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Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

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2[. Vadeleben in Teplih. (Erinnerung an drn \^, Vktober J8O6.
Teplitz, den 2./^. Oktober l.832.
Ich bin seit Tagen hier^, und bis auf wenige Ausnahmen beg�nstigt das sch�ne, man k�nnte wohl sagen,
Sommerwetter, meine Kur ungemein, mit deren Erfolg ich Ursach habe zufrieden zu seyn. Gegen Ende der Woche
gedenke ich wieder nach Verlin, d. h. Charlotten b�rg zur�ckzukehren. Eigentliche Aurg�ste giebt es hier fast gar nicht,
dennoch bin ich mit meinem Aufenthalt sehr zufrieden, ja er ist mir gerade recht, so wie er jetzt ist, denn aus dem
Gew�hl der Menschen mache ich mir so nicht viel, wie Du wei�t. Abends besuche ich das Theater, welches gar nicht
�bel ist und ein paar recht gute Aomiker besitzt, die uns in den wiener Jossen �fter zum fachen bringen, vor 8 Tagen
war selbst ein Ball hier, der recht brillant ausfiel und heute wiederholt werden soll. Die F�rstlich C?ary^amilie ist
in Ruhberg abwesend, woselbst morgen die Hochzeit Vogislaws Radziwil mit Comtesse keontine Clary gefeiert wird.
Seit ich hier bin, erhielt ich Deinen lieben Vrief von: v. 2N., dessen Ende einige Zchwermuth verrath.
Allein ich sage wie Du: Nluth! Muth! und nicht gezweifelt. � wer auf Gott vertraut, hat nicht auf Sand gebaut.
So thust Du, und Gott wird schon helfen. Dies, ja dies ist meine feste Zuversicht, mein geliebtes Rind. ...
Heute ist ein trauriger Crinnerungstag! Die Schlacht von Jena,
In diesen Tagen mu� also Deine Entbindung statt habend Dazu gebe Gott seinen Segen und segne Dich
und die Deinigen! �)F.W.
22. 7)ant f�r Weihnachtsgeschenke.
Potsdam, den ;5..27. Dez.
Du h�ttest nur in der Chat kein willkommeneres Weihnachtsgeschenk machen k�nnen, mein geliebtes Aind,
als Du durch �bersendung des Ntiniatur- Gem�ldes Deiner 3 Grazien^ getrau hast. Rauchs schreibt mir so viel
Sch�nes von ihnen, besonders von den zwei �ltesten, da� ihnen diese Benennung wohl zustehen mu�. Zugleich sehe
ich die Nebersendung der portraits als eine Art von Entsch�digung an, sie nicht vergangen 3a r' wie es as Projekt
getreten [�gl. oben Nr. 5A, von Angesicht zu Angesicht zu sehen bekommen zu haben. So Gott will, wird sich noch
eine andere Gelegenheit finden es nachzuholen, wie ich am Heiligen Abend mit Freuden gewahrte, hat Rauch feine
Kommission in betreff der von mir gew�nschten Winterbekleidung sehr wohl ausgerichtet, da sie sich unter den �brigen
Vescheerungsgegenst�nden recht stattlich ausnahm. Wie ich erfahre, so verdanke ich sie unferm treuem HHKOJia�, der
es �bernommen, den cher beau-p?re damit zu versehen. Sage ihm in meinem Namen den verbindlichsten Dank daf�r
und f�r das h�bsche Militair-Bild,auf welchem Sasche und der kleine Kosty 5, von ihren Minderj�hrigen
2Nilitair-Vegleitern umgeben, sich ganz allerliebst ausnehmen. Das Vildmit meinen 3 Ni?cen hat feinen Platz im rochen
Eckzimmer des palais, in der N�he der 2Nama im Costume von kalla-Rookh, erhalten. Tausend, tausend Dank,
f�r die Freude, welche Du nur damit gemacht hast. ... mF.W.
23. Erkrankung der Prinzessin Elise Radziwill. Ernennung des Herzogs van ?ucca Zum preu�ischen General.
Berlin, den <8./50. M�rz 5835.
. .. Vermuthlich wirst Du schon wissen, wie sehr wir um Elise Radziwil besorgt sind. Am nach dem
Feste am 59'^, von ihren Eltern gegeben, bekam sie einen heftigen Nlutsturz, im wilhelmschen Palais, der sie gleich
sehr angriff und ermattete, teider hat er sich seitdem mehreremale wiederholt. Vielleicht war zu vieles Tanzen,
1
..Auf Vefchl yufelands", wie bec K�nig am 20. September schreibt.
� * |3,/25. Oktober, Geburt lies Gro�f�rsten Michael-
Nilolajewitsch. � * Die drei C�chter der Kaiserin.
�
4 Friedrich. Wilhelm v.Rauch, der langj�hrige preu�ische Milit�rbevollm�chtiate in
Petersburg. � * Die Gro�f�rsten Alexander und Conftantin-N'kolajcwitfch.
Qptrrnjollrrn 19(6. 21
        
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