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Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

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wag ich Dir in meinem letzten Vriefe schrieb. Glaube mir, es thut mir in der Seele leid, aber ich kann nicht anders
und was ich geschrieben, geschah erst nach reiflicher Ueberlegung. . ..
. .. Kaum ist die auf Savoyen unternommene polen- und Vagabunden^Expedition gescheitert ', als wieder neue
Greuel-Szenen in Vr�ssel, kyon und paris statt haben mu�ten-, die allerdings werth sind in den Annalen der Zeit,
in der wir leben, eine Stelle zu finden. Der gute keovold spielt doch eine h�chst kl�gliche Rolle in seinem K�nigreiche
pro forma, in dem er als die bedeutendste 0 anzusehen ist. . ..
Da� Graf kottum' sein dttj�hriges Dienst Jubil�um am dieses gefeiert hat, hast Du vermuthlich in der
Zeitung gelesen. Er ist ein so ausgezeichneter praktischer Staatsdiener, da� ich nur mit gr��ter Vesorgni� an seinen
dereinstigen Abgang denke. F�r den Staat und f�r mich w�re er unersetzlich.
viel Sch�nes an unfern theuern Du wirst ihm wohl das mittheilen, was ich �ber die Reise
geschrieben. Ich kann es Dir garnicht ausdr�cken, wie sehr es mich schmerzt, auf etwas verzichten zu m�ssen, das
eine so reizende Aussicht gew�hrt, allein, ich wiederhole es, ich konnte nicht anders.
kebewohl, mein geliebtes Aind! Segne Dich Gott und die lieben Deinigen. H-N)>
2�. pers�nliches.
Potsdam, den f [fol) ,85,.
Als Antwort auf Deinen fr�hern Vstergru�: uo nc-llili>'LocKpec-^! � als an� zweiten Ru�ischen Vstertage.
Vor etwa 8 Tagen, mein geliebtes Rind, erhielt ich Deinen Vrief vom ?./^9"" v.M.
wie sehr mu� es mich schmerzen, da� Du Dich noch immer nicht dar�ber zu beruhigen vermagst, wenn ich
Deiner Einladung nach Petersburg zu reisen nicht nachkommen kann. Die Gr�nde, die mich davon abhalten, sind
nur zu vollwichtig, da ich durch meinen k�rperlichen Zustand tagt�glich daran erinnert werde. Glaube mir, es thut
weh, wenn man zu diesem Gef�hl gelangt ist, und doch ist es nach dem kaufe der Dinge wohl mehr oder weniger
nie anders� Ich wei� nicht, woher Dir der Gedanke k�mmt, ich sey noch kr�ftig und noch nicht alt. wie froh wollte
ich seyn, wenn dem so w�re; aber ich wiederhole es, es ist leider nicht so, und daher mu� man sich in die Zeit
schicken lernen und Gott noch daf�r danken, da� es nicht noch schlimmer ist.
wie ich durch Rauch vernehme, so ist man bei Euch mit einem gro�en Aarussel besch�ftigt, an welchem Du
selbst Theil nimmst. Ich w�nsche nur, da� alles gut abgehe und Du Dich vor Erk�ltungen h�ten m�chtest.
Acht Tage lang genossen wir hier des sch�nsten Fr�hjahrswetters, seit ein paar Tagen ist es aber wieder
sehr k�hl geworden, so da� man auf gr��ere Partien im Freien noch verzichten mu�. Die V�ume stehen in der
sch�nsten Vl�the und der Anblick rund um vom Pfingstberg ist eine wahre lVonne zu nennen.
In Berlin ist jetzt eine vollst�ndige Ru�ische hornmusik angelangt, die ich aber noch nicht spielen h�rte.
2Nit dem Wirrwarr in Europa nimmt es auch noch kein Ende; man schaudert, wenn man an die Vorg�nge
von tyon, Paris, Vr�ssel und so vielen andern Grten denkt. ... F. w.
29. Geburtstag der Kaiserin. Teplitzer Kur des K�nigs.
Teplitz, den ;33H.
An Gottes Segen ist alles gelegen! sagt ein altes Spr�chwort; und dies sch�ne, alte und bekannte Spr�chwort
hat sich nun schon so oft und so sichtbarlich bei Dir, mein herzgeliebtes Rind, bew�hrt, da� ich Dir nichts besseres
am heutigen frohen Cage zu w�nschen vermag, als da� dem auch ferner, und bis in die sp�testen Zeiten, so seyn
1Unternehme� i�?a33�nis, f.Stern, Geschichte Europas <*, 3?2ff. � * Vgl.Stern <*, 5Sqff. �
� (?. Fr.3. Graf non ?ottuin,
Geh. Staat*- und Schatz minister, zugleich �elter des Kabinetts, � * �?r ist wirklich auferstanden", Antwort auf den russischen Gstergruh :
�Christus ist auferstanden". . '
        
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