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Der Fürst von Ligne und die Hohenzollern

Full text: Der Fürst von Ligne und die Hohenzollern / Tschirch, Otto

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�tzung der Petersburger Akademie der Wissenschaften einen Ghnmachtsanfall zu erleiden, was die b�sen jungen
Katharina� und de Cigu�s in T�tigkeit setzte. Auch sonst trat die etwas schwerf�llig Gestalt des preu�ischen Chron
folgers hinter dem noch anwesenden de Ligne in der Gunst der Zarin weit zur�ck, und diese von seilen de Eignes
vielleicht unbeabsichtigte Nebenbuhlerschaft mag verhindert haben, da� sie sich pers�nlich n�hertraten. Jedenfalls ist
von einem Verkehr beider zur Zeit der Regierung Friedrich Wilhelms II. nichts bekannt.
Dagegen ist er zu Friedrich-Wilhelm III, und seiner Gemahlin wieder in lebhaftere Beziehungen getreten
und hat das junge K�nigspaar in Ansbach und Verlin aufgesucht. Freilich war sein Verh�ltnis zu den� neuen
preu�ischen Herrscher ein ganz anderes als zu dem Gro�en Friedrich. Der sch�chterne, schwer aus sich herausgehende,
sittenstrenge und ernste junge K�nig hat gewi� zun�chst
Mi�trauen und eine gewisse Abneigung gegen den
Lebemann und Frauenverehrcr, den gl�nzenden und
blendenden Witzj�ger zu �berwinden gehabt, ehe er sich
ihm �ffnete, lind der alte F�rst hat, soweit ihn nicht
die wundervolle Sch�nheit und Anmut der K�nigin
Luise, von der er bewundernd spricht, zauberisch anzog,
bei seinem Verkehr mit dem K�nig nicht anregenden
geistigen Austausch gesucht', sondern deutlich bestimmte
politische Zwecke verfolgt. Als er \8O3 in Ansbach
war, dann bei Friedrich Wilhelm III.Ende in
Berlin erschien, lastete schon der ungeheure Druck der
Nebermacht Napoleons, �St�renfrieds I."(Brouillon Ier
wie ihn de Signe nennt, auf der Ruhe und Sicherheit
Europas. Vonaparte hatte eben den Herzog von Enghien
auf deutschem Gebiet aufheben und erschie�en lassen,
und durch die wegf�hrung des englischen Agenten
Humboldt aus Hamburg hatte er selbst den preu�ischen
K�nig so in Harnisch gebracht, da� dieser die ernstesten
Vorstellungen bei Napoleon erhob und ihn in der Tat
dazu brachte, diese Tat wieder gutzumachen und Genug-
tuung zu geben. De Ligne erz�hlt uns (M�moires
p. Lacroix, \86O, S. mit wie leidenschaftlichem
(Eifer er verflicht habe, den K�nig f�r ein enges ?tu-
vernehmen mit Oesterreich zu gewinnen, um gemeinsam
Napoleon Widerstand 511 leisten. �Ichbitte Ew.Majest�t,

    
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