Path:
Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

160
Ilurz nacheinander erhielt ich 2 Briefe von Dir, einen durch Kibeaupierre ', den andern durch die Post,
wof�r ich hiermit meinen heften Dank abstatte. 3e war erfreuet, Kibeaupterre a?s alte Bekanntschaft wieder zu sehen.
Er war mir schon fr�her auf vorteilhafte weise bekannt geworden und alles, was Vu mir �ber ihn sagst, hinterl��t
keinen Zweiffel, da� die gute Meinung, die ich �ou ihm hegte, sich noch mehr begr�nden wird. Seine �u�ere Erscheinung
und sein ganzes Benehmen ist schon geignct, einen vorteilhaften Eindruck zu veranlassen. . ..
Da� Vu fortf�hrst, in der Erinnerung zu leben und gern an die Vergangenheit zur�ck denkst, wie Vu solches
auf's Heue durch Veine letzten schreiben beth�tigst, erfreuet mich sehr und erweckt manch erfreuliche freilich auch
manche tr�be R�ckerinnerung, allein das ist nun einmal das Schicksal hier auf Erden, vor ungef�hr \% Tagen fuhren
wir im Korbwagen durch jene Gegend, am Auhfuhrt bei Eiche, wo das von Vir erw�hnte erste Officier-Man�ver
im 3a^? rc 2 statt fand, wobei auch ich mich je6e$ einzelnen dabei vorgekommenen Nmstandes recht lebhaft erinnern
mu�te. Sei solcher Gelegenheit erschrick! Tita� dann �ber die Zeit, die schon dazwischen liegt, welches dann zu allerlei
Betrachtungen Anla� giebt �ber das nichtige und fl�chtige unseres Sehens. 5ch�n bleibt es dennoch, trotz fetner
Viederw�rtigkcitcn, versto�e es uns nur nicht so schnell. Auch ich werde nach grade alt und betagt und werde es
in mehr als einer Hinsicht gewahr, denn meine Kr�fte sind sehr im Abnehmen, alles greifst mich an.
Vie arme Tuise ist so unbeschreiblich froh hier zu seyn, welche schwere Zeit hat sie aber auch in den letzten
?,,z Jahren zu durchleben gehabt, und trotz allen Ratifikationen bleibt das Lnde der Niederl�ndischen Angelegenheit
noch immer problematische Dennoch finde ich ihr Aeu�eres recht gut, sie genie�t der besten Gesundheit und wird
sich hier in der geliebten Heimath einmal recht wieder laben.
Ich mu� schlie�en, es ist Zeit nach dem Neuen palais Zu fahren, wo Wilhelm dem Offizier Corps des
Cet^r Bataillons zu Ehren fein hergebrachtes Piner gicbl. Lebewohl! c rpFw.
20. ?o?>e5tn9 &er K�nigin ?uiff.
Neues palais, den 1.9. 3uly \832.
Nach js) Jahren besuchte ich zum erstcnmale wieder sda ich sonst um diese Zeit in Tlevlitz bin) am heutigen
22i�hrigen Jahrestage unausl�schlicher Trauer die von uns als geheiligt betrachtete Kt�ttc, und zwar in Begleitung
des �ltesten und j�ngsten der Familie. Recht oft gedachten wir Deiner und der �brigen abwesenden Mitglieder unserer
Familie, die aber heute um ein und dieselbe Zeit gewi�lich im Gedanken mit uns vereint gewesen sind. Anbei erfolgen
2 Lorbeerbl�tter aus einen: der ? Ar�nze, zum Andenken des Tages, das eine f�r Vich, mein geliebtes Aind, das
andere f�r Wilhelms M�ge Gott Euch stets geleiten und auf guten Wegen erhalten!
Mit der Hitze hat es ein Ende, denn seit dem l,^," Abends hat sich das Wetter, nach einem starken Gewitter,
g�nzlich ge�ndert. Die 3uft ist wieder rauh, und dabei st�rmt und regnet es fast unausgesetzt. Konst pflegte ich den
heutigen Tag auf der Pfaucmnsel zuzubringeil, da es aber der dem �ffentlichen Besuche bestimmte Wochentag ist,
so war meine Absicht nach Paretz zu gehen, allein des b�sen Wetters wegen gab ich diesen Plan auf und begab mich
nach dein Ncucn-Palais. Viesen Abend bringen wir bei Fritz in den Neuen-Aammern zu. Er bewohnt jetzt diese,
da seine in Sanssouci belegenen neu tapezirt werden, jedoch ganz mit eben der Art von Zeugen wie sie gewesen,
eine Bedingung, die, wie Du wei�t, bei Fritz rie rigueur ist. ... lv
'
Der russische Gesandte in Berlin, Nachfolger non ?Ilopcu5. � * Der K�nig schreibt Ijiejii am 20. April (S.12: �Das englische
Ministerium [(3rcy-palinci-fton] ist wahrlich schlimmer dis &os pou louis Philippe. England k�nnte viel t^un zur Erhaltung der Vrdimng
in (Huropa, es thal und tfjiit aber grade bas GeZcntheil von den�, was ein geordnet sein Foittteitbtr �n�chtiger Staat 311 tt\nn berufengewesen w�re." � 3 PrinZ irilbelin war damals 511 besuch in Petersburg.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.