hier haben 5. M. Friedrich, K�nig
von Preu�en, den Anfang gemacht zu unterschreiben, n�mlich
den {.Juni (", hei�t es im Minutrnbuche auf der n�chsten
neuen Seite,
Diese Eintragung in das Nlinuteubuch vom 25. Mai f�gt
dein Vilde des K�nigs einen kleinen, aber bezeichnenden Zug hinzu.
Gin Schicksalsring des Hauses tzohenzollern.
Von Georg Schuster.
Bayreuth bestattet. .Hier fmidcu auch feine S�hne, die Markgrafen
Georg Friedrich Karl (f N55), Albrecht (f J73^) und Friedrich
Christian (f (7^9) i^re leftte Ruhest�tte.
Vie Zahl der kegenden, die uns von Talismauen, von Gl�cks^
und Schicksalsringen f�rstlicher H�nser Kunde geben, ist nicht gering.
Am bekanntesten ist wohl die von dem askanischen H?argtireten^ing,
in der Volkssprache �Kr�tenring" genannt, wer bas Gl�ck hat, mit
ihm in Ver�hrung zu kommen, dem bringt er, wie die Sage erz�hlt,
unzweifelhaft Erf�llung eines Wunsches.
Im Jahre 5 756 hielt sich Markgraf Friedrich von Bayreuth,
der Enkel Christian Heinrichs und Gemahl der Markgra'fin wilhelminc,
in ?)immelfron auf. Inseinem Gefolge befand sich der Kammerherr
und Rittmeister von Vose. Dieser besichtigte damals die f�rstliche Gruft.(Einige Tage sp�ter hatte er einen seltsamen Traum. 311 dessen Verlauf
habe er, so gab er sp�ter zu Protokoll 1 den ge�ffneten Sarg des
Markgrafen Christian Heinrich und an einem Finger des f�rstlichen
Leichnams einen Ring erblickt. Gleichzeitig habe eine Stimme ihn
ermahnt, daf�r Sorge zu tragen, da� der Ring entfernt werde, da
sonst die ganze markgr�fliche linie aussterben w�rde.
Auch das Hohenzollernhaus hat seine Schicksalsringe.
Ver Aufsatz eines nicht genannten Autors in der Sonntags*
beilage Hr. 10 zur vossischen Zeitung vom 7.M�rz (915 gedenkt u. a.
�
unter Berufung auf das Zeugnis fouis Schneiders � eines
�magischen tErbrtnges", der �nebst verschiedenen darauf sich beziehenden
Urkunden" �jedem neuen K�nige vorgelegt" wird, bringt ihn mit den,
Kurf�rsten Johann in Verbindung und erkl�rt ihn, ohne jeden Semeis
daf�r, identisch mit dem Reif, den �Kurf�rst Joachim II.dll seinem
Gem�lde in der Bildergalerie des Verliuer K�niglichen Schlosses an
bei- rechten Hand tr�gt"'. Ein anderes BilddeZKurf�rstellIoachimii.
von Lucas Cranach ist uns im Hohenzollern-Iahrbuch (Vd. VI,
5.56/57) in vollendeter Form vorgef�hrt worden. Aber der Beschauer
wird vergebens unter den Hingen des Kurf�rsten den �historischen
<�l�rf&ring" suchen, der, wie es in dem oben zitierten Aufsatz hei�t,
�nach der ausdr�cklichen Erkl�rung Kaiser Wilhelms 1." �einaltmodisch
geformter Ring mit einem einfachen dunkelfarbigen Stein" fein soll *.
Von dem Inhalt des Traumes machte Vose einigen Herren
des Hofstaates Mitteilung. Doch schenkte man damals dem Gegen�
st�nde keinerlei Veachtnng.
ImJahre befand sich Markgraf Friedrich wiederum in
Himmelkron und sprach den Wunsch aus, die Sliftsgrilft und die
darin ruhenden teichen seines Gro�vaters, des vorerw�hnten Mark'
grasen Christian Heinrich, und seines Vaters, des Markgrafen Georg
Friedrich Karl, in Augenschein zu nehmen. Infolgedessen wurden
Gruft und S�rge ge�ffnet. W�hrend Markgraf Friedrich von einem
Kirchenstuhl aus in daZ Gew�lbe schaute, stieg 35ose mit mehreren
anderen Henen des markgr�flichen Gefolges hinab. Sogleich siel
ihm da ein unscheinbarer Ring am kleinen Finger der linken Hand
des Markgrafen Christian Heinrich in die Auge� und rief ihm seinen
Craum aus dem Jahre ;?56 ins Ged�chtnis zur�ck. Von neuem
unterhielt er sich dar�ber mit seinen Freunden. Auch dem preu�ischen
Viplomaten v.Plottzo erz�hlte er davon. Voch hatte die Sache auchjetzt keine weitere Folge.
von einem andern Schicksalsringe des Hauses Hohenzollern
handeln die folgenden Zeilen.
Am 5. April l, 708 starb im Schlaffe zu Weferliugen der
�
nicht
regierende � Markgraf Christian Heinrich von Vayrenth, ein Enkel
des Markgrafen Christian (f 1,655). Sein teichnam wurde zuerst
im Vom zu Halberstadt, bann im Jahre ,72� in der inzwischen
erbauten markgr�flichen Gruft der Stiftskirche 311 Hinnnelkron bei
Am 26. Februar (763 starb Markgraf Friedrich. Ihm folgte in
der Regierung fein Vheim Markgraf Friedrich Christian, der j�ngsteSpro� des weferlinger Zweiges. Durch plotrjo erfuhr er von dem
Craum feines Kammerherrn, lie� sich barauf von diesem den 3ach�
verhalt vortragen und erkl�rte bann, da� er selbst auf die baldige
Entfernung des fchicksalsvollen Riuges bedacht sein wolle.
1Itiffcs fr�her in lier Sllberjalmt befindliche Willmis lies Kutftirflfnist crft
lange �ach fernem lobe tnistanden.
� *
vielleicht ist das derselbe Hing, Ben
�
worauf
mich der Herr Herausgeber oufmfrffam macht
�
K�ster (Allesund ??tu?s VeclinIII,5^9)
als 3iiomtatf�?(f der K�nlgUchen Munfirammer also beschreibt: �Hin gro�er g�ldener
Hing, niorfnnrn, wie man sagt, eine Sdf(dngen(tone eingefa�t ist, hat bas �?nfclieii
ois eln Jahn, tDouon Me wurzeln oben stehen. Man hat eine Crflbition, da� es dem
Ejaufe BranbCTibutg w�hl gesell werde, sa longe dieser Ring da ist/'
1EinAuszug daraus bei �Halle, Die F�iilengr�fte d� H
    
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