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Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

Full text: Aus dem Briefwechsel des Prinzen Wilhelm des Älteren von Preußen und seiner Gemahlin, der Prinzessin Marianne

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unseres Paterlaubes- und, so der Allm�chtige will, aller deutschen tande tritt er auf. XDie sch�n, h�tte er selbst die
Lorbeeren erfochten, welche seine Stirne zieren ! Doch f�r einen Menschen w�re dieses zuviel Gl�ck gewesen. Und Gott
wollte zeigen, dier der menschlichen Hilfe nicht bed�rfe. Doch was der Herr angefangen, soll der Mensch vollenden.
Ich sehe deshalb mit Zuversicht dem vielleicht langen, blutigen, aber gewi� r�hmlichen Kampfe entgegen. Vu wirst
f�r littet) beten. Deiner und Pciner Vr�der, meines Sohnes und des teueren Vaterlandes will ich mich w�rdig zeigen.
Ich denke hin und her, wer mir den Freundschaftsdienst beim K�nig? geleistet haben mag wegen der bewu�ten
Anstellung in Verlin....
den \7.
Den ist der Aaiser unter der paradierung des Milit�rs, einem immerw�hrenden Hurrarufen, dein Vonner
des Gesch�tzes und Glockengel�uts hier, gegen 6 Nhr nachmittags ungef�hr, eingetroffen. Die Freude und der Jubel
waren allgemein. Alexander wie immer. Ivir Prinzen, ein Teil der Generalit�t und die A�nigl. Adjutantur waren
big Hundsfeld entgegen gegangen, der A�nig selbst noch weiter. Volle 8 �uuden haben wir gewartet. Prinz von Oranien
wird Vir alles weitl�ufig beschreiben k�nnen. Gestern hat der Aaiser nach seiner gewohnten, alles �bersteigenden
H�flichkeit uns famt und sonders Visite gemacht. Ich wollte mich eben zum Viner anziehen und hatte nur soviel Zeit,
einen Rock �berzuwerfen, da stand die Majest�t schon an �er T�r. Er war so freundschaftlich und g�tig und sprach
so sch�n und offen �ber das Geschehene und noch zu Geschehende, da� ich ihm um den Hals hatte fallen m�gen. Ich
sagte ihm auch, ihm den Arm dr�ckend, man s�he, da� Gott mit ihm w�re, und es w�rde gewi� gut gehen.
Den Tag des Einzugs bin ich und Prinz August, gewi� Heinrich auch, Generalleutnant geworden. Du bist
also nun Lxzellenz. Es freut mich nur darum, weil es zeigt, der A�nig habe alles gut aufgenommen. Auch ist er,
seit der Aaiser hier ist, recht freundlich. Cschernilschew war gestern Abend auf dem Vall des �aalskanzlers. Er erz�hlte
mir von meiner teuren Marianne. Ich war ihn: immer gut und g�nne ihm herzlich das Gl�ck, der erste gewesen zu
sein, auf den der Jubel des befreiten Verlins sich entladen hat. Der Aurf�rst ist seit gestern auch hier; er l��t sich
Dir angelegentlich empfehlen. Deine Ztandhaftigkeit hat er sehr bewundert. Er sagte, man m��e eine Prinzessin von
Preu�en sein, um so clwas mit Festigkeit zu ertragen. Und eine Prinzessin von Hessen, setzte ich hinzu. Er lobte
Deine Br�der, und da fiel mir mein keo ein, und ich sagte, wenn er Gruppen errichtete, w�rde der wohl gerne dazu-
sto�en. Auch erz�hlte ich ihm die Art, warum derselbe den Abschied genommen und wie er entla�en worden sei. Der
Aurf�rst w�rde sich sehr freuen, den Leopold bei sich zu haben.
Heute marschieren die <^3r6e5 �u <^oi-p^ und noch andere AavaU�rie von hier ab. Doch davon, wenn es
vorbei ist. Morgen, glaube ich, geht Vl�cher ab, und ich werde dann wohl bald folgen. Gestern Abend kam Anton
an.
� Es ist ein sch�ner Vrief, dieser hier. Alles durcheinander. Aber ich wei� selbst kaum, was ich schreibe. Da
reitet eben Anton in der Adjutanten-Uniform. Er kommt hierher.
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Gestern also r�ckte Horck in Verlin ein, und gestern war vor dem Abmarsch der Garde zu Pferde eine rechte
sch�ne Zeremonie, welcher der Aaiser, der A�nig und ihre heilige Schar beiwohnten. Erstlich ritten die Majest�ten die
Fronte herunter. Hierauf schlo�en immer zwei und zwei Zchwadronen einen Areis. In dem ersteren hielten wir alle.
Alles blieb zu Pferde. Der Rittmeister v. kedebur^ las die Proklamation vor. Dann hielt der Feldprediger eine rechte,
passende, erhebende Rede. Der Vorbeimarsch, welcher zugleich der Abmarsch war, beschlo� das Ganze. Als die Majest�ten
zur�ck durch die Stadt ritten, war ein ununterbrochenes Hurrarufen. Ein gleiches geschah, als sie abends im Schauspiel
erschienen. Ves Mittags ist immer gro�e Tafel, wo mein Vrillanten-Vrden^ erscheint. Linwahres Gl�ck, da� er mit hier ist.
Ich erhielt gestern fr�h Dein schreiben Nr. gestern Abend Dein sSchreiben) Nr. 59�. Gerade beidemal
war Anton bei nur. Du, lieber Engel, wie haben sie mich ger�hrt! Abschied haben wir genommen. V, gewi� wir
1 von Hessen. Kassel.
� ' ledebur, tudwlg August v., \8\s Major, 58^ Kommandeur des 50. Husaren. Regiments, 5840
Generalleutnant, gcst. 5852 als �encrai der Kavallerie. � s �AnMein Rriegsheer" vom 17. lN�rZ (8\3.
� * Russischer AuoreaZ"Grden. �
5 Vom H- l<�d 15- M�rz.
        
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