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Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

Full text: Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

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sucht. Und Faim ich es ihm verdenken? Valentin, hatte mir schon gratuliert zum Obcrbefehlshaberposten. Ich sagte
aber gleich, es w�rd wohl nichts sein, wenn man die Menschen kennt, die alles einrichten, wie ich, so kann man
so etwas sicher vorausbestimmen. Die Freuds der Deutschen, die Freude unserer alten Provinzen werde ich also nicht
sehen, 11116 Anton nicht fein Vaterland. Da� doch immer unser alter Wunsch nicht erf�llt wird!
Ich halte hier noch an mich, was ich kann, und gebe dem Unmut nicht Raum, weil ich zu sehr f�hle, wie
Einigkeit not tut. Nur leider, da� ich das allein f�hlen mu�! w��te ich nur �berhaupt erst recht, wie meine
Anstellung ist! Auf eine Art kann sie sehr bedeutend werden, wenngleich weit unter meinem Ideal. Doch das will
ich jetzt gern aufgeben. Denn der guten Sache n�tzlich zu sein, ist in diesem Augenblick schon etwas wert. Aber es
ist und bleibt hart, die ganze Jugend des Ztaates ihrer Neigung folgen zu sehen, und wir, die ersten, m��en sie
unterdr�cken. Jeder Freiwillige hat das Recht, sich sein Regiment oder Aorps usw. aufzusuchen, worunter er dienen
will. Nur wir nicht. Prinz August erh�lt auch kein Aommando. Blos die Artillerie bleibt unter ihm. Da diese
aber verteilt wird, so hei�t das soviel wie nichts kommandiert. Doch r�ckt er dein Feinde entgegen. Von Heinrich
wei�, ich noch nichts. Der Rronprinz^ und Fritz Louis bleiben im Hauptquartier.
Hedemann benimmt sich recht gut. Ich bin recht sehr mit ihm zufrieden, wie wird es aber nun werden,
besonders in B^erlin^, smit) Anton, den ich wie meinen Bruder oder vielmehr mehr als alle meine Br�der um mich
habe? H. f�hlt zwar, da� ich schon so lange ihn als meinen Freund betrachtet habe, und betr�gt sich ganz ordentlich
gegen ihn. Aber in Berlin, da kommen die alten Verh�ltnisse wieder ins Hpiel, und gegen Anton will ich um keinen
preis anders als sonst sein. Denn freiwillig folgt er nur und wird nun wohl das Unangenehme statt des Angenehmen
mit nur teilen. Auch nach Ende des^ Aneges geht er zur�ck zu den 3ein4n. Im Felde w�re das allcs noch einmal
so gut gegangen.
Ach, liebe Marianne, ich bin recht verstimmt! Dabei freue ich mich doch wieder so sehr, Dich und WA. zu
sehen. Aber so w�hrend des Arieges zu Hause zu sitzen, der Gedanke ist, als wenn ich Feuer unter den Hohlen f�hlte.
Vom Nachr�cken war zwar die Rede, aber die M�he des koseisens ist mir noch von Cilsit her' in der Erinnerung
26.
Prinzessin Marianne an Prinz Wilhelm.
Berlin, den 8. M�rz
Ho me! Briefe hintereinander in so kurzer Zeit Hab ich Dir in meinem Leben nicht geschrieben, lieber Willhelm.
Aber nie waren ja auch die Zeiten grade so.
Gestern Abend bekam ich erst durch Schwerin der nur recht wohl gefiel, Deinen fr�her geschriebenen Brief
vom 3. M�rz, nachdem ich Dir den vom H. M�rz schon den Margen beantwortet hatte. Ganz so arg lautet der nicht,
da die Zache auseinandergesetzt ist darin, und der A�nig darin mehr vorkommt als habe er es gut gemeint. Aber
warum l��t er nicht lieber den Wunsch gew�hren, den man will, wie seinen eigenen, wenn selbst er es glaubt gut
zu machen? was man selbst w�nscht, ist einem ja doch immer n�her am Herzen gelegen. Und das kleine Aavallerie^
Rorps unter Bl�cher w�re gewi� ein so guter Platz f�r Dich, was liegt auch daran, wenn der Wirkungskreis so
gro� nicht ist. Gustav ist gewi� ein tapferer Soldat und doch nur Gbrist.
Ich hoffe recht herzlich f�r Dich, da� Vu's noch wirst durchgesetzt haben, wenn Anton da gewesen w�re,
dann gewi�. Mein Brief wird wohl zu sp�t gekommen sein. Ich denke, die Landwehr geht gleich fort, eingeteilt
zu jedem Regiment. Dann bekommst Du nur den Sandsturm, und der soll im tande bleiben und dazu, Gottlob,
werden wir ihn wohl nicht mehr brauchen; denn gestern kam die Nachricht � grade brachte sie mir Major Bock,
1 Friedrich Wilhelm (IV).� a Prinz Friedrich, Sotjti des Prinzen tudiuig (gest. geb. ;?94, gest.
� 'Siehe Nr.28.
�
�* Sd/nJcriii-�PoIfsti?gcn, fouis Graf von, war von Bresliiiinach Berlin zur�ckgekehrt.
CatjcttJoQtrn-JoIfcbu^ <3!6. (5
        
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