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Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

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5. �i? Familienzusammenkunft in Schlesien. Bedenken gegen eine Reise des Prinzen Rar! nach Petersburg.
Berlin, den
Mit gro�er Freude, mein geliebtes Aind, erhielt ich durch Deinen lieben Brief vom 9-2^. per Feldj�ger
die erste Aunde von Deiner gl�cklich erfolgten Ankunft in Warschau. Wie ich vernommen, so ist unser treuerer
HnKojiafl Dir bis Souries entgegen gereist, welch frohes wiedersehen: so ungef�hr wie dag in �ibillenortl wie oft
noch werden wir an Me in Fischbach sch�n verlebten Tage zur�ck denken m�ssen!
Von Fritz habe ich Dir gute Nachricht zu geben, da er am J9'." Fischbach in guter Gesundheit verlie� und
nun auf seiner Inspektionsreise begriffen ist. Auch von &Ier[anbrine] habe ich Nachricht: sie traf schon am 59'? Abends
in Schwerin ein, wo fie ihren caro sposo aufgesucht, da er noch nicht wieder im luftigen ludwig zur�ck war.
Von Luise und Albrecht erhielt ich auch Briefe, die viel dole'ancen enthielten, nicht mit in Fischbach gewesen zu feyn.
Der arme Aind Prinzessin luise hat manche Thr�ne dar�ber vergossen.
Da� ich Dir und dem Aaiser nicht gern etwas abzuschlagen vermag, ist Dir bewu�t. Euer beiderseitiger
Wunsch in Velreff Aarls setzt mich deshalb in einige Verlegenheit 2. Seit wenigen Monaten erst Commandeur der
2 Garde Division, hatte ich gehofft, da� Aarl sich diesen Sommer mit Eifer und Th�tigkeit mit Ausbildung derselben
zu besch�ftigen w�nschen w�rde, da er ohne dies die Herbstexeizier Zeit vers�umen mu�, indem er schon im August
wieder die Reise nach den westlichen Provinzen und sp�ter nach den Niederlanden antritt, um bei Albrechts Hochzeit
zugegen seyn zu k�nnen, die nunmehr von den Niederl�ndischen Majest�ten auf den Sept. festgesetzt worden.
Neberden, w�rde fein Aufenthalt in Petersburg diesmal nur sehr kurz ausfallen, daher ich gedacht, es m��te Dir
angenehmer seyn, wenn er etwa �ber Jahr und Tag auf l�ngere Dauer zu Dir k�me. Nach Auseinandersetzung
dieser meiner Veweagr�nde �berlasse ich es g�nzlich dem Aaiser und Dir, ob er mitgehen oder zur�ckkehren soll.
Da es mir unm�glich wird, heute selbst an Rarl zu schreiben, so wirst Du wohl die G�te haben ihn herzlich von
mir zu gr��en und ihm den Inhalt dieses Vriefes mitzutheilen. Sein Vrief �ber die beigewohnte Parade ic. hat
mich sehr interessiert.
tebewohl, mein geliebtes Aind, und empfiehl mich dem Kaiser recht angelegentlichst. Auch an Marie 4
viel Sch�nes. F. W.
6. Gl�ckwunsch zum Geburtstag der Kaiserin. Reise des Prinzen Ilarlnach Petersburg. Hie griechische A�nigswahl. Erinnerung an das
Fest der Wei�en Rose.
Teplitz, den
Obgleich ich, ich wei� nicht warum, die beiden N�chte vor meiner Abreise fast schlaflos szubrachte^, und
die letzte eben so auf der Reise hierher, wo ich um 6 Uhr fr�h eintraf, so kann ich doch nicht unterlassen, die Feder,
halb schlaftrunken, zu erfassen, um Dir, mein geliebtes Aind, zu dem heutigen festlichen Tatze, recht herzlich und innig,
Gl�ck Zu w�nschen. Zwar w�re dies so eigentlich wohl nicht n�thig, da es Dich in vollerm Maa�e umgiebt, als so
viele Millionen anderer Mitmenschen. Es zu mi�brauchen, liegt, Gott sey daf�r gedankt, nicht in Deiner Natur,
dazu ist sie zu rein, fahre demnach fort es mit Dank gegen den Urheber alles Guten zu genie�en, zu den: ich flehe,
er m�ge es Dir ungetr�bt erhalten!
Das Selbstherrscherpaar hat beschlossen, Rail solle mitreisen. � I^i3t. Die Gegenwart liegt n�her, als die
Zukunft, und dieser Betrachtung verdankte er die Freude des Mitreisens. viel wahres liegt allerdings darin. Ist
heute das Wetter bei Euch, wie bei uns, so mu� das peterhofer Fest einen hohen Genu� gew�hren und der st�cke^
wird Augen und Vhren aufsperren �ber so viel Herrliches und Imposantes.
1 Inzwischen hatte die gro�e Familienzusammenkunft �1 Iibillenort, Breslau und Fischbach stattgefunden, M der von Warschau
aus die Kaiserin mit Kronpriit3 Friedrich" Wilhelm gekommen war. � 8 Prinz Karl von Preu�en hatte die Schwester von Schlesien nach
Warschau begleitet. � 3 Mit Prinze� Marianne der Niederlande.
� * Prinzessin Karl, die gleichfalls in Warschau weilte.
        
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