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Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

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un& gewollt, reichlich pergelten! 3n Folge dieses betr�benden Sterbefalls habe ich 8 Cage lang in Potsdam in der
Zur�ckgezogsnheit zugebracht. Du hast wohl recht, wenn Vu sagst: da� es feit dem Tode des Kaifers Alexanders f�r bas
gutdenkende Europa der gr��te und empfindlichste Verlust gewesen ist. ?in gro�er wichtiger Unterschied springt jedoch
sogleich in's Auge, der darin liegt, da� bei dem hintritt des Elfteren Hoffnungen f�r die Zukunft blieben, die sich
denn auch, Gott sey's gedankt, in einen: Grade best�tigt haben, der sich kaum erwarten lie�, statt da� jetzt dergleichen von
daher, von wo sie eigentlich gesch�pft werden m��ten, schwerlich etwas erwartet werden d�rfte. Wie es der Nachfolger
bei seiner offenbaren Nullit�t halten wird, ist also schwer zu berechnen. Alles, was man also hoffen und w�nschen
darf, ist, da� er nicht st�rend in den gewohnten Gang eingreiffen m�ge. Vis jetzt lauten die Nachrichten, die man
hier�ber empf�ngt, noch sehr beruhigend.
Am 50!^ M�rz) war ich mit den drei anwesenden Vr�dern, da ich Wilhelm nach Wien abgesendet, und
dem Cousin Istrinz Friedrichs in Tharlottenburg. Das Wetter war aber so schlecht, da� ich den ernsten Gang nach
dem Monument aufgeben mu�te. Ein Viertel-Jahrhundert liegt nun schon hinter uns, seit die uns �ber alles
theuere Mama, damals noch eben so gesund als froh, diesen Tag, unter ihren kieben, Zum letztenmal� feiern konnte,
wer h�tte es damals wohl gedacht, da� er so nimmer wieder kehren w�rde? IN�ge ihr verkl�rter Geist �ber uns
wachen und m�ge der Allm�chtige zu seiner Zeit uns wieder mit ihr vereinen!
Meine Tatharalischen Anf�lle haben mich noch immer nicht verlassen wollen, sie haben sogar etwas periodisches
angenommen, so da� etwas fieberhaftes im Hintergr�nde zu liegen scheint.
Lebewohl, mein geliebtes Aind, und empfehle mich unserm theuern t^nko^��. Ich konnte mir wohl denken,
da� auch Er, von dem Verluste, den wir erlitten, schmerzlich ergriffen seyn w�rde. Erlaucht legt sich zu Fassen.
Fw,
33. Reise der Prinzessin luise der Niederlande nach Petersburg.
CharlottenburZ, den
Eine gewi�e Luise l��t nicht nach, mich zu best�rmen, ihr ein Empfehlungsschreiben f�r die Selbstherrscherin
mitzugeben, ohne welches sie, wie sie vermeint, sich nicht vor ihr zu pr�sentiren wagen m�chte. )o ei
Gottlob aber nicht 6e wuws les habe also beschlossen, ihr darin zu willfahren und mit einem solchen
Rekommandationsschreiben hiemit zu versehen, zumal sie vonwegen ihres Rufes und ihrer Herkunft, da sie ehrlicher
Eltern Rind ist und wie man behauptet sogar der obbesagten selbst Herrscherin apparentirt und bekannt zu seyn das
hohe Gl�ck haben soll, eines solchen nicht total unw�rdig befunden worden ist.
Genug des Scherzes, wie ungern- sehe ich die liebe Luise wieder von hier nach Aufenthalt scheiden,
und wie sehr beneide ich sie, den Wassergang zur geliebten Schwester antreten zu sehen, den ich in Wahrheit so gern
mitzumachen gew�nscht h�tte, wenn � doch genug hievon, da Du, mein geliebtes Rind, oft genug von mir die
vollwichtigen Gr�nde geh�rt hast, die sich diesem Wunsche entgegenstellen.
Die Gro�f�rstin Helene und ihr Gemahl haben uns, wie Du wei�t, mehrere Tage mit ihrem Vesuch erfreuet.
Sie waren beide, jeder auf seine weise, sehr aimable und haben sich wie ich zu glauben Ursach habe, bei uns nicht
mi�fallen, mehr dar�ber zu schreiben, dazu habe ich durchaus keine Zeit, auch werden beide dar�ber vielleicht
schon selbst berichtet haben. Alexandrins traf den Tag nach ihrer Abreise bei uns ein, verl��t uns aber schon heute
wieder, wie nat�rlich ziemlich desperat, nicht mit Luise reisen zu k�nnen. ... $.V0.
1
�Ich, &er K�nig", die �bliche Unterzeichnung der spanischen K�nige. � 'Gro�f�rst Michael-Pawolowitsck, der j�ngste Vruder
des Kaisers, und seine Gemahlin Helenaopawlowna, geb. Prinzessin von W�rttemberg.
        
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