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Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

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mich wenigstens einigerma�en werth zu zeigen; allein, wie bas Spr�chwort sagt: on fait ce que Ton peut, et non
ce que l'on veut, so war es denn auch hier der Fall, und nun sind schon mehrere Wochen vergangen, ehe es
geschehen. Ungl�cklicherweise aber ist der finstere Dezember 2T?on& derjenige, in weichein eine Unzahl vonIahres-Verichten
und Jahresabschl�ssen eintreffen, die nothwendigerweise alle durchgesehen werden muffen, und so kam es denn wie es
gekommen ist, und so bitte ich denn deshalb um Nachsicht.
Deine Charakteristik Albrechts und Dein Urlheil �ber seine guten und schwachen leiten haben mich frappirt
ihrer Richtigkeit wegen, denn wie Vu ihn schilderst, mein geliebtes Rind, so ist er auch wirklich, wenigstens beurtheile
ich ihn gerade auch. Er ist �bergl�cklich, wenn er an die in Ru�land zugebrachte Zeit zur�ck denkt und an die Art,
wie er von Dir und dem Kaiser behandelt worden ist. Hier hielt er sich nur einen Tag auf und ist denn sogleich
weiter nach den: Haag gereist, von wo er mit INarianne vor etwa 8 Tagen zur�ckgekehrt ist. .. .
Den 2S'/_".
Eingetretener Hindernisse wegen, um mich eines Theater Zettels-Ausdrucks zu bedienen, konnte ich vorgestern
dieses Schreiben nicht beendigen.
Ehe ich dies indessen heute thue, mu� ich Dir noch sagen, wie froh ich dar�ber bin, in neuerer Zeit keine
anderen als die besten Nachrichten �ber Dein und der Deinigen Wohlbefinden zu erhalten. M�chten sie doch in dem
in wenig Tagen beginnenden Reuenjahre keine andern als solche erhalten. M�chte doch das Neue Jahr, zu dem ich
von Herzen Gl�ck w�nsche, ein recht gesegnetes werden, f�r Dich, j�r unfern theuern Hiixoia�, so wie f�r Deine
lieben Angeh�rigen und f�r uns alle! Gott m�ge meine Gebete erh�ren! ... F.W.
4?. Erinnerung an den Geburtstag der K�nigin luise.
Verlw. den ??-?? l8V)'.
Der heutige Tag beschlie�t das dritte Dezennium, von da an gerechnet, wo er, zum letztenmal als Tag der
Freude und des Frohseyns gefeiert, zum Ged�chtni�tage der Trauer und des �chmerzes umgewandelt wurde. Drei�ig
Jahre also sind nun dar�ber abgelaufen; welch eine Zeil! Dennoch, Gott sei gedankt, lebt das Andenken an die
damals hochgefeierte in unserm Herzen fort und wird, so Gott will, so lange darin fort leben, bis auch wir dereinst
da seyn werden wo sie ist. Nt�ge Gott unsern Wunsch erh�ren!
Vorgestern habe ich abbrechen m�ssen, da es Zeit war nach Charlottenburg zu fahren, wo sich die 5 altern
Vr�der mit Alexandrme eingefunden hatten, letztere war am Abend vorher hier eingetroffen und wird einige Wochen
hier verweilen. Albrecht war nicht zugegen, da er sich vor ein paar Tagen den Fu� verstauchte. Das Vetter war
�u�erst schlecht; ein heftiges Schneegest�ber, welches fast den ganzen Tag gedauert hat, vcrstattele nur nicht, die f�r
uns geheiligte, theuere St�tte zu besuchen. Den Abend brachten wir bei Fritz zu ... F.W,
1 prtnj Albrecht war (839 l�ngere Zeit in Petersburg zu Vesuch gewesen (f. Nr. 4^). � 3 Der letzte 23cief des K�nigs
an feine Co?ter.
        
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