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Der Plan einer Mitregentschaft des Prinzen Heinrich und Friedrichs des Großen "Exposé du gouvernement prussien" 1776

Full text: Der Plan einer Mitregentschaft des Prinzen Heinrich und Friedrichs des Großen "Exposé du gouvernement prussien" 1776

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Vie Erkl�rung daf�r liegt in dem Umst�nde begr�ndet, da� er die Vettern von der Schweizer Nebenlinie mit unverhohlener
Geringsch�tzung betrachtete 1 und daher h�chstes Bedenken trug, ihnen das Schicksal des Staates anzuvertrauen.
�chon zwei Jahre sp�ter trat der 5?5s vorhergesehene Fall ein: Prinz August-Wilhelm starb am 1,2. Juni (758.
In einem Schreiben, das der K�nig vor der Schlacht bei Zorndorf an Heinrich richtete, gab er ihm f�r den Fall,
da� er selber blieb, al& dem Vormund �mit unbeschr�nkter Vollmacht" bereits eine Reihe von Weisungen, die sich auf
die Leitung der Operationen, der Finanzen und der Politik bezogen, und in einer weiteren �Vrdre" sch�rfte er den
Generalen des Heeres, das er gegen die Russen f�hrte, ein: ,,�ks mu� gleich nach meinem Tod die Armee in meines
Neveus Eid genommen werden, und da mein Bruder Heinrich Vormund desselben mit einer unbeschr�nkten Autorit�t
ist, so mu� die ganze Armee feine Befehls so respektieren, als die von dem regierenden Herrn 2."
Erst im Verlauf der Winterquartiere schritt der R�nig dazu, die Tutelardisvosition vom August 5 756 den
ver�nderten Unistanden anzupassen. Die Erneuerung derselben erfolgte am H. Dezember unter gleichzeitiger
Ernennung des Prinzen Heinrich zum Generalissimus der Armee und Chef aller Kollegien des Staates�. Au�erdem
wurde nun auch an� Dezember dem Prinzen Friedrich-Wilhelm in aller Form der von seinem verstorbenen Vater
innegehabte Titel eines �Prinzen van Preu�en" beigelegt. Gleichwie vor Zorndorf, so nahm der K�nig vor Er�ffnung
des Fcldzuges von Gelegenheit, den Prinzen Heinrich daran zu erinnern, auf die sichere Nachricht von seinem
Tode sofort die ganze Armee �meinem Neveu, dem jetzigen Prinzen von Preu�en, als meinem Nachfolger zur Krone
und zur Regierung, huldigen und schw�ren zu lassen" Und als er dann nach der Niederlage von Aunersdorf im
seelischen und k�rperlichen Zusammenbruch und in dem festen Entschlu�, den Untergang des Staates nicht zu �berleben,
das Kommando niederlegte und dem General von Finck �bertrug, wies er in der eigenh�ndigen �Instruction", die er
f�r Finck aufsetzte, diesen ausdr�cklich an den Prinzen Heinrich: �Er mu� meinem Bruder, den ich sals^ Generalissimus
bei der Armee declariret, von allem berichten. Dieses Ungl�ck ganz wiederherzustellen, gehet nicht an; indessen, was
mein Vruder befehlen wird, das mu� geschehen. An meinen Neveu mu� die Armee schw�rend"
Siegreich ging Friedrich aus dem siebenj�hrigen ungeheuren Ringen mit der Uebcrmacht der Gegner hervor.
Auch Prinz Heinrich hatte noch in der letzten gr��eren Aktion des Krieges, in der Schlacht bei Freiderg, den Sieges-
lorbeer an seinen Degen geheftet. Dann aber kehrte dieser wieder nach Rheinsberg in ein tatenloses Dasein zur�ck.
Einen Augenblick schien ihm nach Augusts III.Tod die Aussicht auf den polnischen Thron und auf die Erhebung
zum F�rsten der Moldau und Walachei zu winken; allein es handelte sich nur um politische Phantome ohne realen
Hintergrund, und so schnell, wie die Aussichten erschienen, schwanden sie wieder dahin Erst die Petersburger Reise,
1 Vgl.Kofer, vom berliner Hofe um j?5o (Hohenzollern-Ia^buch t903, S. 39 f.). � s schreiben de? K�nigs an Heinrich
vom (o. und �Vrdre an meine Generals dieser Armee, wie fie sich im Fall zu verhalten haben, wann ich f�llte tobt geschossen werden",
vom 23. August ;7S8: ?uvres, Vd, 26, 5. (80 f. u. 533 f., und �politische Corresponde� z Friedrichs des Gro�en" (zitiert: p. (C.), Vd. U,
S. ;58 f.u. (83.
� �
vgl. preu�, Vd. I,3. H50.
� *Friedrich an Heinrich, 20. M�rz \759; p.?., So. 58,5. M9-
� *
vgl.P.C., Vd. (8,
5.H62, und ?>ol3, Friedrich der Gro�e nach der Schlacht bei Kunersdorf (Forschungen zur Vrandenbnrgischen und preu�ischen Geschichte, Vd. 28,
S. 328 ff.).
�
e vgl. meine Untersuchung: �Prinz Heinrich doii Preu�en und die polnische Krone" (Forschungen zur Vrandrnburgischen und
Preu�ischen Geschichte, 8b. (8, 3. 188 ff.). 3eitdem sind erschienen die Tageb�cher de? Grafen lehndorff (�"Drei�igJahre am Hofe Friedrichs
de5 Gro�en. Aus den Tageb�chern des Reichsgrafen Ernst Ahasv�rus Heinrich tehndorff", nebst 2 V�nden �Nachtr�ge", herausgegeben
Dort 3chmidt>l�tzen, Gotha 53�?, 595<> und (,9\3) und die Erinnerungen der Prinzessin luise von Radziwill (�Louise de Prusse, princesse
Antoine de Radziwill: Quarante-cinq ann�es de ma vie, 1770 �1815." Publi� par la princesse Radziwill, n�e Castellane, Paris 1911).
Belanglos sind tehndorffs Angaben, bec nur pott einem Ger�cht wei�, da� sofort nach Augusts III.Cad Heinrich unter den Eb,ronfaitbibaten
genannt sei (Nachtrage, Vd. I,3. 363; vgl. dazu p. 
    
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