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Kammerherr Friedrich Hartmann von Witzleben als Porträtzeichner am Hofe des Prinzen und der Prinzessin von Preußen

Full text: Kammerherr Friedrich Hartmann von Witzleben als Porträtzeichner am Hofe des Prinzen und der Prinzessin von Preußen

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Stellung des Herzogs im gesellschaftlichen Teben des Hofes wird feinem Adjutanten mannigfache Gelegenheit gegeben
haben, feine k�nstlerischen Anlagen weiter fortzubilden und in den Dienst der Gesellschaft 311 stellen. Jedenfalls wu�te
er auch sonst die Aufmerksamkeit auf sich 511 lenken, denn am 5. November wurde er 311111 Kammcrherrn der
Prinzessin von Preu�en, der sp�teren Kaiserin Augusta, ernannt, ein Amt, das er Jahre lang verwaltete. 3 dieser
Stellung er�ffnete sich ihm die M�glichkeit, mit den Mitgliedern des K�niglichen Dauses in mannigfache Bel�ftung
511 treten, sie 511 sprechen un& bei gesellschaftlichen Zusammenk�nften 5� beobachten. Dieser Umstand wurde von feinem
gewandten Stifte vielfach ausgebeutet, und verdanken wirihn, eine Sammlung non Vildnissen K�nig Friedrich-Wilhelms III.,
des Prinzen von Preu�en mit seiner Gemahlin und seinen
Br�dern, des sp�teren Kronprinzen Friedrich-Wilhelm und
mancher markanter Pers�nlichkeiten des Berliner Hofes, von
denen dank dein gro�en Entgegenkommen der Nachkommen
des Kammerherru eine Auswahl den Lesern des Jahrbuchs
hier in Nachbildungen bargeboten werden kann.
Von den kebcnsdaten dcs Kammerhcrrn soll hier
noch erw�hnt werden, da� er am 3. Oktober zum
Schlo�hauptmann von Rheinsberg ernannt wurde und am
August 5677, auf seinem Rittergut Colin, bei Niesky
verstorben ist. Oerm�hlt war Herr von witzleben seit dem
l.5. September mit Dorothea von Mecklenburg, geboren
am 2H. Dezember gestorben mn Mai inBerlin.
was die Portr�tzeichnungen Vitzlebens f�r uns so
interessant macht, was ihnen einen besonderen Wert verleiht,
ist die zwanglose Ilnmittelbarkeit der Anschauung, die nicht
bei offiziellen Sitzungen gewonnen wurde, sondern eine Folge
sch�rfster, den Dargestellten fast durchweg unbewu�ter
Beobachtung war. sind, wenigstens bei den Mitgliedern
der K�niglichen Familie, die Aufnahmen von vorne selten,
und es �berwiegen die Profilansichten, denen sich eine Anzahl
von R�ckenansichten anschlie�en, die bei gesellschaftlichen
Zusammenk�nften dem Momente abgestohlen wurden.
Kerade bei diesen R�ckenansichtcn vereinigt sich eine Menge
sch�rfster Sinzelbeodachtungen, die das Vild, das wir uns
von den Dargestellten nach den erhaltenen offiziellen Vild
Nissen zu machen imstande sind, wesentlich erweitern und
vertiefen. Vbwohl diese R�ckenansichten von den Gesichts
;iiiL)iij?d,prinj*ffbiMlPreu�en, in IHtmenbrtb n� (856.
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z�gen der Dargestellten oft gar nichts erkennen lassen, sind die Wiedergaben mit solcher Sch�rfe der Charakteristik
aufgefa�t, da� ihre Benennung gar keinem Zweifel unterliegen kann. Man vergleiche hierf�r nur die Darstellung
Friedrich-Wilhelms III.auf T^fclIINr. H, des Prinzen von Preu�en und seiner Gemahlin auf Tafel IIIund der
Prinzen August und Albrccht auf Cafel VI. Ein k�stliches Stimmungsbild dieser Art gew�hrt die in Cafel IV farbig
wiedergegeben? Darstellung, die uns den Prinzen und die Prinzessin von Preu�en mit der Hofdame Gr�fin Vriola bei
einem Spaziergang von hinten gesehen zeigen, w�hrend rechts �ber dem Wasser die C�rme von Potsdam die Gegend
als den park von Vadelsberg kennzeichnen. Die verschiedenen Vorstudien zu diesem Vilde auf Cafel IIIund in der
Textabbildung Seite zeigen, mit welcher Liebe der K�nstler sich dieser Aufgabe gewidmet hat. Erheiternd wirkt
auf uns die damalige Mode der Damentracht, die mit feinein Humor leicht �bertrieben uud unterstrichen ist. Die
        
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