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Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

Full text: Aus dem letzten Jahrzehnt Friedrich Wilhelms III.

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Durch des Kaisers Unerschrocken heit und durch sein festes Benehmen ist Gottlob der �ber die Cholera entstandene
unsinnige Tumult schnell gestillt worden 1. Fremde Instigateurs haben dabei aber sicher nicht gefehlt, nur wissen sie
sich stets unsichtbar 511 machen.
Den ehegestrigen 2\t
'11 Jahrestag der schmerzlichsten Erinnerung brachte ich in m�glichster Abgeschiedenheit zu,
Wie viel mu�te ich an �kuck?, Aeben, denken.
Hier ist alles stiller als jemals, wor�ber ich keineswegs z�rne. ... F
17, Gl�ckwunsch zur Entbindung^. Geburtstag ?>es K�nigs. Per hoU�ndisch"be>gische Kampf, Gesandter Ribeaupierre.
Charlottenburg, den H./^6. August
Mit unendlicher Freude erhielt ich heute, durch des Aaisers Vrief und durch einige Zeilen von Deiner eignen
Hand, die frohe Nachricht Deiner gl�cklichen Entbindung von einem Sohne, bei dein ich Pathenstelle vertreten soll.
Dies frohe Ereigni� scheint anzudeuten, da� wer auf Gott vertrauet, auf keinen Sand nicht baut, zu ihm hoffend,
da� dies alte, bew�hrte Spr�chwort auch noch anderweitige Anwendung finden wird, trotz den Schreckenszeiten, die uns
manchmal der Verzweiflung nahe bringen. Von Neuem w�nsche ich Dir, mein geliebtes, theures Aind, Gl�ck und
Segen zu diesem so sehr erw�nschten, freudevollen Ereigni�.
Seit vorgestern Abend bin ich von Teplitz zur�ckgekehrt, in der Hoffnung, meine Kr�fte durch das Vad
gest�rkt zu sehen.
Tausend Dank f�r alles Liebe und Gute, welches Dein am 3^ geschriebener Vries enth�lt, den ich
heute, zugleich mit der Notification, empfing. Eben so auch f�r die ganz allerliebste Dose mit Turquoisen, die aber
fast zu sch�n f�r mich ist. Meinen Geburtstag brachte ich diesmal in Sch�nhof zu, zwischen Teplitz und Karlsbad,
ein herrlicher und mit recht ber�hmter stark, im grandiosen genre, dem Grafen Czernin geh�rig, der aber abwesend ist.
teider nur mu�te ich Abends vorher in Saatz, wo ich n�chtigte, von den traurigen Ereignissen, die sich in K�nigsberg/,
5 l'in5wr der Petersburger, zugetragen, Anzeige erhalten. A)ie ich leider h�re, haben auch in den AoIonisierungen
bei Nowgorod �hnliche Auftritte statt gehabt. Diese dumm-tolle Furcht vor Vergiftungen, die auch selbst in Memel
Anla� zum Tumult gab, ist auch an mehreren andern Grlen schon gesp�rt worden und r�hrt sicherlich von Instigationen
her, denen man aber durchaus nicht auf die Spnr zu.kommen vermag.
Der unbegreifliche Entschlu� des A�nigs der Niederlande, den Velgiern den Waffenstillstand auf zuk�ndigen
so legitim er auch in seiner Tage scyn mag, hat eine ziemlich allgemeine Vest�rzung hervorgebracht, da das, was
darauf zu erwarten war, auch auf der Stelle erfolgte: das Einr�cken der Franzosen in Velgien, um deren Affreuse
Sache recht con minore zu unterst�tzen, wie gesagt, gerechte Ursach zum Nnwillen hatte der A�nig in vollen� TNaa�e,
denn die londoner Konferenz und deren Resultate waren ja stets zu Gunsten der Rebellen, ob aber seine Lage dadurch
verbessert werden wird, ist leider zu bezweifeln.
Da� die Cholera in Petersburg im Abnehmen ist, ist f�r mich eine wahre Beruhigung. In Preussen und
im posenschen macht sie leider Fortschritte und schon ist sie nahe bei tandberg a/warthe. Gebe Gott, da� sie nicht
bis hierher vordringe. Welche ZeitenI
Den 20"-. Da mein Vrief erst morgen abgehen kann, setze ich noch einiges hinzu.
1 lieber des Kaifers Eingreifen bei den Cholera-Unruhe� in Petersburg, 5- Zuli ?65U vgl. Sc^iemann, Geschichte Ru�lands
3, H5ff. � -i s.August !85^, Geburt de� Gro�f�rsten Nikolai.Nikolaiewitsch.
� *
28. Juli (85(, Cholera-Unruhen in K�nigsberg,
f. Armstedt, Geschichte der Haupt- und Residenzstadt K�nigsberg, S. 500.
�
*;.August, f.�reitschke. Deutsche Geschichte 4, ?s; Stern,
Geschichte �Europas <*, 245.
        
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