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Der Plan einer Mitregentschaft des Prinzen Heinrich und Friedrichs des Großen "Exposé du gouvernement prussien" 1776

Full text: Der Plan einer Mitregentschaft des Prinzen Heinrich und Friedrichs des Großen "Exposé du gouvernement prussien" 1776

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die er auf Einladung der Zarin Katharina II. im Herbste des Iahreg antrat, gab feinem Ehrgeiz neue Nahrung
und Spielraum, 3M der Tat gl�ckte es ihm, in das Geschick feines Vaterlandes erfolgreich einzugreifen, indem es ihm
gelang, aus Ru�land heimkehrend den K�nig von der Gunst der Stimmung am Petersburger Hofe f�r eine Teilung
polens zu �berzeugen und so �als erster den Eckstein zu diesem Geb�ude zu legen" 1, wie sein k�niglicher 8ru6er es
dankbar anerkannte und auf seinen ausdr�cklichen IVunsch die Zarin ihm schriftlich bezeugtes Und wie dein ersten,
so gab auch dem zweiten Vesuch am Hofe Katharinas, den Heinrich auf ihre erneute Einladung ihr im Fr�hjahr
abstattete, ein politischer Hintergrund erh�hte Bedeutung. Jetzt handelte es sich darum, �ber die Festsetzung der Grenzen
der preu�ischen Erwerbungen in polen, die mannigfachen Anla� zu unliebsamen Er�rterungen mit der russischen
Regierung gegeben hatte, 311 einem Einverst�ndnis zu kommen und damit den Umtrieben Vesterreichs und Frankreichs
ein Ende zu setzen. Auch dieses Mal war Heinrichs Bem�hen von Erfolg gekr�nt, und vor allem dadurch, da� er
alles tat, um die Verm�hlung des russischen Thronfolgers paul mit der Gro�nichte des K�nigs, der Prinzessin Dorothea
von W�rttemberg, zustande zu bringen, befestigte er neu die preu�isch-russische Allianz, die seit \76^ die Grundlage
des politischen Systems Friedrichs bildete.
Am Vorabend dieser zweiten Petersburger Reise entstand nun auch der Plan des K�nigs, seinem Bruder
eine entscheidende Stimme im Rate des k�nftigen Herrfchers, des Prinzen Friedrich-Wilhelm, zu sichern.
Zwei Momente waren es vor allem, die dem K�nige diesen Gedanken eingaben. Zun�chst sein Verh�ltnis
zum Thronfolger.
w�hrend der ersten Jahre des Siebenj�hrigen Krieges war der junge Friedrich-Wilhelm bei der k�niglichen
Familie in Berlin und dann in Magdeburg gewesen. Erst Anfang hatte ihn der A�nig in sein Hauptquartier
berufen, um unter seinen Augen den Felozug mitzumachen. In seinen Briefen an Heinrich hebt er dis robuste Natur
seines Neffen und dessen stattliche Ceibcsgr��e hervor, der gegen�ber er sich selbst geradezu pygm�enhaft vorkam. Den
Eindruck seiner Pers�nlichkeit schildert er im Sonnner: �MeinNeffe beginnt munter zu werden; er besitzt viel Sanftmut,
auch fehlt es ihm nicht an Geist, nur ist er fehr sch�chtern, und das macht ihn zaghaft." Von dem Feldleben will
sich der A�nig daher f�r ihn einen guten Einflu� auf Teib und Seele versprechen. Ver Prinz m�sse noch mehr
�auftauen", dahin fa�te er etwas sp�ter seine w�nsche Zusammen
Nach dem Ariege begann die Einf�hrung Friedrich-Wilhelms in die Swapgesch�fte. Er wohnte den Sitzungen
des Gcneraldirektoriums und des Milit�rdepartements bei, von denen er Protokolle zu entwerfen hatte. Der Minister
von der Horst mu�te ihn in die Steuerverwaltung, der Gro�kanzler von F�rst in die Rechtssachen und der Aabinettsmiiiister
von Hertzberg in die ausw�rtige Politik einf�hren, indem er ihmStaatsvertr�ge und dergleichen mehr vorlegte und erl�utertes
Die Sorge um den Fortbestand der Dynastie � denn au�er den beiden S�hnen des verstorbenen Prinzen
August-Wilhelm, den Prinzen Friedrich-Wilhelm und dem jungen Heinrich, war noch keinerlei m�nnliche Nachkommen-
schaft weiter vorhanden � bestimmte den A�nig, den Thronerben zeitig zu verm�hlen. Schon im Sommer I.76I entsandte
er ihn auf Brautschau. Seine Wahl fiel auf scme Cousine, die Prinzessin Elisabeth von Braunschweig. ImJuli 1,765
erfolgte die Verm�hlung. Die herzliche Mahnung, die Friedrich anl��lich derselben an seinen Neffen richtete, ist uns
durch kehndorff �berliefert. Er sagte ihm, da� er seinen Hof aus ehrlichen und verdienten M�nnern zusammengesetzt
habe und hoffe, der Prinz werde sie als solche behandeln. Dann erkl�rte er, �wie sehr er recht bald Nachkommenschaft
Unterredung mit dem K�nig eine Aandioatnr des Prinzen zur Sprache kam und von Friedrich abgelehnt wurde. Auch die �brigen Angabe� sind
irrig; denn Heinrich reiste i??o auf ausdr�ckliche Einladung der Zarin nach Ru�land; er schlo� auch nicht die Teilung Polens ab. Schlie�lich
f�llt der Aufenthalt potorfis erst in die Ieit bes zweiten Vesuchs des Prinzen inPetersburg im Fr�hjahr ,??tz. Die von der Herau5aeberin
der (Erinnerungen �gef�gte Erl�uterung in der ..Introduction" (S. VI) st�tzt sich auf einen Bericht, dessen Un^ipeil�ffigfeit in meiner
Untersuchung nachgewiesen ist. � F�r den Plan der Erhebung Heinriche juinF�rsten der Moldan und Walachei vgl.P. C., 55d. 30, S, 17(, (73.
1Pgl. Toi3, Prinz Henrich von Preu�en und die preu�ische Politik vor der ersten (Teilung polens (Forschungen zur Vranden'
burgifchen und preu�ischen Geschichte, Vd. 18, 5. IMff.
�
4 vgl. bip Zusammenstellungen der Aeu�erungen des K�nigs im Sachregister p. (?.,
Sb, 5,, ?. 856; 23b. 32, 5. 659, und Forschunge� zur Vrandenburaifchen und Preu�ischen Geschichte, Vd. 19, 5. <,56ff.
�
3 Friedrich
an Heinrich, Z.April, 4. Juni, 9. September und 20. November 1762: p. 
    
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